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Amtliches Grasn für StsSt^ unS LsnöKreis Hanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage

Mittwoch den 28. Februar

Einrückunz-» gebühr

für Siadl- und !and» kreis Hanau 10 ^ di« Igejpaltcne Garmond- zeile oder deren Raum, für Auswâris 15 ^.

Im Rcllamkncheil die Zeile 20 ^, für

Auswärts 30 ^.

1900

Amtliches, ^faöt^retö ^anau.

Erledigung.

Das Ausschreiben Dem 3. Januar d. I., J.-Nr. P 72/00, betr. den angeblichen Assistenten Egon Har der aus Thorn, richtig Friedrich, Karl, Nicolaus Hildebrand, geb. 24. Mai 1870 zu Thorn, ehemaliger Feuerwerker im Fußartillerie-Regiment Nr. 14, ist erledigt. Der Genannte befindet sich in Freiburg in Baden in Haft.

Hanau, am 20. Februar 1900. J.-Nr. P 1565/00 Königliche Polizei-Direktion.

Handelsregister.

Heute ist eingetragen:

1. Das seither von dem Kaufmann Hermann Aronker

zu Frankfurt a. M. in Hanau unter der Firma Hermann W r o n k e r betriebene Handelsgeschäft ist in Wirklichkeit eine Zweigniederlassung des von ihm in Frankfurt a. M. unter der Firma S. Wronker u. Co. betriebenen Hauptgeschäfts. Der Inhaber firmirt in Zukunft S. Wronker u. Co., Zweigniederlassung Hanau.

2. Bei der Firma A. Sonneberg zu Hanau: Die Prokura des Kaufmanns Louis Neumüller ist erloschen und dem Kaufmann Martin Schmidt zu Frankfurt a. M. und Franz X a d e r Müll er zu Hanau Gesammtprokura ertheilt.

Hanau den 24. Februar 1900.

Königliches Amtsgericht, Abth. 5. 3377

Gefundene und verlorene Gegenstände etc.

Gefunden: 1 kleiner goldener Trauring.

Verloren: 1 schwarzes Portemonaie mit 12,50 Mk. und 2 Uhrschlüsseln.

Hanau den 28, Februar 1900.

Deutscher Reichstag.

(Sitzung v o m 27. F e b r u a r.)

Auf der Tagesordnung steht zunächst das Extraordinarium des Militär-Etats. Bei einer der Forderungen für Bekleidungs- und Ausrüstungswesen fragt Abg. Bo eck el (Antis.) an, welche Erfahrungen mit Bekleidungsstücken aus Leder gemacht seien, das mit ausländischen Gerbstoffen gegerbt worden sei. Gem-Major v. Heeringen er­widert, die Erfahrungen über die Haltbarkeit von Stiefeln ans solchem Leder seien keine günstigen gewesen. Eine weitere Debatte entsteht bei der Forderung einer ersten Neubau- Rate für eine Feld-Artilleric-Kascrnc in Küstrin. Die Kommission hat die Forderung gestrichen. Von den Abgg. Büsing, v. Levetzom, Eickhoff und Müller-Sagan liegen An­träge auf Bewilligung vor. Nach längerer Debatte wird der Titel, entgegen dem Anträge der Kommission, bewilligt. Bei der Forderung von 20 Millionen als achte Rate zur Vervollständigung der wichtigeren Fcstungsanlagcn beleuchtet und bemängelt Abg. Groeber die Höhe der Summe und die rasche Steigerung dieser Ausgabe von 2 ^s Mill, vor 7 Jahren bis auf gegenwärtig 20 Millionen. Minister von Goßler gibt zu, daß man die bisherige Bedeutung der Festungsanlagcn verschieden beurtheilen könne. That­sächlich seien wir gezwungen, Aenderungen in unserem Festungswesen vorzunchmen,' Festungsgürtel bei Städten fallen gu lasten und dafür einzelne ' Positionen stärker zu befestigen. Der Titel wird bewilligt; auch im klebrigen tritt das Haus überall den Beschlüssen der Budgetkommission bei. Damit ist der Militäretat erledigt und es werden noch die von der Kommission beantragten Resolutionen angenommen, betr. die Sprache, in der Soldaten beichten, betr. Erhöhung des Ankaufspreises für Rcmontcpferde und betr. Ver­setzung der Stabshoboisten in die Servisklasse der Feldwebel.

Es folgt die erste Berathung der Vorlage, betreffend Be­strafung der Entziehung (Diebstahls) elektrischer Arbeit mittels eines Leiters, der zur ordnungsmäßigen Entnahme elektrischer Arbeit nicht bestimmt ist. (Nach Rechtsprechung des Reichs­gerichts finden bekanntlich bislang die Strafbestimmungen über Diebstahl auf Entwendung elektrischer Energie noch keine Anwendung, weil dieselben die Körperlichkeit der Sache vor- auSsetzen, diese Voraussetzung aber hiusichtlich der elektrischen Energie nicht zutrifft.). Die Abgg. Esche (nl.), Müller- Meiningen (freis.), Groeber (E.) stimmen der Tendenz der Vorlage zu, abgesehen von juristischen Bedenken wegen der Fassung. Abg. Groeber findet cs außerdem nicht

Cronje hat kapitBlirt!

Fast in der ganzen gebildeten Welt außerhalb Englands hat man diese Kunde als eine Trauerbotschaft empfunden, sowohl um der Sache der Buren selbst willen als auch namentlich um des tapferen und strategisch hervorragenden Führers willen, dem sicherlich allgemein ein besseres Soldaten- loos gegönnt worden ist. Allem Anschein nach ist Cronje nicht der Ucbermacht oder der Tapferkeit der Engländer, die ihn kaum noch anders als artilleristisch anzugreifen wagten, sondern dem Munitionsmangel erlegen, den namentlich die englische Artillerie durch Zerstörung der vorher durch Luft­ballons ausgckundschaftctcn Munitionswagen der Buren herbeigeführt hat. Nicht wie Osman Pascha bei Plewna vor dem stürmenden Feinde, sondern der englischen Artilleric­wirkung gegenüber hat er gestern bei Tagesanbruch kapitulirt. Man darf ohne weiteres voranssetzen, daß der tapfere General sich zu diesem äußersten Schritte erst entschlossen hat, nachdem er sich von der Unmöglichkeit eines weiteren Widerstandes überzeugt hatte und die allzu vereinzelt und deshalb erfolglos unternommenen Entsatzversuche keine Hilfe mehr erwarten ließen. Mit Cronje geht dem Heere der Verbündeten ein starker Bruch theil kampferprobter Leute, deren Zahl verschieden auf 68000 Mann angegeben wird, verloren und schwerlich wird abgesehen von dem moralischen Effekt das tragische Ereigniß auf den weiteren Verlauf deS Krieges ohne Einfluß bleiben. Wie in den Kämpfen der Amerikaner gegen die Spanier, so scheint auch in diesem Kriege der Engländer gegen die Buren die Artillerie den Ausschlag geben zu sollen, ein abermaliger warnender Fingerzeig für die Heere und Flotten Europas.

Was'die Truppenzahl anbelangt, so ist auch nach diesem Verlust das Burcnhccr an Kopfzahl hinreichend stark genug,

richtig, den Diebstahl an elektrischer Energie unter Umständen nur mit Geldstrafe zu bestrafen, ihn also milder zu behandeln, als Diebstähle an körperlichen Sachen. Dazu liege kein Grund vor. Abg. Stadthagen hält es für viel noth­wendiger, ehe man die elektrische Arbeit schütze, die mensch­liche Arbeit zu schützen, zum Beispiel gegen schwarze Listen. (Lachen). Die Vorlage geht hierauf an eine Kommission.

Es folgen Petitionsberichte. Bei der Mehrzahl derselben schließt sich das Haus ohne Debatte den Vorschlägen der Kommission an. Ueber eine Petition, betreffend die kommunale Besteuerung der Konsumvereine, beantragt die Kommission Uebergang zur Tagesordnung. Abg. Wurm empfiehlt einen Antrag auf Ueberweisung zur Berücksichtigung an den Reichskanzler. In Sachsen seien von den Gemeinden vielfach geradezu Erdrosfelungssteueru gegen die Konsumvereine ein­geführt worden. Das stehe in offenbarem Widerspruch mit der Reichsgewerbeordnung. Selbst in Preußen, wo gegen­wärtig über eine Waarenhaussteuer entschieden werde, wider­setze sich die Regierung dem Verlangen von Jnrcressenten, die Steuer so hoch zu schrauben, daß es auf eine Erdrosfelung hinauslaufe. In Sachsen scheue man sich nicht, die Konsum­vereine noch dazu gerade der ärmeren Bevölkerung steuerlich geradezu zu unterdrücken. Weshalb werde nicht gegen andere Großbetriebe, von Leuten wie Stumm u. s. w., so vorge­gangen? Sächsischer Bevollmächtigter von Fischer, Angriffe des Vorredners auf die sächsische Regierung zurück­weisend, stellt fest, diese habe laut Verordnung eine Sonder- bcsteuerung der Konsumvereine und großkapitalistischen Ver­einigungen nur zugelassen zu dem Zweck, um einen Ausgleich zu schaffen, falls in einer Gemeinde der Kleingewerbetreibende das Arbeiten durch eine Ueberausdehnung der Thätigkeit jener anderen Geschäftsbetriebsformen fast unmöglich gemacht werde. - Abg. Oerte l-Sachsen, sich ebenfalls gegen den Wurm'schen Standpunkt wendend, bestreitet, daß die Umsatzsteuer auf die Konsumvereine in Sachsen gar so drückend sein könne. Hieraus wird ein Vertagungsantrag angenommen. Morgen 1 Uhr: Dritte Lesung des Antrages auf Aufhebung des Diktatur-Paragraphen in Elsaß-Lothringen, dann Antrag, betreffend Landeswahlgesetz in Elsaß-Lothringen. Zum Schluß Petitionen. Schluß nach 53/* Uhr.

Preußischer Landtag. Abgeordnetenhaus.

(Sitzung vom 27. Februar.)

Das Abgeordnetenhaus genehmigte heute in dritter Lesung den Gesetzentwurf, betreffend Ausdehnung der Wasfergenossen- schaftcn, und setzte alsdann die erste Lesung des Gesetzent­wurfes, betreffend die Waarenhaussteuer, fort. Die Vorlage ging an eine besondere Kommission von 21 Mitgliedern. Morgen 11 Uhr: Etatbcraihung.

den Kampf gegen die Engländer und der Vertheidigung des vaterländischen Bodens noch lange fortzuführen; wichtiger ist die Munilionsfrage, namentlich die der Artillericmunilion. Der englische Oberbefehlshaber hat in den Kämpfen gegen Cronje klugerweise seine Truppen allmählich 'weniger dem Gewehrfeuer ausgesetzt, in dem die Buren ihnen überlegen warm, und hat sie mit der Waffe bekämpft, die eine ent­schiedene Superiorität in der Wirkung bei geringem eigenen Verlust sicherte. Dabei kam ihm zu Statten, daß unter dem Eindruck einer nun schon zehntägigen Einschließung bei fort­gesetztem, wenn auch in der Wirksamkeit ungleichem Bombar­dement die moralische Widerstandskraft des Gegners all­mählich erlahmte. Zweifellos hat Feldmarschall Roberts bei diesem Erfolge neben dem Verdienst einer sehr geschickten strategischen Kombination auch recht großes Glück gehabt, namentlich dadurch, daß der Entsatz Cronjes seitens der Burenarmee bei dem chr eigenen Mangel an Offensivkraft augenscheinlich nicht mit der durch die Lage augebotenen Energie gehandhabt worden ist. Für die Engländer ist es der erste entscheidende Erfolg in dem mm bald fünfmonatlichen Kriege und die für sie bis in die höchsten Kreise der Nation niederdrückende Erinnerung an Majuba Hill ist nun an dem gleichen Jahrestage ausgelöscht. Bleibt das Glück dem Feld­marschall Roberts weiter so günstig, dann ist zu befürchten, daß die Kapitulation von Paardeberg für die heldenmüthigen Buren von schwerwiegender Tragweite sein kann.

* *

* Telegramme.

Berlin, 28. Februar. Nach einem Telegramm aus Paardeberg erschien General Cronje bei Tagesanbruch unter Parlamentärflagge im Hauptquartier und übergab feinen Degen. Er kapitulirte bedingungslos und blieb selbst sofort als Gefangener. Cronje wurde von Kitchener mit allen Ehren empfangen und zu seiner heroischen Vertheidigung beglückwünscht.

Berlin, 28. Februar. Die Stimmung in England gibt folgendes Telegramm desLokal-Anzeiger" wieder: Roberts Kundschaft, die sich gestern Vormittag wie ein Lauf­feuer durch die Stadt verbreitete, erregte überall unbeschreib­lichen Freudes-Taumel; besonders auf der Börse, vor dem Lordmayor-Palais und dem Maison House spielten sich Szenen frenetischer Begeisterung ab, zumal Roberts durch den Hin­weis auf Majuba das hier herrschende Gefühl getroffen hat. Besonders freudige Erregung herrschte auch im Kriegsministerium. Aehnliche Freudenszenen spielten sich in allen Städten ab. Die öffentlichen Gebäude und Kirchen sind beflaggt und von allen Kirchthürmen erschallt Glockengeläut. Wettere Tele­gramme aus England melden, daß überall Freudenfeuer leuchten.

Berlin, 28. Februar. Aus London wird gemeldet: Roberts telegraphirte, daß die Anzahl der Gesang enen ca. 4000 Mass betrage, wovon 1500 Freistaat-Buren sind. Sechs Geschütze sind erobert worden. Cronje wird nach Kapstadt gebracht. 'Nach einem weiteren Telegramm Roberts befindet sich Major Albrecht unter den Gefangenen. Aus Kapstadt wird gemeldet, daß Frerichs Kavallerie-Division auf Blömfontein vorrückt. Präsident Stein habe an Krüger telegraphirt, ob Roberts nur noch zwei Stunden von Blömfontein entfernt wäre. Es würde schleunigst Hülfe kommen.

Berlin, 28. Februar. Wie dasBerliner Tageblatt" aus London meldet, herrscht in offiziellen Kreisen viel Verdruß, daß Marschall Roberts bei der Uebergabe Cronjes nur 6 kleine Kanonen erbeuten hat. Im Kriegs­amt ist man geneigt zu glauben, daß Cronje seine großen Kanonen entweder in Magersfontein oder Paardeberg ver­graben hat. -

Berlin, 28. Februar. DasBerliner Tageblatt" mel­det aus Brüssel: Die Kapitulation Cronjes kam der hiesigen Transvaal-Gesandtschaft nicht unerwartet. Trotz der abgesandten Verstärkungen, die jedenfalls ungenügend waren, war die Lage Cronjes in den letzten Tagen eine ver- z w e i f e l i e. Nunmehr wird General Joubert die Vorwârts- Konzentrirung aller Buren-Truppen nach dem Vaal-Flusse beschleunigen, woselbst er die wichtigste Defensiv-Stellung zu errichten gedenkt. Die hiesigen Transvaal-Kreise glauben an eine hartnäckige Fortsetzung des Krieges, außer wenn Eng­land einen annehinbaren Frieden bietet. Man glaubt, daß die englischen Truppen ungehindert bis Blömfontein kommen werben.

Brüssel, 28. Februar. Die Nachricht von der Ge­fangennahme der Armee Eronjes hat hier äußerst peinlich berührt.Jndependance beige" meint, England müsse sich jetzt nicht cindilden, den Feldzug jetzt bald beendet zu haben. Das Blatt sagt, daS Operationsfeld ist schließlich