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Erstes Blatt.

!Werreljichrlich IM) W., m««ttlich 60 W^,, für auS« wertige sbonnertien mit km bdre^enbetl Psstsuffchlag. Di« ri«jd»< Rummrr Miet 10 Pfg.

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Fâr Stadt» und Landkreis Hanau 10 Pfg die fÜK^ gefpân« Petttzeile oder beten Raum, für Auswärts 1d Pfg^ im Reklamemheil die Zeile 25 Pfg, für Auswärts 35 Pfg.

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Geneml-Anzeiger.

Milius Organ für Stadt- und KandKrels Kanan.

Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!. Redakteur : G. S ch r c ck e r in Hanau.

Kl. 104. Beiirls-Fernsprechmschluß Nr. 98. SaMstüg dkN 4. Mllt Bezirks-Fernsprcchanschluß Nr. 98. 1901

ruiMin

Hus Stadt und Cand.

Hanau, 4. Mai.

* Pafsirt. Ihre Majestät die Kaiserin passirte heute Morgen 7 Uhr mittels Sonderzugs auf der Fahrt nach £ Baden-Baden die hiesige Station.

* Die Königin - Mutter der Niederlande traf gestern Abend mit dem fahrplanmäßigen Zuge 781 Uhr von Potsdam kommend auf dem hiesigen Ostbahnhofe ein, nahm in ihrem Salonwagen den von Herrn Restaurateur Hoppe servirten Thee ein, betrachtete dann mit großem Interesse von der Platt­form ihres Wagens aus die hiesige Gegend und fuhr um 751 U Uhr mit dem fahrplanmäßigen Zug nach König im Odenwald weiter.

* Postalisches. Diejenigen Po st Praktikanten, welche die Sekretärprüfung bis einschließlich 31. Mai 1898 bestanden haben oder denen anderweit das entsprechende Dienst­alter beigelegt ist, werden zum 1. Juni als P o st s e k r e t ä r e etatsmäßig angestellt werden. Wie derDksch. Verk.-Ztg." von verschiedenen Seiten mitgetheilt wird, sind in den letzten Tagen des Monats März äußerst zahlreiche Meldungen von Ober-Postasststenten und Postverwaltern zur Postsekretär- Prüfung eingegangen, so z. B. bei der Ober-Postdirektion ! in Chemnitz allein über 60.

* Die Militärpflichtigen hiesiger Stadt erinnern wir daran, ihre Loosungsscheine auf dem hiesigen städtischen Meldeamt in den Bureaustunden vonvorm. 1012'/a Uhr und nachm. von 35 Uhr abzuholen.

* Die dritte Vollversammlung der Hand­ts werkskammer für Hessen wurde gestern in Cassel im Saale des Kaufmannshauses um ^ll Uhr vormittags mit einem Hoch auf S. M. den König durch den zweiten Vorsitzenden Herrn Sebinger-Marburg eröffnet. Als Regierungskommissar ist Herr Regierungsassessor v. Görschen anwesend. Nach verschiedenen geschäftlichen Mittheilungen erstattete der bisherige Sekretär, Herr Dr. Kley, den Jahresbericht, welcher recht beifällig aus­genommen wurde. Der Herr Vorsitzende dankte dem Herrn Regierungsassessor v. Görschen für die der Kammer in so zt reichem Maße bewiesene wohlwollende Unterstützung und bat die Anwesenden, sich zum Zeichen des Dankes von den Sitzen zu erheben, was geschieht. Herr Regierungsassessor v. Görschen dankte und bemerkt, er habe nur seine Pflicht gethan. Sodann wurde beschlossen, daß bereits im nächsten Jahre die Aus- loosung desjenigen Theiles des Vorstandes und der 8 Mit­glieder zu geschehen hat, welcher nach 3 Jahren zum ersten Mal durch das Loos ausscheidet. Ferner wurden dieVor­schriften zur Regelung des Lehrlingswesens", die Lehrverträge und dieDienstanweisung für die Beauftragten der Handwerks­kammer" nach längerer Debatte ohne erhebliche Aenderungen angenommen. Die Verhandlungen wurden am Nachmittag weiter fortgesetzt.

* Die diesjährige Jahresversammlung des Zweig-Vereins für Hessen-Nassau desdeut­schen Vereins für das höhere Mâdchenschul- wesen" findet am 15. Mai hierselbst statt.

* Bezirkstag des Fleischerverbands. Der am vergangenen Sonntag in Bingen a. RH. abgehaltene Bezirks­tag beider Hessen und Nassau des Fleischerverbandes war von ca. 300 Theilnehmern besucht, darunter die Innung Hanau mit 29 Kollegen. Nach dem Kassenbericht stellt sich die Mit- gliederzahl des Bezirksvereins auf über 1600, das Bezirks­vermögen beträgt ca. 1200 Mk. Auf der Tagesordnung stand u. a. ein Punkt, betr. dieAbschaffung der Verbrauchsabgaben (Fleischsteuer)". Es wurde dazu ein Antrag des Inhalts, daß die Fleischsteuer zu Unrecht besteht, angenommen und der Verband aufgefordert, bei den Regierungen der verschiedenen Länder dahingehend vorstellig zu werden. Ein weiterer Punkt betrafden Handel nach Lebendgewicht". Wie schon kurz erwähnt, führte die hierüber gepflogene heftige Debatte zur Annahme folgender Resolution:Der Bezirksverein beider Hessen und Nassau erachtet die Forderung der Agrarier, den Handel bei Schlachtvieh obligatorisch nach Lebendgewicht einzu­führen, als eine einseitige und ungerechtfertigte und spricht sich gegen jede Beschränkung des freien Handels auf den Vieh­höfen aus." Zu dem PunktMißbräuchliche Benutzung der Freibänke" wurde folgende Resolution mit großer Mehrheit angenommen:Der Bezirkstag erblickt in dem Bestreben, das auf dem Lande konfiszirte Vieh auf den Freibänken der größeren Städte zum Verkauf zu bringen, eine große Gefahr nicht nur für das Metzgergewerbe, sondern auch für die Ge­sellschaftsklassen, die das betr. Fleisch konsumiren und bean­tragt, diesen Punkt dem nächsten Verbandstag zu unterbreiten." In der Besprechung überDie Erhebungen seitens der Reichs- kommission für Arbeiterstatistik, über die Verhältnisse der im Schlächtereigewerbe Beschäftigten sowie die Bedeutung des Ge­nossenschaftswesens für das Metzgerhandwerk" wurde seitens

des Referenten hervorgehoben, daß von Seiten der Meister Alles gethan würde, damit das gute Einvernehmen, das zur Zeit noch zwischen Meister und Gesellen vorhanden ist, nicht gestört werde. Der Ort für den nächsten Bezirkstag wird durch den Vorstand gewählt, wenn Anträge eingegangen sind.

* Stensgraphen-Verban-stag. Der neugegründete Süddeutsche Verband Arends'scher Stenographen" hält dieses Jahr hier seinen Verbandstag ab. Der hiesige Arends'sche Stenographen-Verein, gegründet 1897, hat sich bereit erklärt in der am Donnerstag stattgefundenen außerordentlichen Haupt­versammlung, den Verbandslag Sonntag den 11. August da­hier abzuhalten. Kurse werden nicht mehr abgehalten werden, daher können Damen und Herren, hier und auswärts, jederzeit Privat-Unlerricht erhalten. Auf dem Verbandstag findet ein großes Preisschreiben statt.

* Bekämpfung der Maikäfer. Wir erhalten vom Lande folgendeZuschrift: Nach den bishergemachtenBeobachtungen scheint der Maikäfer in diesem Jahre in großen Massen bei uns auftreten zu wollen; da gilt es noch energischer als sonst die armen Obstbäume vor den Angriffen dieses Insektes zu schützen. Nur ein kräftiges und planmäßiges Vorgehen in jedem Flugjahr kann diese Plage vermindern. Fleißiges Ab­schütteln der Bäume (aber wirkliches Ab schütteln, kein Erschüttern derselben durch heftige Tritte, die gegen die jetzt besonders empfindliche Rinde geführt werden, wie das manch­mal von gedankenlosen und faulen Leuten geschieht) die ganze Flugzeit hindurch, von früh morgens bis etwa gegen 10 Uhr, liefert die größte, oft ungeahnte Beute. Man sammelt die Thiere am besten in Säcke und lobtet die Massen durch Ein­hängen der Säcke in kochendes Wasser. Mit etwas Aetzkalk- zuthat in seichter Erdgrube kompostirt, ergeben sie einen vorzüglichen Dünger. Die Bekämpfung der Maikäfer muß sofort mit dem Beginn ihres Fluges begonnen werden, wenn sie wirklichen Erfolg haben soll. Geschieht dies nicht, so fressen die Käfer nicht nur die Bäume kahl, sondern die Weibchen legen auch vom achten Tage an Milliarden von Eiern in den Garten-, Feld- und Wiesenboden und eine schlimme Engerlingsplage beginnt, die mehrere Jahre dauert, bis der Maikäfer wieder auftritt und der Schaden über der Erde den unter der Erde für einige Zeit ablöst. Die Zeche bezahlt der Gartenbesitzer und Barter, besonders, wenn er seine besten freiwilligen Hilfstruppen verfolgt und tödtet. Darum: auf zum Kampf gegen den hochschädlichen Maikäfer, ihr Ge­meinden und Obstzüchter! Wenn Euch auch etwas Ausgaben durch die Vernichtung der Maikäfer entstehen, so ist der ab- gewandte Schaden und erzielte Nutzen noch viel größer. Anmerkung der Redaktion: Wie wirerfahren, hat der kgl. L a n d r a t h des Landkreises Hanau bereits Ver­anlassung genommen, in einer Verfügung an die Bürgermeister und Gutsvorsteher zu energischem Vorgehen in Sachen der M aikäfervertilgung aufzufordern.

* Aus China. In der 12. Verlustliste des deutsch­ostasiatischen Expeditionskorps finden wir, daß in dem Ge­fecht bei Tsau lia-wan am 14. Februar der Reiter Adolf Graf, früher in der 5. Eskadron des thüringischen Ulanen- Regiments Nr. 6, einen Gewehrschuß durch beide Oberschenkel erhalten hat. Ueber das tapfere Verhalten des in dem ge­nannten Gefecht verwundeten Reiters haben wir kürzlich einen Brief seines Regimentskommandeurs, gerichtet an die Mutter des Verwundeten, veröffentlicht.

* Parolemusik. Die Jnfanteriekapelle spielt morgen Mittag folgende Piecen: 1. Ouvertüre zuDie Frau Meisterin" von Suppe. 2.Dorfschwalben aus Oesterreich", Walzer von Strauß. 3.Abschieds-Ständchen" von Herfurth. 4. Große Fantasie ausDie Hugenotten" von Meyerbeer. 5. Apollo-Marsch von Linke.

* Erfreulich! Wie wir hören, sind der hiesigen Bau­firma Jäger u. Rumpf in letzter Zeit außerhalb wieder

bedeutende Bauten zur Ausführung übertragen worden. So genannte Firma z. Zt. beschäftigt in

ist

Darmstadt Mainz Elbach

mit

M ft

Hochbauten (Garnisonbauten);

M

W

Heidelberg

M

Mannheim mit

(großes Proviant-Amt);

(Neubau des Bezirks-Kom­mandos) ;

(große Kirche);

Hoch- und Tiefbauten (Infanterie-Kaserne, Proviant-Amt und Kanalisation);

Lahr mit Hochbauten (Artillerie-Kaserne und verschiedene Privatbauten);

Landau mit Hoch- und Tiesbauten (Artillerie-Kaserne, Chaussi- rung und Pflasterung);

Dürrheim im Schwarzwald mit Hochbauten (großes Kurhaus); Würzburg mit Tiefbauten (Stadtkanalisation);

Worms mit Hoch- und Tiefbauten (Eisenbahnbrücke rc.)

St. Von Wirth's Transport-Anzeiger ist die Som­mer-Auflage erschienen. Dieselbe umfaßt mit gewohnter Ge­

Die heutig- Num«»<r umfaßt außer dem UuterhaitungSbtatt 16 Setten.

nauigkeit und übersichtlicher Zusammenstellung alle für unsere Gegend und die anschließenden Bahngebiete in Betracht kom­menden Fahrpläne. Bei wiederum vermehrtem, circa 200 Seiten umfassenden Inhalt ist der billige seitherige Preis bei­behalten worden.

* Sehenswürdigkeiten.Museum der Wetteraui- schen Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stieg hoch): Ge­öffnet an Sonn- und Feiertagen vormittags von 11 bis 1V» Uhr. Kindern ohne Begleitung Erwachsener ist der Eintritt nicht gestattet.

* Das Hahnenkammhaus ist jetzt nur Sonn­tags geöffnet.

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* Langendiebach, 3. Mai. Von einem Hofhunde des Wirths wurde heute Nachmittag in einer Gastwirthschaft in Ravolzhausen ein vierjähriges Kind des Bürgermeisters von hier derart in den Oberarm gebissen und so stark verletzt, daß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. Die Bißwunden sind vom Arzt in Langendiebach ausgeschnitten und verbunden. Man sollte in Gastwirthschaften doch vor­sichtiger mit bissigen Hunden sein. In der Nacht vom 1. zum 2. d. M. sind mehrere der vor kurzem an der Straße von hier nach Hanau angepflanzten Eschen wiederum von ruchloser Hand beschädigt und in Mannshöhe abgebrochen. Möchte es doch endlich einmal gelingen, diesen traurigen Uebel­thäter bei der That abzufassen und einer gerechten Strafe für für seine nichtswürdige That zuzuführen. Wie soeben verlau­tet, haben die Gemeindebehörden für die Ermittelung des Thäters dieser Baumbeschädigung und für die Folge eine Be­lohnung von je 30 Mk. ausgesetzt.

):( Großkrotzenburg, 3. Mai. Ergänzend zu der Mittheilung in der gestrigen Nummer desHanauer Anzeiger", Bürgermeisterwahl dahier betreffend, fügen wir noch hinzu, daß Herr Georg Noll von allen 12 Wählern einstimmig zum Bürgermeister gewählt wurde. Wir sind überzeugt, daß der Erwählte das seitens der gesammten hiesigen Einwohnerschaft in ihn gesetzte Vertrauen in jeder Weise rechtfertigen wird und eintritt in die Fußtapfen seines verdienten Vorgängers und Vaters.

Hus aller Melt.

Elberfeld, 3. Mai. In dem Militärbefreiungs­prozeß wurde heute früh die Beweisaufnahme geschlossen. Sodann begannen die Plaidoyers. Der Erste Staatsanwalt Dr. Jonen hielt die Anklage in vollem Umfange aufrecht. Er nahm eine Verbindung zwischen Baumann und Dr. Schimmel an, einmal, weil alle ermittelten Personen, welche von Baumann zu Dr. Schimmel geschickt worden waren, bei diesem Erfolg gehabt hätten, andererseits, weil nach den statistischen Fest­stellungen bei der Magdeburger Liste sämmtliche Personen, welche von Baumann nach Magdeburg gesandt worden waren, mit einer Ausnahme auch wirklich sreigekommen seien; keine Person aus der hiesigen Gegend sei, soweit die Ermittelungen ergeben haben, von Baumann dorthin geschickt worden. Im weiteren Verlaufe der Verhandlung ließ der Erste Staatsanwalt Dr. . Jonen die Anklage gegen Frau Schmidt, Garschagen sen. und Zimmermann sen. fallen, stellte betreffs der Angeklagten Huß­mann, Eickenscheidt und Wüster die Entscheidung dem Gerichts­höfe anheim und hielt gegen alle Angeklagten die Anklage auf­recht. Die Strafanträge werden am Montag gestellt werden, nachdem der Staatsanwalt Alberts gesprochen hat.

Eine Frau, die allein über den Atlantischen Ozean segelt. Es waren zwar schon einige Männer so tollkühn, den Gefahren der See zu trotzen und den Atlanti­schen Ozean in einem kleinen, offenen Segelboot zu durch­queren, aber bis jetzt hatte noch keine Frau dieses Wagniß versucht. Nunmehr wird jedoch, wie englische Blätter an­kündigen, Mme. Nielson, eine muthige Amerikanerin, den kühnen Versuch machen. Sie hat Kapitän Blackburns Aner­bieten eines werthvollen Preises für die Frau, die die schnellste Fahrt über den Atlantischen Ozean in einem Segelboot macht, angenommen. Mme. Nielson, in deren Adern Jndianerblut fließt, war früher ein Zirkusstern, ihre Künste bestehen im Schießen, Tanzen und Segeln. Außerdem ist sie als eifrige Spiritistin bekannt. Der Tag der Abreise ist noch nicht fest bestimmt, sie wird aber zu Beginn des Sommers, wahrschein­lich von New-York, aufbrechen. Die kühne Seglerin wird nach Lissabon steuern und vertraut darauf, die Reise erfolg­reich zu vollenden. Sie ist von kleiner Gestalt und von der Natur mit unbezwingbarem Willen und mit einer eigenartigen Schönheit ausgestattet. Der Verlauf der kühnen Fahrt wird natürlich auf beiden Seiten des Atlantischen Ozeaps mit großem Interesse verfolgt werden.