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Erstes Blatt.

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Dierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für aus­wärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

EinrückrlngsgrSühr:

Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf­gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Reklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein. ev.

AwMes Organ für Stadt- und Fâms Kanan

Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.

Nr. 131

Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98.

Freitag den 7. Juni

Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98.

1901

AruMchss.

Stadtkreis Danau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Zur Unterstützung invalid gewordener Hanauer, welche 1870/71 den Krieg gegen Frankreich mitgemacht haben, sowie der Familien der in diesem Kriege gefallenen oder nachweisbar an den Folgen desselben gestorbenen Hanauer steht dem Magi­strat ein Fonds zur Verfügung, aus welchem eventuell die Zinsen zur Vertheilung kommen sollen.

An die betreffenden ehemaligen Militärs, bezw. an die Wittwen und Waisen von solchen oder deren Vormünder, welche an jenen Fonds Ansprüche zu machen gedenken, ergeht daher die Aufforderung, sich unter Vorlage von Militärpapieren und allenfallsiger ärztlicher Zeugnisse bis zum 30. Juli d. I. entweder schriftlich zu meldeu, oder auf dem Rathhause, Zimmer Nr. 18, zu Protokoll vernehmen zu lassen.

Hanau den 3. Juni 1901.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 9378

ßtfiiiiÈtiit Mii otrlottnc WWM etc.

Gefunden: Am Wetterhäuschen im Stadtschloßpark 1 Schlüssel mit Kette. Eine Parthie ger. Cervelatwürste; abzuholen bei I. Wolf, Sternstraße 9, 2 St.

Hanau den 7. Juni 1901.

Hus Stadt und Eand.

Hanau, 7. Juni.

Abgereist. Der Herr Oberpräsident Graf Zedlitz- Trützschler, der der gestrigen Versammlung des Spar­kaffenverbandes anwohnte, ist heute Morgen wieder von hier abgereist.

* Neichsbauk. In Mittweida wird am 8. Juli b. J. eine Reichsbanknebenstelle eröffnet.

* Ehrend. Dem Ober - Leut. z. S. Darmer von S. M. S.Geier" und dem Obermatr. Füller (Sohn eines Hanauer Lehrers) von demselben Schiff ist für die Ent­schlossenheit und Opferwilligkeit, mit welcher sie am 7. Sep­tember v. I. im Hafen von Tschifu die Rettung des Matrosen Grimm vom Ertrinken bewirkten, vom Kaiser eine Allerhöchste Belobigung ertheilt.

Hd. Eisenbahnunglück. Gestern Nachmittag ereignete sich auf dem Bahnhöfe zu Bebra ein Eisenbahnunglück. Der dort nachmittags fällige Berlin-Casseler Schnellzug fuhr auf einen Rangirzug in demselben Augenblick auf, als dieser auf ein anderes Geleise übergesetzt werden sollte, sodaß die beiden letzten Wagen des Rangirzuges erfaßt und zertrümmert wurden. Die Passagiere des Schnellzuges kamen zum Glück mit dem Schrecken davon. Nur einige erhielten weniger be­deutende Verletzungen. So wurde eine Frau gegen die Wand ihres Abtheils geschleudert und erlitt eine Verletzung am Kopfe, so daß sie ohnmächtig aus dem Wagen getragen werden mußte. Das Unglück soll durch den Führer des Schnellzuges verschuldet sein, der, obgleich die Einfahrt nicht freigegeben war, trotzdem in den Bahnhof einfuhr. Doch steht die Ur­sache des Unglücks noch nicht bestimmt fest.

* Zugverspätung. Infolge des Eisenbahnunfalls bei Bebra hatte der hier nachmittags 4 Uhr 3 Min. fällige v-Zug eine Verspätung von 2 Stunden. Von Frankfurt aus wurde ein Vorzug nach Basel abgelaffen.

* Gegen die Juwelendiebe. Der Verband deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede hat im Hinblick auf die in letzter Zeit recht häufigen Ausraubungen von Juwelier­geschäften an Sonntagen beschlossen, an maßgebender Stelle um Aushebung des Verbotes, an Sonntagen die Schaufenster offen zu halten, zu ersuchen. Gerade die geschlossenen Fenster, welche keinen Einblick von der Straße aus in den Laden ge­statten, böten den Dieben die beste Gelegenheit, ungestört in den Geschäftsräumen zuarbeiten". Das Offenhalten und Beleuchten der Schaufenster beziehungsweise des ganzen Ladens habe sich als das praktischste Mittel zur Abschreckung von Dieben und Einbrechern erwiesen.

* Kovnhaus Hanau. In der Versammlung des Unterverbandes der Naiffeisenschen Genossenschaften des Kreises Gelnhausen wurde bei Erstattung des, Jahresberichts 'heroor- gehoben, daß einen starken und vortheilhaften Verkehr mit dem Kornhaus Hanau, das unter Raiffeisenscher Verwaltung steht, die Vereine Hitzkirchen-Helfersdorf, Oberreichenbach, Kassel, Spielberg, Wirtheim hatten; der Absatz von Hafer und Gerste vollzog sich glatt. Als eine Wohlthat empfindet es der freie Landwirth, daß er im Herbst weiß, wo er mit seiner Frucht

hin soll und wo er bis zum Frühjahr auf Lombard die­selbe aufbewahrend höhere Preise erwarten kann. Wie eine Mutter auf das Wohl ihrer Kinder bedacht ist, so sollen und haben die Naiffeisenschen Genossenschaften die Uebelstände aller Art zu suchen und helfend einzugreifen. In anschaulicher fesselnder Weise schilderte Herr Inspektor Hilgenberg -Hanau den Werth ' des Kornhauses für Produzent und Konsument. Wenn anch nicht alle Vereine eine starke Ausfuhr verzeichnen und nur die Hälfte derselben meist Hafer und Gerste dem Kornhaus zuführt, so können doch die meist nur konsumirenden Vereine eine billige Vermittelung der Einfuhr erwarten. Dörfer wie Lohrhaupten wird seinen Hafer zu verhältnißmäßig hohen Preisen verkaufen und sich das ver- hältnißmäßig billigere Kraftfutter durch das Kornhaus ver­mitteln lassen und sich bei diesem Tausch gut stehen; Dörfer wie Breitenborn und Wittgenborn haben nach Aufbruch der Erntevorräthe den Roggen im Kornhaus Hanau zum Welt­marktpreis und nicht wie früher zu Preisen, die der lokale Händler nach Belieben machte. An der Debatte betheiligen sich besonders Herr Pfarrer Heyde, den Standpunkt des Konsu­menten in warmer Weise vertretend und Gymnasial-Oberlehrer Wissemann-Elberfeld, der die Pflicht der Genossenschaft hervor­hob, die einzelnen Stände auf dem Lande lebensfähig zu erhalten, da dieses der Gesundbrunnen des Volkes sei. Einer für alle, alle für einen.

* *

*

* Grotz-Attheim, 6. Juni. (Versammlung). In der Monats-Versammlung desKath. Männer- und Arbeiter­vereins," welche am verflossenen Dienstag im Saalezur Rose" abgehalten wurde, führte sich unser neuer Herr Kaplan recht vortheilhaft durch einen populären Vortrag überdie soziale Frage und Mittel zur Lösung derselben" ein. Die Mitglieder folgten den Ausführungen mit gespanntester Auf­merksamkeit. Ein zweiter Vortrag brachte eine theorethische Abhandlung über Zölle und wirkte sehr aufklärend und be­lehrend. Die nächste Versammlungen finden wiederum am ersten Mittwoch eines jeden Monats statt; für die Folge soll auch der Pflege der Geselligkeit mehr Rechnung getragen werden.

( :) Oberrodenbach, 7. Juni. Lehrerstelle). Die durch Versetzung des Herrn Lehrers Streb vakant gewordene 1. Schulstelle dahier wurde vom 1. Juni ab dem Herrn Lehrer Simon Klassert, bisher in Sannerz, übertragen.

]:[ Langendiebach, 5. Juni. (Verhaftet.) Auf telegraphischen Haftbefehl wurde heute von dem Bezirksgeudarm hier ein von dem Landwirth B. vor einigen Tagen aus der Herberge zu Hanau als Knecht angeworbener Bursche sestge- nommen und dem Amtsgerichtsgefängniß Langenselbold über­liefert, weil begründeter Verdacht vorliegt, daß derselbe in Marjoß im Kreise Schlüchtern gelegentlich 500 Mk. in Ru­mänischen Staatspapieren entwendet habe. Der Bursche war auf dem Felde beschäftigt und als er bei seiner Rückkehr des Gendarmen in der Nähe des Hauses seiner Herrschaft an­sichtig wurde, ergriff er, offenbar nichts Gutes ahnend, die Flucht und versteckte sich, da er keinen anderen Ausweg hatte, in der Scheune seiner Herrschaft in einem aufgestapelten Stroh­seilhaufen, wo er natürlich alsbald aufgestöbert wurde. Die demnächst nach dem Diebstahlsobjekt abgehaltene Durchsuchung der geringen Effekten des Verhafteten waren erfolglos. An­scheinend hat der saubere Kunde die Werthstücke umgesetzt oder sonst in Sicherheit gebracht. Man sieht aus diesem Vorfall wieder, auf was für Kräfte unsere Landwirthe heutzutage leider angewiesen sind und wie Recht wir hatten, als wir vor Kurzem an dieser Stelle die wirthschaftliche Lage unserer Land­wirthe in der Zeit der wirklichen Arbeit beleuchteten. Der hiesige GesangvereinLiedeikranz" errang bei dem am letzten Sonntag und Montag in Bad Langenschwalbach stattgefundenen Gesangswettstreit den 1. und den Ehrenpreis.

* Dörnigheim, 7. Juni. (Wah l.) Bei der gestrigen Bürgermeisterwahl wurde Postverwalter Lapp mit 9 Stimmen gewählt.

UereiASnachmchteN

für Freitaa den 7. Juni)

Kunstvcrein: In der Aula der König!. Zeichenakadeinie: Ausstellung von Gemälden, Zeichnungen rc.; geöffnet von vormittags 10 bis nachmittags 5 Uhr.

Sommertheater auf Beck's Felsenkeller: Abends 8 Uhr: Vorstellung.

Eoang. Männer- und Jünglingsverein: UnterhaltungSabend (Evans. Vereinshaus).

Merkes'schrr Stenographen-Verein: Fortbildungskursus im Restaurant âur Sonne".

Klub derHarmlosen": Gemüthliche Zusammenkunft imFrankfurter Bari".

Turn- u. Fechtklub: Turnen.

Bicycleklubtzannovia": Klubabend in dergoldenen Gerste".

Männerabtheilung der Turngemeinde - Turnen.

Verein für Homöopathie ;imb Naturheilkunde: Vereinsabend in der goldenen Gerste".

Radfahrerverein Hanauer Radsport 1895: Vereinsabend imRestaurant

zum Karpfen", Rosenstraße,

Athletenklub .Germania" : Megenstemmen und Ringen der 2. und 8. Klasse (Restauration Wagenbach, Paradeplatz).

GesellschaftScharfes Eck": Monatsversammlung.

Mrsieigexmrgs- â. Kalender

für Samstag den 8. Juni.

Vormittags 8 Uhr wird im Bureau des Landesbauamt, Vor der Kinzigbrücke 3, der diesjährige Kirschenertrag von den Bäumen an der Hanau-Fuldarr- und Nwderrodenbacher-Straße und vormittags 11 Uhr im Gasthauszur neuen Mainkur" von den Bäumen an der Offenbach- Vilbeler- und Frankfurter-Straße meistbietend versteigert. Vormit­tags 10 Uhr werden auf dem Landesbauamt zu Gelnhausen die Ar­beiten und Lieferungen zur Verlegung des Landweges zwischen Ulm­bach und Uerzell, Kreis Schlüchtern, öffentlich vergeben (s. Nr. 126 Han. Anz."). Nachmittags 4 Uhr wird in der Faß'schen Gast- wirthschaft zu Rothenbergen die diesjährige Kirschenernte von dm Bäumen an der Leipziger-Straße, zwischen der Abtshecke und Rothen­bergen, meistbietend verkauft.

Telegraphischer Wetterbericht der deutsche« Seewarte.

Telegramm arrS Hamburg vom 7. Juni,

9 Uhr 40 Min.

Ein Maximum über 770 mm lagert zwischen den britischen Inseln und der Nordsee, eine Depression unter 760 mm über Westrußland. In Deutschland ist das Wetter meist kühler, trocken und veränderlich.

Prognose für den 8. Juni: Ziemlich kühleres Wetter, veränderliche Bewölkung, in Ostdeutschland stellenweise Regen wahrscheinlich.

GZK3E3B

Hessischer Sparkasienverdaad.

Gestern Nachmittag fand im Saale des Stadtschlosses dahier die 6. Hauptversammlung des Hessischen Sparkassenverbandes statt. In seiner Eröffnungsrede begrüßte der Vorsitzende des Verbandes, Herr Oberbürgermeister Dr. G e b e s ch u s - Hanau, vorerst die erschienenen Sparkassen-Delegirten und dankte ihnen für die Bereitwilligkeit, mit der sie der Einladung Folge geleistet haben, um sodann seinen speziellen Dank auszusprechen dem Herrn Oberpräsidenten v. Zedlitz-Trützschler und dem Herrn Regie­rungspräsidenten v. Trott zu Solz für ihr Erscheinen. Es sei dies das erste Mal, daß diese beide Herren den Hauptver- sammlungen des Verbandes beiwohnen und man könnte wohl daraus entnehmen, daß die Bestrebungen des Verbandes nun­mehr auch bei den Behörden bereitwillige Unterstützung finden würden. Vor allen Dingen sei zu erhoffen, daß die Spar­kassen mit ihren gemeinnützigen Bestrebungen nicht mehr neben, sondern mit der Regierung gehen werden und daß die heutige Anwesenheit dieser beiden Herren, wenn sie auch keinen offi­ziellen Charakter trage, doch dazu beitragen werde, die Spar­kassen in noch nähere Berührung mit den staatlichen Behörden zu bringen. Schließlich sprach der Herr Redner noch seine Freude darüber aus, daß auch verschiedene Vertreter des morgen stattsindenden hessischen Städtetages an den Verhandlungen theilnähmen, so Herr Oberbürgermeister Muller-Cassel und Herr Oberbürgermeister Schüler-Marburg.

Festgestellt wurde, daß 18 Sparkassen des Verbandes durch Delegirte vertreten waren.

Den Geschäftsbericht erstattete der Schriftführer, Herr Stadtkassenrath Boedicker-Cassel, dem zu entnehmen war, daß in der Berichtszeit drei Sparkassen (Treysa, Spangenberg und Kreissparkasse Hanau) dem Verbände beigetreten sind. Es ge­hören z. Z. 32 hessische Sparkassen mit einem Einlegerguthaben von cd. 101 Millionen Mark dem hessischen Verbände an, 24 Sparkassen mit einem Einlegerguthaben von ca. 30 Millionen Mark, also verhältnißmäßig die kleinsten, stehen dem Verbände