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Gedruckt und verlegt in der DuchdruLerel des verein. cv. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger.

Amtliches Organ für Stadt- und Fandkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit i-ll-tristisch-r Beilage. tom«!. R-d->!i-,,-: ».«»-.«.. l» »E

Nr. 264 Bezirks-Ferns-rechanschlnß Nr. 98.

Montag den 11. November

Vezirks-Fernsßrechanschlnß Nr. 98. 1901

Amtliches.

Landkreis Danau.

Bekamltmachmlgel! des Königl. Landrathsamtes.

Durch Erlaß des Herrn Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau vom 18. Oktober 1901 Nr. 8643 wird vom 1. Januar 1902 ab der Gutsbezirk Pulverfabrik vom Standesamtsbezirk Hanau abgeirennt und für denselben ein eigener StandesamLöbezirk gebildet.

Hanau den 8. November 1901/

Der Königliche Landrath.

A. 4885 v. Scb en ck.

Hus Stadt und Cand.

Hanau, 11. November.

Konftsiorialpräsident a. D. Opih ^. Am Samstag verschied dahier hochbetagt nach einem reichgesegneten Leben, im 74. Lebensjahre stehend, der Konsisiorialpräsident a. D. Hermann Opitz. In seiner Beamten-Laufbahn war der Verschiedene berufen, vornehmlich in den für die Kirche und Schule unserer Provinz bedeutsamen Stellungen segens­reich thätig zu sein. In den 70er Jahren war er Ober- Konsistorialrath in Cassel, kam dann als Ober-Regierungsrath nach Stettin und von dort in gleicher Eigenschaft wieder nach Cassel. Sowohl in Stettin als auch in Cassel war ihm die Abtheilung für Kirchen und Schulen unterstellt, in Cassel be- kleioete er diese Stellung von 1886 bis 1892. Dann wurde er nach Wiesbaden ebenfalls als Ober Regierungsrath versetzt, womit ihm gleichzeitig die Stelle des Präsidenten des Königl. Konsistoriums übertragen wurde. Seit 1896 lebte er im Ruhestande und verlegte am 1. Okibr. d. Js. seinen Wohnsitz nach Hanau. Nur kurze Zeit war es ihm vergönnt, hier in unseren Mauern zu leben. Seine Beisetzung erfolgt morgen Nachmittag 3 Uhr vom Sterbehause Friedrichstraße 26 aus.

* Kanzle irath Baum f. Ein in weiten Kreisen un­serer Stadt bekannter und geachteter Beamter, der jetzt im Ruhestande lebende, frühere langjährige Polizeisekretär, Herr Kanzleirath Baum, ist gestern verschieden. Wegen seiner Leut­seligkeit war der nunmehr Verschiedene bei Allen, die mit ihm dienstlich und außerdienstlich verkehrten, eine beliebte und hoch­geschätzte Persönlichkeit. Seit dem Jahre 1860 stand er im Staatsdienste und hat sich allezeit als pflichttreuer Beamter bewährt. Bei seiner vor einigen Jahren erfolgten Pensioni- rung wurde ihm Allerhöchst der Charakter als Kanzleirath verliehen.

* Ve-feht. Herrn Lehrer Keßler in Lieblos wurde die vakante Lehrerstelle in Fechenheim übertragen.

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* Vv. Dereinshaus. Heute Abend 8 Uhr findet der 1. Abonnementsvortrag im Saale des evangelischen Vereins­hauses statt. Herr Pfarrer Cremer aus Berlin spricht über die evangelische Frauenfrage.

* Die^ Kleinkinderschule und Privatpflege der barm­herzigen Schwestern befindet sich von jetzt an nicht mehr Französische Allee 13, sondern Frankfurter st raße 33.

* Sèsdtverordneienwuhlen. Die Sozialdemokraten haben am Samstag Abend als Kandidaten für die Ergänzungs­wahlen zur Stadtverordnetenversammlung (3. Abtheilung) nominirt die Goldarbeiter Aukamm und Craß, G. Hoch und Dr. Gg. Wagner.

* Die hessischen Kornhäuser. An der am 2. ds. in Cassel staNgefundenen Generalversammlung der hessi­schen Bezirksgenossenschaftsbank e. G. m. b. H. nahmen außer den betheiligten Kornhaus-, Pferdezucht- und Molkerei-Genossenschaften u. A. der Herr Regierungspräsident Freiherr von Trott und die Herren Vertreter des Königs. Oberpräsidiums, sowie der Königl. Regierung Theil. Herr Oekonomierath Rexerodt trug den Jahresbericht vor, gemäß welchem im Geschäftsjahr 190001 namentlich das Kornhaus­wesen einen erfreulichen Aufschwung genommen hat, sodaß ein namhafter Geschäftsgewinn erzielt werden konnte. Die im Regierungsbezirk auf dem Lande wohnenden Mühlenbesitzer haben in größerem Umfange, wie in den Vorjahren das Korn für ihren Betrieb den Kornhäusern abgekauft, so daß ein naturgemäß direkter Verkehr zwischen den Getreideproduzenten und den Müllern sich fast allerorts erfreulicher Weise entwickelt habe. Die Versammlung gab einstimmig dem Gefühle Ausdruck, daß Hessens Landbevölkerung um keinen Preis ine segensreich wirkenden, vielfach die Getreidepreise regulirenden Kornhäuser missen wolle. Der von den Händlern in Wort und Schrift seither ausgiebig geltend gemachte Widerstand gegen dieselbe habe sich als ein nutzloser erweisen müssen, weil in den Silos außerdem das Getreide der kleinen Landleute erst zur Verkaufs­waare verarbeitet werde und alsdann einen Preis erziele, welcher dem an die Produzenten gezahlten Preise entspreche. Nachdem Decharge ertheilt und die Bilanz genehmigt war, wurden die statutgemäß ausscheidenden Herren vom Vorstand und Aufsichtsrath wieder gewühlt und demnächst beschlossen, von Jedermann Sparkassen-Einlagen anzunehmen, welche mit 3^4 Prozent verzinst werden, jedoch eine Gesammtsumme von Mark 400,000 nicht übersteigen sollen. Nack einer angeregt verlaufenen Debatte schloß der Vorsitzende mit dem Ausdruck des Dankes gegenüber der Verwaltung die Versammlung.

* Stadttheater. Wochenspielplan: Mittwoch: Gastspiel Rodins:Jugendfreunde". Freitag: Gastspiel Ro­dins:Ueber unsere Kraft". Sonntag:Hopfen­raths Erben", Volksstück mit Gesang von Heinrich Wilken.

Feuilleton

Stadt-Thcntcr in Hanau.

Hsmau, 11. Novbr. Wilhelm Tell", Schauspiel von Schiller.

Unsere deutschen Bühnen, soweit sie noch ein höheres Bestreben als bloßer Unterhaltung zu dienen bekunden, lassen selten den 10. No­vember vorübergehen, ohne das Andenken Schillers an diesem Tage durch Aufführung eines seiner Stücke zu ehren. Auch unsere Direktion war dieser Ehrenpflicht nachgekommen und hatte die Genugthuung, vas Haus in allen seinen Rängen dicht besetzt zu finden. Nur eine kurze spanne Zeit von einigen Jahren trennt uns noch von dem Tage, da ein Jahrhundert vergangen sein wird, daß Schiller seine Augen für immer geschloffen, aber in seinen Werken ist er unsterblich ge- worden, denn diese schaffen der Jugend Begeisterung und haben selbst für das Alter noch ihren bestrickenden Reiz. Vor einigen Tagen ist Schillers JugendwerkDie Räuber" als Volksvorstellung über unsere Bretter gegangen, in welchem Werke der noch nicht Zwanzigjährige den ganzen Feuerstrom seines hinreißenden Talentes zum ersten Male der Welt zeigen konnte; gestern ging inWilhelm Tell" sein letztes größeres Werk über unsere Bühne, das er, schon die todtbringende Krankheit im Herzen, doch noch so kraftvoll gestalten konnte. Beide Stücke umrahmen das gewaltige dichterische Schaffen des Meisters, dem unser Geistesleben so unendlich viel zu verdanken hat. Die Auf­führung von achtern hinterließ einen befriedigenden Eindruck, nur mußten wir bedauern, daß dem Rothstist der Regie, besonders an dem letzten Theil des ^chauwicls, ;o manche wichtige Szene zum Opfer gefallen war. Der Aupuhrung lieh auch Direktor Oppmar sein prächtiges ^arstellunqstalent alsFreiherr v. Attinghausen" und er­warb sich mit der ichars nmrissenen Wiedergabe dieser Rolle den Dank aller Theaterbesucher. Der Gast des Abends, Herr Rodins, gab den Test" mit Warme und der erforderlichen Kraft. Sein Spiel kenn- zeichnete auf das Beste den emmchen biederen Charakter des Dells und entbehrte in den g ßen - seuen Nicht der gewaltigen Leidenschaft, welche die erfolgreiche ^ ber auch

die Regie'te, schuf,m dein^Mstacher eine markante Gestalt. Herr Kron überraschte als.Nelchthal durch echte Leidenschaft und kräftige charakteristische ®^ Herr Kinkel als

Rudenz" war red^JclX^ ^ ausdrucksvoll genug. Herr Schwarz als^anmgaiten und Herr Lindenlaub als

Fürst" befriedigten. Herr Retzbach sprach denGeßler" mit Ver­ständniß, aber im Ganzen vermißten wir die scharfe Ausgestaltung der Rolle, ohne welche der Charakter nicht glaubhaft scheint. Die Damen GypenBertha", RiegerGertrud", BrandowHedwig", HaasArmgard" und die Kl. Hantke alsWalther" boten durch­weg Gutes, auch die übrigen Parthien waren zufriedenstellend vesetzt.

Kunst und Leben.

St. Frankfurt, 40. Novbr. Vor kaum 4 Wochen er­regte Paul Lindau's SchauspielNacht und Morgen" in Berlin gewaltiges Aufsehen. Nun halten wir die Novität hier, wo sie gleich fesselnd wirkte. Der Held des Stückes, Legations­rath von Eckhorst, hat ein heimliches Verhältniß mit seiner Schwägerin, es kommt zum Bruch und er soll ihr ein Bild znrückgeben, das er im Bureau verwahrte. Er wollte gerade eine Erholungsreise an treten und muß nun, um das Bild zu holen, nochmals ins Bureau. Zu gleicher Zeit fehlt ein wich­tiges Dokument, das ein französischer AUachö erangelte. Na­türlich fällt der Verdacht auf Eckhorst, es kommt zum gericht- Ucheu Einschreiten und in dessen Höhepunkt erhebt sich die Schwägerin und bekennt, daß er ihretwegen im Bureau war. Auch bei uns hat das Schauspiel, dessen spannende Szenen und fesselnder Dialog nicht wegzuleugnen sind, einen schönen Erfolg gehabt, der aber auch der flotten Darstellung und dem ausgezeichneten Zusainmenspiel zu verdanken war.

Frankfurter Theater - Repertoir.

Opernhaus. Dienstag, den 12. Novbr:Der polnische Jude" Große Preise. Mittwoch, 13.: Vorstellung bei ermäßigten Preisen:Der Zigeunerbaron". - Donnerstag, 14.:Der Ring des Nibelungen". Dritter ^ag:Gott.r- dämmcruna". Große Preise. Freitag, 15.: Gesch oßen. - Samstag, 16.:Der polnisches

Sonntag, 17., nachmittags 31/» Uhr: Vorstellung bet ermäßig-

* Schwurgericht. Dem Druckfehlerteufel hat es ge­fallen, in der Samstagsnummer in dem Bericht über den Dörnigheimer Fall aus dem Worteschmückte" das weniger angeseheneschminkte" zu machen. Die 13. Zeile in dem betr. Artikel wäre hiernach zu berichtigen.

* Oberkriegsgericht. Ein Unteroffizier der _ ersten Schwadron im Ulanen-Regiment Nr. 6 ist wegen Mißhand­lung von Untergebenen vom Kriegsgericht zu 4 Monaten Ge­fängniß verurtheilt worden. Auf seine Berufung wurde die Strafe vom Oberkriegsgericht auf 3 Monate und 15 Tage Gefängniß herabgesetzt, da er in 3 Fällen von der Anklage der Mißhandlung freigesprochen wurde.

e. Die Bereinigung Hanauer Poft- und Tele- graphenbeamten hielt gestern Abend in den Sälen der Centralhalle" ihr diesjähriges Wintervergnügen ab. Di? programmmäßig vorgesehenen Aufführungen (Darbietung leben­der Bilder, Liedervorträge, eine Duoszene, der SchwankDie Tante aus der Provinz" u. a. m.) wurden mustergiltig durch­geführt. Der hierauf arrangirte Ball hielt die Erschienenen bis zum frühen Morgen zusammen. Die Post- u. Telegraphen­beamten - Vereinigung kann mit Genugthuung auf ein in jeder Weise gelungenes Fest zurückölicken, umsomehr als die Darbietungen nur von Kollegen und Kolleginnen des Vereins gegeben wurden.

* Familienabend. Der RadfahrervereinVorwärts" feierte gestern Abend in dem Sälchenzur Sonne" sein 13. Stiftungsfest durch einen Familienabend. Wie Herr O h l aus- sührte, habe man von einer größeren Festlichkeit abgesehen, weil die Zahl13" nicht in besonders gutem Ansehen stände. Auf den Familienabend halte diese verpönte Kummer aber ersichtlich keinen Einfluß, wieFigura" d. h. die höchlichst animirten Radler, Radlerinnen und Freunde zeigte. Zwei gute Humoristen, die Herren Bach und Gemmer, standen mit Glück dem komischen Theil vor, während Musik, eine Ver- loosung und selbstverständlich auch ein Tänzchen dZs ihrige zur Unterhaltung beitrugen. Auch der verabfolgte Stoff ließ nichts zu wünschen übrig, und so hat auch die diesjährige Stiftungsfeier allseitig befriedigt.

* Der WerkmeifterWezirksbereitt, ein Glied des großen, überaus segensreich wirkenden deutschen Werlmeister­verbandes, hatte am Samstag Abend die Mitglieder, Freunde und Gönner zur Feier seines 15. Stiftungsfestes im Saale derCentralhalle" vereinigt. Der gute Besuch der Veranstal­tung bewies markant, daß man den idealen Bestrebungen des Vereins vollste Sympathie in weiten Kreisen entgegenbringt. In seiner Begrüßungsansprache wies der Vorsitzende Herr Leißing in beherzigeuswerthen Worten auf die innerhalb des Verbandes bestehenden Wohlfahrtseiurichtungen hin und beleuchtete dieselben in ihren segensreichen Wirkungen auf die

ten Preisen:Der Zigeunerbarou". Abends 7 Uhr:Das Glöckchen des Eremiten". Montag, 18.: Geschlossen.

Schauspielhaus. Dienstag, 12. Novbr.:Nacht und Morgen". Gew. Preise. Mittwoch, 1.:Nacht und Mor­gen". Gew. Preise. Donnerstag, 14.: Vorstellung bei kleinen Preisen:Abu Seid". Hierauf:Die Fee Caprice". Freitag, 15.:Nacht unb Morgen". Gew. Preise. Samstag, 16.:Die Journalisten". Gew. Preise. Sonntag, 17., vormittags ll1^ Uhr: Vorstellung bei klei­nen Preisen:Wallenstein's Lager". Nachmittags 3^2 Uhr: Vorstellung bei kleinen Preisen:Die Piccolomini". Abends 7 Uhr: Vorstellung bei kleinen Preisen:Wallenstein's Tod". Montag, 18.:Die Zwillingsschwester". Gew. Preise.

mittags 12 Uhr am 9./11.

Barometerstand

11./11.

Sehr trocken Beständig

Schön Veränderlich

Regen (Wind)

Viel Regen Sturm

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