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Erstes Blatt.

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Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, ev.

General-Anzeiger.

Amtliches Organ für Stadt- und Faudkreis Hausn.

Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. V-ranuvortl. Redakteur: G. Schrecker rn Hanau.

Nr. 256 ®c|to^ernfvre6«nf6hi6 Nr. 98.

Freitag den 1. November

BcMS-Ferâe»-iMiiß Nr. 98. 1901

W

Amtlrckes

Kreissparkaffe Hanau.

Paradeplah Nr. 1.

Der Zinsfuß für Spareinlagen beträgt S^Q/o. Die Kreissparkasse nimmt Einlagen von 1 Mk. bis zur un­beschränkten Hohe au und gewährt Rückzahlungen auch in größeren Beträgen ohne vorherige Kündigung.

Laut Beschluß des Kreisausschusses vom 12. v. Mts. werden die vom 1. bis 3 Kalendertage eines Monats eingezahlten Gelder vom L des betr. Monats ab ver­zinst und neue Einlaqebücher kostenfrei ausgefertigt.

Für die Sicherheit der der Kreissparkaffe anver- trauten Gelder haftet der Landkreis Hanau mit seinem Vermögen nnd seiner Steuerkrast.

Hanau den 30. Oktober 1901.

Der Vorstand der Kreissparkaffe. 18210

Konkursverfahren.

In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Cise- leurs Friedrich Vott in Kesselstadt ist in Folge eines von dem Gemeinschuldner gemachten Vorschlags zu einem Zwangs­vergleiche Vergleichstermin auf

den 12. November 1901, vormittags O1^ Uhr, vor dem Königlichen Amtsgerichte hier, Marktplatz 18, Zimmer Nr. 5, anberaumt.

Hanau den 31. Oktober 1901. 18260

Der Gerichtsschreiber des Kgl. Amtsgerichts 5.

Handelsregister.

1. Neu eingetragen sind:

a. Die Firma Carl F. Müller, Hauptniederlassung in Frankfurt a./M., Zweigniederlassung in Hanau a./M. und als ihre Inhaber die Kaufleute Julius Steinmetz in Frankfurt a./M. und Carl Lieder daselbst. Offene Handelsgesellschaft. Die Gesellschaft hat am 16. Juli 1901 begonnen. Der Uebergang der in dem Betriebe des Geschäfts des Kaufmanns Carl Ferdinand Müller von Frankfurt a./M. begründeten Verbindlichkeiten auf die Gesellschaft ist ausgeschlossen.

b. Die Firma Colombia Genfer Uhren-Versandt Ferdinand Heinr. Heintz in Hanau und als ihr Inhaber der Kaufmann Ferdinand Heinrich Heintz in Hanau.

2. Bei der Firma Julins Stern in Großkrotzenburg ist eingetragen: Der Ehefrau des Handelsmanns Julius Stern, Selchen geborene Berberich in Großkrotzenburg, ist Prokura ertheilt.

3. Gelöscht sind folgende Firmen:

a. G. C. Hisgen zur Naßmühle bei Großkrotzenburg.

b. M. A. Strautz in Hanau.

4. Die Firmen C. Werner und Georg Herbst in Hanau sollen von Amtswegen gelöscht werden. Die Firmen­inhaber oder deren Rechtsnachfolger haben einen Wider­spruch hiergegen bis zum 26. Februar 1902 geltend zu machen.

Hanau den 22. Oktober 1901.

Königliches Amtsgericht 5. 18238

Gefundene nnd verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 goldener Damenring. 1 Schüler- Kalender für das Schuljahr 1901/02 mit 3 Postkarten; nach den ausgezeichneten Notizen scheint derselbe einem Eisenbahn­beamten zu gehören. 1 schwarzer Damengürtel mit gelber Schnalle.

Verloren: 1 goldener Kneifer.

Entlaufen: 1 weißer Bernhardinerhund mit schwarz­braunen Abzeichen.

Hanau den 1. November 1901.

Hus Stadt und Land.

Hanan, 1. November.

* Missionskonferenz. Im großen Museumssaale zu Marburg tagte gestern Morgen unter Betheiligung von etwa 100 Geistlichen aus näherer und fernerer Umgebung die dies­jährige Missionskonferenz für den Konsistorialbezirk Cassel. Eröffnet wurde die Konferenz um 11 Uhr mit dem gemein­samen Gesänge des Cborals:Wach auf, du Geist der ersten Zeugen!" Es schloß sich hieran eine längere erbauliche An­sprache des Superintendenten Orth- Schlüchtern üb^r die Missionsarbeit im Allgemeinen. Dann begrüßte der Vor­sitzende, Herr Professor Mi rbt-Marburg, die Anwesenden herz­lich. Betreffs der gegenwärtigen Lage der Mission erwähnte

Redner die Lage in China und Südafrika. Er schilderte ein­gehend die Leiden, die eine Missionssiation bei Middelburg er­fahren habe. Er erinnerte dann an die Gründung einer Missionsschule in Herrnhut. Der Kassirer- der Missions­konferenz erstattete nunmehr den Kassenbericht. Die Einnahmen betrugen 792 Mk., die Ausgaben 642 Mk., Kassenbestand 147 Mk., Herr Pfarrer Trautwein -Großfelden machte alsdann eingehende Mittheilungen über den Verlauf der Misssonswoche in Herrnhut, der er als Vertreter beigewohnt habe. Hervorzuheben seien besonders Vorträge über die Paria- Bewegung in Indien, die chinesischen Wirren und die Lehren, welche die Mission daraus zu nehmen habe. Es folgte ein Vortrag des Herrn Missionsdirektors Dr. tlieol. Buchner- Herrnhut über:Die Verselbständigung der heidenchristlichen Gemeinden unter besonderer Berücksichtigung Westindiens." Er gedachte der Erfahrungen, welche die Herrnhuter Brüder­gemeinde auf Grund ihrer langjährigen Missionsthätigkeit ge­macht habe. Die Herrnhuter Missionare in Westindien, Süd- afrika-West und Surinam hätten bereits theilweise finanzielle Selbständigkeit erlangt. In Westindien seien z. B. 258,000 Mark, in Südafrika 151,000 Mk. und in Surinam 228,000 Mark zu decken gewesen; zu diesen Beträgen seien namhafte Summen aus den Missionen aufgebracht worden. Die kirch­liche Selbständigkeit sei in Berücksichtigung der vielen ver­schiedenartigen Mlssionsgesellschafteu ebenfalls schwer zu er­reichen. Eine Hauptbedingung für die Missionsarbeit seien die Volksschulen; leider fänden sie bei den jeweiligen Kolonial­regierungen nicht die gewünschte Unterstützung. An der Dis­kussion betheiligten sich u. A. die Herren Professor D. Rade von Marburg. Man unterhielt sich hauptsächlich über die Schwierigkeiten, welche die Rassenfrage in den Missionen schaffe. Herr Missionar G s e l l - Basel sprach über die Er­fahrungen, welche die Basler Mission mit der Selbständig- mackung der christlichen Missionen besonders an der Goldküste in Afrika gemacht habe. Die Konferenz wurde mit einem Gebet des Herrn Generalsuperintendenten Werner- Cassel um 2 Uhr mittags geschlossen.

* Amtsanwaltschaft. Der Gerichtsassessor Dr. Mosler dahier wurde bis auf Weiteres mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Amtsanwalts beim hiesigen Amtsgericht be­auftragt.

Q Kammermusik-Abend. Einen Kunstgenuß in des Wortes schönster Bedeutung vermittelte uns dieFrank­furter Quartettvereinigung" (Herren : Hermann Hock, Fritz Dippel, Aug. A l l e k o t t e und Hch. A p p u n n) in dem gestern Abend im Saale derCentralhalle" stattgefundenen

1. Kammermusikabend. Das Programm wies auf Schuberts Streichquartett in Es-dur, Trio für Klavier, Violine uub Cello op. 33 v. Robert Kahn und Streichquartett op. 51 v. A. Dvorâk. Die Wahl der Stücke gab den Vortragenden hinlänglich Gelegenheit, die längst rühmlich bekannten Vorzüge ihrer Darbietungen in jeder Weise aufs Vieue zu dokumentiren. Als besonders beachtens- und lobenswerth heben wir hervor das fein abgetönte Spiel, das von künstlerischein Erfassen, vornehmem musikalischen Sinne und tiefem Empfinden jedes Einzelnen beredtes Zeugniß ablegte. Nirgends bemerkte man Schwierigkeiten in der Ausführung, die dem einen oder dem anderen Werke eigen sind, sondern überall tadellose Technik, prächtige Nuancen! Den Klavierpart in dem Kahnschen Trio besorgte Herr Chr. Eckel aus Frankfurt a. M. in virtuoser Weise, der sich dem Ensemblespiel in vorzüglicher Weise anzu­passen bemühte. In der ziemlich zahlreichen Zuhörerschaft lag wohl die Gewißheit, daß der Ruf der guten Leistungen ge­nannter Quartettvereinigung gegen vorigem Jahre in weitere Kreise unseres musikliebenden Publikums gedrungen ist. Doch glauben wir, daß noch so mancher Kunstjünger sich den Ge­nuß für diesmal hat entgehen lassen. Also, das nächste mal, am 6. Januar 1902 !

5 Ausstellung. Im Schaufenster der Alberti'schen Hofbuchhandlung fallen eine Serie größerer und kleinerer Kunsiblätter auf, deren Verfertigerin, wie die Unterschrift zeigt, Fräulein Margarethe Andorff ist. Es sind farbige Photo­graphien, nicht in der üblichen handwerksmäßigen Art, sondern in künstlerischer Vollendung, in einer Schönheit und Weichheit der Farbentöne, in einem so einheitlichen Zusammenklang des ganzen Bildes, wie man es selten in diesem Kunstzweig zu sehen bekommt. Auch in der Auffassung bekunden die Bilder, die theils reizende Kostümstücke, theils Studienköpfe und Por­träts darstellen, einen feinen künstlerischen Geschmack, was nicht Wunder nehmen kann, ist die Künstlerin doch eine Tochter unseres geschätzten Malers Paul Andorff. Sowohl auf der hiesigen Zeichenakademie, als in größeren Ateliers zu Frank­furt a. M. und in der Schule des Lettevereins zu Berlin hat Fräulein Audorff ihre Studien gemacht. Möchte unser kunst- liebendes Publikum in seinem eigenen Interesse dem schönen Können der jungen Dame Beachtung schenken.

§ § Deutscher Verein für Volkshygiene. Die Ortsgruppe Hanau genannten Vereins hatte für gestern Abend in dem Saale des Stadtschlosses die erste diesjährige öffent­liche Versammlung anberaumt, deren überaus starker Besuch wohl als ein erfreulicher Beweis dafür angesehen werden darf, daß die Gemeinnützigen, der Volkswohlfahrt dienenden Be­strebungen dieses Vereins immer weitere Kreise zu interessiren beginnen. Und diese Bestrebungen verdienen auch sicherlich allgemein gepflegt und gefördert zu werden, denn Niemand wird verkennen, welch wichtige Rolle die Volkshygiene im öffentlichen Leben spielt und welch wohlthätigen und segens­reichen Einfluß eine zweckmäßige, nach den Gesetzen der hygienischen Wissenschaft geregelte Lebensweise auf den allge­meinen Gesundheitsstand des Volkes auszuüben im Staube ist. Um aber nun mit dieser Wissenschaft auch breitere Beoölkerungs- schichten vertraut zu machen und über die Anforderungen einer zweckentsprechenden Gesundheitspflege zeitgemäße Aufklärungen zu geben, werden vom Verein für Volkshygiene alljährlich in den Wintermonaten eine Anzahl sich auf diesem Gebiete be­wegende Vorträge veranstaltet, zu denen Jedermann freien Zutritt hat. Der in der gestrigen Versammlung von Herrn Dr. H e r x h e i m e r-Frankfurt gehaltene Vortrag behandelte das Thema:Hygiene der Haut". Redner beleuchtete die Haut­pflege, diesen wichtigsten Faktor zur Erhaltung der Gesund­heit, in recht eingehender und belehrender Weise. Er gab An­regungen nach den verschiedensten Richtungen hin, erklärte die Beschaffenheit und Funktionen der Haut, hauptsächlich als Schutz-, Wärmeregulirungs- und Ausscheidungsorgan, die mannigfaltigen Störungen dieser Funktionen durch äußere Ein­flüsse, wie Unreinlichkeit, zu festes Schnüren, gewaltsames Unterbinden der die Körperwärme regulirenden Blutadern, z. B. durch Strumpfbänder u. f. w., und erläuterte schließlich eine Reihe Mittel und Maßnahmen, um Störungen einer ge­regelten Thätigkeit der Haut zu vermeiden und solche, wenn schon eingetreten, am zweckmäßigsten zu beseitigen. Die Haupt- erfordernisse einer guten Hautpflege sind gesunde Wohnungen, zweckentsprechende, der Witterung und den jeweiligen körper­lichen Verrichtungen angepaßte Kleidung und vor Allem pein­lichste Sauberkeit, da die den Stoffwechsel des Körpers ver- mittelnden Hautporen immer offen und leistungsfähig erhalten werden müssen, um die Gesundheit des Menschen zu festigen und sein Wohlbefinden zu steigern. Eine aufmerksame Zu­hörerschaft lohnte den Redner für seine interessanten Aus­führungen.

* Vesihwechsel. Das Forsthaus bei Hanau ging käuf­lich au den Kaufmann Mangold in Frankfurt a. M. über.

* Turngesellschaft. Einen Ausflug nach Klein- S t e i n h e i m hat die Vorturnerschaft derT u r n g e s e l l - schaft" für nächsten Sonntag geplant, und zwar soll der­selbe lediglich der Fidelitas geweiht sein, weshalb das Programm turnerische Aufführungen für diesmal vollständig ausschließt und nur komische Vorträge und Tanz die Theilnehmer unter­halten werden. Herr Restaurateur Karl Schreiber, Hanauer Hof", wird, wie immer, für gute Speise und Ge­tränke Sorge tragen, so daß Turner und Turnfreunde einen vergnügten Nachmittag zu erwarten haben.

* Fustballsport. Sonntag den 3. November, nach­mittags, 3 Uhr findet auf dem Exerzierplätze ein Wettspiel zwischen der 1. Mannschaft des Hanauer Fußball-KlubsVik­toria" und der 1. Mannschaft der HanauerFußballgesellschaft 1899" statt. Auf das Resultat des Spieles dürfte man sehr gespannt sein, da beide Klubs gegenwärtig über eine gute Mannschaft verfügen. Jedem Sportsfreunde ist ein Spazier­gang nach dem Exerzierplätze zu empfehlen.

* Wettspiel Am vergangenen Sonntag den 27. Okt. 1901 spielte die 1. Mannschaft des Hanauer Fußball-Klubs Victoria 1894" in Mannheim gegen die 1. Mannschaft der Mannheimer Fußball-Gesellschaft 1896". Letztere siegten mit 8:0 Goal. Die Spielweise der Mannheimer war, wie uns mitgetheilt wird, ziemlich unfair. DieM. F.-G. 96" steht mit dem besten Süddeutschen Fußballklub gleich, (1:1 Goal). Der Netourmatch in Hanau, den wir noch mittheilen, dürfte interessanter werden.

* Turnerisches. Nach dem Rechenschaftsbericht des 9. (Mittelrhein)-Kreises besteht derselbe aus 18 Gauen, wovon zur Zeit der größte, der Gau Rheinhessen, 123 Vereine und 12,107 über 14 Jahre alte Vereinsangehörige zählt; 645 Vereine an 559 Orten. Er umfaßt 63,447 über 14 Jahre alte Vereinsangehörige, unter denen sich 24,236 Turnende und 9160 Zöglinge, 54,287 zur deutschen Turnerschaftskasse Steuernde und 2528 Vorturner befinden. Ein Mehr von 9 Vereinsorten mit 11 Vereinen und 615 über 14 Jahre alten Vereinsangehörigen gegen das Vorjahr. Die Zahl der Frauen- abtheilungen ist von 22 auf 30 gestiegen. Gauturntage fan­den 34 statt, ferner 2 Kreisturntage, 2 Kreisvorturnerstunden und 2 Kreisfechterübungen und 63 Gauvorturnerstunden. Die