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Amtliches Organ für Slaöt- unö FauSKeeis Hanau

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 74. »»»«««

Mwd) den 28. März

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M Etadt- und 8ai* Keir Hanau 10 ^ M» ^gespaltene Garmond- zeile oder deren Saum, für Luswârt» 15 ^.

Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, fix XuSwärtl 30 ^.

1900

Amtliches.

^anö&rew ^banau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Unter dem Rindviehbestand des Philipp Rn pp el V in Milt e lbuch en ist die Maul- und Klauenseuche aus­gebrochen und infolgedessen Gehöftssperre angeordnet worden. Hanau den 26. März 1900.

Der Königliche Landrath.

V 2898 v. Schenck.

DeMcheV Reichstag.

(Sitzung v o m 27. M ä r z.)

Am Bundesrathstische : Staatssekretär Graf Bülow, I Kriegsminister v. Goßler, Staatssekretär Graf P o s a - dowsky und' Reichsschatzsekretär v. Thielmann. Tages-Ordnung: 3. Lesung des Etats. In der General­debatte verbreitet sich zunächst Abg. v. S ch e l e - Wunstorf (Welfe) über die ungünstigen Lohn- und Arbeitsoerhältnisse bei den Steinarbeitern seines Wahlkreises.

In der Spezialdebatte wünscht beim Etat des Reichstages Abg. Spahn (Clr.) bessere Schnellzugsverbindungen zwischen Berlin und Leipzig, dabei an den sächsischen Gesandten Graf Hohenthal appellirend.

Sachs. Bevollm. Graf Hohenthal verweist den Vor-I redner direkt an die beteiligten Eisenbahnverwaltungen. Abg. Fischbeck (frs. Vp.) befürwortet eine Resolution Barg­mann beireffend Gewährung von Diäten an die Mitglieder des Reichstages. Redner führt als offenbaren Beweis zu Gunsten des Antrages das leere Haus an, die Unmöglichkeit, | wichtige Gesetze, wie z. B. die Gewerbe-Novelle, zum Abschluß. zu bringen.

Inzwischen ist ein Antrag Gröber-Bas s e r m a n u eingegangen, in der Resolution Bargmann das Wort Diäten, zu ersetzen durch das Wort Anwesenheitsgelder (Heiterk.)

Abg. Bassermann (ntl.) empfiehlt den Antrag I Bargmann in der so amendirten Fassung. Alle Bedenken j müßten schweigen, wenn die Diäten nur in Gestalt von An-' Wesenheitsgelder gezahlt würden. Alle früheren Gegengründe seien durch die Erfahrungen widerlegt, namentlich auch die : Annahme, daß ohne die Diäten die Tagungen kürzere sein würden.

Ag. G r o e^b e r (Ctr.) spricht sich im gleichen SinneI 1 aus. Als selbstverständlich sehe er es an, daß neben den I Präsenzgeldern die Freifahrtkarten beibehalten würden.

Abg. Singer (Soz.) stimmt dem Anträge Fischbeck zu. Die Diäten seien ein nothwendiges Corrclat des allgemeinen Wahlrechts. Wenn die Nationalliberalen und Centrum die Diäten durch Anwesenheitsgelder ersetzen wollten, so begreife er nicht, weshalb sie das auch nicht schon längst im Abge­ordnetenhause beantragt hätten. Jedenfalls aber möge man auf der anderen Seite des Hauses nicht denken, daß seine Freunde sich durch Diäten oder Präsenzgelder hindern lassen würden, gegen Gesetzentwürfe, die sie für unheilvoll hielten, nach wie vor von allen Mitteln der Geschäftsordnung Gebrauch zu machen. Und keinesfalls könne etwa davon die Rede sein, daß . die verbündeten Regierungen «daran denken dürften, ähnlich wie s. Zt. bei dem Verbindungs­

Nachdem der Komnumal-Landtag für den Regierungs­bezirk Cassel die Vereinigung der hiesigen Landes-Renterei mit der diesseitigen Leihbank genehmigt hat, bringen wir hier­mit zur Kenntniß, daß von jetzt ab alle für die Landes- Renterei zu machenden Zahlungen rc. im Leihbcrnkgebätrds Römerstratze Nr. 7 zu bewirken sind.

Gesuche um Bewilligung von Darlehen aus der Landes- kreditkasse und Anträge auf Versicherung der Gebäude gegen Brandschaden nimmt der Leihbankverwalter Krück ent­gegen.

Die Herren Bürgermeister des Kreises werden ergebenft ersucht, vorstehende Bekanntmachung in ortsüblicher Weise ver­öffentlichen zu wollen.

Hanau den 27. März 1900.

Die Leihbank-Direktion.

Dr. Gebeschus. 5233

GeLMme und verlorene Gegenstände etc.

Gefunden 1 gelbes Visitenkarteutäschchen mit einliegen­den Visitenkarten mit dem Namen Hermann Schulze, Steuer­rath, 1 Paar gelbe, neue Kinderschuhe, 1 graues Kinder­rädchen, 1 neuer Gummireifen von einem Kinderwagen, am 24. d. Mts. in der Nähe des hiesigen Ostbahnhofes 1 oxidirie Damenuhr mit Doublö-Kette, am 26. d. Mts. im Bureau der städtischen Steuerkasse 1 Herrenfilzhut (schwarz), 2 Bücher: Merinsal", ein Trauerspiel aus dem französischen des Hrn. von Arnond, übersetzt von S Dessau 1873, undPhysik", allgemein faßlich dargestellt von Dr. Heinrich Ficinus, Dresdeu 1828.

Ver lo ren: 1 Paar ' Kindersohlen, 1 Lodengürtel mit silberner Schnalle.

Vom Wasenmeister am 27. d. Mts. eingefangen: 1 rother Bastard mit schwarzer Maske, w. Geschl.

Hanau den 28. März 1900.

verbot für Vereine zu verfahren, d. h. etwa die Diâten- gewährung mit einer Einschränkung des Wahlrechts zu ver­knüpfen.

Abg. Gräfe (Antis.) plaidirt für den Antrag Fischbeck.

Abg. v. Kardorff (Rp.) bemerkt, seine politischen Freunde hätten sich bisher immer gegen Diäten ausgesprochen. Ein Theil davon interessire sich aber jetzt für Diäten; jedoch sei wegen der Kürze der Zeit noch kein Fraktionsbeschluß ge­faßt worden, und die Reichspartei werde sich daher an der Abstimmung nicht betheiligen.

Abg. Rickert (frs. Ver.) hält es für selbstverständlich, daß nicht etwa im Zusammenhänge mit dieser Frage an dem Wahlrecht gerüttelt werde. Redner wendet sich dann noch gegen Herrn v. Kardorff.

Abg. Richter (frs. Dp.) erklärt, daß seine Freunde be­reit sein würden, für die Groeber-Bassermann'sche Fassung zu stimmen. Er bestreitet alsdann, daß es sich bei einem An­träge dieser Art um eine Ueberrumpelung handeln könne.

Die Debatte wird geschlossen. Hierauf wird gegen die Konservativen und Fürst Bismarck (die übrigen Reichsparteiler entfernen sich vorher) die Resolution in der Fassung Groeber- Bassermann angenommen.

Beim Etat des Reichskanzlers lenkt Abg. Richter (frs. Dp.) die Aufmerksamkeit des Reichskanzlers auf eine in der Reichskanzlei thätig gewesene 60 Jahre alte Reinmachefrau, um dieselbe dem Wohlwollen des Reichskanzlers zu empfehlen. (Der inzwischen erschienene Reichskanzler nickt zustimmend.)

Beim Etat des Auswärtigen Amts erklärt auf eine An­regung des Abg. Bassermann (ntl.) betr. Sicherung der deutschen Schiffspfandrechte im Auslande und speziell in Holland der Direktor v. K o e r n e r, auf diesseitige Vorschläge habe Holland noch nicht geantwortet.

Beim Etat des Reichsamts des Innern beschwert sich Abg. Eickhoff (frs. Dp.) darüber, daß ein thüringischer Jndustrieverein, der in Shanghai eine permanente Ausstellung seiner Erzeugnisse errichtet hat, vom Reiche dabei mit 15 000 Mk. unterstützt werde.

Staatssekretär Graf Posadowsky erwidert, er hätte nicht gedacht, daß wegen einer solchen kleinlichen Sache, wegen einer Unterstützung, die er auf Empfehlung der weimarischen Regicriutg gegeben habe, solche Angriffe hier hätten erneuert werden können.

Abg. Prinz Carolath (wildlib.) wünscht Erleichterung des Frauenstudiums.

Staatssekretär Graf Posadowsky entgegnet, was er in Aussicht gestellt habe, sei bereits erfüllt. Frauen würden

Feuilleton.

Moimtsvcisanimlung des Geschichlsvcrcills.

Vertrag des Herrn Prof. Dr. Tuchler über das römische Münzwesen.

Es war ein ungemein lehrreicher Vortrag, dem gestern Abend die ziemlich zahlreich erschienenen Mitglieder des Ge­schichts-Vereins beiwohnen durften. Von philologischen und speziell historischen Einzelheiten, die nur für den Fachmann Interesse haben, wollen wir nichts wiederholen, sondern uns auf die Wiedergabe dessen beschränken, was allgemein interessant ist. In der Geschichte des altrömischen Münzwesens lassen sich deutlich drei Perioden unterscheiden: die älteste, die nur bronzene oder kupferne Münzen hatte, die mittlere? in welcher namentlich silberne, aber noch keine golbeiic Münzen geprägt wurden, und die dritte, die Kaiserzeit, in welcher das Gold hinzukam; und alle drei Münzsorten cursirten (wie heute noch 'n den Ländern der lateinischen Münzconvention).

Die ersten römischen Münzen wurden unter dem Könige Servius Tullius, unter welchem auch eine bedeutende Neu- ordttung der römischen Gemeinde-Verhältnisse stattfaud, ans Bronze gegossen. Wie bei allen alten Völkern waren auch hier am Anfang Geld und Gewicht noch einheitlich. Das bronzene Rs wog richtig ein ganzes Pfund und war viereckig; es würben auch Stücke zn einem halben und einem Viertel-As gegossen. 0W geprägt). Das Pfund hatte 12 Unzen und auf der Rückseite war die Zahl' der Unzen mit Punkten angegeben. Auf her Vorderseite trug das ganze As das Bild des Janus- Gottes, das halbe das des Jupiters, das Viertel-As baA «er Minerva, Dieser Zustand dauerte bis zum Jährè 268.' âtz Dotter hatten die Römer zwei Städte in Unter-Italien : .jorent und Rhegium (heute Taranto unb Reggio) erobert, kamen dadurch mit dèn Einrichtungen der griechischen Ko- Ekn in Berührung und ahmten Vieles nach, so auch das âünzwesen. Nach dem Vorbilde der Drachme prägten sie nun in Silber in gleichem Werthe und Maße den Denar

währung, und von Nero an bis ans Ende reine Goldwährung. Don Nero an mürbe das Silber zu den Münzen (egirt, auch wurden die Silbermünzen in der Kaiserzeit immer ' schlechter und bestanden zuletzt sogar nur aus Kupfer mit , einem silbernen Ueberzug, der durch den Gebrauch abgegriffen wurde. Die Goldmünzen blieben sich dagegen gleich. Vom Kaiser Constantin an (der das Christenthum als Staats- religion einführte) wurden auch Goldmünzen vom halben Werthe des aureus geprägt (10 Markstücke) und diese blieben bis zu den Kreuzzügen im Gebrauch, sogenannte Byzantiner". Anfangs war cs wohl noch die Biüuz- Kommission, die die Goldstücke prägen ließ, seit dem Jahre 15 vor Christus aber ließ der Kaiser allein Silber und Gold prägen, und auf Senatsbeschluß konnte nur noch Kupfer ge­prägt werden. (S. C. auf den Münzen senatus cot sulto), bis zum Kaiser Aurelian (regierte 2102,5 nach Christus), welcher dem Senat das Münzrecht ganz entzog. Dem Cäsar wurde kurz vor seinem Tode von dem damals noch mächtigen Senat das Recht eingeräumt, sein Bild auf die Münzen prägen zu lassen, und von dieser Zeit an tragen Münzen der ganzen Welt Bildnisseder Herrscher mir ihrem Nayren in Umschrift. Sehr interessant sind nun alle diese silbernen, goldenen, auch kupfernen Münzen mit Bildern von römischen Kaisern tmb Kaiserinnen, in historischer, in kunstgeschicht­licher, rein künstlerischer, wie münzgeschichtlrcher Beziehung. Die Bilder sind erhaben und von höchster Feinheit der Aus­führung, däbei von vollendeter Portraitähnlichkeit, wie man durch den Vergleich mit den noch vorhandenen Marmorbüsten der römischen Kaiser sich überzeugen kann. Der Markobeter Münzsuud besteht aus 48 beim Äusgraben eines Kellers ent­deckten Silbcrdenarcn aus dem zweiten Jahrhundert nach Christi Geburt. 44 Stück kamen durch Dcrmittluxg des Herrn Prof. Dr. Wolff aus Frankfurt, der unserem Vereine stets ein treues Andenken bewährt, in den Besitz des Hanauer Geschichts-Vereins, welcher dafür ungefähr den Nenmverth^ nämlich 40 Mark ausgab. (»ortsetzuna folotO

(= Zehner) zu zehn As im Werthe (wo im Neuen Testa­mente von Groschen die Rede ist, ist der römische Denar ge­meint: heutiger Werth etwa 70 Pfennig), dann auch den Quinär ( Fünfer), und noch eine Münze von einem Vierteldenar, den Sesterz (sestertius, entstanden aus semi- tertius = driitehalb), welcher im römischen Finanzwesen eine so große Rolle spielen sollte, denn das Volk pflegte nach Sesterzen zu rechneit, und auch die größten Snimnen wurden später in diesem kleinen Geldstückchen ange­geben, wo man dann leicht zn Millionen kam. Die Geld­prägung wurde von den Triumviri moretarii, einer Finanz- Kommission besorgt, das Metall war gediegenes, nicht legirtes Silber, die Münzen waren runb, trugen auf der Vorderseite, dein Avers, immer nach griechischem Vorbilde, das Bild eines Gottes oder einer Göttin (das Bild der Roma sehr häufig, fast ausschließlich 200 Jahre laug), auf dem Revers irgend eine Scene nach dem Beschluß der Finanzmänner (sehr häufig Triumphwagen, zwei- oder vierspännig, deutlicher Hinweis auf die glücklichen Eroberungskriege der Römer), selten Portraitbilder, aber in der republikanischen Zeit nie­mals von noch lebenden Personen. Der Werth, 10 As, war auch durch eine X angegeben. Im Jahre 217 trat die Aenderung ein, daß nicht mehr 10, sondern 16 As auf den Denar gingen, der Sesterz demnach nicht mehr 2*/s, sondern 4 As werth war.

D i e r ö m i s ch e K a i s è r z e i t. Seit Cäsar wurden mit den gleichen Stempeln, mit denen bisher nur Silbcrdenare geprägt worden waren, nun auch Goldmünzen geschlagen. Ihr Name war ciitfach Aureus (= Goldner; vgl; unser Gülden, Gulden). Der Werth eines aureaus 25 Silber ienare;' da ein aureus ungefähr so viel wiegt, wie ein 20 Markstück, so ist er auch so viel werth, und für den Werth des Denors kamen wir wieder auf ca. 80 Pfg. oder 1 Franc. Will mân von Währung sprechen, so hatten die Römer bis Cäsar reine SilberwährüNg (Gold gar nicht vor­handen); wenige Jahrzehnte, von Cäsar bis Nero, Doppel­