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Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerri des verein, ev. ^ Waisenhauses in Hanau.
Erschenrt täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Verantwort!. Redakteur : G. S ch r e ck e r in Hanau.
Nr. 60. Dienstag den 12. März
— 'J*»
1901.
Amtliches.
Landkreis Banau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Die auf den 16. ds. Mts. anberaumte Sitzung des landw. Kreisvereins muß wegen Behinderung des Herrn Bartmann-Lüdicke ausfallen, was die Herren Bürgermeister in ihren Gemeinden bekannt machen wollen.
Hanau den 11, März 1901.
Der Vorsitzende des landw. Kreisvereins, v. Schenck.
Gefundene und verlorene Gegenstände etc.
Gefunden: 1 kleines Portemonnaie mit 3.45 Mark und 3 Konsummarken, 1 Gebund Schlüsseln (4 kleine und 1 größerer).
Verloren am 6. ds. Mts.: 1 kleine neue eiserne Hacke.
Entlaufen: 1 junger Bernhardinerhund, w. Geschl.
Zugelaufen: 1 schottischer Schäferhund, m. Geschl.
Hanau den 12. März 1901»
Hue Stadt und Land.
Hanau, 12. März.
* LandeS-Bersicherungsanstalt Hessen-Nassau. Für den Kreis Hanau — Stadt — stellen sich die Ergebnisse der Bewilligung von Alters-, Invaliden- und R r anten = Renten in der Zeit vom 1. Januar 1891 bis Ende Dezember 1900 wie folgt:
Davon sind erledigt durch
I Vou den Rentenempfängern sind bzw.
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Altersrenten Fnval.-Rent. Sraukenrent.
Zusammen:
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Vesammt- Jahres- betrag der bewilligten Renten
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Rach Abgang durch Teb rc. bleiben noch zu zahlen
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A! Ui 71110920 20 116 16433'20
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83|16|33 188|27493|20
Von bet Landes-Versicherungsanstalt Hessen-Nassau, deren Bezirk die Regierungsbezirke Cassel und Wiesbaden, sowie das Fürstenthum Waldeck umfaßt, sind seit dem 1. Januar 1891 überhaupt bewilligt:
7933 Altersrenten
14231 Invalidenrenten
267 Krankenrenten
im Gesammt-Jahresbetrage von 1,064,053.— M.
// //
*
1,865,825.50 „
39,827.20 „
22431 Renten mit einem Gesammt-Jahresbetrage von 2,969,705.70 M.
Hiervon sind nach Berücksichtigung der durch Tod rc.
erfolgten Abgänge Ende Dezember 1900 noch zu zahlen:
3716 Altersrenten im Gesammt-Jahresbetrage von 513,917.60 M.
8928 Invalidenrenten „ „ „ „ 1,192,418.— „
183 Krantenrenten , , , , 27,430.30 „
12827 Renten mit einem Gesammt-Jahresbetrage von 1,733,765.80 M.
Der von dem Reiche zu leistende Zuschuß beträgt 641,3d0.— „ Mithin bleiben Ende September 1900 aus Mitteln der Landes-Versicherungsanstalt Hessen-Nassau an Renten zu zahlen jährlich............1,092,415.80 M.
* Neu-Unisormirung. Das Zugpersonal der Kgl. Preußischen Großh. Hessischen Eisenbahn-Direktion trägt theilweise schon die neue Uniform, die aus einer sehr praktischen Litewka (als Ersatz für die bisherigen Joppen) besteht und für die einzelnen Dienstklassen mit besonderen Kragenabzeichen versehen ist. Der Zugführer trägt auf dem Kragen beiderseitig je eine goldene Litze, das geflügelte Rad und einen Stern; der Packmeister nur das Rad und den Stern; die Schaffner nur das Rad und die Wagenwärter einen vier- achsigen Wagen. Mit den verschiedenen Abzeichen machen die neuen, mit Umlegekragen versehenen Litewken einen recht gefälligen Eind'uck und sind sie überdies viel angenehmer zu tragen als die schweren Röcke.
* Mainkanalisation. Die preußische Antwort auf den bayerischen Vorschlag bezüglich Verhandlungen über die Fortführung der Mainkanalisation ist, wie nach der „Köln. Ztg." jetzt bekannt wird, nicht vor April zu erwarten.
* Das Statut der kaufmännischen Fortbildungsschule hat nunmehr die Genehmigung des Bezirks- Ausschusses in Cassel erhalten.
* Stadttheater. Mosers beliebter Schwank „D e r Bibliothekar" wird morgen nach längerer Pause mit den Herren Metz, Schwarz, Gehrmann, Bartak,
und Leonardi in den größeren Rollen auf dem ^pielplan erscheinen.
* Engerer Wettbewerb betr. Entwürfe eines Kreishauses für Hanau. Der Landrath des Kreises Hanau hat die Architekten Claus Meh s in Frankfurt a. M., Prof. Pütz er in Darmstadt und Franz Thyriot in Köln zur Einreichung von Skizzen für den Neubau eines Kreishauses mit Landrathswohnung aufgefordert. Die Bausumme soll 200 000 Mk. betragen. Als Sachverständige gehören dem Preisgerichte an die Herren Geh. Ober-Baurath Prof. Hofmann in Darmstadt, Kreisbauinspektor Baurath Becker in Hauau und Stadtbauinspektor Reinicke in Frankfurt a. M. Jeder Theilnehmer erhält für seine Entwurfsskizze den Betrag von 500 Mk., außerdem wird „dem Sieger im Wettbewerbe die Ausarbeitung des Entwurfes, der Theil- und Werkzeichnungen, sowie die künstlerische Oberleitung des Baues unter Honorar-Bewilligung entsprechend der Honorarnorm bezw. nach besonderer Vereinbarung zugesichert". — Die Entwürfe sind bis zum 1. April d. J. einzureichen. Im Spätsommer hofft man mit dem Neubau, der bekanntlich an die Hainstraße zu liegen kommt, beginnen zu können.
* Kaufmännischer Fachvortrag. Während Herr Dr. Hatsch ek aus Frankfurt in seinem ersten Vortrag hauptsächlich die Art und Weise der Interessenvertretung von Handel und Gewerbe im Jnlande behandelte, berücksichtigte er gestern in seinen Ausführungen speziell die Vertretung der Interessen des inländischen Handels und Gewerbes im Auslande, bezeichnete die hier in Frage kommenden Organe und Korporationen, schilderte deren Obliegenheiten und die Art ihrer Wirksamkeit und entrollte schließlich ein übersichtliches Bild der größtentheils recht segensreichen Thätigkeit dieser Institutionen. Damit sind die Vorträge über obiges Thema zu Ende.
* Panorama (Ecke Hirsch- und Salzstr.). Eine Reihe der herrlichsten und interessantesten Bilder werden uns diese Woche vor Augen geführt, nämlich die ob'ihrer Schönheit schon von altersher bekannte Stadt Neapel mit ihren theils malerischen, ja mitunter phantastischen, theils künstlerisch angelegten Straßenszenen und die prachtvolle Umgebung dieser Stadt. Ungewöhnlich lebhaft interessiren dürfte vor Allem der Anblick der Lavamassen des Vesuves und des feuerspeienden Berges selbst, besonders aber der Ausbruch desselben, welches großartige Schauspiel mit verblüffender Naturtreue dargestellt ist. Hervorheben möchten wir auch noch die seinerzeit großes Aufsehen erregenden Ausgrabungen der vor nahezu zweitausend Jahren von den dem Vesuv entströmenden ungeheuren Lavamassen verschütteten altrömischen Handelsstadt Pompeji, ein ausgedehnter Nuinenkomplex, welcher so recht geeignet ist, uns einen Einblick in die antike römische Kultur und Baukunst zu verschaffen und uns ein Stück römischen Lebens und Wirkens zu veranschaulichen, wie wir es sonst nur aus den Geschichtsbüchern kennen zu lernen vermögen.
* * Gewerbegericht. (Sitzung vom 11. März.) Es klagt der Schreiner H. gegen den Bauunternehmer K. auf Zahlung einer Summe von 40.69 Mk., bestehend in rückständigem Lohn. Kläger hatte bei dem Beklagten die Schreinerarbeiten in einem Neubau in Akkord übernommen und behauptet, aus diesem Verhältniß noch den obenerwähnten Anspruch zu besitzen, theils als rückständigen Lohn, theils für geleistete Arbeit, die ihm nach dem Akkordvertrag nicht zugekommen wäre (Abladen von Material rc.). Der Beklagte gibt zu, daß es sich nach nachträglicher Untersuchung herausgestellt habe, daß noch 23.72 Mk. an den Kläger zu zahlen seien; dies rühre daher, daß Kläger bei dem Ausmessen der betr. Arbeiten nicht zugegen war. Andernfalls hätte der Irrthum nicht vorkommen können. Dem Kläger wird ein Klageanspruch von 33.20 Mk. zngestanden und der Beklagte zur Zahlung desselben verurtheilt. Bezüglich des Restes des Anspruchs soll von dem Beklagten ein Eid erhoben werden, nach dessen Leistung dann weiter entschieden wird. — Der Spengler H. klagt gegen den Spenglermeister V. wegen kündigungsloser Entlassung. Die Parteien vergleichen sich dahin, daß
der Beklagte dem Kläger 20 Mark bezahlt, der Letztere auf weitergehende Ansprüche verzichtet. — Der Dach
decker Hermann K., dessen Bruder Friedrich K., sowie der Taglöhner V. klagen gegen ihren früheren Meister auf 14tâgige Lohnzahlung wegen kündigungsloser Entlassung. Der Beklagte mußte zuerst wegen der Kälte und dann wegen des Schneefalls die Arbeiter aussetzen lassen. Diese erklärten darauf eines Tages, daß sie Arbeit verlangten oder 14 Tage Kündigung, gingen wieder fort und klagten am Gewerbegericht. Nach 4 Tagen fand ein Sühneversuch statt, an dem sich der Beklagte erbot, die Kläger sofort wieder in Arbeit zu nehmen was diese aber ablehnten. Vor Erlaß eines Urthels komm zwischen dem Beklagten und den Klägern Friedr. K. und V. ein Vergleich zu Stande, wonach Ersterer 25 Mk., Letzterer I 20 Mk. erhält. Der Hermann K. aber will sich nicht damit
begnügen, sondern verlangt mindestens 30 Mk. nnd lehnt den angebotenen Vergleich, ihm 25 Mk. zu zahlen, ab. Das Gericht verurtheilt den Beklagten zur Zahlung einer Summe von 13.12 Mk. an den Kläger. Demselben sei 4 Tage nach der angebotenen Kündigung anheimgegeben worden, wieder bei dem Meister in Arbeit zu treten, mithin habe er nicht mehr zu verlangen, als die Entschädigung bis dahin, welche 13.12 Mk. beträgt.
* Hanauer Creditverein. E. G. m. u. H. Die „Frankf. Ztg." bringt nachstehende beachtenswerthe Darlegungen : „Der Abschluß für 1900 ergibt Zuwachs an Zinseinnahme auf Mk. 158,569 (1899 Mk. 138,692), an Provision auf Mk. 17,093 (12,161), aber auch an Passivzinsen auf Mk. 75,501 (64,722). Der Reingewinn beträgt Mk. 71,083 (60,408), woraus wieder 6 Prozent Dividende vertheilt werden mit Mk. 47,490; für Delkredere werden Mk. 22,593 zurückgelegt, für die Reserve nichts (1899 für Delkredere nur Mk. 7000, für die Reserve Mk. 7460). An dieser Verbuchung erscheint auffällig, daß Bericht und Abschluß den s. Z. in Offenbach erlittenen Verlust ganz unerwähnt lassen. Aus dem Registereintrag vom August v. I. ist bekannt, daß aus damaligen Insolvenzen von Hanau-Offenbach die Umwandlung der Schriftgießerei Roos & Junge in Offenbach zur Ges. m. b. H. mit Mk. 405,000 Grundkapital geschah, wobei die alten Gläubiger mit 50 Prozent ihrer Forderungen abgefunden wurden ; der H an au er C r ed i t v er e i n als zweitgrößter Gläubiger hat für seine Mk. 180,000 Forderung daher Mk. 90,000 Antheile erhalten. Diese Beiheiligung kann unmöglich zu 200 Prozent verbucht sein, und doch ist weder eine entsprechende Abschreibung aus dem Gewinn, noch eine Entnahme aus den alten Rücklagen zu erkennen. Die Reserve enthält fast unverändert Mk. 130,321, das Delkrederekonto wächst auf Mk. 54,312 bei Mk. 827,602 Geschäftsantheilen. Der Verein hat bis 1899 seine Mitgliederzahl von 601 auf 1012 vermehrt, sie ist auch 1900 nur auf 1003 vermindert; der Geschäftsumfang stieg sehr rasch. Andererseits ist der Status sehr illiquide. Die Spareinlagen betrugen Mk. 1.36 Mill. (davon etwa 2/s auf 6 und 12 Monate), Accepte Mk. 0.42 Mill., Bankiers rc. Mk. O.33 Mill., zusammen Mk. 2.11 Mill. Verpflichtungen, denen als liquide Mittel in Baar einschließlich aller Wechsel und Effekten nur Mk. 0.32 Mill, gegenüberstanden, aber in Vorschüssen Mk. O.ee Mill, in Buchaus st änden sogar Mk. i.97 Mill. Der Verein dürfte hiernach gut thun, seinen Geschäftseifer etwas
zu zügeln."
* Verbrauchsabgaben
Februar 1901 wurden im hiesigen Schlachthause ge-
Im Laufe des Monats
schlachtet:
87 Ochsen, weniger gegen den Monat Februar 1900
141 Kühe, mehr
33 Rinder, weniger
866 Schweine, „
419 Kalber, mehr
164 Hämmel, „
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2 51 34 18
Stück
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Die Accis-Einnahme hiervon beträgt .
An eingeführten Fleischwaaren rc. wurden versteuert: 31 342 Kilogramm, weniger gegen den Monat Februar 1900: 3110 Kilogramm.
Hiervon die Accis-Einnahme mit. . .
Summa
Gesammt - Accis - Einnahme im Monat Februar 1900 .
Mithin weniger gegen den Monat Februar 1900 .......
Mk.
4020.70
Mk.
1033.84
Mk.
5054.54
Mk.
5147.70
Mk.
93.16.
Mk.
57 748.64
ff
57 970.95
Mk.
222.31.
Accis - Einnahme vom 1. April 1900 bis 28.
Februar 1901 .
Accis - Einnahme vom 1. April 1899 bis 28.
Februar 1900
Mithin weniger gegen die gleiche Zeit des
Vorjahres .
* Viehmarkt. Morgen früh findet dahier Zucht- und Fettvieh-Markt statt.
* Seltenheit. Am Lachegraben bei Kesselstadt fand am Sonntag bei einem Spaziergang der Silberschmied W. Manteuffel eine 23 cm lange Schildkröte, die ein Gewicht von 1 4
* Volkskonzert. Das heute Abend stattfindende Volkskonzert beginnt um 8 Uhr, nicht wie gestern irr räumlich be-
Casterra und den Damen Muck, M ar s ch a ll, Haytke
Die heutige Nummer umfaßt nutzer dem Unterhaltungsblatt 10 Seiten-
richtet um 7 Uhr.
* Sport. Am vergangenen Sonntag den 10. er. hatten wir wieoerum Gelegenheit aus Anlaß des °om Hanauer Rad- fabrer-Verein „Vorwärts" im Saalbau „zum deutschen Haus" veranstalteten Großen Gala-Sportsfestes hervorragende Leistunzen auf dem Gebiete des Radsportes zu sehen. Neben ver-