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General-Anzeiger.
AUtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sana«.
W«i sie Hauses in Ha»«u.
Erscheint tk^lèch mit Aäshm« der Sonn- mA (jptU’rtsg.e, mit brSrkckWch« Drilsge.
ÄerMtmorÜ. Ä*etteut: S. Gchrert«^ in H««.
Nr. 19.
Mittwoch den 23. Januar
1901
Amtliches.
Stadtkreis Danau.
Bekanntmachung^ des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Es wird hiermit zur Kenntniß gebracht, daß die Räume des
Römisch Irischen und des Douche-Bades
vom
Donnerstag den 24. d. Mts. ab
wieder geöffnet sind.
Städtische Badeanstalt. 1404
Lagerplatz Verpachtung.
Das links des Baumer'schen Weges belegene Hospital- Grundstück Karte 8. Nr. 598/88 = 37 Ar 94 qm groß, soll
Samstag den 26. Januar d. Js.,
vormittags 11 Uhr,
im Kämmereilokal, Rathhaus 1. Treppe, Zimmer Nr. 10, auf unbestimmte Zeit gegen jederzeitige 6monatliche Kündigung nach dem Meistgebot verpachtet werden. 1300 Hanau, den 21. Januar 1901.
Alth anau er Hospitalkasse.
Oberrealschule zu Hanau.
Anmeldungen zur Vorschulklasse für das Schuljahr 1901/02 werden vom 28. Januar bis 2. Februar, täglich von 10—12 Uhr, im Amtszimmer des Unterzeichneten entgegengenommen.
Hanau den 17. Januar 1901.
Der Direktor der Oberrealschule.
___________ Dr. Schmidt. 1163
Handelsregister.
1. Neu eingetragen sind:
a. Die Firma Clautz & Feddersen in Hanau und als ihre Inhaber die Buchhändler Bruno Claust und Friedrich Feddersen daselbst. Offene Handels- gesellschaft. Die Gesellschaft hat am 1. Januar 1900 begonnen. (Gegenstand des Unternehmens ist eine Verlagsbuchhandlung).
b. Die Firma Fr. Franz Hoyer in Hanau und als ihr Inhaber der Kaufmann Friedrich Franz Hoyer in Hanau.
2. Bei der Firma Georg Heydt in Hanau ist eingetragen worden:
Feuilleton.
Gefrorenes Leben.
Lon Dr. Curt Rudolf Kreusner.
(Nachdruck verboten.)
Soweit unsere Kenntniß des unendlichen Weltbaues reicht, bedarf das organische Leben, damit die verwickelten Prozesse desselben ihren Fortgang nehmen, einer Temperatur, bei welcher sich das Wasser in flüssiger Form befindet. Dies hat seinen Grund einfach darin, daß auf unserem Erdball eben Wasser das allgemeine Lösungsmittel ist, in welchem die verschiedenen Grundstoffe zu den komplizirtesten Verbindungen zusammen- treten und wenn es, was ja keineswegs als Unmöglichkeit bezeichnet werden kann, Himmelskörper gibt, auf welchen andere Flüssigkeiten, z. B. Schwefelkohlenstoff, die Stelle unseres Wassers vertreten, so ist dort auch ganz gut ein Leben denkbar, welches sich innerhalb ganz anderer Temperaturgrenzen vollzieht, als dasjenige auf unserem Erdball.
Das irdische Leben, welches rettungslos zerstört wird, wenn sich die Temperatur dem Siedepunkt nähert, vermag jedoch die Kälte besser zu ertragen als die Hitze. Wachsthum und Vermehrung stehen zwar still, sobald die Wärme unter eine für jede einzelne Form der Lebewesen anders bestimmte, kritische Grenze sinkt; die Folge davon ist aber keineswegs immer unwiderruflicher Tod, sondern in vielen Fällen nur ein Erstar- rungszustand, welcher unter dem Einfluß der Wärme wieder in_ vollpulsirendes Leben zurückkehrt und es gibt zahlreiche Pflanzen- und Thierarten, welche hart und fest wie Stein gefrieren können und doch, sobald die Eisrinde schmilzt, wieder ins lebenskräftige Dasein zurückkehren.
Unter den an tropische Temperaturen gewöhnten Pflanzen und den höchsten Vertretern der Wirbelthierreihe dürfen wir freilich keine Beispiele für solch ein „gefrorenes Leben" suchen; aber schon unter den Säugethieren finben wir zahlreiche Formen,
Das Geschäft ist auf den Kaufmann Lorenz Lohberger in Hanau und den Buchdrucker Philipp Reitz daselbst übergegangen, die es unter der Firma Georg Heydt Nachf. als offene Handelsgesellschaft fortsühren. Die Gesellschaft hat am 2. Januar 1901 begonnen.
3. Gelöscht sind folgende Firmen:
a. G. Gernsheimer in Hanau,
b. Joh. Georg Wagner Wwe. in Hanau,
c. I. F. Harnig in Hanau,
d. Adam Lenz V. in Großauheim,
6. Peter Fay in Großauheim,
f. G Sommer in Hanau,
g. Löb Hirschmann in Großkrotzenburg.
H'anau den 21. Januar 1901.
Königliches Amtsgericht 5. 1361
Verpachtung.
Königliche Obersörsterei Wolfgang.
Am Dienstag den 29. Januar d. Js., nachmittags 4 Ubr, sollen im Gasthaus zum „Forfthaus" bei Hanau die Wiesengrundstücke Jagen 81 a und d „Rübeacker" und 115 a und b „Lehrhöferheide" in 6 Parzellen öffentlich meistbietend vom 1. April d. Js. ab auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Wolfgang den 22. Januar 1901. 1362
Ter Forstmeister. Der Forstreferendar.
Fenner. Fuhr.
politische Rundschau.
Versuchsanstaltswesen. Nachdem der preußische Staat in den letzten Jahren seine Fürsorge für das Fachschulwesen immer weiter ausgedehnt hat, so zwar, daß im Etat für 1901 für das gewerbliche Unterrichtswesen 6,4 Millionen Mark ausgeworfen sind, geht er nunmehr auch dazu über, eine größere Aufmerksamkeit dem Versuchsanstaltswesen zuzuwenden. Es ist schon häufig betont worden, daß neben dem Fachschulwesen sowohl für Landwirthschaft wie für das Gewerbe das Versuchsanstaltswesen von sehr großer Bedeutung insofern ist, als von den Versuchsanstalten die in der Praxis stehenden Männer sowohl über die technischen Fortschritte in ihrem Berufe unterrichtet als auch zur praktischen Erprobung theoretisch gefundener Neuerungen angeregt werden. Vielfach haben denn auch die lai dwirihschaftlichen und gewerblichen Interessenten aus eigenen Mitteln schon solche Anstalten gegründet, es wird aber sicherlich auf ihre weitere Ausdehnung einen günstigen Einfluß ausüben, wenn der Staat, wie es im Etat für 1901 schon geschieht, dem Versuchsanstaltswesen größere Summen zu-
welche sich ben. Unbilden des Winterklimas, während welcher die Natur für sie den Tisch nicht gedeckt hat, dadurch entziehen, daß sie an geschützten Orten in einen durch Monate anhalienden Schlafzustand verfallen, während dessen ihr sonst 30 und mehr Grade warmer Körper sich auf eine Temperatur abkühlt, welche nur wenige Grade oberhalb des Nullpunktes liegt. Gehen wir dann in der Stammreihe der Thiere und Pflanzen weiter nach unten, so kommen wir bald zu Geschöpfen, denen die Kälte kaum ober überhaupt nicht mehr etwas anhat.
Am meisten bekanntlich ist die Widerstandsfähigkeit mancher Fischarten gegen Kälte, Schleien, Karpfen und Aale wühlen sich während des Winters in den Teichschlamm ein und vermögen in einem halb bewußtlosen Zustande lange bei einer Temperatur von Null Grad und sogar ein wenig darunter zu verharren, ohne zu Grunde zu gehen. Ihre Lebensfähigkeit ist so groß, daß man sie sogar in festgefrorenem Zustande versenden kann, und daß sie trotzdem ins Leben zurückkehren, falls man die Vorsicht beobachtet, sie nicht plötzlich zu erwärmen, sondern in eiskaltem Wasser langsam aufthauen zu lassen, und der bekannte Nordpolfahrer Franklin theilt als Selbstbeobachtung mit, daß ein Karpfen, der 36 Stunden lang starr gefroren war, beim Auf- thauen seine volle frühere Lebendigkeit wiedererreichte.
Aehnlich verhalten sich viele unserer Amphibien und Reptilien, deren Energie umsomehr erlahmt, je tiefer die Temperatur sinkt, bis sie in einen Zustand von Lethargie versinken, bei welchem ihre Blutwäime unter Null Grad fallen kann. Laubfrösche und Kröten vermögen z. B. eine Temperatur bis zu 5 Grad Kälte auszuhalten, wobei ihre Eigentemperatur auf 2 Grad unter Null sinkt. Werden sie jedoch längere Zeit einer noch größeren Kälte ausgesetzt, so wird ihnen diese verhängnißvoll, und der Winterschläfer dämmert bewußtlos in jenes Reich hinüber, aus welchem cs keine Wiederkehr mehr gibt.
Auch unter den Angehörigen der Jnsektenwelt befinden sich viele, welche der Kälte den größten Widerstand entgegensetzen. Man sollte glauben, daß diese winzigen Körperchen von Schmetter
führt. Wir erinnern nur daran, daß nach dem neuen Etat die bisher in Charlottenburg befindliche mechanisch-technische Versuchsanstalt einen Neubau und dabei eine Vergrößerung erhalten soll, daß die Anlegung von Versuchsfeldern für land- wirthschasiliche Zwecke unterstützt, daß für die Rübenzuckerindustrie, für Spiritusmotoren, für andere landwirthschaftliche Geräthschaften Versuchsanstalten errichtet werden sollen und daß schließlich für Zwecke der Wasserversorgung und Abwasser- beseitigung eine solche Anstalt angestrebt wird. Der Staat zeigt dadurch, daß er der Bedeutung des Versuchsanstalts- wesens gerecht zu werden versucht. Vielleicht dürfte es auch angebracht sein, dort, wo es einem Berufe aus eigenen Mitteln nicht möglich ist, eine Versuchsanstalt zu errichten, oder ihr den nöthigen Umfang zu verleihen, ebenso wie es bisher bei den Fachschulen geschieht, mit Unterstützungen einzuspringen. Jedenfalls nützen die Versuchsanstalten den einzelnen Berufszweigen kaum weniger als die Fachschulen.
Die Kreisärzte und die Bekämpfung der Seuchen. Im Kultusministerium glaubt man, daß bie Kreisärzte wesentlich dazu beitragen können, die Seuchen zu bekämpfen. Die erheblichen Fortschritte, welche die Erkennung, Verhütung und Bekämpfung der Seuchen unter dem Einflüsse der wissenschaftlichen Hygiene gemacht haben, lassen es nach Meinung der maßgebenden Faktoren als nothwendig erscheinen, daß die Kreisärzte in der Lage sind, eine Reihe einfacher, mikroskopischer, bakteriologischer und chemischer Untersuchungen selbst vornehmen zu können. Das Kultusministerium beabsichtigt daher, die nothwendigen Geräthe und Instrumente anzuschaffen und sie den Kreisärzten zur Verfügung zu stellen. Unser Kaiser hat bekanntlich zur Bekämpfung der Granulöse in Ostpreußen dem Proviuzialverbande der vaterländischen Frauenvereine in Ostpreußen 10 000 M. überwiesen. Das Kultusministerium gedenkt in der Bekämpfung dieser Krankheit energischer wie je vorzugehen; namentlich soll dies in den Provinzen Posen und Westpreußen geschehen. Es hat sich auch weiter herausgestellt, daß die Seuche in den Gegenden, in welchen sie nach ihrer Bekämpfung nachgelassen hatte, sofort wieder stärker einsetzte, sobald die Be^ämpfungsmaßregeln ausgesetzt oder auch nur merklich eingeschränkt wurden.
Frhr. V. Reitzenstein. Unter den gelegentlich des Berliner Ordenssestes dekorirten Offizieren befindet sich auch der Major Frhr. v. Reitzenstein beim Stabe des ostasiatichen Reiterregiments. Frhr. v. Reitzenstein, der damals General- stabsoffizier in Breslau war, hatte bekanntlich einen Theil des südafrikanischen Krieges im Burenlager mitgemacht; er war deshalb zu einer mehrwöchigen Festungsstrate verurtheilt worden. Nachdem er die Hälfte der Strafe abgebüßt hatte, wurde er begnadigt und trat dann in das ostasiatische Reiterregiment ein; von Transvaal ging es also nach kurzem Aufenthalt auf der "n lingen, Käfern, Bienen, welche schon binnen wenigen Minuted bis zur Temperatur. ihrer Umgebung durchkältet werden, so bal. sie frei überwintern, hoffnungslos zu Grunde gehen müßten Dies ist jedoch keineswegs der Fall: sondern sie überstehen di- größte Kälte, im Eizustande oder als Larve oder als Puppe oder als vollentwickeltes Geschlechtsthier entweder vollkommen frei an Mauern, Zäunen, Bäumen und dergl. hängend, oder in dünnen Gespinnsten auf Aesten oder dem Erdboden ruhend, und manche unserer einheimischen Raupen, deren wasserreichem Körper man gar keine Widerstandskraft gegen die Kälte zuzu- trauen glaubt, verbringen den Winter, indem sie sich einzeln oder in großen Gruppen an die Oberfläche von Baumzweigen anschmiegen. Sie gefrieren dabei so fest, daß man sie in splitternde Stücke brechen kann, erleiden aber durch die Kälte selbst keinen Schaden. Dasselbe gilt auch von vielen Schneckenarten, welche sich an schneefreien Felswänden zur Ueberwinterung anheften oder, wenn sie auf dem Erdboden bleiben, ihre Gehäuse mit einem Kalkdeckel verschließen, ehe sie sich einem vielmonatlichen Winterschlaf hingeben, währenddessen Athmung und Herzthätigkeit zwar auf einen Mindestbelrag sinken, aber nie völlig still stehen.
Im Meere herrscht bei der Temperatur des gefrierenden Süßwassers noch reges Leben. Bekanntlich^ gefriert das Meerwasser dank seinem bedeutenden Salzgehalt erst bei mehreren Graden unter Null und bet diesen eisigen Temperaturen, welche in den untersten Bezirken der Tiefsee auf Strecken von oft vielen hundert Meilen herrschten, gedeiht eine Thierwelt, welche zwar nt^ überreich an Arten, aber um so zahlreicher an Exemplaren yt.
DK Thatsache, datz salzhaltig- Flâsiigk-ite» nach mcht bei Null Grad gefrieren, gibt uns die Losung des Räthsels, uuc so viele Laudlhicre und Pflanzen ohne befonberen Schutz den harten Winter überstehen kouneNâ Das Blut ,st nämlich zum weitaus größten Theile auch nichts tluderes als -rasier, in welchem Eiweißkörper und Salze gelöst sind, und b-dais, um zu gefrieren, einer sehr bedeutenden Abkühlung bis zu — 10