. 8. Februar.
D«vâ«er Anzeiger
Gerte 5
2722 187209 209502 211156 214062 223682 232069 9024 250216 281170 314278 323942 364684 365677 8823 418825 433965 442823 445918 450634 502104 5923 585149 616861 631320 649106 723975 716758 6819 741442 756819 790375 803043 830845 830849 7177 854576 910410 929891 941444 944896 946778 7886 979185 1004385 1012216 1015835 1034309 52027 1133207 1155723 1155725 1158524 1160000 66937 1184756 1184760 1230886 1230890 1254638 64937 1281037 1382825 1284891 je 1000 Frcs. — leihe von 1892. Ziehung vom 22. Januar. Nr. 133143 100 000 Fr. Nr. 200621 zu 50 000 Fr. Nr. 109539 5121 je 10 000 Frcs. Nr. 6725 38120 63480 87950 3693 111045 116468 131185 215228 228997 248984
1872 293270 302908 309283 325277 355484 370212 3667 379227 423601 438643 454977 500105 500246 SL79 511093 559302 570846 578414 je 1000 Frcs.
(Ohne Gew.)
Hue aller «leit.
Eine brave That »entscher Seeleute meldet der aht aus Falmouth vom 6. Februar: Die Mannschaft • russischen Bark „Tylly", von Southsields mit Kohlen terwegs ist nach Verlust des Schiffes heute hier gelandet uden. Sie ward gestern durch den Hamburgisch - rerikanischen Dampfer „Australia" gerettet. Auf diesem fite man die Nothzeichen gesehen. Nach einem Aufruf von eiwilligen, auf welchen als erster der Untersteuermann sich ldete, wurde ein Rettungsboot zu Wasser gelassen. Diesem ang, trotz der sehr hohen See, die glückliche Rettung der iffbrüchigen Mannschaft.
Auf der Jagd ums Leben gekommen. Ein weres Jagdunglück hat sich ereignet. Der Gutsbesitzer tgust Gatz aus Osterwick übersprang auf der Fuchsjagd im kziner Wald, einen Graben; bebet entlud sich sein Gewehr, : Schuß ging in den Unterleib. Die Verletzungen sind so wer, daß denselben Tag der Tod eintrat.
Ueber die Erschießung des Hauptmanns dams vom Infanterie-Regiment Nr. 17 durch den Ober- itnant Rüger, über die wir berichtet haben, wird der „Voss, g." gemeldet: Zwischen dem Erschossenen und dem Ober- bSarjt Dr. Rüger, der ebenfalls dem Regiment Nr. 17 anhört, bestand schon seit längerer Zeit ein gespanntes Ver- ltniß, das auch den Kameraden durch wiederholte kleine eibereien bekannt geworden war. Die außergewöhnliche Ruhe s Oberstabsarztes hatte aber bisher jedem öffentlichen Bruch rzubeugen gewußt. An dem verhängnißvollen Abend blieb ich dem Essen im Kasino, das in bester Gemüthlichkeit ver- ufen war, eine Gesellschaft jüngerer unverheiralheter Herren sehr heiterer Stimmung zusammen, darunterauch die beiden bengenannten und der Bruder des Oberstabsarztes, r Oberleutnant Rüger vom Infanterie-Regiment Nr. 144. erschiedene Herren rühmten sich nun ihrer Körperkraft, runter auch der Hauptmann, und versuchten sich dann in lerlei athletischen Kunststücken. Der Oberstabsarzt soll bei eser Gelegenheit mehrere sarkastische wegwerfende Bemerkungen macht haben, die Adams auf sich bezog. Plötzlich sprang dams auf den Oberstabsarzt zu und versetzte ihm eine Ohr- ge. Beide Herren griffen letzt zum Säbel, was aber die uwesenden verhinderten. Nach verschiedenen fruchtlosen Verchen wurden beide Parteien nach Hause gebracht. Eine halbe runde später ging der Oberleutnant Rüg^r mit einem Re- Kver bewaffnet in die Wohnung des Hauptmanns Adams, n von diesem eine Erklärung zu verlangen. Schon bei dem sten Worie — so soll der Angeklagte gesagt haben — sprang dams, der am Tische saß, auf, und fuhr mit gezogenem âbel auf den an der Thür stehenden Oberleutnant los, der 1 in sofort den Adams durch die Brust schoß. Thatsächlich urde dieser mit gezogenem Säbel auf dem Boden liegend funden. Oberleutnant Rüger meldete sich sofort auf der )ache zum Arrest. Nach dieser Darstellung, vorausgesetzt, daß e Untersuchung sie bestätigt, hätte Oberleutnant Rüger in er Nothwehr gehandelt.
Kleine Chronik. Köln, 7. Februar. Die „Köln, olkszeitung" meldet aus Petersburg: Sämmtliche 200 Kiewer studenten, die wegen der letzten Unruhen zu zweijähriger )ienstleistung verurtheilt waren, hatten sich geweigert, den ahneneid zu leisten. Es ist wahrscheinlich, daß die Studenten i aller Stille in die entferntesten Gegenden Sibiriens verbannt werben. — Bochum, 7. Februar. Auf dem Gußstahlwerk i Annen stürzte ein Gerüst ein, wobei zwei Arbeiter getsdtet, ner schwer und einer leichter verletzt wurde. — New-Dor k, '. Februar. Auf der Erie-Eisenbahn entgleiste der nach Westen ehrende „Chicago-Limited-Expreß", einer der schnellsten Züge er Welt, heute früh 8 Uhr zwischen Amasa uud Greenville, ünfzehn Personen sollen gelobtet und viele verletzt sein.
Gemeinnütziges.
Das Ausfallen der Haare ist in unserem Zeitalter äufiger geworden als in früheren Jahrhunderten. Das ist uch erklärlich, nachdem festgestellt ist, daß cs stets die Folge on geschwächten Nerven ist. Zunächst tritt es ein bei Leuten, ie ihre Nerven durch zu viel Denken überanstrengen und chwächen, dem Kopfe zu viel Blut zuführen, ihn erhitzen, die 3oren dann schließen und so den Haarboden immer mehr uStrocknen und cntkräftigen. Eine Haupt-Ursache ist das viele Irbeiten bei Licht und überhaupt das viele Arbeiten mit geäugtem Kopfe, also besonders auch bei Kurzsichtigen, die viel esen und schreiben, namentlich beim Sitzen. Auch das Gas- icht trägt hierzu viel bei, insofern es die Luft austrocknet, venn direkt oberhalb des Kopfes die Lichtflamme brennt. Erst n dritter Linie kommen allgemeine Nerven-Krankheiten und onstige Störungen des Organismus in Betracht. Seltener als llle diese Fälle sind, namentlich in vorgerückten Jahren, Lchuppenbildungen als Folgen häufiger starker Ausdünstung rer Kopfhaut. Im letzteren Falle ist Brennessel-Absud mit Wasser und Essig zum Einreiben des Kopfes zu empfehlen und täglich auszuführen. Im klebrigen ist die Ursache zu
meiden und der Kopf wöchentlich dreimal mit Zinnkrautthee und zweimal mit Brennesselthee zu waschen, der ganze Organismus ist zu stärken und das Blut abseits zu leiten durch Abreibungen mit kaltem Wasser.
Humsristisches.
Aus der höheren Töchterschule. Lehrer: „Wer ist uns aus dem Alterthum noch durch seine Verse bekannt?" — Schülerin; „Achilles!"
Selbsterkenntnis Fräulein: „Ach, das ist zu^dumm, Herr Leutnant, daß Sie nicht singen!" — Leutnant: „Zu dumm? Im Gegentheil, wenn Sie mich einmal singen hörten, würden Sie sagen: es ist sehr weise."
Alles umsonst. „. . . Aber Papa, ich weiß gar nicht, was Du gegen meinen Bräutigam hast?" — „„Ach, der Mensch ist mir viel zu dumm . . . Auch hat er's auf mein Geld abgesehen !"" — „Durchaus nicht, Papa ! Er will mich sogar ohne Mitgift heirathen!" — „„Na, siehst Du! Da ist er ja noch dümmer als ich dachte!""
Gefangen. Theaterdirektor : „Ich muß Ihnen aber gleich sagen, ich brauche starke und gesunde Kräfte, die nicht gleich bei jedem Schuß auf der Bühne umfallen ! Sie sind doch nicht nervös?" — Schauspieler: „Ich? Nein. Mir können Sie vorschießen, soviel Sie wollen!"
Verkannt. Er: „Heut', Weiberl, hab' ich mich in eine Sebent 53er fUerung aufnehmen lassen." — Sie: „Natürlich, Du denkst halt immer nur an Deine eigene Person."
Schiffsbericht.
Hamburg, 7. Februar. Der Dampfer „Prinzessin Viktoria Luise o», bet Hamburg-Amerika-Linie ist vorgestern in St. Thomas einaetroffen.
Bremen, 5. Februar. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Preußen" ist vorgestern in Colombo eingetrofe?.
London, 6. Februar. Der Union-Dampfer „Saxon" ist auf der Ausreise gestern in Kapstadt eingetroffen.
...........................................................
Drabtberichte des „Dan. Hnz.“
Aus China.
Berlin, 7. Februar. Das Oberkommando meldet vom 6. Februar aus Peking: Die Kolonne Trotha erreicht heute Tschangpingtschou.
New-Aork, 7. Februar. Eiue hier eingetroffene Depesche aus Peking besagt: Die fremden Gesandten veröffentlichten morgens ein geheimes kaiserliches Edikt, das sie von den chinesischen Bevollmächtigten gestern empfingen. In dem Edikt wird besonders dafür eingetreten, daß Tungfuhsiang nicht hingerichtet werde. Der Kaiser erklärt, daß man bei der Bestrafung Tungfuhsiangs mit großer Vorsicht erst nach sorgfältiger Ueberlegung vorgehen müsse, weil dadurch die unruhige Bevölkerung Schensis und Kansus aufgereizt und Gewaltakte gegen Ausländer und Christen begehen werde. Die Armee Tungfuhsiangs, heißt es in dem Edikte weiter, wurde auf 5000 Mann herabgesetzt, um im Hinblick auf seine in Aussicht stehende Bestrafung seine Macht zu verringern.
Shanghai, 7. Februar. In einem kürzlich hier ein- getroffenen kaiserlichen Edikt befiehlt die Kaiserin die Einführung von Reformen in den verschiedenen Verwaltungszweigen und beauftragt hohe Beamte, die Unterschiede zwischen einheimischen und fremden Verwaltungssystemen zu prüfen und passende Vorschläge über etwaige Abänderungen des chinesischen Systems und auch darüber zu unterbreiten, wie die Integrität Chinas aufrecht erhalten werden könne. In dem Edikt wird schließlich die Regulirung der Finanzen, Erhöhung der Staatseinnahmen und Verbesserung des Systems der Landesvertheidigung ungeordnet.
London, 7. Februar. Aus Peking wird gemeldet : Die Verireter der Mächte sind nunmehr einig darüber, die Enthauptung des Prinzen Tuan und des Herzogs Lan nicht zu fordern. Sie werden sich vielmehr mit der Verbannung dieser Rädelsführer nach chinesisch Turkestan begnügen.
Zur Hochzettsfeier im Haag.
Wien, 7. Februar. Die „Wiener Abendpsst" gedenkt in warmen Worten der Hochzeit im Haag und erklärt: Die Königin Wilhelmina genießt allerorten s erehrungsvolle Sympathien, die österreichisch-ungarische Monarchie hege herzliche, freundschaftliche Beziehungen zu den Niederlanden; aufrichtig werde auch in Oesterreich-Ungarn der Wunsch getheilt, daß der heute geschlossene Herzensbund dem erlauchten Paare zur Quelle reinsten Glückes und dem Königreiche und seinem strebsamen tüchtigen Volke zur Bürgschaft einer frohen Zukunft werden möge.
Haag, 7. Februar. Die Trauung der jungen Königin fand heute Mittag 12 Uhr in der Kathedrale statt. Der Wagen, worin das Brautpaar fuhr, wurde von 8 Pferden gezogen. Diesem folgten noch sechs weitere Wagen mit den Angehörigen der königlichen und prinzlichen Familie. Die junge Königin trug die Krone, Herzog Heinrich die Uniform eines Generals der niederländischen Armee. Die religiöse Zermonie war sehr einfach und nur von kurzer Dauer. Bei der Rückfahrt von der Kirche wurde das junge Paar von einer großen Menschenmenge begrüßt. Während der Zeremonie wurden 101 Kanonenschüsse abgegeben. Um 4 Uhr nachmittags reiste das junge Paar nach Schloß Het Loo.
Haag, 7. Februar. Nach der Vermählung fand im königlichen Schlosse eine Frühstückstafel statt; die Königin-Mutter brachte das Hoch auf die Neuvermählten aus, Prinz Heinrich dankte. Kurz nach 4 Uhr erfolgte die Abreise des jungen Paares nach Schloß Het Loo, die Königin-Mutter gab ihm bis zum Wagen das Geleit. Im Augenblick der Abfahrt hatten sich alle Gäste auf dem Balkon versammelt, das junge Paar winkte denselben herzliche Abschiedsgrüße zu. Die den Platz füllende Volksmenge bereitete dem hohen Paare eine großartige Kundgebung, auch auf dem Wege zum Bahnhof wurde die Königin nebst Gemahl vom Volke lebhaft begrüßt.
Haag, 7. Februar. Die Königin hat anläßlich ihrer Vermählung eine Amnestie erlassen, wodurch 364 Ber- urtheilten ihre Strafe ganz oder zum Theil erlassen wird. Bei der Ziviltrauung richtete der Justizminister an die Königin und den Prinzen Heinrich kurze Ansprachen; er sagte zum Prinzen: Aus Liebe zu Ihrer königlichen Braut haben Sie Ihr theures Mecklenburg verlassen und versprochen der Königin treu zu sein. Der Liebe und Dankbarkeit des niederländischen Volkes dürfen Sie versichert sein. Zur Königin gewendet, sagte der Minister: Das niederländische Volk hat Sie heranwachsen sehen von der Wiege an, es hat Ihnen bei Ihrer Krönung gehuldigt, theilt heute Ihre Freude und fleht zu Gott, daß Alles, was Sie beglücken kann, Ihnen zu Theil werde und daß Ihre Vermählung dem Vaterlande zu Heil und Segen gereichen möge.
Utrecht, 7. Februar. Anläßlich der Hochzeit der Königin wurde hier ein f e st l i ch e r Aufzug veranstaltet. Der Zug hielt vor dem Hotel „Payshas", worin Krüger wohnt. Sieben Musikkorps spielten die Transvaal-Hymne, Krüger erschien am Fenster und die Menge brachte ihm stürmische Ovationen dar.
Haag, 8. Februar. Präsident Krüger ließ der Königin Wilhelmina gestern Morgen über 3 00 G l ü ckwunsch - Briefe von Buren überreichen. Die Königin war durch diese unerwartete Kundgebung angenehm überrascht und beauftragte den Präsidenten, den Spendern in ihrem Namen herzlich zu danken. — Anläßlich der Trauungs-Feierlich keiten ist hier eine Vertheuerung sämmtliber Lebensmittel eingetreten, welche an die Tage der Krönungs-Feierlichkeiten erinnert. — Der Einzug des jungen Paares in Amsterdam findet am 5 März statt. Die Stadt veranstaltet aus diesem Anlaß großartige Festlichkeiten.
Berlin, 8. Februar. Anläßlich des Ho chz eits festes im Haag vereinigte eine glänzende Festlichkeit gestern Abend die hiesige holländische und mecklenburgische Kolonie. Die Anregung und Einladung war von den hiesigen Holländern ausgegangen und deshalb trug das Fest ein durchaus holländisches Gepräge. Nach einigen gesanglichen Vorträgen folgte ein Festessen und diesem ein Ball. Unter den Anwesenden befanden sich der holländische und mecklenburgische Gesandte.
* * *
Nom Kurenkrieg.
London, 8. Febr. Das K r i e g s a M t veröffentlicht die Verlustliste der englischen Truppen in Südafrika vom 6. ds. Dieselbe umfast 21 Todte, 50 Verwundete, 6 Vermißte und 62 an Krankheit Verstorbene.
London, 8. Febr. Aus Kapstadt liegt folgendes Telegramm vor: Ein Corps von 11000 Mann regulärer Truppen ist seit Beginn der Anwerbungen in der Cap-Kolonie aufgebracht worden. Die Hauptstadt allein stellte 5000 Mann. Die Anwerbunge n dauern fort. — Lor'd Kitchener dementirt energisch die Nachricht, daß er Befehl gegeben habe, keine Buren gefangen zu nehmen und fügt hinzu, die gefangenen Buren seien stets seitens der Engländer gut und menschlich behandelt worden. — Wie verlautet, haben sich die Buren aus der Nahe von Clanwilliam zurückgezcgen.
London, 8. Februar. „Daily Mail" berichtet aus Kapstadt : Die englische Regierung hat der Kap Regierung eine Summe von 20, Millionen Pfund Sterling zur Entschädigung der nach der Kap-Kolonie Geflüchteten überwiesen. Das Auftreten der Pest in Kapstadt wird mehr oderwenigeramtlich be stätigt, da die Beamten Vorsichtsmaßregeln gegen die Epidemie treffen und das Tödten der Ratten bereits angeordnet haben. — Aus Las Palmäs wird gemeldet : Das englische Transportschiff „Lake Eric" ist aus Kapstadt mit 620 Kranken und Verwundeten an Bord hier eingetroffen. Vier weitere Transportschiffe werden erwartet.
Berlin, 8. Februar. Wie dem „Berliner Tageblatt" aus Paris gemeldet wird, erhalten sich dort seit einigen Tagen Gerüchte über eine bevorstehende Einlenkung Englands in der Transvaalfrage. Aus London nach Paris gelangte Meldungen prophezeien den baldigen Sturz. Chamberlains und Milners. Der „Temps" veröffentlicht eine offenbar infpirirte Londoner Meldung, wonach England sich auf der Seite der Delagoa-Bai schadlos zu halten gedenke. Verhandlungen in diesem Sinne hätten während der Anwesenheit Kaisers Wilhelms in London stattgefunden.
Kapstadt, 8. Februar. (Reuter - Meldung.) Der Herausgeber der „South African News" wurde unter der Beschuldigung verhaftet, ein verbrecherisches und aufrührerisches Pamphlet geschrieben zu haben, aber später gegen Bürgschaft wieder freigelassen.
*
Berlin, 8. "Februar. Das „Berliner Tageblatt" berichtet aus Lissabon: Der Minister des Auswärtigen erklärte gestern im Parlament, daß der Urlaub des Gesandten im Haag unterbrochen sei, um Portugal bei der Verehelichung der Königin zu vertreten. Der Gesandte sei vom niederländischen Minister des Auswärtigen empfangen worden und habe der Regierung mitgetheilt, der Minister habe erklärt, daß er die f r e u n d- schaftlichen Beziehungen beider Länder hoch schätze und die sofortige Rückkehr des holländischen Gesandten auf seinen Posten in Lissabon anordnen werde. Der portugiesische Minister des Auswärtigen depeschirte nach dem Haag, er wünsche ein zukünftiges herzliches Einverständniß beider Nationen und drückte im Parlament seine Genugthuung über
diese Nachricht aus.
Berlin, 8. Februar. Die „Vossische Zeitung" berichtet aus Madrid: Nach einer Sitzung des Obergerichts, in welcher der Republikaner Salmeron in langer Rede die Jesuiten gebrandmarkt hatte, die die Erbin einer hiesigen reichen Famllte verleitet laben, ihre Eltern zu verlaßen und ^ns Kloster zu gehen, begleitete eine ungeheuere Volksmenge Salmeron nach Hause unter Hochs auf die Freiheit und Pereatrufen aus die Jesuiten. Etwa 2000 Personen zogen dann nach den Klöstern und steinigten sie.
Berlin, 8. Februar. Nach einer Depesche des „Berliner Tageblattes" aus Madrid ernannte Prinz Carlos vou Bourbon