Einzelbild herunterladen
 

Der antwort!« Redakteur: G. Schrecker in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Gedruckt und verlegt in der Duchdruckerei dc2 verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

Bezugspreis:

Vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für aus­wärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

EmruSungsgebnhr:

Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg. im Reklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Nr. 257

Bezirks -Fernstzrechanschluß Nr. 98.

Samstag den 2. November

Bezirks-Ferns-rechanschluß Nr. 98.

1901

Kus Stadt und Cand.

Hanau, 2. November.

Volkszählung nm 1. Dezember 1900. EndgUtigss Hauptergebnis für die Stadt- gemeinde Hanan.

1.

9

1.

3.

3.

Bewohnte Wohnhäuser .......... Unbewohnte Wohnhäuser ........ Andere bewohnte Baulichkeiten, Hütten, Zelte, Schiffe und dergl. ........

b) Haushaltungen:

Gewöhnliche Haushaltungen von zwei und mehr Personen ...........

Einzeln lebende männliche Personen mit eigener Haushaltung .......... Einzeln lebende weibliche Personen mit eigener Haushaltung ..........

Gasthöfe, Gasthäuser, Herbergen mit Gästen (Ein- logiren) ...... . .

2074

35

30

6228

120

292

5. Andere Anstalten aller Art ......

6. Summe aller Haushaltungen und Anstalten .

c) Ortsanwesende Bevölkerung

1. Männliche Personen ........

2. Weibliche Personen ........

42

36

6718

3

4

Zusammen * ...........

Darunter reichsangehörige aktive Militärpersonen des Heeres und der Marine . . . . . d) Religionsbekenntniß: männl.

15132

14715

29847

1923

weibl.

1.

2.

3.

Evangelische ......... davon: Evangelische Landeskirche (Unkte) Evangelisch-Lutherische . . . Resormirte . . .

Alt-Lutheraner .....

Alt-Reformirte .....

Katholische...... . . .

davon: Römisch-Katholische ....

Angehörige anderer katholischer Kirchen .!... Angehörige anderer griechisch- (orienialisch kath. Kirchen) .

Andere Christen ........

Hersonen Personen

11158 10111

601

377

7

62 3414 3388

11365

10276

540

471

7

2891

2877

25

14

davon:

4.

5.

6.

Juden . Bekenner

Mennoniten ......

Englische und schottische Hoch­kirche, Presbyterianer . .

Methodisten und Quäker . . Apostolische Kirche (Jrvingianer) Deutschkatholiken . . . . . Freireligiöse ...... Dissidenten ......

anderer Religionen

7.

Mit unbestimmter Angabe des Religions­bekenntnisses . l . . . Ohne Angabe des Religionsbekenntnisses

, * Der Nachmittagsgotiesdienst

und Johanniskirche hierselbst beginnt von

in

1

187

2

7

37

9

128

371

1

1

der

4

36

114

3

286

Marien-

morgen ab wieder

nachmittags um 5 Uhr.

* Mijstonsstunde. Im ev. Vereinshause wird morgen Abend durch Herrn Missionar Fl ad Missionsstunde ab­gehalten.

* Kirchenkollekte. In den evangelischen Kirchen wird morgen, am Reformationsfeste, eine Kollekte zu Gunsten des Gustav-Adolf-Vereins erhoben.

* Batist Hubertus. Der 3. November ist der Ge­dächtnißtag des heiligen Hubertus, einstmaligen Bischofs von Lüttich, der als Beschützer des edlen Jägerhandwerks bei seinen Jüngern noch immer hoch in Ehren steht. In dichten Scharen ziehen überall am frühen Morgen die Jäger hinaus in Wald und Flur, lustig ertönen die Hörner, freudiger knallen die Büchsen, und manche gute Strecke wird nach vollbrachtem Tagewerk zu Ehren des Heiligen hergerichtet. Hubert, der Sohn Bertrands von Aquitanien, hatte sich im Beginn des achten Jahrhunderts durch kühne und geschickte Handhabung der Jagd einen Ruf gegründet, der weit über die Grenzen seines Heimathlandes hinausreichte. Von diesem Jünger Dianas erzählt die Sage, daß ihm, der sich zwar äußerlich schon zuck Christenthum bekannte, im Grunde seines Herzens aber noch dem Glauben seiner Väter zugelhan war, eines

Tages, als er während der Messe jagte, ein goldenes Kreuz zwischen den Geweihen eines Hirsches erschienen sei. Infolge

dieser Erscheinung entsagte er seiner Leidenschaft, gründete ein Kloster und starb als Bischof von Lüttich. In besonders hohem Ansehen steht St. Hubertus in Frankreich, das von jeher die Pflegstätte der Parforce-Jagden ist. Auch am preußischen Königshofe wird der Hubertustag festlich begangen. Reiterfreude und Jägerlust kommen am 3. November in Berlin zu recht lebhaftem Ausdruck. Alljährlich findet bei Berlin eine Hubertusjagd statt.

* Anerkennung. Der kommandirende General des 18. Armeekorps, v. Lindequist, hat dem Großherzogl. Hessischen Ministerium aus Anlaß der dieses Jahr in Hessen stattge­habten Manöver folgendes Anerkennungsschreiben übersandt: Dem Großh. Ministerium beehre ich mich ganz ergebenst mit- zutheilen, daß die mir unterstellten Truppen während der dies­jährigen Herbsimanöver eine sehr gute Aufnahme gefunden haben und ich darf das Großh. Ministerium sehr ergebenst bitten, den betheiligten Staats- und Kommunalbehörden, sowie den Gemeinden meinen verbindlichsten Dank sehr gefälligst zum Ausdruck bringen zu wollen. Der kommandirende General: gez. von Lindcquist."

* Kontrolversammlungett. Montag den 4. No­vember, vormittags 9 Uhr, in Hanau (Paradeplatz): Stadt Hanau, Reservisten der Jahresklassen 1894 und 1895, sowie derjenigen Wehrleute, welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1889 eingetreten sind; nachmittags 3 Uhr in H a n a u (Paradeplatz): Stadt Hanau, Reservisten der Jahres- klassen 1896 und 1897.

* Siaditheater. Morgen Sonntag gelangt zum ersten Male Björnsons gewaltiges SchauspielUeber unsere Kraft" zur Aufführung. Das wunderbare Werk des großen Nordländers erregte überall das Aufsehen der Presse und des Publikums es behandelt in schlichter, einfacher, aber trotz­dem überwältigend ergreifender Handlung die Wunder und Werke des Glaubens. Die Hauptrolle des Pfarrers Lang, wohl die herrlichste Figur, die Björnson jemals geschaffen, spielt Herr Hofschauspieler Rodins, der mit großem Erfolg am Münchener Schauspielhause darin gastirte. Seine Gattin Clara wird von Fräul. Brandow, die beiden Kinder werden von Herrn Rinkel und Fräul. Hanne wa ld dargestellt. Außer­dem find noch Frau Rieger, Herr Lindenlaub, Herr Retzbach und Herr Möbius, der auch das Stück inszenirt, beschäftigt.

* Konzert. Auf das am 5. d. M. in der Centralhalle stattfindende Konzert des blinden Pianisten Ph. Daus aus Mainz wollen wir nicht verfehlen nochmals aufmerksam zu machen. Herr Daus wird mit dem bekannten Violinisten Herrn Th. Eichhorn aus Mainz Sonate op. 24 von Beethoven zum Vortrag bringen. Außerdem spielt Herr Daus Werke von Grieg, Rubenstein rc. Abwechslung in das reichhaltige Programm bringt Fräulein Helene Keller­mann von Kesselstadt, welche uns Lieder von C. Saint- Saëns, Brams, Schumann rc. vortragen wird. Die Be­gleitung der Gesang- und Violinstücke hat Herr Gramlich von hier gütigst übernommen. Es steht somit dem kunst- liebenden Publikum ein genußreicher Abend bevor und können wir den Besuch des Konzertes nur auf das Wärmste empfehlen. Siehe auch Inserat.

* Wintervarivt^. Den Freunden und regelmäßigen Besuchern des ehemaligen Sommertheaters auf Beck's Felsen­keller wird bald ein Ersatz für dies so beliebt gewesene In­stitut geboten werden. Am Samstag den 9. d. Mts. wird nämlich im Saale derStadt Bremen" ein Winter- varieto eröffnet, dessen Vorstellungen voraussichtlich den au sie geknüpften Erwartungen völlig entsprechen und den Be- suchern die gesuchte Aufheiterung und angenehme Unterhaltung finden lassen werden. Hoffentlich bildet sich dieStadt Bremen" für den Winter zu einem ebenso beliebten Aufenthalts­ort für die Freunde der sorglosen heiteren Muse aus, wie dies Beck's Felsenkeller" während der Sommermonate war.

* Jm Kunstsalon Hermes, Frankfurt a. M., ist soeben eine große Sonder-Ausstellung eröffnet von Ge­mälden Arnold Böcklins, bestehend aus ca. 20 her­vorragenden Originalwerken des Meisters. Wir nennen daraus die Cimbernschlacht, das Bachanale, den Kentauren­kampf, Venus und Amor, Burg am Meer, Pietü, das Schweigen des Waldes, trauernde Magdalena, das Gefilde der Seeligen, Dryaden und Francesca da Rimini. Zu gleicher Zeit stellt Georges Bernier, Brüssel eine Kol­lektion von 16 Gemälden aus. Vertreten sind ferner in ge­wohnter Weise die Mehrzahl- unserer ersten Meister mit be- deutenden Werken unter Anderen: Hans Thoma, Alex C a l a m e, W. F i r l e, E. v. G e b h a r d t, L e n b a ch , F. A. v. K a u l b a ch , Menzel, S ch ö n l e b e r rc. rc.

* Silberne Hochzeit. Der Farmenschreiner Herr Jean Botz um und Frau feiern heute die silberne Hochzeit. Herr B. ist seit 40 Jahren bei der Firma Gebr. Zahn in Stellung.

* Frequenz der städtischen Badeanstalt

im Monat Oktober 1901.

Verabreicht wurden:

109

155

635

41

26

Bäder Kl. I.

Kl. II.

Kl. in.

Douchebäder.

Römisch-Irische Bäder.

Die heutige Nummer umfaßt außer dem MnterlMtrmgsblatt 14 Seiten

Sa. 966 Bäder.

Die größte Zahl der abgegebenen Bäder betrug 102 am 19. Oktober.

Die kleinste Zahl der abgegebenen Bäder betrug 4 am 9. Oktober.

^ Vom Reichsgericht. Wegen fahrlässiger Tödtung ist am 12. Juni vom Landgericht Hanau der Steinbruchbesitzer Johannes Scheller in Gelnhausen zu ei­nem Monat Gefängniß verurtheilt worden. In seinem Stein­bruche wurde eines Tages entgegen der obrigkeitlichen Vor­schrift und mit seinem Vorwissen ein Stein unterhöhlt. Plötz­lich stürzte derselbe herab und erschlug den Arbeiter H. Der Angeklagte mußte, so sagt das Urtheil, voraussehen, daß dieser Erfolg eintreten könne, wenn er auch nur ein geringes Maß von Urtheilssähigkeit besitzt. Die Revision des Ange­klagten wurde als unbegründet vom Reichsgerichte ver­worfen.

16 Schwurgericht. Für die am nächsten Montag den 4. November unter dem Vorsitze des Herrn Landgerichts- direktors Hellbach beginnenden Sitzungen der 3. Schwur­gerichtsperiode stehen bis jetzt folgende Strafsachen auf der Terminsrolle: Montag den 4.: Fahrknecht Krämer von Gelnhausen wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg; Dienstag den 5.: Taglöhner Heinrich Heck von Bruchköbel wegen Sittlichkeitsverbrechen; Mittwoch den 6. und Donnerstag den 7.: Taglöhner Joh. Felix Kreß und 2 Genoss, von Ellers wegen Meineid, bezw. Anstiftung dazu; Freitag den 8.: Wittwe des Taglöhners Christian Fritz, Brigitte geb. Schneider von Keulos wegen Kindesmord; Samstag den 9.: Schneidermeister Stahl von Dörnigheim wegen Körperverletzung mit tödt­lichem Erfolg. In einer Anzahl weiterer Fälle sind noch keine Termine bestimmt.

* Theure Hafen. Den Landwirth S. zu Bergen hatte man schon eine Weile im Verdacht, daß er so nebenher den Langohren in der Bergener Gemarkung nachftelle. Der Ver­dacht erwies sich als richtig, denn im Anfang dieses Jahres wurde der unberechtigte Nimrod dabei ertappt, wie er die Häs- lein sich erjagte. Er ging gewöhnlich mit seinem Fuhrwerk ins Feld, hatte hierbei die Flinte im Wagen liegen und übte neben der Landwirthschaft auch das Waidwerk aus. Der Staatsanwalt nahm gewerbsmäßiges Wildern für erwiesen an und beantragte 6 Monate Gefängniß. Die Strafkammer er­kannte zwar nicht auf Gefängniß, immerhin machte sie den Hasenbraten nachträglich doch noch zu einem sehr gepfefferten, denn S., der gutsituirt ist, stürbe zu 600 Mk. Geldstrafe verurtheilt, außerdem die Jagdgeräthschaften eingezogen.

* Verlegt. Die auf den 31. Oktober angesetzte Ziehung der Künstler Kolonie Darmstadt mußte infolge schlechten Loos- absatzes verschoben werden und findet nunmehr bestimmt und unwiderruflich am 20. Dezember d. Js. statt.

* BezirksverekuBeide Hessen und Nassau" im Deutschen Fleèscher-Berbaude. Der außer­ordentliche Bezirkstag findet am Donnerstag den 7. November 1901, nachmittags 3 Uhr, zu Frankfurt a. M., im Saalezum Storch", Saalgasse 1, statt. Die Tagesordnung ist folgende: 1. Der neue Zolltarif-Entwurf. 2. Die Ausführungsbestimmungen zum Fleischbeschaugesetz. 3. Die obligatorische Schlachtviehversicherung. 4. Der Handel nach Lebendgewicht.

T Matratzen-Reinigung eine Freude. Jede Hausfrau kennt die Last und Mühe, welche die Reinigung der Bett-Matratzen erfordert. Diese Beschwerden fallen nunmehr weg, wenn man sich die patentamtlich ge­schützte Vorrichtung an seinen Betten und Matratzen anbringen läßt. Der vordere Bettstelltheil wird hierbei umgeklappt und die auf Rollen laufende Matratze kann mit Leichtigkeit von einem Kinde herausgezogen werden. Die Vertretung dieser äußerst praktischen und viel Zeit ersparenden Einrichtung hat für Hanau Herr Schreinermeister Loos, Langstraße, wo­selbst sich Interessenten von den Vortheilen überzeugen können.

* Das Hahnenkammhaus ist jetzt nur an Sonntagen geöffnet.

*

& Windecken, 1. Novbr. (Baumfrevel.) Vor einigen Jahren wurden an dem nach Eichen führenden Wege und in einem Feldgarten mehrere junge Obststämme durch die Hand eines Baumfrevlers abgebrochen, ohne daß man derzeit den Thäter ermitteln konnte, und schon wieder hat eine bisher