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General-Anzeiger.
Amtliches Organ sät Stadt- aad Zaadkreis Kanau.
MreiiikttvgSgebâhr r
Für ° Stadt, und öandtrei» Hamm 10 Pfg. die fä* «efPLÜtn« Püitjrile »der deren ^aum, für AuLwärtS 15 Pkt» im Reklamenthei! dl« Zeil« 95 Pfg., Ur ÄnrwLrtS 85 Pfg.
DaifenhaufeS in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertags, mit belletristischer Beilage.
Vevrntrnortl. Aedakteur: G. Schlack«« in Hamm.
Nr. 14.
Donnerstag den 17. Jannar
1901
Amtliches.
Landkreis Danau. ,
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
In Rödelheim, Kreis Frankfurt a. M., ist die Schweineseuche erloschen.
Hanau den 16. Januar 1901.
Der Königliche Landrath.
o. Schenck.
Den Herren Ortsvorständen wird die Einreichung der Zählkarten über die in den Monaten Oktober, November und Dezember 1900 stattgehabten Brände hiermit in Erinnerung gebracht und bis zum 25. Januar cr. bestimmt erwartet. Hanau den 14. Januar 1901.
Der Königliche Landrath.
V v. Schenck.
Kremlhiih-Nttstklßkrnllg.
Donnerstag den 24. Januar 1901, von morgens 10 Uhr ab, im Kais er Hof (Lamboystraße) zu Hanau aus. den Distrikten Scheuer, Lamboywald, G-oße Horst, Seeloch. Eichen: 41 rm Scheit, 10 rm Knüppel, 5 rm Stockholz, 560 Wellen Reis.
Buchen: 5 rm Scheit, 160 Wellen Reis.
Birken: 15 rm Scheit, 1 rm Knüppel, 150 Wellen Neis.
Anderes Laubholz: 90 rm Scheit, 162 rm Knüppel, 7 rm Stockholz, 4030 Wellen Reis.
Kiefern: 193 rm Scheit, 85 rm Knüppel, 38 rm Stöcke, 1960 Wellen Reis.
Fichten: 490 Wellen Neis.
Königliche Oberförsterei Hanau zu Forsthaus Neuhof. 1092
Gcfuiidkne und »ninrcne Gcgcostlinde etc.
Gefunden: 1 Abschnitt (Wochenbeitrag) der Viktoria- Versicherung zu Berlin, Polizei-Nr. 2691656. 13 Griffel und einige Stahlfedern.
Verloren: 1 gelbes Portemonnaie m:t 4 M. Inhalt. 1 T rehorgelgriff.
Vom Wasenmeister am 15. d. Mts. eingefangen: 1 rother Pinscher und 1 schwarzer Pinscher mit röthlichen Abzeichen, beide m. Geschl.
Hanau den 17. Januar 1901.
Feuilleton*
Die zweite Säkularfeier der preussischen Königskrone.
Als vor jetzt zweihundert Jahren „der allerlauchtigste, großmächtigste Fürst und Herr, Friedrich III., Markgraf und Kurfürst zu Brandenburg, die königliche Würde des von ihm gestifteten Königsreichs Preußen angenommen, und sich und seine Gemahlin, die allerdurchlauchtigste Fürstin und Frau, Sophie Charlotte, aus dem Kurhause Braunschweig, durch die Salbung als König und Königin hat einweihen lassen," da erschien das den Zeitgenossen als ein immerhin beachtens- rverthes, Manchen auch wohl als ein unerfreuliches, oder gar als ein bedrohliches Ereigniß; aber es schien doch ganz und gar in dem Charakter der Zeit und der Eigenart ihrer Bestrebungen zu liegen, und Niemand erwartete davon einen großen Umschwung der Wellverhältnisse. Welches unerschöpflich fruchtbare Prinzip damit für die Zukunft gegeben war, das vermochte kein Mensch zu ahnen.
Kurz zuvor hatten Bayern und Hannover die kurfürstliche Würde errungen; dem hannoverschen Kurfürsten hatte sich die Aussicht auf die Königswürde eröffnet, da er auf Grund verwandtschaftlicher Beziehungen demnächst die Erbschaft des eng- I lischen Thrones anzutrelen hoffen durfte. Der Kurfürst von Sachsen aber, das alte Haupt der evangelischen Stände im heiligen, römischen Reiche deutscher Nation, hatte durch den Uebertritt zur römisch-katholischen Konfession zwar die polnische Königskrone erworben, aber damit auch für eine Erhöhung von fraglichem Werthe die altherkömmliche Stellung an der Spitze des evangelischen Deutschlands preisgegeben. Das früher unscheinbare brandenburgische Kurfürstenthum, das durch das Genie und den beweglichen Thatendrang des großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm in die vorderste Linie der politischen
Zum Krönungsjubiläum.
Am 18. Januar 1901 sind zweihundert Jahre verfloffen, seit Friedrich III., Kurfürst von Brandenburg, sich in Königsberg die preußische Königskrone aufs Haupt setzte. Es ist ein inhaltsschwerer Zeitraum, den diese zweihundert Jahre preußischer Geschichte umspannen. Preußen ist aus kleinen Anfängen zu einem mächtigen Staatswesen emporgeblüht; es hat sich immer neue Landestheile und Stämme angegliedert, es hat seine Waffen in zahlreichen geschichtlich nothwendigen Kämpfen mit unverwelklichen Siegeslorbeeren umwunden, und es hat endlich in mühsamer jahrhundertelanger Arbeit die Grundlagen gezimmert, auf denen der machtvolle Bau des deutschen Reiches in verjüngter Kraft und Herrlichkeit Wiedererstehen konnte.
Schier unbegrenzt ist der Arbeitsstoff, den die preußischen Könige im Laufe der Jahrhunderte gemeistert haben, und die rückwärts gewandte Betrachtung vermag gewissermaßen nur die krönenden Gipfel und Spitzen in kurzem Ueberblicke zu erfassen. Da zeigt sich zunächst, daß die Monarchie der Hohen- zollern von jeher eine Trägerin geistigen Fonschritts gewesen ist. Die wissenschaftliche Forschung, deren ernstes Ziel die Wahrheit ist, hat bei unseren Regenten allezeit verständniß- volle Pflege und Förderung erfahren, und Preußen ist unter ihrem Scepter das klassische Land der Schulen geworden.
Und was vom geistigen Fortschritt, das gilt auch vom wirihschaftlichen Fortschritt. Preußens Könige waren stets Volkswirthe von großer Voraussicht. Mit welchem Eifer haben sie sich nickt der inneren Kolonisation gewidmet! Wer die unübertrefflichen Musterbilder kolonisatorischen Wirkens und Schaffens kennen lernen will, der muß sich in die Geschichte des preußischen Königthums verliefen. Die preußischen Könige haben es in der That fertig gebracht, durch Urbarmachung und Besiedlung von Wüsteneien, durch Errichtung von Dämmen und Deichen, durch Bewässerung und Entwässerung nach einem Attsspruche Friedrichs des Großen Provinzen im Frieden zu erobern.
Unaufhaltsam aber schreitet die Zeit fort, und mit ihr ändern sich Aufgaben und Bedürfnisse. Ein neuer Stand, der Stand der gewerblichen Lohnarbeiter, ist emporgewachsen, schwer ringt der selbständige Kleinbetrieb um seine Existenz, und unter dem Drucke der durch die modernen Verkehrsmittel ermöglichten Konkurrenz des Auslandes ächzt und seufzt die heimische Landwirihschaft. Die Hohenzollern aber haben den Pulsschlag ihrer Zeit stets verstanden, und so sind sie auch den Forderungen der Gegenwart gerecht geworden. Mit Hellen Lettern glänzt da vor Allem das von Wilhelm dem Großen begonnene, von dem edlen Friedrich III. und unserm Kaiser fortgeführte glorreiche Werk der Sozialreform, deren Maßnahmen sich in zwei Hauptgruppen gliedern lassen, in die Maßnahmen
Mächte des damaligen Staalen-Systems vorgerückt war, hatte mehrfach wegen dcs mangelnden äußern Titels eine Behandlung erfahren, die seiner wirklichen Machtstellung nicht entsprach. Kein Wunder, daß ein ehrgeiziger und prunkliebender Fürst wie Friedrich III. in einer an der äußerlichen Repräsentation fürstlicher Herrlichkeit haftenden Zeit zu der thatsächlich errungenen königlichen Stellung auch ihren Ausdruck im königlichen Titel begehrte.
In den Zeitumständen gab es neben manchem Hinderlichen und schwer zu Ueberwindenden doch auch mancherlei, was solchem Begehren förderlich . und begünstigend entgegen kam. Der Kurfürst, der mindestens seit 1697 noch mancherlei Zurücksetzungen, die er für sich und seinen Staat schmerzlich empfunden hatte, die Erwerbung der Königskrone mit Ernst ins Auge gefaßt hatte, konnte nicht daran denken, wie manche ihm rielhen, den Königstitel anzunehmen aus selbstherrlichem Willen, ohne sich der Zustimmung der entscheidenden Mächte versichert zu haben. Dann aber kam in erster Linie das Haus Oesterreich in Betracht, an seiner Spitze der römisch-deutsche Kaiser, dessen Lehnstrâger der Kurfürst war. Friedrich III. war von deutschem Patriotismus erfüllt und von Herzen geneigt, an der Seite des Kaisers zu sieben und seine Macht überall einzusetzen, wo es deutsche Interessen galt, den Franzosen gegenüber wie den Türken. Aber das Haus Oesterreich konnte um seiner Herrschaft in Deutschland willen nicht wünschen, daß an den Gestaden der Ostsee ein neues „Reich der Vandalen" entstehe und königliche Ehren für sich in Anspruch nehme.
Inzwischen aber wurde die politische Lage immer gespannter, und ein Herrscher, der eine Armee ins Feld zu stellen vermochte, ein immer dringender umworbener Machtfaktor. Das Erlöschen der habsburgischen Linie in Spanien stand in naher Aussicht; Oesterruch schickte sich an, die Erbschaft des dem Umfang nach größten Reiches der damaligen Welt anzutreten, und mußte voraussehen, daß Frankreich ihm die Herrschaft, auf die das Haus Bourbon selber Anspruch erhob,
des Arbeiterschutzes und in diejenigen der Arbeiter-Versicherung Der bedrängten Landwirihschaft aber dient zu wirkungsvoller Unterstützung eine ganze Reihe von Maßnahmen, während dem gewerblichen Mittelstände durch die sogenannte Mittelstands- Gesetzgebung ergiebiger Beistand geleistet wird.
Der ganze Segen einer kraftvollen Monarchie tritt uns so bei einer Ueberschau der preußischen Königsgeschichte greifbar vor Angen. Für die Hohenzollern ist wirklich der Grundsatz von jeher allein maßgebend gewesen, den Kaiser Wilhelm 11. einst so schön in die Worte gekleidet hat: „Es ist in unserem Hause Tradition, daß wir uns als von Gott eingesetzt betrachten, um die Völker, über die zu herrschen uns beschieden ist, zu deren Wohlfahrt und Förderung ihrer materiellen und geistigen Interessen zu regieren und zu leiten." Tie Pflicht der Treue und Dankbarkeit aber verknüpft deshalb auch jeden Preußen aufs Engste mit seinem Herrscherhause, und dieser Pflicht stets eingedenk zu bleiben, dazu möge uns der 18. Januar 1901 ein Tag ernster, eindringlicher Mahnung sein.
politische Rundschau.
Preußische K ricger-Stiftung Wilhelm 13. Der Kaiser hat am Dienstag eine Abordnung des Vorstandes des Preußischen Landes-Kriegerverbandes behufs Uebernahme einer Stiftung empfangen, die von den Mitgliedern der preußischen Kriegervereine aus Anlaß der Zweihundertjahrfeier des Königreichs Preußen gesammelt worden ist. Die Abordnung bestand aus dem Vorsitzenden General der Infanterie z. D. von Spitz und den beiden stellvertretenden Vorsitzenden Prof. Dr. Westphal und Geh. Kanzleirath Stengel. Nachdem der Kaiser die Abordnung huldvoll begrüßt hatte, hielt der Führer der Abordnung, General von Sitz, eine Ansprache. Hierauf nahm der Kaiser den in einer geschmackooll «usgeführen Ledermappe befindlichen Betrag der Stiftung in Höhe von 120,000 Mark entgegen und richtete hierauf folgende Worte an die erschienenen Herren: „Herr General! Ich freue mich über die Ueber- raschung, die Sie Mir heute namens Meiner alten Soldaten bereitet haben. Die Idee einer Stiftung zur Erinnerung an den Tag der Begründung des Königreichs Preußen hat Mich sehr tympathisch berührt, denn eine Stiftung, welche bestimmt ist, Noth zu lindern und Thränen zu trocknen, ist viel besser geeignet, die Erinnerung an diesen Tag wach zu halten, als jede andere Widmung, welche Mir dargebracht worden wäre. Ganz besonders hat Mich die Höhe der Summe überrascht, welche die Kameraden zusammengebracht haben; es ist ein hochachtbarer Betrag, und er beweist Mir, in welcher einheitlichen Weise die Kriegervereine zusammengefaßt sind. Ich freue mich ferner, daß die Absicht besteht, das Grundkapital zu verstärken. Gern konstatire Ich bei dieser Gelegenheit, wie Ich auf Meinen
streitig machen würde. In dem bevorstehenden schweren Kampfe war es doch von erheblicher Bedeutung, die kurbrandenburgische Macht und das mit so reichem Kriegsruhm geschmückte Heer, das der große Kurfürst geschaffen und das sich eben erst wieder auf den Schlachtfeldern gegen- die Türken neue Lorbeern erworben hatte, auf seiner Seite zu haben. Diese Erwägung war es, durch die des Kaisers anfängliches Widerstreben überwunden wurde.
So ward denn der alte Staat des Hohenzollernhauses als Königreich Preußen ebenbürtig in das damalige europäische Staatensystem eingegliedert. Die Mächte bequemten sich Zeine nach der andern, die neue Würde anzuerkennen. Frankreich und Spanien im Frieden von Utrecht 1713, die Kone Polen 1764; Papst Clemens XI. erhob vergeblichen Protest, weil nur dem päpstlichen Stuhle die Macht zusteht, Könige zu ernennen, und noch bis zum Jahre 1787 wurden im Staatskalender der römischen Kurie die Könige von Preußen als Markgrafen von Brandenburg aufgeführt. Dann mußte sich auch der römische Stuhl den Thatsachen fügen.
Wir, die wir nach 200 Jahren auf die Erwerbung des königlichen Titels durch den Herrscher des aufstrebenden Staates zurückblicken, dürfen mit dankbarer Erinnerung in dem Ereigniß einen entscheidenden Wendepunkt der Geschichte nicht bloß unsers Vaterlandes, sondern der gesammten Kulturwelt feiern. Nicht mit Unrecht hat der große Leibniz gesagt: „Um König zu sein, muß man auch königlichen Slawen haben." Und Friedrich der Große bezeichnet treffend die Bedeutung des Ereigniffes mit den Worten: „Friedrich I. tchren seinen Nachfolgern zuzurufcn : Ich habe den Königs titn sur Euch erworben; an Euch ist es nun, Euch seiner wmdrg zu machen, ich habe zu Eurer Größe den Grund gelegt, so vollendet denn Ihr das Werk!"
' Die landesväterliche Thatkraft Friedrich Wilhelm I. und das unvergleichliche Genie Friedrichs des Großen haben das neue Königreich schnell zum Range einer der großen Welt-