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Erstes Blatt.

General-Anzeiger

Einrückungsgebühr:

Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf* gespaltene Petitzelle oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Neklamentheil die Zeile 25 Pfg, für Auswärts 35 Pfg.

Bezugspreis:

Vierteljährlich 1,80 Ml., monatlich 60 Pfg., für aus­wärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei deS vereint, ev. Waisenhauses in Hanau.

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

««W^»Willis,.,..... - - . - --------- .....

Verantwort!. Redakteur : G. S ch r e ck e r in Hanau.

Nr. 28.

Samstag den 2. Februar

1901

Amtliches

Stadtkreis Danau.

Bekanntmachungen des Obeibürgermeisteramtes.

Der Zahlungstermin für Steuern und Schulgeld pro IV. Quartal läuft mit

dem 15. d. Mts. ab, und wird anschließend hieran mit Mahnung und Zwangsvollstreckung gegen die Säumigen porgegangen.

Fristgesuche können nur dann Berücksichtigung finden, wenn dieselben vor Ablauf des Fällig­keitstermins eingegangen sind.

Auf die auf Seite 4 des Steuerzettels ange­führten Bestimmungen besonders auf Nr. 3, 4 und 7 wird aufmerksam gemacht.

Die städtische Steuerkafte befindet sich Markt 16, Zimmer 6 und 7, zu ebener Erde.

Hanau den L Februar 1961

d. Bei der Firma I. Trost in Hanau: Die Gesell­schafterin Mathilde Trost ist am 15. November 1887 aus der offenen Handelsgesellschaft ausgeschieden. Der Gesellschafter Kaufmann Gustav Trost führt das Geschäft unter der alten Firma fort.

6. Bei der Firma Louis Mansner in Hanau: Der Inhaber Louis Mansner ist am 30.November 1896 gestorben. Seine Wittwe Bertha, geb. Keil in Hanau, führt das Geschäft unter der alten Firma fort, f. Bei der Firma Bury & Leonhard in Hanau:

Der Gesellschafter Johann Friedrich Bury ist am 2. Dezember 1895 gestorben. Mit diesem Tage sind der Fabrikant Rudolf Bury und der minder­jährige Ernst Bury, beide von Hanau, als Gesell­schafter in das Geschäft eingetreten. Ernst Bury ist von der Vertretung der Gesellschaft ausgeschlossen, g. Bei der Firma Reichling & Eberhard in Hanau:

Ein gefangen: Auf dem Felde in der Nähe der Kissel- kaute 1 deutsche Schäferhündin mit 12 Jungen; Empfang­nahme bei Herrn Wilh. Wachsmuth, Friedrichstr. Nr. 25 hier.

2102

Handelsregister.

1. Neu eingetragen ist die Firma Johann Heinrich Hack in Hanau und als ihr Inhaber der Bauunternehmer Johann Heinrich Hack in Hanau. Dem Bautech-

2.

niker Jakob Hack in Hanau ist Prokura ertheilt.

An Veränderungen sind eingetragen:

a. Bei d r Firma A. Henrich & Söhne in Hanau: Der Geiellschafier Johann Adam Wilhelm Henrich ist am 23. April 1893 gestorben. Die

3.

4.

Nachträgliche Eintragung: Die Gesellschaft hat 1. Juli 1897 begonnen.

Gelöscht sind folgende Firmen:

a. ß. Astheimer zu Hanau.

b. Louis Reul zu Hanau.

6. Nicolaus Huih uiib Ehefrau in Großauheim.

d. Joseph Gäck zu Großauheim.

6. E. Limpert zu Hanau.

f. L. Grün zu Großauheim.

g. A. I. Funk zu Großauheim.

h. Andreas Zeller zu Großauheim.

Bei der Firma Oppenheimer & Co. in Hanau

eingetragen morden: Die Liquidation ist beendet. Hanau den 30. Januar 1901.

Königliches Amtsgericht 5.

am

ist

2031

b.

offene Handelsgesellschaft wird seit diesem Tage von den übrigen Gesellschaftern unter der alten Firma fortgeführt.

Bei der Firma I. P. Döring in Hanau: Das Geschäft ist auf den Kaufmann Carl Ludwig Sauer in Hanau übergegangen, der es unter der Firma Ca l Sauer-Döring fonführt.

11

Jagdverpachtung.

Donnerstag den 7. Februar d. I., vormittags

Uhr, wird bie volle Jagd auf bm in der Gemarkung von

c. Bei der Firma H. Schiff & Comp. in Hanau: Der Gesellschafter Emanuel Schiff ist am 22. März 1899 gestorben; für ihn ist mit diesem Tage seine Wittwe Gretchen, geb. Schnadig in Hanau, als Gesellschafterin in das Geschäft eingetreten. Zur Vertretung der Gesellschaft ist nur der Gesellschafter Leopold Schiff ermächtigt. Dem Kaufmann Julius Schiff in Hanau ist Prokura ertheilt.

Niederdorfelden gelegenen, 41,0765 ha großen domänen- fiskalffchen Ländereien auf weitere 6 Jahre vom 1. Juli 1901 ab im Geschäftszimmer des Domänen-Rentamts hier zum öffentlichen Ausgebot gebracht.

Hanau den 1. Februar 1901.

Reinhardt, Domänen-Rentmeister. 1994

Gefundene und ticilorciir Gegenstände etc.

Zugelaufen: 1 weHâ^ Foxterrier mit schwarzen Flecken, w. Geschl.; Empstngnahm^ beim Wasenmeister Hein­rich Strempel II. zu Roßlorst.

Die Crauerfeier.

Cowes, 1. Februar. Der erste Theil der Leichen- feierlichkeiten für die Königin, die 64 Jahre über das britische Reich geherrscht hat, ist vorüber. Die Leiche bat auf dem Wege nach der letzten Ruhestätte die kleine Insel ver­lassen, wo die Königin ihren letzten Augenblick verlebt hat. Die Ordnung des Leichenzuges vor dem königlichen Schlosse nahm lange Zeit in Anspruch, war aber zur bestimmten Zeit beendet, als gegen l3/i Uhr unter lautloser Stille, nur durch das Geräusch unterbrochen, welches die exakten Bewegungen der Grenadiere beim Präsentiren der Gewehre verursachten, 12 kräftige Matrosen aus dem Schlosse heraustraten, zu den sogen, ancens entrance schritten, auf ihren Schultern den Sarg tragend, der die Leiche der Königin barg. Langsam näherten sie sich Schritt für Schritt der Lafette, welche mit 8 braunen Pferden bespannt, vor dem Thore stand und setzten auf das ihnen gegebene Zeichen den Sarg i ieder. Den Sarg bedeckte der schwere Krönungsmantel. Darauf lagen Krone, Szepter und Reichsapfel. Noch ein kurzes Verweilen, dann setzte sich der Zug in Bewegung, voran Diener in Livreen zu Pferde, dahinter Militär, Marine und Beamte. Seltsame, trauervolle, durchdringende Sackpfeiferweisen von den Pfeifern der Königin erfüllten die Luft, die in ihrer malerischen Hoch­ländertracht vor dem Leichengefährt schreiten, zu dessen Seiten 8 Stallmeister und Flügeladjutanten, 4 auf jeder Seite, gehen, die ihrerseits wieder von Grenadieren, alle in großer Uniform, begleitet werden. Unmittelbar hinter dem Sarge befinden sich die Admirale Michael Seymour und Fullerton, deren Gegen­wart an dieser Stelle des Zuges die erste Andeutung gibt, daß ein Antheil des heutigen Tages an den Leichenfeierlich­keiten der Flotte gehört, während morgen die Armee den ersten Platz darin einnimmt. Sodann kommen die königlichen Leid­tragenden sämmtlich zu Fuß zu je drei und drei. Mit dem König gehen Kaiser Wilhelm und der Herzog von Connaught. Prinz Heinrich von Preußen in Admiralsuniform zwischen dem Herzog von Sachsen-Koburg-Gocha und dem Prinzen Arthur von Connaught; schließlich der Kronprinz des deutschen Reiches in Militäruniform, welcher zwischen dem Prinzen Ludwig von Batte. berg und dem Prinzen Karl von Dänemark einher­schreitet. Der König trägt Marineuniform mit zahlreichen Orden, ebenso Kaiser Wilhelm, und der Herzog von Connaught Generalsuniform. Es folgt eine Gruppe der königlichen Damen in tiefer Trauer, das Haupt vvk^schweren Schleiern bedeckt, voran die Königin Alexandra, zum Schluß ihre jüngste Tochter.

Feuilleton

Charakterbild der Ulme.

Von W. L.

Allenthalben vorkommende und doch nicht überall gekannte Bäume sind die Ulmen, oder Rüstern, raschwüchsige Holzarten, mit in der Jugend oft geknicktem, im Alter oft geradem Stamm. Cs handelt sich um drei Arten, welche wir aber, da sie im Wesentlichen nicht viel von einander abweichen, wenn wir ein Charakterbild entwerfen wollen, einheitlich ab­thun können, obgleich Jie botanisch von einander verschieden sind. Alle Rüstern vermögen zu Bäumen erster Größe heran­zuwachsen und bei besonders günstigen Standorten, etwa auf humose«, frisch bis feuchtem Boden der Auewaldungen ein Alter bis zu fünfhundert Jahren und dann riesige Dimen­sionen zu erreichen. In geschlossenen Laub-Hochwaldungen, etwa in der Bulau, findet man sie ursprünglich und urwüchsig stets einzeln, und solche Bäume zeigen dann je nach bem mehr oder minder feuchten Standort ihre höchste Ausbildung.

Der Charakter der Ulme mit ihrer schattenden, nicht immer reich belaubten, sehr veränderlichen Krone ist sehr schwer zu fassen. Zeigt sie vielfach auch eine entfernte Aehnlichkeit mit dem Gesammttypus der Linde, so ist sie doch wieder grund­verschieden von ihr, eS fehlt ihr eben die sanfte Form der Gestaltung, die die Linde auszeichnet, eS fehlt ihr die in sich geschlossene Rundung, an deren Stelle eine gewisse Sparrig- keit tritt. Ein harter, herber Zug in ihrer Physiognomie ist unleugbar. Andererseits erinnert die Ulme in ihrem Astbau

entfernt an die Buche, die seitliche, fächerartige Stellung der Zweige und Blätter bildet eine buchenähnliche Kuppe. Dahin­gegen ist die Form bei ihr im Allgemeinen so rauh und steif, daß sie wieder himmelweit verschieden von der Buche ist. Der Bau der Ulmenkrone ist eben nur für sie charakteristisch. Aus dem Stamme erheben sich fast gleichstarke, regelmäßig

vertheilte Aeste in spitzen Bogen aufwärts und neigen sich mit den Enden mehr oder minder abwärts, einen vielstrahligcn Springbrunnen immitirend. Dazu kommt, daß ihr walzen­runder, höckerig-knotiger Stamm oft nicht ganz senkrecht in die Höhe geht und hier und da sich zu Verkrümmungen neigt. Er ist an nassen Orten am Fuße gleichsam durch gewaltige, oft nur ganz schmale und weit hinauslaufende Strebepfeiler gestützt, während Stammausschlag, in kleinen Bündeln zu­sammenstehend, den eigensinnigen, ungeselligen Baum oft bis zur Wurzel mit wirren Haarbüscheln verhüllt, gleichsam, als wollte er seine Form verhüllen und seine rissige Borke decken. In diesen Büscheln, in denen gern der Zaunkönig sein backofenförmiges Nest baut, gelegentlich auch eine Schwarz­amsel ihren massiven Lehmbau aufschlâgt, sammelt sich welkes, verkrumpelies Laub verstrichener Jahre und gibt dem Baume einen unsauberen Anblick; ein wahrer Schmutzfink unter den Bäumen. Dazu kommt, daß bei freistehenden Ulmen die leider nur zu oft von den Landtleuten geköpften Aeste in die bizarrsten, dickköpfigsten Formen verknorren, wahre Unika des Eigensinns. Trotzdem findet man gelegentlich auch schöne Bäume von bedeutender Höhe im Hochwald oft 14 bis 16 Meter astrein, doch stehen sie gerne allein als einzige Repräsentant ihrer starrsinnigen Familie. In der Sprödigkeit und Schärfe des Blattes erinnert sie noch am meisten an die Hainbuche, ohne daß das Laub das liebliche Grün derselben zeigte, es herrscht bei ihr eine staubtrockne, verwischt grau­grüne Gesammtfarbe. Eine übele Eigenschaft der Ulme ist, daß sie von zahllosen Blattläusen bevölkert wird, ein Umstand, der uns das AuSruhen unter ihr unerträglich macht, zumal wenn die Stockloden und der Stammausschlag den Baum auf einige Entfernung unangenehm in dichtem Wüste umziehen. Es kommt noch der Umstand hinzu, daß im Hochsommer oft sämmtliche Blätter deformirt werden durch die Blattläuse und einige Kallwespenarten, sodaß jedes einzelne Blatt mit gelben, oder röthlichglänzenden, harten Geschwülsten überdeckt ist, eine

Eigenschaft, die uns im Sommer die Ulme als ein krankes

Die heutige Nummer umfaßt außer dem UnterhaltungsbLatt 18 Seiten

Wesen erscheinen läßt. Trotzdem fühlt sie sich mit all' ihrem Unrath anscheinend ganz wohl. Wir find es gewohnt, die Ulme unter solchen Verhältnissen leben zu sehen. Wo irgendwo ein Baum vom Volke als derLäuslbaum^ bezeichnet wird, so ist es sicher eine Ulme. Auch der beim Wasserwerk Nr. I auf der Mainwiese stehende frühere Grenzbanm der Gemarkungen Kesselstadt und Dörnigheim, in Kesselstadt der Läuslbaum" genannt, ist eine alte, hohle Ulme. Sie ist überhaupt ein merkwürdiger Geselle, weder eigentlich recht heimisch im Walde, und dann sich stets die feuchtesten und unzugänglichsten Stellen aussnchend, noch gerne geduldet in Gärten und Verschönerungspflanzungen wegen ihres Ungeziefers, sondert sich der übel beleumundete, struppige Baum gern ab von den Kameraden und steht denn an Rainen, Hecken, Feld­wegen und Bächen vor den Ortschaften, da, wo gerne bie ~ Zigeuner rasten mit ihren Karren; ja, wir nennen die Ulme geradezu den Zigeuner unten den Bäumen. Bei Höchst adt, in dessen nächster Um­gebung bie Ulme selbst als starker Stamm in den kleinen Wäldchen oft die einzige Baumart bildet, findet sich kein einziger schöner Baum, denn hier hat man siezest bis in die äußersten Kronen hinein auf geästet, um den Schatten «so viel wie möglich von den Wiesen und Feldern abzuhalte«. ^n Folge besten haben sich längs des ganzen Stammes unzahuge Kurztriebe gebildet und den nun mager erscheinenden Gestalten ein geradezu scheußliches, unnatürliches Aussehen ßegeben. Solche Bäume sind häßlicher sogar als die Kopfoaume, wahre ^^Die^Ulmen sind auch bei uns nicht gerade häufig, da sie hohe Anforderungen an den Boden stellen und. bloß da gut gedeihen und zu schönen Bäumen h^achsen wo der Bod n frisch bis feuckt, dabei tiefgründig und humos ist. Wir finden sie Wifi« in der Lache als Hochwaldbaum von vorzüglichem Wüchse ferner in einem Waldbezirk am Kratzenburger Moor zwischen hochschäftigen Eichen und Erlen. Aber auch als Bnschhslz trifft man sie gelegentlich in Feldhölzern, sowie