14. März.
Hanauer Anzeiger
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schlagen. Unterwegs habe er den Hut, als er Jeinen Irrthum erkannte, weggeworfen. Nach Aussage des Sachverständigen bestanden die Verletzungen des Gestochenen in zwei an sich zwar nicht gefährlichen Stichwunden an den Armen und einer leichten Schnittwunde im Gesicht. Das Gericht erkannte in Anbetracht der bisherigen Unbescholtenheit des Angeklagten auf '6; Monate Gefängniß unter Anrechnung eines Monates Untersuchungshaft und in Betreff des Hutdiebstahles auf Freisprechung, da eine diesbezügliche Absicht des Angeklagten nicht als erwiesen erscheine. Der Haftbefehl wird aufgehoben und der Berurtheilte entlassen.
F alsche Anschuldigung.
Die wegen Verschwendung unter Vormundschaft gestellte Wittwe Gertrude F. aus Guudhelm ist angeklagt, am 30. Nov. v. Js. vor dem Schöffengericht in Schlüchtern ihren Schwager und Vormund Blunk aus Gundhelm ungerechtfertigt der Unterschlagung ihr vorenthaltener Kapitalzinsen beschuldigt zu haben. Sie behauptet, von ihm weniger Geld erhalten zu haben, als derselbe als für sie verausgabt notirt. Diese Behauptungen wurden jedoch durch die Aussagen der Zeugen und durch die vom Vormund beigebrachten Belege, wonach er die verschiedenartigsten Rechnungen für die Angeklagte beglichen, widerlegt und die Wittwe F. der böswilligen falschen Anschuldigung für überführt erachtet und zu einer Gefängnißstrafe von 3 Monaten verurtheilt.
Hue aller «leit.
Ein weiblich«» Ossizi-r. Unter diesem Titel erzählte dieser Tage ein Lokalblatt in Belfort eine Episode aus dem deutsch-französischen Kriege, die noch nicht allgemein bekannt sein dürste. In der berühmten Festung am Fuße der Vogesen vereinigten sich kürzlich die Kombattanten von 1870/71, um den 30. Jahrestag des ehrenvollen Abzugs der Garnison durch ein Bankett zu feiern. Bei demselben brachte nun der Vorsitzende, Noül Lapostolet, einen Trinkspruch auf „Frau Hobitz, Francs- tireurs-Leutnant" aus, die sich unter den Anwesenden befand, und seitens der Letzteren einer begeisterten Ovation theilhaftig wurde. So seltsam dieses Faktum eines weiblichen Leutnants scheint, so sehr ist es historische Thatsache. Im August 1870 hatte Frau Hobitz, die heute noch in Belfort wohnt, und damals noch ein Fräulein Emilie Schwalm war, mit Genehmigung des Höchstkommandirenden des Platzes, General Crouzat, für die ganze Dauer des Krieges ein Engagement bei den Freischaaren angenommen. Sie war 23 Jahre alt, konnte reiten, schießen und sprach fließend deutsch. Wegen dieser Kenntnisse wurde sie zum Leutnant ernannt und der Kompagnie der „Freiwilligen von Mirecourt", Hauptmann Bastien, zugetheilt, die soeben in Belfort angekommen war und sofort nach Mülhausen dirigirt wurde, um an der Vertheidigung von Neu-Breisach theilzunehmen. Auf dem Bahnhof in Mülhausen stellte Hauptmann Bastien seinen Leuten den neuen Leutnant vor, der blaue Bluse und Garibaldihut trug. Am 26. September 1870 erhielt Hauptmann Bastien indeß einen Brief vom Festungskommandanten von Neu-Breisach, Oberstleutnant de Kerwell, folgenden Inhalts: „Mein lieber Hauptmann! Ich erfahre, daß sich eine Dame, deren Heldenmuth und kriegerische Gesinnungen ich ehre, den Francs-tireurs von Mirecourt ange- schlossea hat, um gegen die Feinde Frankreichs zu kämpfen. Trotz der edlen Aufgabe, die sich dieselbe gestellt hat, sehe ich Imich in die Nothwendigkeit versetzt, Ihnen bekannt zu geben, daß die Gefahr, welche die Kompagnie läuft, mir nicht gestattet, ihr zu erlauben, daß sie der letzteren länger angehört. Genehmigen Sie u. s. w." Dementsprechend wurde Fräulein Schwalm beauftragt, aus dem belagerten Neu-Breisach Depeschen an den General Eambriels nach Belfort zu bringen. Dies war eine vertrauliche und ehrenvolle, aber gefährliche Mission, denn es galt, die feindlichen Linien zu passiren. Aber die Leutnantin entledigte sich ihrer tapfer. Sie gelangte glücklich nach Mülhausen und nach Belfort und traf hier alsbald den Hauptmann Bästien wieder, der, als Geistlicher verkleidet, von Neu-Breisach angelangt war, um Geld für die Löhnung zu holen. Der Leutnant nähte seinem Hauptmann •eine betrâchliche Summe Goldes in die Soutane ein und wollte mit ihm zurückkehren. Aber diesmal erhob seine Familie Einspruch. Fräulein Schwalm mußte in Belfort bleiben. Sie richtete hier auf ihre Kosten eine Ambulanz ein und pflegte während der ganzen Belagerung von Belfort die Blatternkranken und die zahlreichen Verwundeten, worunter auch Herrn Hobitz, ihren zukünftigen Mann. Während die Stadt Belfort für ihre tapfere Vertheidigung im deutsch-französischen Kriege das Kreuz der Ehrenlegion erhalten, welches sie jetzt mit Stolz in ihre« Wappen trägt, erwarb Frau Hobitz für ihr heldenmüthiges Verhalten nur eine bescheidene croix des -ambulaneee.
Schiff-bericht.
London, 14. März. Der Castle-Dampfer „Dunottar Castle" ist auf der Ausreise vorgestern in Kapstadt ein-»- troffen.
Netv-Np^k, 13. März. ^Der Dampfer „Statendam" von der Niederländisch - Amerikanischen Dampfschifffahrts- Gesellschaft ist gestern hier eingetroffen.
Telegraphischer Kursbericht
Frankfurt,
Credit 220.80.
Staatsbahn 147.50.
Lombarden 25.30.
Disconto-Comm. 186.20.
Deutsche Bank —.—. Handelsg. —.—. Dresdner —.—. Italiener 96.—. 8 °/o Mexicaner 26.10. 3°/o Portugiesen 25.60.
Tendenz: Ziemlich 1 etwas schwach.
14.
März, 12^/4 Uhr.
4°/« Spanier 73.30.
Gotthard 169.—.
Schweiz. Nordost 116.60.
> „ Central 163.—.
„ Union 98.75.
Jura 101.—.
Harpener 166.50.
Gelsenkirchener —.—.
Laurahütte 202.—.
Bochumer 189 50.
ruhig. Oesterreichische Kreditaktien
Drabtberichte des „Dan. Hnz.“
Vom Kurenkrieg.
London, 14. März. „Daily Mail" meldet aus Utrecht: Dr. Leyds ist hier eingetroffen, um mit Krüger zu unterhandeln. Der Korrespondent des genannten Blattes erklärt zu dieser Meldung, daß die Kitchener übermittelten Vorschläge der englischen Regierung folgende seien: 1. Allgemeiner Waffenstillstand für alle kämpfenden Buren, Stein und Dewet mit einbegriffen. 2. Die Kap-Rebellen sollen für ihre Theilnahme am Kriege dadurch bestraft werden, daß sie ihrer bürgerlichen Rechte für verlustig erklärt werden. 3. Zubilligung von Geldunterstützungen für die Buren zwecks Erleichterung des Farmen- Aufbaues. 4. Bildung einer. Civil- Regierung für die beiden Staaten unter Oberleitung Sir Alfred Milners. — Der Korrespondent fügt hinzu, falls diese Bedingungen von Botha angenommen würden, würden sich doch Dewet und die andern Burenführer bezüglich des zweiten und dritten Punktes ablehnend verhalten.
London, 14. März. Alle Blätter verzeichnen die sensationellen Gerüchte über einen Waffen st ill st and in Südafrika und stimmen in der Ansicht überein, daß der gestrige Ministerrath sich nur mit dieser Frage beschäftigt hat. Die Mehrzahl der Blätter hält den Friedensschluß für nahe bevorstehend.
London, 14. März. Die Morgenblätter enthalten keine Nachrichten über Südafrika. Nur „Daily Telegraph" veröffentlicht eine Kapstädter Meldung, welche besagt, die Regierung habe eine Note veröffentlicht, mit der Erklärung, Dewet sei nach N o r d e n g e z o g e n und es sei möglich, daß er nach Namaqualand oder auf deutsches Gebiet gef l ü ch t et sei.
London, 14. März. Das Kriegsamt hat den Militärbehörden von Kapstadt Befehl gegeben, vorläufig keine Burengefangenen nach St. Helena oder Ceylon zu entsenden.
Ottawa, 13. März. (Reuter.) Das kanadische Unterhaus verwarf mit großer Majorität den Antrag, worin gegen die Absendung weiterer kanadischer Truppenabtheilungen nach Südafrika und Anwerbung von Kanadiern für den dortigen Polizeidienst Einspruch erhoben wird. Premierminister Laurier sprach sich gegen den Antrag aus, wenn er sich auch damit einverstanden erklärte, daß keine weiteren Truppen nach Südafrika gesandt werden, da der Krieg in der Hauptsache zu Ende sei, mißbilligte aber, daß man den britischen Unterthanen in Kanada verbieten wolle, sich für das Heer ihres Königs anwerben zu lassen. Die Wiederaufrichtung der südafrikanischen Republiken sei unmöglich. Die Buren hätten kein Recht, sich zu beklagen, wenn England dieselbe Politik einschlage wie die Buren nach dem Einfall in die Kapkolonie und Natal. Obgleich die Buren ihre Unabhängigkeit verwirkt hätten, würden sie doch in dem fördertrien Südafrika unter britischer Flagge ihre Freiheit weiter genießen.
Berlin, 14. März. In der gestrigen Buren-Versammlung verlas der Buren-Kommandant Dewet folgende Depesche des Buren-Kommandanten Reinhardt: Bothas Unterhandlungen sind kein Beweis dafür, daß Botha irgendwie zu diesen Unterhandlungen gezwungen war. Die Afrikandersache steht gut, Dewet ist frei, Delareys Position im Westen Transvaals ist sehr stark. Wenn Bothas Position unhaltbar gewesen wäre, hätte Kitchener ihm nicht Unterhandlungen an- geboten, sondern Unterwerfung gefordert.
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Ans China.
Berlin, 13. März. Waldersee meldet vom 12. März aus Peking: Die Kolonne Fritsche ist nach Tientsin zurückgekehrt. Die Kolonne Arnstadt erreicht Patschst, beide ohne besondere Vorkommnisse.
London, 14. März. Ein geheimes kaiserliches Dekret soll nach einer Shanghaier Meldung den Vizekönigen Liukunyi und Tschang Tischi-Tung befohlen haben, die Verhandlungen über das Mandschurei-Abkommen an Stelle des erkrankten Li Hung-Tschang weiter zu führen. Andererseits wird berichtet, der russische Vertreter habe Li-Hunz-Tschang aufgefordert, den Vertrag zu ratifiziren. Ein Meeting, welches von Chinesen einberufen war, hat ein Memorandum an den Hof gerichtet, in dem die Ansicht zum Ausdruck gebracht wird, daß, wenn das Abkommen mit Rußland nicht abgewiesen würde, dies die Austheilung Chinas zur Folge hätte.
London, 14. März. Aus Shanghai wird gemeldet: Die japanische Bank in Port Arthur ist gezwungen worden, ihren Betrieb einzustellen, da Rußland das Bankmonopol zu Gunsten der ruffisch-chinesischen Bank eingeführt hat.
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Berlin, 14. März. Wie die „National-Zeitung" berichtet, wurde die Adresse der Frauen und Jungfrauen Bremens an den Kaiser nebst einem Blumen-Arrangement gestern Früh im Vorzimmer des kaiserlichen Gemachs von einigen Bremer Damen aufgestellt und bevor der Kaiser das Frühstück einnahm, sah er sich im Vorzimmer die schöne Blumenspende an und äußerte über diesen sinnigen Morgengruß mehrfach sein Entzücken. Durch einen der Hofräthe ließ dann der Kaiser im Laufe des Vormittags dem hanseatischen Gesandten seinen herzlichsten Dank übermitteln.
Berlin, 13. März. In der K a N a l kom mi ssio N des Abgeordnetenhauses beantragen Zedlitz und Gamp, die Kommission wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, eine eingehende Denkschrift über die wirthschaftliche Bedeutung der Mosel- und Saarkanalistrung, über die Einwirkung dieser Kanalisirung auf die Einnahmen der Eisenbahnen, auf die Industrie des Lahngebietes, des Siegerlandes und des Aachener Gebietes vorzulegen. Generalmajor Einem stellt fest, daß die Militärverwaltung nie behauptet habe, daß der Kanal strategisch oder militärisch eine Nothwendigkeit wäre, dieselbe betrachte ihn nur als beachtenswerth und als ein sehr annehmbares Ergânzungsmittcl. Ein anderer Vertreter des Kriegsministeriums führte aus, auch die Kanalisirung der Mosel werde seilens des Kriegsministeriums befürwortet, die Kanäle seien für militärische Operationen höchst werthvoll für
den Verkehr. Bei der Lebensmittelbeförderung für^die Bevölkerung seien sie unumgänglich nothwendig. Graf Strachwitz will nur die Gründe beleuchten, die für die Kanalisirung der Lippe von Hamm bis zum Rhein sprechen, für die Emscher- linie spreche nur die Befriedigung des Lskalverkehrs, er und seine Freunde würden nur für die Lippekanalistrung eintreten, für die Emscherlinie nicht. Minister Thielen betont, daß der Emscherkanal das eigentliche Fundament des Rhein-Elbekanals sei, gegen die Kanalisirung der Lippe nur bis Hamm winden sich energische Widersprüche seitens der Anlieger bei Lippstadt erheben, die berechtigt seien. Zedlitz bemerkt, daß die Bedenken Emdens gegen die Verbindung des Emskanals mit dem Rhein nicht behaben seien.
Berlin, 14. März. Wie aus Wien depeschirt wird, bringt das Lemberger Polenblatt „Czas" Enthüllungen über Vorgänge bei dem dortigen Magistrat, die geeignet find, den Ruf, in dem die öffentlichen Anstalten in Galizien stehen, noch weit mehr zu verschlechtern.
Berlin, 14. März. Der „Lokal-Anzeiger" meldet aus London: Beim Diner der Association der Handelskammer in den White Hall Sälen erklärte Lord Salisbury, kein anderes Land als England hätte bei Allem, was es jetzt durchgemacht habe, solche Einmülhigkeit zeigen können. Das deutsche Gespenst habe der kommerziellen Vorherrschaft Englands noch keinen Eintrag gethan. Die niedergedrückte Stimmung in England sei nur durch leere Zeitungsartikel hervorgerufen worden, vielleicht auch durch nationalen Pessimismus, welcher von zu großen Erfolgen herrühre.
Berlin, 14. März. Graf v. Götzen, der neue Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, tritt, wie die „National-ZeituNg" hört, am 25. ds. seine Ausreise nach der Kolonie an.
Berlin, 14. März. Eine imposante Sympathie-Kundgebung für die Buren hatte gestern Abend die Ortsgruppe Berlin des Alldeutschen Verbandes veranstaltet. Nach einem Vortrage des Buren-Kommandanten A. G. Dewet, einem Neffen des bekannten Generals, wurde einstimmig eine Resolution angenommen, in der die Versammlung ihren Abscheu über die unmenschliche Kriegführung der Engländer ausspricht. Der Reinertrag des Abends ist zum Besten hilfsbedürftiger Buren und deren Familien bestimmt.
Berlin, 14. März. Aus Basel wird dem „Lokal- Anzeiger" gemeldet: Die weltbekannte Baumwollspinnerei von Kullmann u. Co. in Wildenstein wurde gestern durch Großfeuer zerstört. Der Schaden ist sehr beträchtlich.
Frankfurt a. M., 14. März. 12 Uhr 45 Min. (Privattelegramm.) Heute Vormittag ll3/* Uhr kam die Großherzogin von Baden hier an. Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen waren zur Begrüßung auf dem Bahnhof erschienen. Nachdem die Großherzogin im Palais des Prinzen Karl das Frühstück eingenommen, begibt sich dieselbe um 12 Uhr 51 Min. nach Wiesbaden, von wo sie heute Abend wieder direkt nach Karlsruhe zurückreist.
London, 14. März. „Times" melden, daß den Anträgen der Regierung zufolge die Civilliste des Königs auf jährlich 470 000 Pfd. festgesetzt werden soll.
London, 14. März. Aus Kapstadt wird gemeldet: Es sind wiederum 15 neue Pestfälle festgestellt worden. Die Epidemie hat nunmehr auch das Eingeborenen-Viertel Utolugt heimgesucht. Die sanitären Behörden finden die größten Schwierigkeiten, die sanitären Maßregeln zur Bekämpfung der Pest durchzuführen, da die Eingeborenen sich hiergegen sträuben.
Paris, 14. März. Die Vertreter verschiedener Handelskammern Nordost-Frankreichs faßten den Beschluß, die Hälfte der Kosten für den Bau des Maas-Schelve-Kanals zu übernehmen und dem Staate ihre Garantie für die Aufnahme einer Anleihe von 60 Millionen Francs anzubieten.
Marseille, 14. März. Die Delegirten der vereinigten Arbeiterkammern des Departements Bouches du Rhone nahmen eine Tagesordnung an, in welcher das Arbeitersyndikat aufgefordert wird, in kürzester Frist zusammenzutreten, um über die Nothwendigkeit eines allgemeinen Ausstandes aller Gewerkschaften sich schlüssig zu machen.
Madrid, 14. März, Die Streikbewegung in Catalonien nimmt einen bedenklichen Charakter an. Die Zahl der Streikenden in Torthal beträgt 15,000. Dort gab es Montag und Dienstag Unruhen, über die Folgendes berichtet wird. Der Streik begann in Manleu, nachdem einige Arbeiter entlassen waren und dehnte sich sodann auf die anderen Ortschaften aus. Der Fabrikherren-Verband beschloß, alle Spinnereien und Webereien zu schließen. Es entstand eine große Erbitterung unter den brodlos Gewordenen. In Ripoll rotteten sie sich auf dem Marktplatz zusammen und bombardirteu die Polizei mit Steinen, woraus dieselbe feuerte. Ein Arbeiter wurde erschossen, drei andere und eine Frau verwundet. Die wüthenden Arbeiter drangen nun von allen Seiten mit Knüppeln, Steinen und Revolvern bewaffnet, auf die Gendarmen ein. Diese mußten blank ziehen, um endlich die Menge auseinanderzutreiben. Aehnlicheâ ereignete sich in den übrige« Fabrikorten. Rn mehreren Stellen sind die Lokal-Behörden geflohen. In Tsrello zerstörten die Arbeiterdas Haus eines Fabrikanten und zündeten es an. Militär ist gestern nach den Orten abgegangen.
New-Nork, £13. März. Salmon, der Präsident der Baltimore- und Ohio-Bahn, beabsichtigt, von dem Vorsitz und der aktiven Betheiligung an der Leitung der Baltimore- und Ohio-Bahn zurückzutreten. Der Vsting Trust der Baltimore- und Ohio-Bahn wird aufgelöst oder mit Rücksicht auf die Interessen der Pennsylvania-Bah» umgewandelt, durch welche die Baltimore- und Ohio Bahn jetzt thatsächlich beherrscht wird.
Indianapolis, 14. März. Der frühere Präsident der Vereinigten Staaten, Harrison, ist gestorben.
Tokio, 13. März. Da ein befriedigendes Kompromiß zwischen dem Oberhause und dem Ministerium wcht möglich gemacht werden konnte, griff der Kaiser ein. Er neß den Präsidenten des Oberhauses zu sich kommen und eröffnete ihm, es sei sein kaiserlicher Wunsch, daß die Steuergesetze angenommen würden. Die Mitglieder des Oberhauses beugten sich vor dem Befehle des Souveräns und gaben die Absicht kund, die Steuergesetze morgen zu erledigen.