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© Kesse lstadt, 21. Juni. (Leh rerkonscren z.) Äm gestrigen Tage fand dahier unter Vorsitz des Königlichen Kreisschulinspektors Herrn Pfarrer H u f n a g e l die diesjährige amtliche Lehrerkonferenz des Jnspektionsbezirks Bergen statt, zu welcher sich die Ortsschnlinspektoren und Lehrer .des gen. Bezirks, im Ganzen 44 Herren, eingesunden halten. Nach einleitendem gemeinschaftlichen Gesang der beiden ersten Strophen des Chorals: „Ach bleib mit Deiner Gnade", darauffolgender Verlesung des 103. Psalmes und sich anschließendem Gebet erstattete zunächst der Herr Vorsitzende den Jahresbericht für das abgelaufene Schuljahr 1900—1901. Aus demselben theilen wir zunächst mit nachfolgende statistische Zusammenstellung über den Bestand der Schulklassen, Lehrkräfte und Frequenz der einzelnen Schulen des Bezirks: 1. Bergen: cd. Schule 7 Lehrer 7 Klassen 439 (401 v. I.) -f- 35 Schüler — 61 auf 1 Lehrkraft; israelit. Schule 1 Lehrer 1 Klasse 29 (36 u. I) — 7 Schüler. Enkheim: cd. Schule 4 Lehrer 4 Klassen 259 (236 v. I.) -f- 23 Schüler = 65 auf 1 Lehrkraft. 2. Fechenheim: cd. Schule 15 Lehrer 15 Klassen 728 (670 v. J.) + 58 Schüler = 49 auf 1 Lehrkraft. 3. Dörnigheim: cv. Schule 4 Lehrer 5 Klassen 272 (241 v. I.) + 31 Schüler — 68 auf 1 Lehrkraft. 4. Bischofsheim: eD. Schule 4 Lehrer 4 Klassen 272 (233 v. I.) 4- 39 Schüler — 68 auf 1 Lehrkraft. 5. Kesselstadt: eD. Schule 3 Lehrer 3 Klassen 192 (172 d. I.) + 20 Schüler — 64 auf 1 Lehrkraft. 6. Hochstadt: eo. Schule 2 Lehrer 3 Klassen 193 (159 v. I.) + 44 Schüler — 97 auf 1 Lehrkraft. 7. Niederdorfelden: ev. Schule 2 Lehrer 3 Klassen 166 (143 v. I.) + 23 Schüler — 83 auf 1 Lehrkraft. 8. Oberdorfelden: eo. Schule 1 Lehrer 1 Klasse 55 (58 d. I.) — 3 Schüler. 9. Gronau: ev. Schule 1 Lehrer 1 Klasse 55 (47 v. J.) + 8 Schüler. Insgesammt: 44 Lehrer 47 Klassen 2660 (2901 v. I.) + 259 Schüler = 61 auf eine Lehrkraft. Diese Zusammen- stellung ergibt also eine Zunahme der Schülerzahl in den Orten in der Nähe der Städte Frankfurt und Hanau und eine Abnahme derselben in den entlegeneren Gemeinden. Von der Gesammt-Schülerzahl 2660 sind evangelisch : 2546, katholisch 71 und israelitisch 43; mit körperlichen und geistigen Gebrechen sind behaftet 77, auswärtige Schulen in Hanau, Offenbach und Frankfurt besuchen 164 schulpflichtige Kinder des Bezirks. Der Kreisschulinspektor hat im abgelaufenen Schuljahre 47 Visitationsreisen gemacht. 35 Klassen sind geprüft worden, 6 Klassen in Bergen konnten wegen epidemisch aufgetretener Masern nicht visitirt werden. Außerdem mußten aus demselben Grunde einzelne Klassen in Hochstadt und Fechenheim geschlossen werden. Neu gegründet wurden im abgelaufenen Schuljahr 1) 2 Schulstellen mit 2 Lehrern in Fechenheim, 2) 1 Schulstelle (vorläufig vikarirt) in Dörnigheim. Weitere neue Schulstellen find in Aussicht genommen: 1) in Dörnigheim die 5., in Hochstadt die 3., 2) in Kesselstadt die 4. und in Bergen die 8. Herr Rektor S chill in g- Fechenheim begutachtete darauf in sehr eingehendem Referate das Rechenwerk: Rechenoperationen und Zahlenräume 1—15 von Joseph Mayer, Verlag von L. Auer in Donauwörth und empfiehlt den Gebrauch desselben namentlich für stark besetzte Klassen, da mit seiner Hilfe die Schüler eine klare Zahlvorstellung gewinnen, die Operationen des Zählens unterstützt werden und sich mit Hilfe der Tabellen leicht Aufgaben stellen und lösen lassen. — Hierauf hwlt Herr Lehrer Römheld-Fechenheim seinen Vortrag über: „Sittlich-religiöse Charakterbildung, die Aufgabe der Volksschule". — Nach eingehenden psychologischen Darlegungen über die sittlich-religiöse Charakterbildung zeigte der Referent, wie die einzelnen Disziplinen in den Dienst dieser Aufgabe gestellt werden und auch Auswahl und Behandlung der Lehrstoffe hierbei von wesentlicher Bedeutung sind. Beachtenswert war der Hinweis, daß die Arbeit der Schule nur grundlegend imb vorbereitend sei, daß aber für das endliche Gelingen derselben die Gesellschaft allein die Verantwortung trage. — Nachdem hierauf noch einige amtliche Mittheilungen durch den Herrn Vorsitzenden gegeben waren, schloß dieser den ersten Theil der Konferenz. Nach gemeinschaftlichem Frühstück unternahmen hierauf sämmtliche Theilnehmende eine gemeinsame Fahrt nach dem Bad Orb zum Besuche der dortigen Kinderheilanstalt. In der geräumigen, von den Kindern zum Empfang der Besucher reich geschmückten Halle 'hatten sich 120 Kinder aus Nah und Fern, die gerade zur Kur anwesend waren, unter Aufsicht der Schwestern und Pflegerinnen versammelt. Herr Kreisschulinspektor Pfarrer Hufnagel hielt hierauf im Anschluß an eine Besprechung mit den Kindern über den Zweck ihres Hierseins eine Ansprache an diese, in welches er sie zuletzt zum Dank gegen Gott und gegen die Pflegerinnen ermahnte. Hierauf erfolgte dann eine eingehende Besichtigung' der Anstaltsräume und deren Anlage, bei welcher Herr Sanitätsrath Dr. Hufnagel in liebenswürdigster Weise die Führung übernahm. Während man sich nun in dem schönen Saale des Anstaltsgebäudes Dank der gastlichen Aufnahme der Schwestern etwas restaurirte, gab Herr Pfarrer Hufnagel eine genaue Geschichte über die Gründung und weitere Entwickelung der Kinderheilanstalt, worauf Herr Pfarrer Reich -Marköbel in begeisterten Worten der hohen Verdienste, die sich Jener sowohl wie vornehmlich Herr Sanitätsrath Dr. Hufnagel durch seine geradezu aufopfernde und selbstloseste Hingabe für dies große Werk erwarb, gedachte und ein Hoch auf beide Herren ausbrachte. Hieran reihte sich nun gleichfalls unter Führung des Herrn Sanitätsrath Dr. Hufnagel eine Besichtigung der Badeanlagen selbst. Auf der Vorhalle des neuen prachtvollen Kurhauses hörten sodann die Theilnehmer das Konzert an, worauf diese dann gemeinschaftlich das Mittagessen im Hotel von Schneeweiß und Müller einnahmen. Während desselben brachte zunächst Herr Kreisschulinspektor Pfarrer Hufnagel ein begeistertes Hoch auf unseren geliebten Kaiser und König Wilhelm aus. Herr Lehrer Nuhn-Kesselstadi toastete sodann auf die Stadt Orb, wofür namens derselben Herr Sanitätsraih Dr. Hufnagel als Mitglied des ^iabt« rathes herzlichst dankte und auf die Lehrerschaft^ des Bezirks Bergen ein Hoch ausbrachte. So recht aus dankbarem Herzen kam sodann der Toast derselben auf ihren alloerehrten und tippen Vorsitzenden, den Herr Lehrer G eb b-Dörnigheim aus-
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lrahte. Auch sonst folgten noch heitere und ernste Ansprachen, bis auch dieser letzten frohen Stunde in Orb die nur zu früh kommende Zeit des Abschieds ein Ende machte. Alle aber schieden mit dem erhebenden und frohen Bewußtsein, auch hier wieder ein großes und dem Herrn geweihtes Werk christlicher Nächstenliebe kennen gelernt zu haben, begonnen, getragen und auch für die Zukunft gepflegt von braven treuen Männern und Frauen.
N Kesselsiadt/ 22. Juni. (Bannerwcihe und V e r b a n d s f e st). Im Jnseratentheile der heutigen Nummer unseres Blattes ist das ausführliche Programm der Veranstaltungen anläßlich des 1. Verbandsfestes des Nadfahrerverban- des „Maingau" verbunden mit der Bannerweihe des Nad- fahrerklubs „Adler" veröffentlicht. Auch die Verkaufsstellen für Eintrittskarten sind näher bezeichnet.
): ( Windeâ'rr, 22. Juni. (Jubiläumsfeier). Für die 25jährige Jubiläumsfeier des Gesangvereins „Lied e r k r an z" zu Windecken am 23. und 24. Juni 190l ist nachstehendes Programm vorgesehen: Samstag, den 22. Juni: Vorfeier verbunden mit Zapfenstreich und Fackelzug (9 Uhr), sowie Bierkommers auf dem Festplatz. Sonntag, den 23. Juni: Weckruf durch Böllerschüsse. Von 11—1 Uhr: Empfang der auswärtigen Vereine. Nachmittags 2 Uhr: Aufstellung des Festzuges am Heidenberger Thor, Zug durch die Straßen nach dem Festplatz. Auf dem Fcstplah: 1. Festgruß. 2. Vortrag des Festliedes. 3. Ansprache. 4. Festrede. 5. Gesangsvorträge der auswärtigen Vereine. (Die Reihenfolge derselben wird durch das Loos bestimmt.) Hierauf: Tanz und Volksbelustigungen. Montag, den 24. Juni: Morgens 9 Uhr: Frühschoppen auf dem Festplatz. Nachmittags 2 Uhr: Aufstellung des Festzuges und Zug durch die Straßen nach dem Festplatz. Von 3 Uhr ab: Volksfest.
O Rückingen, 2t. Juni. (Verschiedenes.) Am 13. ds. fand hier die öffentliche Verpachtung der Gemeindewiesen statt. Wider Erwarten haben die in quantitativer Beziehung gegen das Vorjahr nicht unbedeutend zurückgebliebenen Wiesen fast den vorjährigen Erlös erreicht, — also theures Heu. Noch weit höhere Preise erzielte die Fürstlich Jsen- burgische Verwaltung bei ihren am 19. und 20. ds. Mts. in unserem Gemeindebezirk vorgenommenen Wiesenoerpachtungen. Das zur Zeit vorherrschende trockene, warme Wetter ist der Heugewinnung sehr vorteilhaft, so ist daher auch die Heuernte in vollem Umfang ausgenommen worden. — Ein Radfahrer brachte heute Vormittag mehrere Passanten in augenscheinliche Gefahr dadurch, daß er entgegen den Bestimmungen, wonach Radfahrer bei Benutzung der Straßenbanketts auf jeden Fall den Fußgängern auâzuweichen haben, direkt auf jene Passanten einfuhr, so daß man sich wundern mußte, daß ein Unfall nicht ftahfanb. Jener Radfahrer entfernte sich dann mit dem Rufe: „Sie haben mir auszuweichen". Wie bekannt sein dürfte, sind erst am 1. Januar d. Js. die Straßenbankette für Radfahrer frei gegeben; daß jener Radfahrer seiner Sache keinen guten Dienst geleistet hat, dürfte klar sein, denn es ist ersichtlich, daß die OrtS-Polizeibehörden, wenn derartige Fälle sich mehren sollten, von ihrem Rechte Gebrauch machen und in ihren Bezirken das Befahren der Bankette untersagen. Eine entsprechende Polizeistrafe dürfte in vorliegendem Falle sehr am Platze sein.
-t. Grofzauheim, 22. Juni. (Erinnerungsfeier.) Die Hanauer Kriegerkamcraden ans dem Feldzuge 1870/71 vereinigen sich am Sonntag den 7. Juli mit der hiesigen Kriegerkameradschaft in dem hübsch gelegenen schattigen Garten des Herrn Gastwirths Wieg er dahier zur 30jährigen Erinnerungsfeier der glücklichen Heimkehr aus Frankreich. Eine Musikkapelle ist gewonnen, außer dem ist für anderweitige Unterhaltung gesorgt, sodaß voraussichtlich das Fest recht fröhlich verlaufen dürfte. Bei ungünstiger Witterung findet die Gedenkfeier im Saale statt.
) ( Grosj-Kt'otzcrlbmft, 21. Juni. („G eangel t".) Ein eigenthümlicher, des tragikomischen Beigeschmacks nicht entbehrender Unfall ereignete sich heute am jenseitigen Mainufer. Ein Schulknabe huldigte nämlich zur Kurzweil am Strome dem Angelsport, indessen dicht neben ibm eine Bürgersfrau ge- schäf-igt Wäsche auswand. In der Annahme, ein Fischlcin habe sich am verlockenden Köder verschnappt, schleuderte das erfreute Bübchen die Angel plötzlich zurück. Hoch im Bogen fuhr die lewe Angel empor und dann direkt an die Oberlippe der fleißigen Wäscherin, in welche sich der scharfe Angelhaken festbohrte. Nur mittelst eines in Seligenstandt vollzogenen operativen Eingriffs war die Entfernung des merkwürdigen Fremdkörpers zu bewerkstelligen. Wohl noch selten dürfte eine Evastochter und dazu noch von einem harmlosen Knaben —' ; auf ähnliche Art „geangelt" worden sein.
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Die städtische Bibliothek
Vangertstraße 2, erster Stock, ist Sonntags, Mittwochs unb Samstags von 11 bis 1 Uhr zur kostenfreien Benutzung für das Publikum geöffnet.
Gesammtkataloge sind zu 1.20 Mk., die neuesten Nachträge Nr. 15 und 16 zu je 20 Pfg. in der Bibliothek zu haben.
Hanauer RerriusuachrichLeu
für Samstag den 22. Juni.
Kunswcreln: In der Aula der Könlpl. Zeickenakademie: Ausstellung von Gemälden, Zeichnungen :c.; geöffnet von vormittags 10 bis nachmittags 5 Mr.
Sommertbeatcr auf Beck's Felsenkeller: Abends 8 Uhr: Vorstellung.
Evang, Männer- und Jünglingsverein: Unterhaltung (Evang. 83er« einShaus).
Christlicher Arbeiterverein: Vereinsabend und Mitgliederaufnahme im Vereinslokale zum „Elephanten'"
Turngemeinde: Kürturnen und Voiturnerstun'oe.
Verein „Einigkeit": Vereinsabend in der „großen Krone".
Kasino „Eintracht" (Vereinslokal „zum Braustüb'l"): Vereinsabend, Athletenklub „Germania": Vereinsabend (Restauration Wagenbach. Paradeplatz).
Fußballklub „Viktoria": Vereinsabend in der „Brauerei Weismantel". „Hanauer Fußballgesellschast 1890": Vereinsabend im Gasthaus .zum Grafen Philipp Ludwig".
Hanauer Fußball- und Cricketklub: Gemüthliches Zusammensein in „Allemania".
Stammtisch „Bürgerbräu": Jeden Samstag Abend: Urbung.
22, uni
für Sonntag den 23. Juni,
Hanauer Schützenvereiu: Nachmittags von 2 Uhr ab: Schießen auf den neuen Schießständen.
Fußballklub „Viltoria": Nachmittags 3 Uhr: Uebungsspiel auf dem Exerzierplatz,
Hanauer Fußball- und Cricketklub: Nachmittags 3 Uhr: Uebung?- spiel auf bem Exerzierplatz,
Hanauer Fußballzesellschast 1899: Nachmittags 3 Uhr: Uebungsspiel ui? dem Exerzierplatz.
Erster Hwauer Fußballklub 1893: Nachmittags 3 Uhr: UebnngSspIe! auf dem Exerzierplatz.
Kersteigerungs etc. Kalender
für Montag den 21, Juni.
Angebo'e auf Uebernahme der Arbeiten zur Räumung der in dem Kmzianilußtett vor und hinter den Eisinbahnbrücken in km 59,25 und 62,320 angeschwemmten Boden- und Ausmassen, sind bis vormittags 11 Mr an die Betriebs - Inspektion J in Fulda einzureichen (s. Nr. 157 „Han. Nnz.").
Telegraphischer Wetterbericht der dcuWev Seewarte.
TelegeKMM ans Hamburg vom 2?. Juni,
9 Uhr 50 Min.
Ein Maximum erstreckt sich von Nord- bis Centraleuropa, Depressionen lagern über dem Ozean und Südosteuropa. In Deutschland ist das Wetter etwas wärmer.
Prognose für den 23. Juni: Ruhiges, vielfach heiteres, meist trockenes Wetter ohne erhebliche Wärmeänderung wahrscheinlich.
Barometerstand
mittags 12 Uhr am 21./6. 22./6.
Sehr trocken
Beständig
Schön Veränderlich
Regen (Wind)
Viel Regen
Sturm
Randel, Gewerbe und Verkehr.
Marktbericht.
Hanau, 22. Juni. (Lebensmittelpreise.) Hülsenfrüchte : Bohnen 30 Pfg., Erbsen 30-35 Pfg., Linsen 30 bis 40 Pfg. das Doppelliter ; Geflügel: Tauben das Pärchen 60—80 -Pfg.; ein alter Hahn 1—1,20 Mk.; ein Huhn 1—1,50 Mk.; eine Ente 1,80-2 Mk.; eine Gans 3,50 bis II Mk.; Fische: gewöhnliche Sorte 30 Pfg., bessere Sorte 40 Pfg., Aal 1-1,20 Mk. Hecht 1-1,20 Mk., Barben 60 Pfg., Barsch 60 Pfg. = Vs kg; Gemüse: Merrettig die Stange 10—20 Pfg., Spargel das Pfund 30—40 Pfg., Blumenkohl das Stück 30-40 Pfg., Kopfsalat das Stück 4—10 Pfg., Rettig das Stück 5—10 Pfg., Ober-Kohlrabi das Stück 5-10 Pfg., Wirsing das Stück 25-30 Pfg., Gurken das Stück 20-40 pfg., gelbe Rüben das Bund 8-10 Pfg., Neue Erbsen die Portion 20—30 Pfg., Neue Bohnen das Pfund 20—50 Psg., Kartoffeln das Doppelliter 10 Pfg.; Obst: Kirschen 15—18 Pfg., Stachelbeeren 25 Pfg. das Vs km, Erdbeeren 30—60 Pfg., Heidelbeeren 10 Pfg. das Vs Liter; Citronen das Stück 6—8 pfg., Apfelsinen das Stück 12—18 Pfg., Paradiesäpfel das Stück 5—10 Pfg.; Verschiedenes: Butter dasPfund 1,10—1,30 Mk., Käse 2 Stück 9 Pfg., Eier das Stück 4-6 Pfg., Zwiebeln das Doppel- iter 16—20 Pfg., Radieschen das Bündel 3 Pfg., Weizenmehl 1. Sorte 20 Pfg., 2. Sorte 18 Pfg., 3. Sorte 16 Pfg., 4. Sorte 14 Pfg. = Vs ker.
* Der amtliche Saatenstarrdsbericht in Preußen für Mitte Juni beziffert den Stand für Winterweizen auf 3,7, Sommerweizen 2,8, Winterspelz 2,7, Winterroggen 3,1, Sommerroggen 3,0, Sommergerste 2,7, Hafer 2,6, Kartoffeln 2,5, Klee 3,5, Luzerne 3,1, Wiesenheu 3,0, wobei 1 sehr gut, 2 gut, 3 mittel, 4 gering bedeutet. Die Ziffern für Mitte Juni des Vorjahres waren 2,7, 2,7, 2,2, 3,2, 3,3, 2,6, 2,6, 2,6, 3,6, 2,9, 3,5. Hierzu wird bemerkt: Die Trockenheit hielt in den meisten Provinzen bis zum 13. Juni an nnd drückte in der Mehrzahl der Ernteaussichten namentlich für Sommerung und Futterpflanzen herab. Ergiebigere Niederschläge seit dem 13. Juni kamen für die Winterung zu spät, können aber der Sommerung noch von großem Nutzen sein. Mit Winterweizen sind, ausgenommen Westfalen, Hessen- Nassau, Rheinland, Hohenzollern, nur noch verhältnißmäßig kleine Flächen bestanden. Die Umackerungen wurden fortgesetzt. Der vom Forste verschonte Rest ist mit Unkraut durchsetzt und verspricht nur einen geringen Ertrag. Es erscheint fast für den ganzen Osten ausgeschlossen, daß auch nur hinreichend Saatgut gewonnen wird. Der Stand des Winterroggens, besonders in den westelbischen Gebieten, ist ungünstig. Für die Sommerung dürfte im Allgemeinen, einige posensche und schlesische Gegenden ausgenommen, eine gute Mittèlernte zu ' hoffen sein. Der letzttägige Regen werde wohl manchen Schaden ausheilen. Auch die Nachrichten über Klee sind wenig erfreulich, und in einer großen Anzahl östlicher Bezirke erscheint eine Futternoth unausbleiblich.
Schiffsberichi.
Hamburg, 16. Juni. Der Dampfer „Ithaka" von der Hamburg'An^rifa-Linie ist vorgestern in Baltimore eingetroffen.