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Erstes Blatt.

EiMÄcksngSgebühr:

KK dadt« und Landkreis Hanau 10 Pfg die fâa^ gaM-ken« Petttzeil« oder deren Raum, für AuSwârtS 15 Pfg* im Rtklamentheii die Zeit« 25 Pfg, für AuSwäns 35 Pfg.

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Gebrückt und verlegt in der Buchdruckerei deS »erri». ev. Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertags mit belletristisch« Beilage.

Berantwortl. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.

WC 111. BeiirlS-Fcriisprechailschluß Nr. 98.

Amtliches.

I Landkreis Danau* Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Der Landwirth Heinrich Schadt III. in Rückingen ist als Beigeordneter der Gemeinde Rückingen gewählt und bestätigt worden.

V Hanau den 11. Mai 1901.

Der Königliche Landrath.

V 2431 v. Schenck.

Gefundene und verlorene Gegenstände etc.

Gefunden: 1 Brille mit Nickelbeschlag und mit Futteral.

1 Milchkanne; Empfangnahme bei Herrn Bürgermeister Hof­mann in Niederdorfelden.

Verloren: 1 weißes Taschentuch, gez. F. J.

Zugelaufen: 1 junger, grau und schwarz gefleckter Hund weibl. Geschl.; Empfangnahme bei Herrn Bürgermeister i I Hofmann in Niederdorfelden.

Zugeflogen: 1 Kanarienvogel.

Hanau den 13. Mai 1901.

Hue Stadt und Cand.

Hanau, 13. Mai.

* Ordensverleihung. Dem Zeug-Hauptmann a. D. Glantz zu Langsuhr bei Danzig, bisher bei der Pulver­fabrik bei Hanau, wurde der Rothe Adlerorden 4. Klasse verliehen.

* Wandkarte des Landkreises. Die durch Ver­mittelung des Königl. Landrathsamts hier von der Geographi­schen Verlagshandlung Dietrich Reimer in Berlin übernommene Herstellung einer neuen Wandkarte des Landkreises Hanau ist, wie wir erfahren, nahezu vollendet, sodaß die Ausgabe der bisher bestellten Exemplare in Kürze erfolgen wird. Weitere Bestellungen auf* diese in 5 Farben ausgeführte Kreiskarte werden jetzt von der Alberti'schen Verlagsbuchhand­lung hier angenommen.

* Der deutsche Verein für das höhere Mädchen­schulwesen, dessen Zweigverein am Mittwoch vor Himmel­fahrt den 15. d. M. seine diesjährige Jahresversammlung hier abhält, hat sich die Aufgabe gestellt, den innern und äußern Ausbau der höheren Mädchenschulen zu fördern. Ge­meinsame Interessen führen Vertreter vieler Anstalten unserer Provinz zusammen, um den Vorträgen ihre Aufmerksamkeit zu schenken und durch Austausch ihrer Erfahrungen neue An­regungen zu empfangen. Die Bildung der weiblichen Jugend hat neuerdings die Theilnahme weiterer Kreise wachgerufen, denn gerade auf diesem Gebiete sind Fragen von einschneidender Wichtigkeit aufgeworfen worden, die noch ihrer Beantwortung harren. Mit Freuden ist es daher zu begrüßen, daß die hier tagende Versammlung nicht nur die Lehrpersonen sondern auch alle Diejenigen willkommen heißt, welche sich für das höhere Mädchenschulwesen interessiren. Die Theilnehmerkarten werden an dem genannten Tage in einem Nebenraum der Central­halle von 8^2 Uhr an verausgabt. Ebendort können auch die Karten für das Festessen, das um 5 Uhr beginnen soll, in Empfang genommen werden. Nach ernster Arbeit soll die Geselligkeit zu ihrem Rechte kommen, und hören wir, daß zur Unterhaltung der Festversammlung hervorragende Kräfte ihre Mitwirkung zugesagt haben.

* Kohlenhandel. Ueber den Geschäftsgang in dem Kohlenhandel während des Jahres 1900 wird der Handels­kammer mitgetheilt :Hier bot sich für den Kleinhändler wenig Erfreuliches: er mußte unter dem Druck hochgespannter Ver­hältnisse des Kohlenmarktes operiren. Gegenüber den früheren Notirungen mußten geradezu fabelhaft hohe Preise dem Groß­händler bewilligt werden und selbst dabei war ein geregeltes Eintreffen der bedungenen Lieferungen durchaus nicht garantirt. Besonders in dem Gange der Kokespreise zeigten sich ganz ab­norme Verhältnisse. Der Detaillist stand mit gebundenen Händen da und nichts war irriger, als die hier und da ver­breitete Meinung, als seien die hoch geschnellten Preise auf eine Ausnutzung der Konjunktur durch die Detaillisten zurück­zuführen; dieses Verdienst, wenn er es als ein solches be­zeichnen will, durste der Großhändler ruhig für sich in An­spruch nehmen."

Tnrnhallenban. Der Bauausschuß der Turn­gemeinde hatte ursprünglich geplant, den Neubau nur soweit erforderlich zu unterkellern, ist aber hiervon abgekommen, nach­dem sich bei den Erdarbeiten ergeben hat, daß der aufgefüllte Grund aus allen möglichen gesundheitschädlichen Stoffen zu­sammengesetzt ist. Nunmehr wird der ganze Bau mit Aus­nahme des Treppenhauses unterkellert. Die Fundamentanlage ist so weit gediehen, daß die Grundsteinlegung erfolgen kann

Montag den 13. Mai

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und findet dieselbe nächsten Sonntag, vormittags 11V» Uhr, unter gütiger Mitwirkung des GesangvereinsEintracht" statt. Der im Jahre 1876 in die Turnhalle am Schlacht­haus eingefügte Grundstein ist zu diesem Zweck, nebst Inhalt, der im besten Zustand erhalten war, freigelegt worden und wird in das Fundament des Neubaues eingefügt.

* Statistisches. Im Monat April 1901 wurden in unserer Stadt lebend geboren 80 Kinder, 46 Knaben und 34 Mädchen. Gestorben sind, mit Ausschluß von 1 Todtgeborenen, 46 Personen, 28 männlichen und 18 weib­lichen Geschlechts, darunter 5 Ortsfremde. Für die Stadt selbst bleiben 41 und auf 1000 Einwohner und aufs Jahr berechnet kommen 16,7 Todesfälle.

Von den Gestorbenen waren:

14

Kinder

im Alter von

01

Jahr

6

ff

ff ff ff

1-5

Jahren

1

Kind

ff ft st

5-10

if

1

Person

if ff ff

10-20

if

1

st

ff ff ff

2030

tf

3

Personen

tf ff tf

30-40

if

3

ff

ff ff ff

4050

tf

5

ff

U ff 11

5060

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5

ff

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6070

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5

ff

if n ti

7080

tf

2

Person

tf if

8090

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An akuter Erkrankung der Athmungsorgane starben 13 Perso-

nen, darunter 3 Kinder an Keuchhusten, eine an chronischer nicht tuberkulöser Entzündung derselben und 3 Personen an

Lungenschwindsucht. Ein Kind von auswärts starb an Croup, 2 Kinder starben an Krämpfen und je eins an akutem Magen­katarrh, Rhachitis, septischer Halsentzündung, Hirnhautent­zündung und Hauterkrankung. Die Todesursache war bei 6 Personen Krebsleiden, bei 2 Schlaganfall und bei je einer Person Wassersucht, Schüttellähmung, Herzschwäche, Nieren­leiden und Herzfehler. Nicht durch Krankheit bedingt war der Tod bei 8 Personen: 3 kleine Kinder starben an Lebens­schwäche und 5 Leute an Altersschwäche. Dr. Zeh.

* Jmmobilienverkehr« Das Haus Glockenstraße 20, Herrn Metzgermeister W. Horst gehörend, ging zum Preise von 30000 Mk. an Herrn Oskar Schmidt, Geschäfts­führer bei der Firma Geist Wwe., über.

* Gewitter. Mehrere Gewitter entluden sich gestern über unserer Gegend. Wie uns aus Heegheim bei Bü­dingen berichtet wird, schlug der Blitz nachmittags SVa Uhr in eine neuerbaute Scheune, welche total abbrannte. Auch wurden durch einen Blitzstrahl zwei Kühe und ein Pferd ge- tödtet.

* Ansgestellt ist von heute^ Mittag ab im Schaufenster der Firma Berlizheimer & Söhne nur auf ganz kurze Zeit das aus dem Atelier des Herrn L. King jr. hervor­gegangene, für die Internationale Ausstellung für Feuerschutz- und Feuerrettungswesen in Berlin bestimmte Kolossalbild, das verschiedene Uebungen unseres freiwilligen Feuerwehrkorps und die erforderlichen Geräthe darstellt.

Oelgemälde. Wie uns mitgetheilt wird, sollen im Hotel zum Riesen ausgestellte und noch nicht verkaufte Oel­gemälde moderner Meister bis Mittwoch, um den Weiter­transport zu sparen, zu jedem nur annehmbaren Preise ver­kauft werden. Liebhaber und Interessenten seien hiermit auf diese selten günstige Gelegenheit aufmerksam gemacht.

** Erschossen. Gestern Abend wurde der am 30. Juni 1848 hier geborene ledige Gelegenheitsarbeiter Jeremias Dietrich Lauer in seiner Wohnung, Hospitalstraße 37, erschossen auf­gefunden. Ein Nachbar hatte die Anzeige gemacht, daß man von dem L. schon seit Freitag nichts mehr sehe, und als dessen Thür polizeilich geöffnet wurde, fand man den Verlebten in seinem Bette liegend, nur mit dem Hemd bekleidet, todt vor. Durch einen Schuß in die rechte Schläfe hatte er sich selbst entleibt, der mit 4 Patronen geladene Revolver lag noch zwischen seinen Händen. Der Selbstmörder war dem Trunke ergeben, arbeitete nur selten und erhielt von seinen in Süd­amerika lebenden Verwandten von Zeit zu ZeitUn terstützung. In der letzten Zeit scheinen diese Zuwendungen ausgeblieben zu sein, denn L. schuldete seit einem halben Jahre die Miethe und hatte nur noch einen Baarbeirag von 2.70 M. an Vermögen. So haben wohl verschiedene Umstände dem Selbstmörder den Revolver in die Hand gedrückt. Vor einigen Tagen schon äußerte er Selbstmordgedanken und schrieb vor seinem Tode noch zwei unleserliche Postkarten. Die schon in Verwesung begriffene Leiche wurde nach dem Friedhof gebracht.

* Das Hantiren mit Schußwaffen hat am Samstag wiederum einen Unfall gezeitigt, indem der Glasergeselle Andr. Gutmann, wohnhaft in Großauheim, dem Glaserlehrling Franz B r e h l e r in einer in der Bebraer Bahnhofstraße be­legenen Glaserwerkstätte in fahrlässiger Weise mittelst einer Flobertpistole eine 6-Millimeter-Kugel in die Nase geschossen

Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98. 1901

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hat. Der Vorgang trug sich nach unsereren Informationen wie folgt zu: Der Glasergeselle Gutmann brachte am Samstag eine Flobertpistole mit in die Werkstatt, um einen neuen Holzgriff an dieselbe anzuarbeiten. Als die Arbeit fertig war, sagte der Lehrling B r e h l e r zu dem Gesellen : Schießen Sie mich einmal!" Der Glasergeselle zielte dem B. direkt ins Gesicht und drückte los. Ein Schuß krachte und der B. war direkt in die Nasenspitze getroffen, die Kugel einige Zentimeter tief eingedrungen. Der Geselle brachte den Lehr­ling alsbald in das Landkrankenhaus, die Waffe vergrub er in der Nähe des Lehrhofs. Er gibt an, nicht gewußt zu haben, daß die Waffe geladen war, auch habe ihm der Besitzer derselben, als er ihm die Pistole zur Reparatur übergab, nichts davon gesagt, daß eine Kugel darinnen stecke. Die Waffe wurde an der bezeichneten Stelle am Lehrhof aufgefunden und konfiszirt, die Verletzung des Lehrlings ist glücklicherweise nicht bedeutend.

* Krämpfe. Eine von einem Ausflug zurückkehrende hiesige Bäckersfrau bekam gestern Abend am Westbahnhos einen Krampfanfall.

* *

® Langenselbold, 13. Mai. (Wasserleitung.) Die Gemeindebehörden haben nunmehr die Errichtung der Wasserleitungsanlage definitiv beschlossen.

G Langenselbold, 13. Mai. (Maikäferplage.) Wie stark die Maikäfer im Kreise Hanau auftreten, beweist die Thatsache, daß am Samstag Nachmittag bei unserer Gemeinde­behörde allein 345 Liter Maikäfer ein geliefert wurden. Aus ge­zahlt wurde hierfür der Betrag von 51 Mk. 75 Pfg.

g Groß-Auheim, 13. Mai. (Sängerbesuch). Der GesangvereinHarmonie" vonBernbach stattete gestern seinem Groß-Auheimer BrudervereinHarmonie" einen Be­such ab. In der Stärke von 60 Mann und einigen Damen hielten dieFreigerichter" von der Pulverfabrik kommend gegen Mittag' ihren Einzug. Nach einem Frühschoppen im Eisen­bahnrestaurant Botzum war gemeinschaftliches Mittagsmahl im Gasthauszum Anker." Zur Ehre der Andel'schen Küche sei es gesagt, daß alle Theilnehmer mit dem Geborenen voll und ganz befriedigt waren. Nach einem Rundgang durch den Ort vereinigten sich am Nachmittag die Mitglieder beider Vereine nebst ihren Damen und anderen Gästen im Anker-Saale zu echt brüderlichem Treiben. Nachdem Herr Gerh. Naas die be­freundeten Sänger willkommen geheißen, begann wechselnder Chorgesang und müssen wir gestehen, daß, recht hübsche Männer­chöre zu Gehör gebracht wurden und in beiden Vereinen der Kunst- und Volksgesang eine würdige Pflegestätte gefunden hat. Die eingelegten komischen Nummern des Herrn Albert sorgten für die nöthige Erheiterung. Herr J. Weigand, Präsident des Bernbacher Vereins, hielt eine Ansprache, in der er seinen Dank für die freundliche Aufnahme und die bereiteten frohen Stunden aussprach; desgleichen erörterte Herr Lehrer Jörg, Dirigent des Gesangvereins Harmonie Bernbach, die Gründe, welche das Bruderband zwischen den beiden Vereinen geknüpft. Auf die fernere innige Verbindung und das weitere Gedeihen wurde ein Hoch ausgebracht. Allzufrüh schlug die Trennungsstunde. Es waren nur einige, aber schöne Stunden freundschaftlichen Verkehrs, die der hiesige Gesangverein Harmonie demnächst erwidern wird. Lobend sei erwähnt, daß Küche und Keller des Herrn Andel nichts zu wünschen übrig ließen und wesentlich zur heiteren Stimmung beitrugen.

4« Bergen, 12. Mai. (Tödtlicher Unfall.) Dem hier wohnhaften Maurer Konr. Wilhelm, der an einem Neubau in Fechenheim beschäftigt war, fiel am 8. d. M. das Stück eines Balkens auf den Kopf. Schwer verletzt, er hatte eine Gehirnerschütterung erlitten, wurde er ins Landkranken­haus nach Hanau verbracht, woselbst er am Samstag, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, verschieden ist.

Sprechsaal.

Für die unter dieser Rubrik «mgesandten Notizen übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.

Zur Bulau Frage.

In Ergänzung des Artikels vom Samstag ist nachzu­tragen, daß die Idee zur Aufstellung von zwei Stegen und einer Anzahl Bänken in der Bulau in der letzten v o r Ostern tagenden Sitzung des Verschönerungs-Vereins beschlossene Sache war. Die Verzögerung zur Ausführung war in anderen nicht näher zu erörternden Umständen bedingt. Nach Er- theilung der Erlaubniß der zuständigen Forstbehörde, die Aus­führung in der Bulau vornehmen zu dürfen, wurde als ge­wünschte Gegenleistung für die ertheilte Erlaubniß nachträglich beschlossen auf dem Wolfgange am Brunnen drei bis höchstens vier Bänke repariren zu lassen, während von Erneuerung der Tische Abstand genommen wird. W.