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SiTTrTd) brachten humoristische Nummern zum Vortrage, dem Tanze wurde fleißig gehuldigt^ und so endete die wohl- aelunaene Veranstaltung erst in früher yXorgenstunbe.
* Liederabend Z»es Gesangvereins „Ton- blttt-he." Obwohl die Saison zur Neige geht, haben es sich verschiedene unserer Gesangvereine angelegen sein lassen, noch einmal mit beachtenswerthen Veranstaltungen an die Oeffent- lichkeit zu treten, sodaß den kunstliebenden Kreisen unserer Stadt anregende und genußreiche Abende noch in guter Zahl vorbereitet worden sind. Am Samstag Abend war es zunächst der Gesangverein „Tonblüthe", der im Saalbau zum deutschen Hause mit einem „Liederabend" für Herren hervortrat. Die Veranstaltungen dieses Gesangvereins, der stets bestrebt gewesen ist, den Forderungen, wie sie die Gegenwart an die besten unserer Mannergesangvereine stellt, gerecht zu werden, haben ja von jeher Interesse in weiteren Kreisen erweckt, sodaß es nicht ausbleiben konnte, daß dieser seit Jahren befestigte gute Ruf auch an diesem Abende bedeutende Anziehungskraft auszuüben vermochte. Der Genugthuung, diese erfreuliche Thatsache, nämlich einen vollbesetzten Saal, registriren zu können, gab der Vereinsvorsitzende Herr Chr. W e i ß b r o d in seinen Begrüßungsworten auch beredten Ausdruck. Das Programm der gesanglichen Darbietungen unter Leitung des neuen Dirigenten Herrn H. Appunn war eigentlich in zwei Abtheilungen gegliedert. Der erste Theil umfaßte einige schwierigere Kompositionen; als Eingangschor wurde „Die Nacht" von F. Schubert geboten, dann folgten „Wanderlied" von O. Neubner und „Herbstnacht" von M. v. Weinzierl. Vorzügliche Ausarbeitung ließen sämmtliche Chöre erkennen, sodaß auch die schwierigeren und sozusagen undankbaren Kompositionen in Intonation, Einsatz und Erfassen der oft wechselnden Tempos eine abgerundete, fast vollendete Aufführung in sich schlossen. Der zweite Theil war dem Volksgesang bezw. volks- thümlichen Gesänge gewidmet. Gute und gut bearbeitete Volkslieder sind stets dankbare Gesänge, auch für die allerbesten Vereine, und der Gesangverein Tonblüthe hat in dieser Hinsicht vorbildlich seine Pflichten gegen das lange Zeit vernachlässigte Volkslied stets voll und ganz erfüllt. Daß der neue Dirigent Herr Appunn auf den gleichen Bahnen wandelt, erfüllt uns mit besonderer Genugthuung. Dynamisch hübsch schattirt, verständlich in der Textaussprache und schwungvoll im Bortrage, mit Poesie und Temperament kamen die volkstümlichen Gesänge zum Vortrage, von denen wir „Spinn, Spinn!" von H. Jüngst, „Frühling" von Carl Fr. Appel-Hanau, „Das stille Thal" von F. M. Böhme, „Altniederländisches Lied" von E. Kremser rc. nennen wollen. Der herzliche Ton derselben mit seiner unmittelbaren Wirkung auf das Gemüth erbrachte allen Chören langanhaltenden Beifall, ein Beweis, wie dankbar derartige Kompositionen aufgenommen werden. Ein eigenartiger Zauber ist es aber auch, der uns aus dem Volksliede entgegenweht. Unter einem bescheidenen Gewände verbergen sich hier reiche Schätze eines edlen Gemüchslebens und als eine Pflicht unserer Männergesangvereine kann cs betrachtet werden, diese Schätze zu heben. Alles in Allem zeigten die Darbietungen des Abends wiederum, daß der Verein allen Aufgaben gewachsen ist und in seiner nummerischen Stärke der Aktivität, in seinem guten Material an Stimmen, in seiner unverkennbar guten Schulung und in seinem begabten Dirigenten einen sehr hoch zu schätzenden Garantiefond für das Gelingen seiner Unternehmungen besitzt. Einen Hauptverdienst an der weiteren Ausgestaltung des Abends erwarben Herr Jean Bock als Rezitator und die Kapelle des Ulanen-Regi- ments (Leitung: Kgl. Musikdirigent Herr Urbach). Ersterer rezitirte „Das erste Bild" von Seid'l und „Der Schauspieler und sein Kind" von Epersberger und brachte dadurch eine recht angenehme Abwechslung in das Programm. Wir können ihm auch das Zeugniß nicht vorenthalten, in jeder Weise mit seinen Darbietungen sich als ein begabter Rezitator erwiesen zu haben. Die Ulanenkapelle stand ebenfalls auf der Höhe der Situation. Ihre Vorträge, z. B. die Ouvertüre z. Op. „Oberon", zeigten, welch tüchtige Kraft den Dirigentenstab führt, die Sätze für Streichinstrumente entfesselten wahre Beifallsstürme. So freuen wir uns, am Schluffe unserer Besprechung kon- statiren zu können, daß der Abend den schönsten Verlauf nahm und alle an ihn gestellten Erwartungen vollauf erfüllte. Dem Dirigenten Herrn H. Appunn gebührt für die sichere und von hübscher Auffassung zeugende Leitung des Liederabends die un- getheilteste Auerkennung. Möge es ihm vergönnt sein, mit seinem Gesangverein noch recht viele ähnliche Erfolge zu erringen, ihm und dem Verein zur Ehre, dem gesanglichen Leben in Hanau zum Nutzen und den vielen Freunden des guten Männergesanges zur Freude.
* Monatsoper „Hanau". In der Zeit vom 7. April bis 30. April inkl. werden unter der Direktion des Herrn Otto Reimann (zugl. Dir. des kgl. Theaters Bad Kissingen) im hiesigen Stadttheater eine Anzahl Opern- und Operettenaufführungen stattfinden. Zur Aufführung gelangen die Opern: Wagner: „Lohengrin", „Fliegende Holländer", Verdi: „Rigoletto" (Gedächtnißfeier an Verdi), Leoncavallo: „Bajazzo", Mascagni: „Cavalleria rusticana", Gounod: „Faust", Bizet: „Carmen", Halgvy: „Jüdin", Meyerbeer: „Hugenotten", Nicolai: „Lustigen Weiber", Lortzing: „Zar und Zimmermann", „Undine" (Lortzingfeier mit Prolog). Neßler: „Trompeter von Säckingen". Die Operetten „Die Geisha", neueste Operetten-Novitât von Sidny Jones. „Die Puppe", neueste französische Operette von Audran. „Der Bettelstudent", von Millöcker. Es finden im Ganzen 16 Vorstellungen start und zwar 12 im Abonnement, 4 außer Abonnement, das Abonnement umfaßt 12 Vorstellungen (6 gerade 6 ungerade. Die Preise des Abonnements sind wie in den Vorjahren 1. Rang und Fremdenloge M. 30, Parterreloge M. 18, Parquet M. 24, Sperrsitz M. 21,60, und liegt bereits Ende März die Liste zur Zeichnung an der Kasse des Stadttheaters auf. Kassenpreise sind gleich den jetzigen erhöhten Preisen und werden in Bezug auf Abonnement, Kassastunden rc. dieselben Gebräuche beibehalten wie bei Direktion Jaritz & Oppmar. Eröffnungs-Vorstellung am 7. April: „Trompeter von Säckingen". 2. Vorstellung am 8. April: Premiere von Audran's „Puppe".
* Rudersport. Die „Hassia" hat vergangene Woche die Rudersaison eröffnet. Namentlich gestern Vormittag wurde
Hanauer Anzeiger
bei herrlichstem Frühlingswetter mit einigen Booten fleißig gerudert. In den nächsten Tagen wird mit der Zusammenstellung von Nennmannsch asten begonnen, worübrr wir später Bericht erstatten werden.
O Der Kttnftsalon Hermes in Frankfurt a. M. wird seine neuen Geschäftsräume Ende März mit einer großen Ausstellung eröffnen, in der die ersten Namen unserer Künstler mit neuen bedeutenden Werken vertreten sein werden. Sonder- Ausstellungen veranstalten Rudolf Gudden, Frankfurt und Paul Mathien, Brüssel. Als besonderes Ereigniß wird zu betrachten sein die Ausstellung eines drei Meter hohen Original-Gemäldes von Arnold Böcklin, das bisher überhaupt nirgends öffentlich zu besichtigen war und zuerst in Frankfurt ausgestellt wird.
* Verunglückt. Am Staatsbahnhofe Langenselbold ereignete sich heute Morgen bei dem 5 Uhr 7 Min. dort abgehenden Zuge ein gräßliches Unglück. Der 19jährige Maurer Horn aus Somborn beabsichtigte noch im letzten Augenblick in ein Koupee zu springen, glitt vom Trittbrett ab und gerieth unter die Räder des bereits sich in Bewegung befindlichen Zuges, die ihm beide Beine abquetschten. Er wurde nach Anlegung eines Nothverbandes in einen Tragkorb gebettet und mit dem nächsten Zuge nach Hanau verbracht, um hier im St. Vinzenz-Krankenhause Aufnahme zu finden. Bereits um 8 Uhr morgens starb er jeooch während der nothwendigen operativen Eingriffe.
* Verhaftet wurde gestern der bei dem Landwirth Seitz in der Wolfsqasse bedienstete 40jährige Knecht Adam Simon, der sich im Pfe:destalle eines scheußlichen Vergehens im Sinne des § 175 R.-Str.-G.-B. schuldig gemacht hatte und auf frischer That betroffen worden war.
* Ein Kampf zwischen Militär und Civil, bei dem Messer und öäbel scheinbar eine gewaltige Rolle gespielt haben, tobte in verflossener Nacht gegen 12 Uhr in der Lambsystraße. Ein Ulan wurde um diese Zeit, durch Messerstiche von Civilisten schwer verletzt, in der Lamboystraße besinnungslos liegend vorgefunden. Alsbald wurde die Kasernenwache der Ulanen alarmirt und der dienstthuende Offizier ließ sechs beim Bauunternehmer Keunecke beschäftigte Weißbinder (Bayern), die verdächtig waren, an dem gegenseitigen Kampfe theilgenommen zu haben, zur Polizeiwache bringen. Drei der Weißbinder scheinen Hauptbetheitigle gewesen zu sein. Aber auch diese zeigten Spuren eines erbitterten Kampfes, denn zwei derselben, die Weißbinder Scheder und Spiegel, waren durch Säbelhiebe im Gesicht bedenklich zugerichtet, sodaß ihre Aufnahme ins Landkrankenhaus sich als erforderlich herausstellte. Der dritte Weißbinder, der als hauptbetheiligt verdächtig erschien, wurde ins Polizeigefängniß gebracht, der schwerverletzte Ulan liegt im Lazareth.
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[] KefselftadL, 18. März. Von Kesselstädter Bürgern erhalten wir folgende Zuschrift: „Wie wir erfahren, schweben augenblicklich zwischen den beiden Verwaltungen Verhandlungen wegen d em Anschluß Kessel stadt's an Hanau, wir hoffen, daß man eine Vereinbarung finden wird, um die Angelegenheit endlich zu einem Abschlusse zu bringen. Bei dieser Gelegenheit erlauben wir uns den Wunsch zu äußern, daß bei wichtigen Gemeindeangelegenheiten die Tagesordnung für die Ortsvorstandsfitzungen dem interessirten Publikum vorher bekannt gegeben werden möge, um dadurch das An- wohnen an den Verhandlungen zu ermöglichen".
G Fechenheim, 17. März. Auf Anregung mehrerer Damen haben hiesige Frauen und Jungfrauen nach eingehender Berathung hierüber beschlossen, unter den hiesigen Einwohnern eine Sammlung non Geldbeträgen zu veranstalten, welche zu Gunsten vier Angehöriger unserer Gemeinde verwandt werden sollen, die einst dem Rufe unseres Kaisers folgend als Freiwillige mit nach China gezogen sind. Es soll ihnen damit in der Ferne eine freudige Ueberraschung bereitet und zugleich ein Zeichen dankbaren Gedenkens aus der Heimath gegeben werden. Der größere Theil des Betrages soll ihnen, soweit wenigstens hierzu Bedürfniß vorhanden ist, nach ihrer Rückkehr überreicht werden, die ja nun, nachdem sie sämmtlich alle bisherigen Kämpfe glücklich überstanden haben und auch bis dahin vor Krankheit bewahrt geblieben sind, bei den günstigen Friedensaussichten bald und sicher zu erwarten ist. — Vor einigen Tagen mietheten zwei Schlosser mit der Angabe, in der hiesigen chemischen Fabrik Beschäftigung gefunden zu haben, je eine Schlafstelle und ließen sich's mehrere Tage darin wohl sein. Schließlich jedoch verdufteten sie, ohne auch nur nach der Schuldigkeit zu fragen. Angestellte Erkundigungen ergaben, daß sie überhaupt hier nicht in Arbeit waren. Anzeige ist erstattet.
(:) Bruchköbel, 18. März. Samstag den 16. ds. Mts. fand hierselbst die Bürgermeisterwahl statt. Dieselbe nahm insofern einen glänzenden Verlanf, als unser bisheriger Bürgermeister, Herr Baumann, einstimmig auf weitere 8 Jahre wieder gewählt wurde, ein Beweis, daß er allgemein beliebt ist und sein Amt zur größten Zufriedenheit Aller verwaltete. Als Mitglied des hiesigen Gesangvereins brachte ihm dieser an demselben Abend, als Zeichen der Verehrung, ein Ständchen. Der Freude über die so gut verlaufene Wahl wurde Ausdruck gegeben durch den Vortrag der beiden Chöre: „Das ist der Tag des Herrn" und „Brüder reicht die Hand zum Bunde." Nachdem Herr Bürgermeister Baumann seinen innigen Dank für die Aufmerksamkeit ausgesprochen, lud er den Gesangverein, sowie die Herren Gemeinderäthe, die ihm die frohe Botschaft und die damit verbundene Gratulation entgegenbrachten, zu einem gemüthlichen Beisammensein ein. — Mit dem 1. April ds. Js. tritt Herr Lehrer H e m p f i n g in einem Alter von 65 Jahren in den Ruhestand. Für seinen späteren Aufenthalt wählte er sich die Residenz Cassel. Herr Lehrer Schumann ist zum ersten Lehrer ernannt und an seine Stelle tritt Herr Lehrer Brodt aus Ostheim.
0 Niederissigheim, 16. März. Bei der gestrigen Bürgermeisterwahl wurde Herr Hch. Gg. Kümmel mit 7 gegen 4 Stimmen gewählt.
(?) Windecken, 16. März. Der 83jährige Auszügler Johann Peter Reul von Windecken, welcher in letzter Zeit nach Aussage seiner Angehörigen wiederholt den Versuch machte, seinem Leben durch Selbstmord aus Lebensüberdruß ein Ende
18 März
zu machen, hat sich heute Nacht heimlich aus seiner Wohnung entfernt und ist bis heute Abend noch nicht zurückgekehrt. Da heute Morgen der Schwiegersohn des Verschwundenen, Landwirth Ph. Wagner, auf der Niddcr-Bleichbrücke hierselbst den Rock und Stock des genannten Reul aufgefunden hat, so hat er sich m wahrscheinlich in der Nidder ertränkt.
-y. Langendiebach, 16. März. Der mehrfach preisgekrönte Gesangverein'„Sängerlust" wird sich zu Pfingsten an dem in Oberrad bei Frankfurt a. M. stattsindenden nationalen Gesangswettstreit betheiligen. Ebenso wird sich der gleichfalls preisgekrönte Gesangverein „Liederkranz" an dem 8 Tage nach Pfingsten statt-' findenden nationalen Gesangswettstreit in Bad Langenschwalbach betheiligen. Wir wünschen beiden Vereinen, welche stets bestrebt sind, ' die edle Sangeskunst zu pflegen, zu ihrem Vorhaben recht viel Glück. Ferner wird der hiesige „Kriegerverein" am zweiten Osterfeiertag eine Abendimterhaltung veranstalten. Der Reingewinn soll zur Tilgung der Restschuld für das Kriegerdenkmal verwendet werden.
V. Großauheim, 15. März. (Einges.) In der gestrigen Nummer war der gute Verlauf der am vorigen Dienstag stattgehabten Generalversammlung des hiesigen Kriegervereins geschildert, unter anderem auch erwähnt, daß die Verlegung des Vereinslokals mit 30 gegen 9 Stimmen genehmigt worden sei. Wenn auch den anwesenden Mitgliedern die Gründe zur Verlegung bekannt sein dürften, so wäre es im Interesse der öffentlichen Meinung jedenfalls von Wichtigkeit, auch die Gründe etwas mehr in die Ocfsentlichkeit zu bringen, es könnte sonst allzuleicht der gehegte Verdacht laut werden, ganz persönliche Angelegenheiten, welche auf den Kriegerverein auch nicht den geringsten Bezug haben, seien der Grund des Auszuges aus einer in gutem Rufe stehenden Gastwirthschaft, die da das Schild: „Zum deutschen Kaiser" trägt. Daß der Inhaber der Wirthschaft, Herr Reuter, der an ihn im Herbste vorigen Jahres seitens des Kriegervereins gestellten Anforderung, die um diese Zeit verbreitete Zeitung „Die Feldpost'' in seiner Wirthschaft auf seine Kosten auszulegen, aus triftigen Gründen nicht nachkam, kann doch jetzt nicht mehr als Grund Geltung finden, vielmehr hätte der Kriegerverein im Interesse seiner Mitglieder auf Vereinskosten diese so billige, echt patriotische Zeitung in seinem Vereinslokale auflegen sollen, wie dieses in früheren Jahren auch mit der „Parole" geschehen ist, zumal der Kriegerverein doch nur alle 4 Wochen eine Versammlung abhält und somit auf ein gutes Ver- f dienst für den Wirth nicht zu rechnen ist, der gewiß als treuer Unterthan gerne einem Kriegervereine seine Lokale auch bei anderen Gelegenheiten als nur bei monatlichen Versammlungen zur Verfügung stellt, wenn dieses rechtzeitig und in richtiger Weise verlangt wird. Wenn diese Zeilen auch eine Rückgängigmachung des Geschehenen nicht zur Folge haben, so nrögen sie doch dazu beitragen, den guten Ruf der Wirthschaft zu fördern und zu wahren.
IereLnsuuchrLchLert für Montag den 19. März.
Kunstverein Zn der Aula der Königl. Akademie: Ausstellung dorr Gemälden rc
Kirchenchor der Johanniskirche: Abends präcis 8 Uhr: Probe im Uebungssälchen der Kirche.
Evang. Männer- und Jünglingsverein: Gesang (Ev. VereinstzauS.) Radfayrerverem .Urion" -' Vereinsaoeud im Schützenhof"«
Turn- u. Fechlklub: Turnen der Damenabtheilung.
Deutschnationaler Handtungsgehütsen-Verdand - Vereinsadend in der „Schwedischen Krone".
Stenographen-Verein Stolze-Schrey: Vereinsabend in der „Sonne"
Klub „Amicitia": Vereinsadend im „Deutschen Haus".
Verein „Hessischer Bund" : Versammlung im Bereinslokül „zum Hessischen Hof".
Verein der Briefmarkensammler: Zusammenkunft im Vereinslokale „Restaurant Mohr .
Freiwillige Feuerwehr: 4. Komp. Zusammenkunft im „Schützenhof";
5. Komp. Zusammenkunft in der „Allemanta".
KKNMKKLAUgs- dr^ Kalender
für Dienstag den 19. März.
Holzversteigcrung im Gemen dewald Hüttengesäß ; Zusammenkunft vormittags 10 U^r am Einaang des Waldes auf dem Weg nach Marköbel (f. Nr. 61 „Han. Az.").
Nachmittags 3 Uhr wird im hiesigen Li-ndrankenhause eine Parthie getragener Kleidungsstücke meifibietenb gegen gleich baare Zahlung versteigert; gleichzeitig wird das alte Leinen, alte Lumpen, altes Blei, Eisen Knochen rc. für das J,hr 1901—1902 meistbietend vergeben.
Drabtbericbte des „Dan. Hnz.“
Stellungnahme Rußlands m den deutschen
HanÄrisvertragen.
Petersburg, 17. März. (Telegramm der russischen Telegraphenagentur.) Die Gerüchte und unrichtigen Vermuthungen, welche in der deutschen Presse anläßlich des Artikels „Rußland über die Handelsverträge" aufgetaucht sind, und der Umstand, daß im Anschluß an die wirthschaft- lichen Gesichtspunkte diesem Artikel der Charakter einer politischen Kundgebung beigelegt wurde, habeu in der heutigen „Westnik Finanssow" und in der „Hândels- und Industrie- zeitung" einen neuen Artikel veranlaßt. Die offiziösen Organe des Finanzministeriums behandeln zuerst den Anlaß zum Erscheinen jenes Artikels, welcher die deutsche Presse so lebhaft beschäftigte. Der Aulaß für das Erscheinen desselben wäre die systematische Verbreitung von Gerüchten durch die deutsche Presse gewesen darüber, daß in der Frage der Erhöhung der Getreidezölle schon ein Einvernehmen mit Rußland erreicht wäre. Da diese Gerüchte in Deutschland von keiner Seite dementirt wurden, wäre es Pflicht der gut unterrichteten russischen wirthschaftlichen Organe gewesen, dies zu thun. In Bezug auf die nicht weniger lebhaft in der deutschen Presse erörterte Frage, ob und in welchem Maße der Artikel, welcher die Presse und die öffentliche Meinung in Deutschland aufgeregt hätte, den Charakter der Regierungskundgcbung besitze. Es wird darauf hingewiesen, daß die „Handelsund Jndustriezeitung" und der „Westnik Finanssow" als wirthschaftliche Organe in allen Rußland interesstrenden Fragen, als eine auch hochwichtige Frage, die Handelsbeziehungen zwischen zwei Nachbarstaalen anzusehen, dieselben unabhängig von allen politischen Stimmungen frei und ungezwungen zu behandeln, indem sie die Erscheinungen kritisiren ohne Rücksicht darauf, von wo und von wem sie herrühren. Die Verantwortlichkeit für die Darstellungsweise liege dabei voll und ganz auf den Redaktionen, nicht aber auf dem einen oder andern Regierungsbeamten. Als offiziöse Organe des Finanzministeriums richteten sich die Organe aber in den Grundzügen nach den Ansichten dieses Ressorts. Die ganze Bedeutung dieses Artikels habe auf dem Gedanken an die Folgen beruht, welche die neue Richtung der deutschen Handelspolitik haben müsse, und diese bebauten gehören voll und ganz dem russischen Finanzministeriums an. Zum Schluß des Artikels heißt es, jeder Staat hat das volle und unbestreitbare Recht, in seinen inneren wirthschaftlichen Angelegenheiten zu verfahren, wie er es für nothwendig und nützlich für das Wohl