22, Februar.
Hanouer Anzeiger
Seite 5
Das Mädcken ist trotz einer Operation für sein Leben entstellt. Das Urtheil lautete auf 2V* Jahre Gefängniß.
Folgende, in ihren Ergebnissen eigenartige Rechnung findet sich im „Populär Astronomy", wo Asaph Hall sie veröffentlicht:
1X9 + 2=11
12 X 9 + 3 = 111
123 X 9 +4 = 1111 1234 X 9 + 5 = 11111
12345 X 9 + 6 = 111111
123456 X 9 + 7 = 1111111 1234567 X 9 + 8 = 11111111
12345678 X 9 + 9 = 111111111
1X 8 + 1 = 9
12 X 8 + 2 = 98 123 X 8 + 3 = 987 1234 X 8 + 4 = 9876
12345 X 8 + 5 = 98765
123456 X 8 + 6 = 987654 1234567 X 8 + 7 = 9876543
12345678 X 8 + 8 = 98765432
123456789 X 8 + 9 = 987654321
Auszüge aus dem Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Cassel.
Niederrodenbach. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Niederrodenbach belegenen, im Grundbuche von Niederrodenbach zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Wagners Karl Friedrich Haupt (Konrads II. Sohn) zn j Niederrodenbach eingetragenen Grundstücke am 12. April 1901, ■ vormittags 9 Uhr, durch das Königliche Amtsgericht zu Hanau Abth. II — in der Schaaf'schen Wirthschaft zu Nieder- i rodenbach — versteigert werden.
Schiffsbericht.
Humburg, 21. Februar. Der Dampfer „Marte" von der Hamburg-Amerita-Linie ist vorgestern in Philadelphia ringetroffen.
Bremen, 21. Februar. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Lahn" ist gestern in New-Jork eingetroffen.
Schiffs-Nachrichten.
(Mitgetheilt von Paul Klein, Agent der „Red Star Linie", Antwerpen.)
Der Postdampfer „Friesland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist am 19. Februar wohlbehalten in New-Jork angekommen.
Drabtbericbte des „Dan. Hnz.“
Uom Kurenkrieg.
London, 22. Februar. Aus der Rückkehr Kitcheners nach Pretoria folgert „Daily Mail" mit Recht, daß die Verfolgung die Wets wieder erfolglos gewesen ist. Aus Kapstadt wird dem Blatte gemeldet, die Streitkraft des Generals Knox sei hinter den Kolonnen, die de Wet verfolgen, aufgestellt, um dessen etwaige Rückkehr nach dem Oranjefluß zn vereiteln. Plumer verfolgte angeblich noch jenen Theil der Mannschaften de Wels, der sich nach Westen gewendet hat.
Berlin, 22. Februar. Wie Kitchener mit knapper Noth der Gefangennahme entrann, das wird ausführlicher in folgendem, aus englischer Quelle stammendem Telegramm aus Pretoria geschildert: Der Plan der Buren war sehr gut vorbereitet und beruhte offenbar auf genauen Informationen über Kitcheners Bewegungen. Eine Anzahl wohlbespannter leichter Wagen war in der Nähe von Donga versteckt, um Kitchener nach seiner Gefangennahme schnell in das Hauptlager der Buren zu bringen. Kitchener war von seiner Leibgarde und von einer Kompagnie des Leicester-Regiments eskortirt. Seinem Salonzuge fuhr eine einzelne Maschine voraus, -auf welche zunächst ein anderer Zug mit Kitcheners Bagage und den Lebensmitteln folgte. Dieses Arrangement war erst im letzten Augenblick kurz vor der Abreise aus De Aar getroffen, und nur hierdurch wurde der Plan der Buren vereitelt, welche nur mit der vorauffahrenden Lokomotive gerechnet haben. Am Montag früh guckte Kitcheners Bursche zufällig aus einem Fenster des Bagagezuges heraus, als er eine Abtheilung von Buren in der Nähe der Eisenbahnlinie erblickte. Er gab sofort das Alarmsignal, worauf die Buren das Feuer eröffneten. Zugleich erfolgte eine Dynamitexplosion, welche die Linie zerstörte und den Güterzug zum Entgleisen brachte. Die Lokomotive wurde gänzlich zertrümmert und der Lokomotivführer zu Tode verbrüht. Die vorauffahrende Lokomotive machte nun Halt und gab Kitcheners Zug Warnungssignale, welcher gleichfalls sofort anhielt. Zufällig kam in diesem Augenblick ein Panzerzug auf dem Schauplatz an und beschoß die Buren, welche sich zurückzogen. Die Buren erbeuteten einen Theil von Kitcheners Bagage.
London, 22. Februar. Das Kriegsamt veröffentlicht folgendes Telegramm des Generals Kitcheners, datirt aus Klerksdorp, 21. Februar 2 Uhrnachm.: Die Truppen Methuens sind hier eingetroffen, nachdem sie die ganze Umgegend von Wolmaransstadt gesäubert haben. Methuen hatte in dèr Nähe von Hartboestfontein ein Gefecht mit.-1400 Buren unter dem Befehl de Villers und Lindenberg. Die Buren leisteten heftigen Widerstand in einer stark befestigten Stellung, die sie jedoch nach heftigem Kampf, in dem sich die 10. Compagnie der Jeomanry und die Waldläufer von Victoria besonders ausgezeichnet haben, aufgeben mußten. Unsere Verluste betrugen: ein Offizier todt und 5 verwundet, 13 Mann todt und 20 verwundet. Die Buren verloren 18 Mann. — Wolff's Bureau meldet über das gleiche Gefecht:
London,21.Februar. Kitchener meldet aus Klerksdorp: Methuens Abtheilung ist hier einmarschirt, nachdem das Land über Wolmaranstadt hinaus aufgeklärt worden ist. Bei Hartboestfontein stieß sie auf 1400 Buren unter den Generalen Davillers und Liebenberg. Die Buren leisteten ^meiner starken Stellung hartnäckigen Widerstand,
wurden aber nach heftigem Kampfe aus ihrer Stellung g e- worfen. Die britschen Verluste betragen 3 Offiziere und 13 Mann todt, 5 Offiziere und 29 Mann verwundet. Die Buren hatten schwere Verluste und ließen 18 Todte zurück.
London, 22. Februar. „Daily Mail" meldet aus Kapstadt: General Knox hat die Arrière-Garde Dewets 40 Meilen westlich von Hopetown angegriffen. Seit seinem Aufenthalt in der Kolonie hat Dewet 30 Todte und 50 Gefangene verloren, außerdem eine große Anzahl von Pferden und Wagen sowie eine bedeutende Menge Munition eingebüßt. Man glaubt, daß Dewet zwischen Oranje- und Vaaifluß umzingelt werden wird.
London, 22. Februar. Wie mehrere Zeitungs-Telegramme über die Lage Dewets berichten, befindet sich derselbe augenblicklich bei Brackpan, einige Meilen von Reidsdrift, wo der Oranjefluß mit dem Vaalfluß zusammenfließt.
London, 22. Februar. „Daily Telegraph" meldet aus Kapstadt, eine große Anzahl Buren sind in der Kolonie von Deutsch-Südwest-Afrika eingetroffen.
London, 22. Februar. Aus Kapstadt wird gemeldet: Hier wird amtlich in Abrede gestellt, daß Soldaten an der Pest erkrankt sind. Zwei neue Pestfälle sind in dem stark bevölkerten Armenviertel festgestellt worden. Die mit den Kranken in Berührung gekommenen Personen wurden unter Quarantäne gestellt.
Standerton, 22. Februar. (Reuter-Meldung). Ein Deserteur von Botha's Armee erklärte, Botha habe seinen Leuten gesagt, sie dürfen sich nie ergeben. Auf die Entgegnung der Burghers, daß sie nicht länger kämpfen konnten, da die Engländer das Vieh wegnehmen und die Muniton fast erschöpft sei, habe Botha erwidert, Gott werde sie mit Kampfmitteln versehen.
Johannesburg, 22. Februar. (Reuter-Meldung.) Nachts zerstörten die Buren den Bahndurchlaß bei Klipriver, erbeuteten eine Zuglad u.n g mit Lebensmitteln, verbrannten ungestört den geleerten Zug und zogen alsdann ab.
Kapstadt, 21. Februar. (Reuter-Meldung.) Nachdem Dewet die Eisenbahn im Norden von De Aar gekreuzt, wandte er sich nach W e st e n. Plumer zwang ihn jedoch, seinen Weg nach Norden in der Richtung auf S t r y d e n - bürg zu nehmen. — Am 19. d. Mls. war Dewet wieder in der Nähe des Oranje-Flusses. Seine Streitmacht marschirt in verschiedenen Kolonnen und beabsichtigt offenbar, in Griqualand-West einzurücken. Plumer marschirt dicht dahinter. Hertzog mit der im Westen in der Kapkolonie eingedrungenen Abtheilung zieht sich in derselben Richtung zurück.
* * *
Aus China.
Bertin, 22. Februar. Wie dem „Berliner Tageblatt" aus Kiel telegraphirt wird, kehrt die China Division im Frühjahr nach Deutschland zurück. In den Kommandostellen treten dann verschiedene Aenderungen ein.
Washington, 22. Februar. Der Vorschlag der Vereinigten Staaten, nach welchem die verschiedenen Mächte sich gegenseitig verpflichten sollen, keine neuen Konzessionen seilens Chinas zu verlangen, ist im Prinzip angenommen worden.
* *
*
Homburg, 22. Februar. 12 Uhr 45 Min. (Privat- telegramm.) ~ Der Kaiser unternahm heute Morgen den gewohnten Spaziergang und erledigte hierauf Regierungsangelegenheiten. Die Abreise von hier ist auf kommenden Dienstag festgesetzt.
Cronberg, 22. Februar, 12 Uhr 45 Min. (Privattelegramm.) Das Befinden der Kaiserin Friedrich ist heute Vormittag zufriedenstellend.
Berlin, 22. Februar. Die Ankunft König Eduards im Schloß zu Friedrichshof wird nun endgiltig am Montag Vormittag erfolgen. Zu seinem Empfange werden jetzt, wie dem „Lokal-Anzeiger" aus Homburg gemeldet wird, dort und int Schlosse Friedrichshof Vorbereitungen getroffen. Das Hauspersonal in den beiden Schlössern ist erheblich verstärkt worden. Vom Berliner Hofdepot werden eine Anzahl Schlitten für den Tagesdienst sowie für Gala-Ausfahrten beordert. — Der Aufenthalt des Kaisers in Homburg wird sich bis zum 27. erstrecken und die Rückkehr nach Berlin voraussichtlich am 28. vormittags erfolgen.
Berlin, 22. Februar. Nach einem Telegramm der „Vosstschen Ztg." aus Madrid versichert man, General-Kapitän Weyler trete für eine Lösung der Ministerkrise im Sinne der liberalen Partei ein. General Lopez Dominguez erklärt, für den Regierungsantritt König Alfons XIII. müßten neue Parteien gebildet werden. Mit den alten Methoden, die so fatale Ergebnisse gehabt haben, müsse gründlich aufgeräumt werden. Die Liberalen seien ohne Programm und trügen die Schuld an dem Verluste der Kolonien. Die Konservativen seien unfähig, das Land zu verwalten und die Klerikalen hätten abge- wirthschaftet. Vorläufig sei ein nationales Ministerium zu bilden, das die religiöse Frage zu lösen und die Umgestaltung des Heeres und der Marine, des Wahlsystems und der öffentlichen Verwaltung anzubahnen hätte. Es wäre bedenklich, den jungen unerfahrenen König den alten abgenutzten Politikern zu überlassen.
Berlin, 22. Februar. Nach einer Depesche aus Rom verlieh König Victor Emanuel dem deutschen Militär-Attache, Major und Flügeladjutant v. Chelius das Kommandeur-Kreuz der italienischen Krone.
Berlin. 22. Februar. Der „Lok. Anz." meldet: Der Abgeordnete Singer ist an nicht unerheblicher Magen- und Darmentzündung erkrankt.
London, 22. Februar. Die erste Hinrichtung durch den Strang seit der Thronbesteigung des neuen Königs faiib vorgestern in New Gate statt. Der Verurtheille war der Mörder seiner Kousine. Man hoffte allgemein, König Eouard
werde seinen Regierungsantritt mit einem Begnadigungsatte beginnen.
London, 22. Februar. Den „Times" wird aus Montevideo gemeldet, daß Uruguay für frei von der Rinderst e st erklärt worden ist.
London, 22. Februar. Das Unterhaus setzt die Debatte über den Zusatzantrag John Redmonds fort, der schließlich mit 235 gegen 140 Stimmen verworfen wird.
Paris, 22. Februar. Die erhoffte Verständigung zwischen den ausständigen Schneidern und Schneiderinnen ist an der Haltung der Meister gescheitert. Die Letzteren wollen auf keine von den Arbeiterinnen verlangten Forderungen eingehen.
Toronto, 22. Februar. (Reutermeldung.) Die Regierung hat der gesetzgebenden Versammlung einen Gesetzentwurf unterbreitet, wonach für den in der Provinz Outaria produzirten Rübenzucker eine Prämie von + Cent pro Pfund im ersten Jahre, V* Cent in den zwei folgenden Jahren gewährt werden soll.
Sofia, 22. Februar. Die Zeitungen veröffentlichen einen von 2200 Mitgliedern des Sofiater Schützenvereins unterzeichneten Protest gegen die Auflösung des Vereins, die wie verlaute, nur unter dem Drucke gewisser diplomatischen Vertreter erfolgt sei. In dem Protest wird das Volk zum Kampfe für die gefährdeten Staatsinteressen aufgerufen.
New-Pork, 21. Februvr. „Mail and Expreß" zufolge verlautet aus bester Quelle, daß es Morgan gelungen ist, alle bei der geplanten Verschmelzung der Stahlwerksgesellschaften beiheiligten großen Interessengruppen zufriedenzustellen. Die Regelung der geringeren Einzelheiten erfolgt nächste Woche.
Washington, 22. Februar. Der amerikanische Gesandte in London telegraphirte an den Staatssekretär Hay, die englische Regierung habe den Vertrag Hay Pauuceforte mit den Abänderungen des Senats angenommen.
Buenos-Ayres, 22. Februar. Ein argentinisches Geschwader geht am 25. Februar nach dem Feuerland zur Abhaltung von großen Manövern ab.
Kapstadt, 22. Fruar. Reuter-Meldung. Zwei neue Pestfälle sind unter den Weißen fistgestellt worden.
■irim»ii««iiiiinii !■
handel, Gewerbe und Verkehr
Telegraphischer Kursbericht.
Frankfurt, 22. Februar, 12+ Uhr.
Credit 211.90.
Staatsbahn 143.40. Lombarden 25.30. Disconto-Comm. 185.10. Deutsche Bank 206.50.
Handelsg. —.— Dresdner 149.60. Italiener 96.30. 3 °/o Mexicaner 25.60. 3°/o Portugiesen 25,40.
Montanwerthe fest.
4°/o Spanier 72.—.
Gotthard 168.30.
Schweiz. Nordost 113.70.
„ Central 162.40.
„ Union 100.30.
Jura 100.70.
Harpener 169.25.
Gelsenkirchener 174.—.
Laurahütte 201.—.
Bochumer 181.80.
Schweizer Bahnen etwas besser.
Frankfurt a. M., 21. Februar. fAb endbörse.) Creditaktiea 211.80b. Diskonto-Commandit 185—185.20 b. Deutsche Bank 206.10 —206 60 b. Diesdner 194 30 b Staatsbahn 143.40 b. Lombarde« 25.30 b. Northern 87 b. Anatolische 83.40 b. Gotthard 169 b. Nordost 114.50—20 b. Jura-Simplon 101.50b. Bochumer 180.70 b. Hibernia 180 40 b. Saura 250.50 b. Concordia 2d5 b. Eschweiler 204.80 b. Caro-Hegenscheidt 109.50 b. Helios 78 b. Westeregeln 211.90 b. Mexikaner 41.40 b. do. bproz. 25.65b. 4V«proj. Portn- gusen 38.20 b. Griechen 44.90 b. do. 38.60 b.
Umsätze von 6V«—6V2 Uhr. Dresdener 149.40b. Mexiko nrr 41.50 b.
Im Abendverkehr waren durchweg die Umsätze gering, Banken und Montan ruhig, Northern auf New-Nock höher, Schweizer Nordost auf die Erklärung des Professor Salis schwächer.
Berlin, 21. Februar. Produktenmarkt. Weizen per Mai 161.50, per Juli 163.25, per September —.—,
Roggen per Mai 143.50, per Juli 143.—, per September —.—, H afer per Mai 138.50, per Juli 137.25.
Mais amerik. Mixed loco, per Mai 108.50, per Juli 107.75. Rüböl per Mai 54.80, per Oktober 49.30.
Spiritus, 70er loco 44.20, 50er —.—.
Hamburg, 21. Februar. Kaffee good average SantoS. Schluß- Kurse per Mai 321/« Pf., per September 33V« Pf.
Standesamt.
Verzeichnis
der in der Zeit vom 14. Febr. bis 21. Febr. vorgekommenen
Aufgebote.
Am 15. Febr. Florentius Fäth, Güterbodenarbeiter dahier, Wittwer, mit Barbara Cäcilie Jörg dahier. 15. Johann Hyronimus Fr 0 sch a u e r, Diamantschleifer, mit Maria Schafer, beide dahier. 15. Karl Heinrich Trucken- b r 0 d t, Bäcker dahier, mit Anna Barbara B e i l st e i n von Nürnberg. 16. Georg Erb, Holzbildhauer in Soden, mit Anna Barbara Zarth dahier. 16. Peter Stick e lm e y er, Rangirer, mit Katharina Schneider, beide dahier. 18. Joseph Alfred Runkel, Dr. med., prakt. Arzt dahier, mit Auguste Wittling er in Büdingen. 18. Heinrich Philipp Goll, Schneidermeister in Bad Nauheim, mit Anna Maria Rieß dahier. 19. August Jakob Heinrich Brachmann,
Monats - Abonnements
auf den
„Hanauer Anzeiger" nehmen alle Postanstalten, die Expedition (Hammerstr. 9), sowie unsere Agenturen in den Orten des Landkreises zum Preise von 60 Pfg. entgegen.
pg~ Inserate "Mg
finden in Anbetracht seiner hohen von Monat zu Monat steigenden Auflage im „Hanauer Anzeiger", wie bekannt, die denkbar wirksamste Verbreitung.