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Seite 2 ländische Produktionen sollten bei uns nur so viel Schutz ge­nießen, wie die unsrigen im Auëlande. Redner bittet noch um Kommiisionèberathung. Hierauf tritt Vertagung ein. Morgen 1 Uhr Fortsetzung, dann zweite Lesung des Etats, zunächst Etat des Reichskanzlers.

Preußischer Landtag. Herrenhaus.

1. Sitzung vom 8. Januar. 2 Vs Uhr.

Präsident Fürst zu Wied eröffnet mit einem Hoch auf den Kaiser und König die Sitzung. Der Namensaufruf er­gibt die Anwesenheit von 104 Mitgliedern. Das Haus ist also beschlußfähig. Auf Antrag des Herzogs von Na- tib o r wird das bisherige Präsidium per Acclamation wieder- gewählt, und zwar Fürst zu Wied als Präsident, Frhr. v. Manteuffel als erster, Oberbürgermeister Becker- Köln als zweiter Vizepräsident. Als Schriftführer werden gewählt die Herren: Graf v. Arnim-Boitzenburg, Oberbürger­meister Züchte mann, Dr. Giese, Graf v. Hutten- Czapski, v. Klitzing, Graf v. Reichenbach-Go- schütz, Graf Salm-Horstmar, Graf v. Seidlitz - Sendrazki, Nächste Sitzung: Mittwoch ll/e Uhr. Tagesordnung: Int rpcllation Graf Klinckowström, betr. die Verstaatlichung der preußischen Südbahn und Interpellation des Grafen Schlieben, betr. das Jigeunerunwesen. Schluß 3V< Uhr. "

Abgeordnetenhaus.

1. Sitzung vom 8. Januar. 2 Uhr.

Am Ministertische : v. Miquel und v. Rheinbaben Präsi­dent v. K röche r' eröffnet die Sitzung mit einem Hoch auf den Kaiser und König und beruft die Abgeordneten Im Walle (Centn) Weyerbusch (frk.), v. Wrochem (kons.) und Jürgensen (nl) zu provisorischen Schriftführern. Das Haus ist beschlußfähig. Nächste Sitzung: Mittwoch 11 Uhr. Bureauwahl und Entgegennahme von Vorlagen der Staats- regiecung. Schluß 2'/* Uhr.

politische Rundschau.

Armeebefehl des Kaisers. Aus Anlaß des Ab­lebens des Großherzogs von Sachsen-Weimar hat der Kaiser den nachstehenden Armeebefehl erlassen: Mein geliebter Groß­onkel, der Großherzog Karl Alexander von Sachsen Weimar- Eisenach, Königliche Hoheit, Generaloberst der Kavallerie mit dem Range eines Generalfeldmarschalls, ist am 5. d. M. aus langem, gesegnetem Leben abberufen worden. Mit Mir und Meinem Hause durch nahe verwandschattliche Beziehungen ver­bunden, hat der Entschlafene Meinem Großvater und Meinem Vater in ernsten Zeiten treu zur Seite gestanden und auch Mir reiche Beweise aufrichtigster Freundschaft gegeben. Meine Armee aber verliert in bau Dahingeschiedenen einen warmen Gönner, der ihr länger als 60 Jahre mit vollem Herzen und stets gleichem Interesse angehört hat. Um der schmerzlichen Trauer Ausdruck zu geben, die Mich und Meine Armee be­wegt, bestimme ich hierdurch: 1) Sämmtliche Offiziere der Armee legen auf drei Tage Trauer an. 2) Die Offiziere der Garnisonen des Großherzogthums Sachsen-Weimar-Eisenach schließen sich der Landestrauer an. 3) Bei dem Kürassier- Regiment Graf Geßler (Rheinischen) Nr. 8, dessen Chef der Verewigte länger als 50 Jahre gewesen ist, und bei dem Leib- kürassier-Negiment Großer Kurfürst (Schlesischen) Nr. 1 welchem derselbe anläßlich der Aufnahme in den Verband der Preußischen Armee aggregirt wurde währt diese Trauer acht Tage. Neues Palais den 6. Januar 190L Wilhelm.

Zum Jubiläum des Königreichs Preußen. Zum 18. Januar dürfen zahlreiche Beförderungen und sonstige Gnadenbeweise für die Armee und Flotte erwartet werden.

Der Kultusminister hat aus Anlaß eines Spezial- falles eine Verfügung über die Handhabung des Unterrichts in den Gymnasialkursen für Mädchen erlassen, in der es heißt:Aus einem Berichte meines Fachreferenten über seinen Besuch der dortigen städtischen Gymnasialkurse für Mädchen habe ich erfahren, daß es bis jetzt noch nicht gelungen ist, im Unterricht dieser erwachsenen Schülerinnen die auf der höheren Mädchenschule gewonnene und in der Aufnahme­prüfung nachgewiesene Bildung mit den Anforderungen gymnasialen Unterrichts in Einklang zu setzen und so eine innere Verbindung beider Bildungsgänge herzustellen. Ich muß dies als einen schwer wiegenden Mangel bezeichnen. Neu sind für die Schülerinnen der Gynasialkurse die alten Sprachen und die Mathematik. In diesen Disziplinen ist selbstverständlich von den Elementen auszugehen, wenn auch die unterrichtliche Behandlung der geistigen Entwickelungsstufe der Schülerinnen angemessen sein muß. Die anderen Fächer sind dem Gymnasium und der höheren Mädchenschule gemeinsam. Hier wird bei Auswahl und Bemessung des Lehrstoffes unter Zugrundelegung des Lehrplanes der höheren Mädchenschule vom 31. Mai 1894 sorgfältig und im Einzelnen erwogen werden müssen, welche Theilgebiete der verschiedenen Dis­ziplinen den Schülerinnen neu sind, welche anderen einer Ergänzung und Erweiterung im Sinne gymnasialen Unter­richts bedürfen und welche nach der erworbenen Vorbildung vorausgesetzt werden müssen, also nicht mehr oder doch nur gelegentlich und wiederholungsweise zur Behandlung kommen sollen. Es ist ein pädagogischer Mißgriff, wenn, wie dort geschehen, in dem untersten Gymnasialkursus, namentlich in evangelischer Religion und im Deutschen, Stoffe behandelt und Dichtungen gelesen werden, welche aus der Mädchenschule bereits genugsam bekannt sind, besonders wenn dies in einer Form geschieht, die der geistigen Entwickelung strebsamer sechzehn- bis achtzehnjähriger Mädchen nicht entspricht. Mit bloßer Uebertragung des der entsprechenden Lehrstufe des Gymnasiums angemessenen Verfahrens auf die Gymnasialstufe der Mädchen ist es nicht gethan. Wenn die Aufnahme­prüfung, wie ich annehme, eine gründliche und ernste gewesen ist, muß der neue Unterricht den früheren zur Voraussetzung haben. Hat die Mädchenschule an den Zöglingen ihre Auf­gabe erfüllt, so wird auch der Unterbau, auf welchem sich die gymnasiale Fortbildung erheben soll, tragfähig sein.

Hanauer Anzeiger

Verkitt, 8. Januar. Bei der bevorstehenden Jubel­feier des 200jährigen Bestehens des Königreichs Preußen wird sich, wie dieKreuzzeitung" hört, Kriser Franz Josef durch einen Erzherzog vertreten lassen. Nähere Bestimmungen sind noch nicht getroffen.

Berlin, 8. Januar. Zu der heme im Architektenhause begonnenen Zollversammlung des deutschen Handels­tages waren die Delegirten der deutschen Handelskammern, kaufmännischen Korporationen und wirthschaftlichen Vercine außerordentlich zahlreich eingetroffen. Geheimrath Frentzel er­öffnete die Versammlung mit einem Hoch auf den Kaiser. Hierauf hielt Staatssekretär Graf Posadowsky die Begrüßungs­Ansprache, in welcher er u. A. heroorhob, daß man mit einiger Sicherheit annehmen könne, es werde auch in diesem Jah - hundert der Wissenschaft gelingen, sich zum Besten der Mensch­heit die Kräfte der Natur immer mehr dienstbar zu machen und damit der Industrie und dem Handel fortgesetzt neue Ge­biete der Thätigkeit zu eröffnen. Zum ersten Punkt der Tages­ordnung : Zolltarifgesetz und Handelsverträge, empfahl der Be­richterstatter Generalsekretär Dr. Soethbeer-Berlin eine Reso- luiion, die sich für langfristige Handelsverträge und gegen Er­höhung der Zollsätze ausspricht. Ueber diese Resolution ent­spinnt sich eine lebhafte, theilweise sogar erregte Debatte. Schließlich wurde die Resolution mit einer Reihe von Ab­änderungen angenommen. Ein Zusatzantrag, wonach der Handelslag sich entschieden gegen jede Erhöhuilg der Zölle auf Lebensmittel ausspricht, wurde mit 147 gegen 143 Stim­men angenommen.

Berlin, 8. Januar. Professor Franz von Liszt behandelte in seiner heutigen Vorlesung die Frage, wie weit die moralischen und rechtlichen Pflichten des Vertheidigers gehen mit Bezug auf den Prozeß Sternberg. Er führte u. A. aus: der Vertheidiger sei der rechtliche Beistand des Beschul­digten, der diesem zu dem Zwecke beigegeben sei, die berech­tigten Interessen des Beschuldigten wahrzunehmen. Es wäre die schltmmne Pflichtverletzung, wenn der Bertheidiger als Ge­hilfe des Staatsanwalts auftreten würde. Er sei daher nicht nur nicht verpflichtet,- sondern nicht berechtigt, belastende Mo­mente, die zu seiner Kenntniß gelangt sind, dem Richter mit= zutheilen. Der Vertheidiger sei verpflichtet, die ihm durch die Prozeßordnung gebotenen Jnformaiiousmittel gewisseuhaft zu benutzen. Der Vertheidiger dürfe aber nicht zum Begünstiger des Verbrechens werden.

Berlin, 8. Januar. Bei Besprechung der Thronrede anläßlich der Eröffnung des preußischen Land­tages heben die Abendblätter hervor, daß dieselbe trocken und geschäfismäßig sei und nichts Überraschendes bringe. Im Vordergründe stehe natürlich die Kanal-Vorlage neben dem Etat. Daß die Finanzlage eine günstige sei, sei erfreulich.

Paris, 8. Januar. Die Kammer wählte heute Deschanel mit 296 gegen 217 Stimmen wieder zum Präsi­denten.

Die Lage in China.

Graf Waldersee äußerte, nach einer Reuter-Meldung aus Peking, das Ersuchen Chinas durch die Vertreter an den ausländischen Höfen, daß die militärischen Operationen eingestellt werden sollen, könne jetzt nicht bewilligt werden. Walderwe fügte hinzu, es seien keine Expeditionen ohne Grund ausgesandt worden. Dahin, wo Blutszenen und Unordnungen vor­gekommen seien, seien Truppen abgeschickt worden, um ein- zuschrcicen, als einziges Mittel, um Ausschreitungen zu ver­hindern. Tie Expeditionen seien nicht zu Strafzwccken erfolgt, sondern lediglich um eine polizeiliche Thätigkeit auszuüben und Leben und Eigenthum zu schützen.

Eine deutsche Rekognoszirungsabtheilung

traf im nördlichen Distrikt bei Szehaikon, 20 Meilen nord­westlich der Kreuzung der Großen Mauer, auf 3000 Chinesen. Tie Deutschen zogen sich auf Luipinpu zmück, wo sie durch eine Expedition verstärkt werden, die am 29. Dezember von Peking aufgebrochen ist und deren Ziel, wie man annahm, der Distrikt von Paotingfu sein sollte. Die Gegend ist außer ordentlich bergig. Das Dorf liegt in einem Thale, dessen Eingang befestigt ist. Die Deutschen gingen zum An­griff vor. Die Chinesen vertheidigten den Befestigungswall, auf dem 10 Geschütze aufgefahren waren. Nachdem die Ge­birgsbatterie eine Stunde gefeuert hatte, wurde die Stellung mit dem Bajonnet genommen, worauf noch ein dreistündiger Kampf folgte, bis der Feind aus dem Thal vertrieben war. Die Verluste des Feindes wurden auf 200 geschätzt. Aus deutscher Seite wurde ein Mann getödtet, vier ver­wundet. Aus den erbeuteten Flaggen geht hervor, daß der Feind ans Milizsoldaten bestand.

Kapitän Lans.

Bei der Begrüßung des in Neapel eingetroffenen Korvetten- Kapitäns Lans an Bord desKönig Albert" sagte, wie von dort telegraphirt wird, de deutsche Konsul, alle Deutschen ebenso wie alle übrigen Europäer erfüllte das tapfere Verhalten des Kommandanten und der Mannschaft desIltis" mit Bewunderung. Die deutsche Kolonie sei stolz darauf, zuerst die Helden im Namen der deutschen Landsleute zu begrüßen. Weiter wird berichtet:

Neapel, 8. Januar. Kapitän Lans wurde im Auftrage Kaiser Wilhelms vom Kapitän Wenzel, Marineattachö bei der deutschen Botschaft in Rom, begrüßt. Die deutsche Kolonie in Neapel ließ dem Helden von Taku eine mit Lorbeer und den deutschen Farben geschmückte Photographie der berühmten Viktoria" des Neapeler Museums überreichen, deren Nach­bildung in Bronze Lans nach Deutschland nachgeschickt wird. Als die Deputation erschien, erhob sich Laus, indem er sich auf seine beiden Stöcke stützte, und küßte erschüttert die Trikolore, welche das Bild umwand. Sein Aussehen ist blühend, fein Haar leicht ergraut. Seine Genesung hat vortreffliche Fort­schritte gemacht. Inzwischen spielten sich auf der anderen Seite des Schiffes ebenfalls ergreifende Scenen ab. Auch^die Gattin des italienischen Gesandten in Peking, Marchese caV vago Raggi, war mit demKönig Albert" eingetroffeu und wurde nun von ihren Eltern begrüßt. Ferner kamen vier

__________________9. Jarmar deutsche Verwundete mit dem Dampfer an, darunter ein Mi^ kämpfer von der Kolonne Seymour, der nicht weniger als fünf Kugeln in Hals, Gesicht und Leib erhielt, von denen ihn eine des rechten Auges beraubte und nur eine mit Hilfe von Röntgenstrahlen aufgefunden und entfernt werden tonnte. Trotzdem befindet sich der Tapfere ganz wohl. DerKönig Albert" dampfte heute nach Bremen ab.

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Telegramme:

Berlin, 9. Januar. Wie demLokal-Anzeiger" aus London telegraphirt wird, erhielten nach einer Meldung aus Peking die chinesischen Bevollmächtigten ein kaiserliches Dekret, die Kollekcivnote nicht zu unterzeichnen, es sei denn nach Streichung der Bedingung bezüglich der Schleifung der Taku-Forts, der Etablirung stündiger Militärposten, der be­waffneten Gesandtschaftswgchen und des Waffen - Einfuhr­verbots. Die Bevollmächtigten beschlossen, die Note dessen un­geachtet zu unterzeichnen. Sie telegraphirten zurück, falls sie die Annahme revociren würden, müßten die Feindseligkeiten wieder eröffnet werden. Jeder Widerstand Chinas sei un­möglich.

Berlin, 9. Januar. Nach einer Depesche derVosfischen Zeitung" aus London besagt eine New-Iocker Meldung vom 3. Januar: Der russische Botschafter habe in einer Zuschrift an den Staatssekretär Hay die bestimmte Versicherung seiner Regierung abgegeben, daß kein russischer Vertrag mit China besteht, der die Erklärung, Rußland beabsichtige nicht, irgend einen Theil der Mandschurei zu erhallen, ändere. Dem Vernehmen nach gab der russische Botschafter diese Erklärung freiwillig ab.

Paris, 9. Januar. Ein Telegramm an das hiesige Marineamt berichtet, daß der DampferVille de Tamalave," welcher das 13. russische Infanterie-Regiment von China nach Odessa bringen soll, noch immer nicht in Odessa eingetroffen ist. Man hegt deshalb ernste Befürchtungen für das Schiff. Infolge des Schneetreibens sind die Eisen­bahnverbindungen nach Odessa unterbrochen.

Wahsington, 9. Januar. Amtlich wird hier zuge­standen, daß bie Vereinigten Staaten den formellen Vorschlag an die Mächte erlassen haben, eine Konferenz über die Frage der Handelsverträge mit China und Auszahlung der Ent- schüdigungsgelder an die Christen und sonstigen Personen einzuberufen.

Dom Kurrnlrrieg.

London, 8. Januar. Reuter meldet aus Rietfontein vom 5. d. M.: Burenabtheilungen unter Delarey, Steenkamp uud Boshoff zeigten sich in bedeutender Stücke am 1. Januar in der Umgebung von Buffelspoort, ihre Zahl wird auf 5000 Mann geschätzt. General Paget und andere Truppenthcile rückten aus, um die Buren zu umgehen und ab­zuschneiden, diese zogen sich zurück. Die Mehrzahl rückte durch Breedtuek. Es scheint sicher zu sein, daß der Feind in diesem Gebiet bedeutende Verstärkungen aus Walersberg er­hielt. Ein Kaffernhäuplling meldet: 3000 Buren rückcen durch Zoutpansdrift nach dem Magaliesberg. Magalicsberg selbst bietet dem Feinde große Vortheile, sein Besitz ist 1000 Mann werth.

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Telegramme.

Berlin, 9. Januar. Wie demBerliner Tageblatt" aus London depeschirt wird, ist der Kriegszustand auf alle südlichen Distrikte der Kapkolonie ausgedehnt worden. Es wird gemeldet, daß 1500 Buren sich 120 englische Meilen nord­östlich von Kapstadt befinden. Auch die Kämpfe am Vaal dauern fort.

London, 9. Januar. Die heutigen Morgenblätter legen eine gleichgiltige Haltung über die Lage in Süd­afrika an den Tag. Die Mehrzahl dcrselben scheint anzu­nehmen. daß die Lage nicht so schlimm ist, wie gemeldet wird und stützt sich auf das Verhalten des Lord Kitchener. Der­selbe würde nach ihrer Ansicht, wenn die Lage ernst wäre, sich darüber ausgesprochen hrben. Da dies aber nicht der Fall sei, sei der Beweis erbracht, daß er einen Plan habe, um der Invasion Herr zu werden.

London, 9. Januar. Aus Kapstadt wird berichtet: Die Zahl der Buren, welche im W e st e n der K a p - kolonie eingedrungen sind, nimmt jeden Tag z u. Die Mehrzahl dringt nach Süden vor, indem sie der Eisenbahn folgt. Die Buren gebrauchen, wie es heißt, Ge» waltmaßregeln gegen die Holländer, welche sich weigern, sich ihnen anzuschließen. Ihre Zahl wird jetzt bereits auf 18,000 geschätzt. Sie sind mit guten Pferden versehen und haben große Vorräche an Kriegsmunition.

Hus Stadt und Cand.

Hanau, 9. Januar.

* Preußischer Städtetag. Der Magistrat hat Herrn Oberbürgermeister Dr. Gebeschus zur Theilnahme an den Verhandlungen des am 29. d. Mts. in Berlin zusammen­tretenden Preußischen Städtetags delegirt.

* Klärbeckenanlage. Das Mitglied des Magistrats Herr Sanitätsrath Dr. Eisenach wird sich am 29. d. M. nach Berlin begeben, um an einer Besprechung im Ministecium betreffs unserer projeftirten Klärbeckenanlage theilzunehmen.

* Der Sprechverkehr ist auf Neuhof (Kr. Fulda) und Oberkatbach ausgedehnt worden. Die Gesprächsge­bühr beträgt 50 Pfg.

* Der Sprechverkehr zwischen Gelnhausen, Orb und Wächtersbach einerseits und Butterstadt, Bruchköbel, Marköbel, Ostheim, Roßdorf, Kilianstädten, Windecken, Mittelbuchen, Wachenbuchen, Bergen, Hochstadt, Dörnigheim, Fechenheim und Bischofsheim andererseits ist zugelassen.

* Wohlthätigkeits - Konzert in der Marien­kirche. Wir weisen auch an dieser Stelle darauf hin, daß das vom Vaterl. Frauenverein arrangirte Wohllhätigkeitskonzert in der Marienkirche nicht morgen, wie vielfach angenommen wird, sondern am Dienstag den 15. d. M. stattfindU.