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Auswärts 30 H.

Nr. 252

Samstag dm 27. Oltobcr

1900

SSPH

Amtliches.

^taöt^reh ^andu. Bekamttmachung.

Auf Antrag von mehr als zwei Dritteln der bethciligteu Gewerbetreibenden wird hiermit in Gemäßheit des § 41b der Neichsgewerbeordnung vorgeschrieben, daß in der Stadt Hanau an Sonn- und Festtagen im Barbier- und Friseur- gewerbe ein Betrieb nur bis 2 Uhr nachmittags, darüber hinaus aber nur «sch insoweit statt- sinden darf, als er bei der Vorbereitung von öffentlichen Theatervorstellungen und Schau­stellungen erforderlich ist.

Im Anschluß hieran wird auf die Bestimmung im § 146a der Reichsgewerbeordnung hingewiesen, wonach mit Geld­strafe bis zu 600 M., im Unwrmögensfalle mit Haft be­straft wird, wer vorstehender Anordnung zuwiderhaudelt.

Cassel den 15. Oktober 1900.

Der Regierungs-Präsident.

A II 11733 Trott zu Solz.

Die vorstehende Bekanntmachung wird hiermit veröffentlicht.

Hanau den 18. Oktober 1900.

Königliche Polizei-Direktion..

v. Schenck.

^and&rew ^anau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Zu Langenselbold ist die Maul- und Klauenseuche erloschen. Die angeordneten Sperrmaßregeln sind aufgehoben worden.

Hanau den 26. Oktober 1900.

Der Königliche Landrath.

V 10267 I. V.: Schneider, Kreissekretär.

LM-mUWlicher Kltislintm Kamil.

Der landwirthschaftliche Kreisverein hält am Sonntag den 4. November er., nachmittags 3 Uhr, in Kilianstädten im Gasthaus zumgsld'nen Roß" eine Wanderversammlung ab. Hierbei wird der Herr Obcrgärtncr Huber im Pomologischen Garten in Cassel einen Vortrag über:Pflanzung und Pflege der Obstbâume" halten, zu welchem die Vereinsmitglieder, sowie die Landwirthe von Kilianstädten und den umliegenden Ortschaften eingeladen werden.

Der Vorstand.

Feuilleton

Jll der Dämmerstunde.

Des Abends in der Dämmerstunde, Wenn Müdigkeit die Hand ersaßt, Das duN'ge Weichselrobr im Munde, Wie hält sich's da so süße Rast!

Es schwebet aus den blauen Ringen, Wie aus den Wolken, Pbaiitasus, Und leihet feine bun en Schwingen Zu traumessellgem Genuß.

Es grüßen wie mit Geisterhänden Die Statuen und Nippes bald Die Bilder ringsum an den Wänden Herab mit heimlicher Gewalt.

Erinnerung an schöne Reisen, An mm «es, ach, zu kurze Glück, Klingt durch die Seele noch mit leisen Akkorden, denket man zurück.

Es nahen sich aus frühern Tagen Gedanken voller Leid und Lust, Was wir erlebt und was mit Sagen Verwebte sich in unsrer Brust.

Vom Traum erwachen junge Lieder, Die einsteos sang der zage Mund, Und Imfe holt das Echo wieder, Die Töne aus dem Herzens Grund

Jm Walde hielt ich neulich Rast, und als ob mein Kör­per in den wunderbaren Verjüngungsbrunnen der nieder­ländischen Genreschule geraucht worden, so erquickte mich die freie, frische 9latur. Röthlich wie Purpur spielte das Licht der sinkenden Sonne, die wie ein großer, feuriger Bflll am äußersten Horizont stand, in dem allerdings schon fast ent­laubten Wipfel einer hohen Buche, erhabene Ruhe herrschte

Die Herren Bürgermeister in Kilianstädten, Mittelbuchen, Ostheim, Windecken, Nieder- und Oberdorfelden, Gronau, Wachenbuchen, Hochstadt, Bruchköbel, Roßdorf und Nieder­issigheim wollen obige Bekanntmachung des landwirthschaft- lichen KreisvereinS in ihren Gemeinden wiederholt in orts­üblicher Weise mit dem Hinzufügen bekannt machen, dgß alle Landwirthe in der Versammlung als Gäste willkommen sind.

Hanau den 25. Oktober 1900.

Der Königliche Landrath.

L 134_____________ v. Sche n ck.

Iptaöt&rew ^anau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Bâmttmmhtmg.

Am 29. Oktober d. Js. wird, wie in den Vor­jahren, zwecks Veranlagung der Einkommensteuer für das Steuerjahr 1901 eine allgemeine Aufnahme des Personen­standes in hiesiger Stadt vorgenommen werden. Zu diesem Behufe werden jedem Hauseigenthümer oder dessen Stell­vertreter schon mehrere Tage vorher die erforderlichen Haus­listen cingehündigt werden, um deren genaue und gc« wiffenhafte Ausfüllung hinsichtlich sämmtlicher in dem be­treffenden Hause nebst Zubehör wohnenden Personen nach dem Stande vom 29. Oktober d. Js. ersucht wird. Insbesondere bitte ich, besondere Sorgfalt auf die Angabe von Stand und Gewerbe zu verwenden und überall die Art der Beschäftigung namentlich auch, ob selbständig, Gehilfe, Lehrling rc. ersichtlich zu machen.

Indem ich schließlich auf die auf den Hauâlisteu ab- gedruckten gesetzlichen Bestimmungen verweise, spreche ich die Bitte aus, das betheiligte Publikum möge sowohl im eigenen Interesse, als auch zur Forderung der Verwaltungsarbeitcn dahin wirken, daß der am 30. Oktober erfolgenden Abholung der Hanslisten kein Hinderniß entgegensteht.

Hanau den 24. Oktober 1900.

Der Vorsitzende der Einksmmensteuer-Veraulagungs-Kommission für den Stadtkreis Hanau.

__ Dr. Gebeschus, Oberbürgermeister. 17417 Handelsregister.

1. Neu eingetragen sind:

a. Die Firma Stadahl & Gattwinkel, offene Handelsgesellschaft in Hanau, und als ihre Inhaber der Gartner Paul Hermann Stadahl in Offenbach und der Gärtner Hermann Gatt­winkel in Hanau. Die Gesellschaft hat am 15. Oktober 1900 begonnen.

rings um mich her. Ist das nicht dieselbe Sonne die auch Homer leuchtete? Ja, sie ist es, und wer sie liebt und ver­steht, dem entrollt sich in diesen Thälern noch immer das Bild der Welt, wie dem einstigen Carlsschüler am Neckar und übergießt ihre Vergänglichkeit mit ewigem Schimmer. Ich sah die Sonne, wie sie versank, Zoll um Zoll, leise schauerte ein Hauch in den Bäumen um mich her, und wie ein Hauch auch kam es von dem schwindenden Gestirn herüber, der meine Seele mit Ahnung einer hohen, feierlichen Ruhe ourch- schauerte. Da faßte ich den Plan, Dich, lieber Leser, einzu­laden, in solchen trauten Dämmerstunden etwas mit mir zu plaudern. Die Dämmerung, die blasse Freundin der Ein­samkeit, die Vertraute des Glückes und des Leids, sie spinnt ja ihre weißen Fäden von dem Rocken des entfliehenden Tages und spinnt sie mit geschäftigem Finger in das Denken und Sinnen der Pflanzen und Menschen. Durch die grünen Dach-Jalousien der Bäume tröpfeln die letzten goldenen Strahlen des Tageslichts, in der blauen umgestürztest Schale des Acthers hängt die volle Mondes-Rose, den Kelch nach abwärts geöffnet und sub rosa tändeln die TageSstrahlen mit der kleinen Lichtkrone, und nach und nach wickelt die Dunkelheit Erde, Leben, Blumen und Menschen in ihre braunen Arme und verhüllt sie dem Auge. Die geschäftigen Cyklopen, die in unseren Gedanken tagsüber hämmern, schweigen still und die goldbeflügelten Bienen der Dichtung tragen von allen Blumen der Schöpfung die süße Beute mir ein in Herz und in Geist, erzählen mir liebliche Märchen und gießen in die Feder mir Tausend kleine Lieder der Sehnsucht, des Bangens und des Verlangens. Was ist das Geheimniß des Verses, daß seine Gedanken sich ruhevoller auf die Seele legen, als die alltäglicher Sprache? Daß die Begeisterung, wie die Wehmuth ihn auf der Lippe bildet, jene, um ihre Freuden zu erhöhen, diese, um ihre Trauer zu mildern? Aus seinem sanften Steigen und Fallen tönt es

Die heutige Nummer umfaßt außer dem Unterhattungsblatt 16 Seiten

b. Die Firma Anton Burkhardt in Hanni und als ihr Inhaber der Kaufmann Anto n B u r f Hardt in Hanau.

2. Bei der Firma Nieslah & Co. in Zürich, Zweig­niederlassung in Hanau, ist eingetragen 'worden' Oi- Prokura des Kaufmanns Theodor Schäfer in Hanau ist erloschen.

3. Die Firma S. Reinhardt in Kesselstadt ist auf Grund des § 142 des Reichsgesetzes über die freiwillige Ge­richtsbarkeit von AmtSwcgcn gelöscht worden.

Hanau den 23. Oktober 1900.

Königliches Amtsgericht 5. 17562

Hansverkmtf.

Das zu dem Nachlaß des »erstorbenen.Schreiners Jacob S t a u tz zu Hanau gehörige Wohnhaus. Brandversicherung Nr. 43 in der Nordstratze G. 181 0,38 qm Wohnhaus mit Hosraum, soll Montag, den 29. Sieles Monats, vormittags 11 Uhr in dem Geschäftszimmer des hiesigen Domänen-Rentamtes, Frohnhof 4, öffentlich meistbietend unter den im Termin besannt gemacht werdenden Bedingungen versteigert werden. Hanair den 23. Oktober 1900.

Reinhardt, Domänen-Rentmeistcr. 17414

MMerte Md wtant Gegenstände etc.

Gefunden: 1 kleines Kinderportemonnaie mit 1.61 Mk. Inhalt. 1 Lehrbuch der Französischen Sprache mit dem Namen Heinrich Ewald. 1 drei Meter lange Eisenstauge. Zugelaufen: 1 junger braungelber Hund m. Geschl.

Vom Wasenmeister am 26. d. M. ein gefangen: 1 schwarzer Pinscher mit weißen Abzeichen und 1 schwarzer Bastard mit weißer Brust, beide m. Geschl.

Hanau den 27. Oktober 1900.

Die Wirrrtt in China.

Unterwegs nach Paotingfu.

Die internationale Tnippcnabtheilnng, welche von Peking auS nach Paotiugfu aufbrach, um dort gemeinschaftlich mit der Tientsiner Kolonne gegen den befestigten Ort zu operiren, war am 18. Oktbobcr bis Ngan°su, einen Tage- marsch »on Paotingfti entfernt, vorgerückt. Von dort auS wurde eine kleine Strcifcxpedition unternommen, der sich der Spezial-Berichtcrstatter, desBerl. L.-A." Hauptmann Dannhauer, anschloß. Sie führte zu einem interessanten Abenteuer, über welches folgendes Privat-Kabeltelc- g r a m m vorgenannten Blattes eingehend berichtet:

wie leises Rauschen aus dunklen Wipfeln, wie Gemurmel heimischer Waldquelle, und wie von Flügeln gehoben trägt er unk fort, ein stiller Vogel, der in weitem Bogen über Gipfeln und Thälern der Erde kreist.

Manchmal ziehen mit Gedanken

Moracns flüh schon durch den Sinn,

Und sie flattern und sie schwanken Ziellos mit mir her und hin.

Doch sie bleiben mir Senbiter,

Und dann spät im Abendlicht

Reimer sie sich plötzlich weiter,

Und dann wud es ein Gedicht.

Freilich wirst Du Dich mit einem langweiligen Plauderer begnügen müssen, lieber Leser, denn die interessanten sind so selten, wie die Wahrheit in englischen Kriegsberichten. Der große Schlachtendcnker, dessen Andenken gestern wohl jeder deutsche Patriot mit innigster Verehrung begangen hat und heute Abend weiterhin feiern wird, Moltke, war zugleich ein unvergleichlicher Kauseur: wie er,der vieler Menschen Städte sah und ihren Sinn erkannte", die Sprache beherrschte, z. B. in seinen Briefen an seine Brant Marie, da« ist vorbildlich für Alle, auch für die Journalisten. Wer in den siebziger Jahren in Berlin lebte, konnte ihm oft begegnen, wie er im einfachen Militärrock mit der hohen Denkcrftirn sinnend durch die Straße wandelte, und in scheuer Ehrfurcht, alk ob die Klio selbst an einem vorübcrginge, zag man den Hut. Jetzt sind sie Alle zu ihrer Ruhe eingegangen, die großen Paladine Kaiser Wilhelmi I. und unser forschendes Auge sucht nach neuen Helden, an denen es sich erheben und erquicken kann. Und siebe, auch sie steigen herauf! Der neue, mit frischen Kräften fein schweres, verantwortungsvolles Amt antretenbe Reichskanzler, Graf v. Bülow, hat in einem Danktelegramm an die Siegener Bürger ausgesprochen, daß er seinen Blick richten wolle auf die große und mahnende Gestalt des unvor-