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Amtliches Organ für Stsöi- unö LanöKreis Hanau
Erscheint täglich mit AvSnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr- 146.
Dienstaq den 26. Juni
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1900
Amtliches, ^anö&retö ^anau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
In Gronau gilt die Maul- und Klauenseuche als erloschen.
Der Landkreis Hanau ist nunmehr wieder frei von dieser Seuche.
Hanau den 26. Juni 1900.
Der Königliche Landrath.
V 5820
v. Schenck.
Die Maul- und Klauenseuche gilt in Kleinsteinheim (Kreis Offenbach) als erloschen.
In Patershausen (Kreis Offenbach) ist die Schweine- rothlaufseuche ausgebrochen.
Hanau den 23. Juni 1900.
Der Königliche Landrath.
V 5801/2 v. Schenck.
Der Metzgermeister Jakob Peter Schneider in 587 Marköbel beabsichtigt auf seinem Grundstück, Karte 8 Nr.
44o
warten ist. Beide Schiffe sollen während der Dauer der Unruhen in einem chinesischen Hafen bleiben. — Den nach China ausrückenden Leuten wird die Dienstzeit vom Tage des Ausrückens ab als „Kriegszeit" doppelt gerechnet, was allerdings erst durch eine Allerhöchste Kabinetsordre verfügt werden wird.
Für den Crnst der Aitffaffimg,
welcher bezüglich der ostasiatischen Krisis in London herrscht, kann es kaum ein bezeichnenderes Symptom geben, als die allmählich in Fluß kommende Dislozirung englischer Streitkräfte von Südafrika nach China. Obgleich der Widerstand der Buren gegen die englischen Waffen in den letzten Zügen liegt und Lord Roberts unbestrittener Herr der militärischen Situation in beiden Republiken ist, kann doch die Möglichkeit nicht als ausgeschlossen gelten, daß eine zu frühzeitige Lockerung des eisernen Griffes, womit der britische Generalissimus den Gegner umklammert hält, diesen wieder zu Athem und zu Kräften kommen läßt, denn man wird in der Annahme nicht fehl gehen, daß s. Z. die Buren sich auf das Wagniß eines Krieges gegen das übermächtige England nur einließen, weil sie, wenn auch vielleicht nicht eine fremde Intervention zu ihren Gunsten, so doch wenigstens
den Eintritt anderweiter Verwickelungen in Rechnung zogen,
SÄS?^^ eine Schlächterei ^England n^m M$G Seiten
^’^.P ~8“ ^^si en. Front zu machen und in Südafrika nur mit einem Theile
Gmüß S der Gewerbe-Ordnung wird dies mü bem^ Kesammistreitmacht aufzutreten. Ob es gerade Ver- Hmzufugen zur offentüchen Kenntniß gebracht daß e ma^ im fernsten Osten waren, die den Burenpolitikern
Einwendungen gegen diese Anlage innerhalb 14 Tagen schrift-
lich dahier anzubringen sind, oder im Sekretariat des Kreisausschusses, woselbst auch Zeichnungen und Beschreibungen der Schlächterei-Anlage einzusehen sind, zu Protokoll erklärt werden können.
Nach Ablauf dieser Frist können Einwendungen nicht mehr berücksichtigt werden.
Zur Erörterung der rechtzeitig eingegangenen Reklamationen wird Termin auf
Dienstag den 10. Juli d. I., Vorm. 11 Uhr,
in das Sekretariat des Kreisausschusses anberaumt.
Die Bethciligten werden zu diesem Termin mit dem merken geladen, daß bei ihrem Ausbleiben gleichwohl
Be- die
Einwendungen zur Erörterung kommen.
Hanau den 22. Juni 1900.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses.
A 2748
v. Schenck.
10176
Gestlndene und verlorene Gegenstände etc.
Verloren: 1 schwarze Halsschleife mit goldener Brosche.
Eingefangen: 1 Kaninchen.
Zugeflog en: 1 grüner Wellensittich.
Hanau den 26. Juni 1900.
Die chinesischen Wirren.
Betreffs der Mobilmachung der Marine- Infanterie
wird aus Kiel noch mitgetheilt, daß keine Civil-Freiwilligen für China angenommen werden. Bei dem Oberkommando der Kaiserlichen Marine sind dieser Tage zahlreiche Meldungen von Civil-Personen zum freiwilligen Eintritt in die See-Bataillone cingelaufen. Die Gesuche werden ohne Ausnahme einen abschlägigen Bescheid erhalten, da nach dem Erlaß des Kaisers die beiden See-Bataillone durch Freiwillige des aktiven Dienststandes der Armee auf ihre Kriegsstärke gebracht werden sollen. Die nach Ostasten zu schickenden Verstärkungen dürften alles in allem die Zahl 2500 über-
vorschwebten, kann füglich dahingestellt bleiben; jedenfalls haben sich dort die Verhältnisse unversehens so zugespitzt, daß England zum Schutze seiner enormen wirthschaftlichen Interessen eigentlich gar nicht stark genug in China vertreten sein kann, während cs doch bisher daselbst von allen Mächten verhält- nißmäßig am schwächsten militärisch repräsentirt ist. Da nun, aller gegenteiligen Andeutungen ungeachtet, die indische Armee, welche ohnehin schon weniger, als ihren normalen Effektivstand an europäischen Truppen aufweist, auch nicht einen Mann mehr abgeben kann, in England selbst aber nur Milizen, Rekruten und sonstige minderwerthige Kategorien von Mannschaften zurückgeblieben sind, so muß eben Südafrika aushelfen, so schweren Herzens sich auch die dortige Armeeleitung den an sie herantretenden Anforderungen wegen Abgabe von Truppen fügen wird. Wenn die bezüglichen Meldungen nicht übertrieben sind, so handelt es sich zunächst um etwa 10,000 Mann, welche unverzüglich von Südafrika nach China geschafft werden sollen. Und dieses Kontingent muß aus durchweg körperlich vollwerthigen Elementen, unter Ausschluß aller Kranken oder sonst an ihrem militärischen Gebrauchswerth geminderten Leuten bestehen, wodurch also die englische Streitmacht in Südafrika um einen sehr erheblichen Verhältnißsatz geschwächt werden wird. Diese Maßregel wird, weil sie deutlich erkennen läßt, daß Englands militärische Leistungsfähigkeit an der Grenze des Spannungsvermögens angekommen ist, nicht verfehlen, den aufs Tiefste gesunkenen moralischen Muth der Buren und ihrer kapländischen Stammesgenossen wieder aufzufrischen und die endgiltige Wiederherherstellung normaler Verhältnisse zu verzögern, obwohl doch gerade England wünschen müßte, daß in Südafrika möglichst bald reiner Tisch gemacht werde.
Pour le mérite.
Se. Majestät der Kaiser hat dem Kommandanten des „Iltis", Kapitän Lans, den Orden pour le mérite verliehen. Der im Kieler Hafen liegenden Flotte wurde durch Flaggensignal davon Mittheilung gemacht. In der gejammten
schreiten da bekanntlich zu den beiden mobilen Seebataillonen f Marine wird diese Auszeichnung des tapferen Kameraden mit
auch noch Artillerie und eine Pionierabtheilung hinzukommen. Die beiden gecharcherten Lloyddampier „Frankfurt" und „Wittekind" können sehr bedeutende Truppenmasten »hne Schwierigkeit und unter bequemer Unterbringung transpor- tiren. Die „Frankfurt", ein Schwesterschiff der jetztschon vor Taku befindlichen „Köln", ist ein ganz neuer, 7o00 â großer Dampfer, der mit den allerneuestcn Einrichtungen versehen ist. Auch „Wittekind" ist ein starker Dampfer von über 5000 To., der bisher als Past- und Passagierdampfer im ?a-Plata-Dienste verwandt wurde. Die beiden schiffe und Postdampfer, da Schnellschraubendampfer eine so große Anzahl von Mannschaften nicht zu fasten vermögen. Beide Schiffe sind bereits seeklar. Die Distanz von Bremen nach Taku, dem Ziel ihrer Fahrt, beträgt etwa 12000 Seemeilen und wird, da beide Schiffe vorzüglich und sicher dm Kurs halten, auch nirgends für längere Zeit anzulegen nothwendig
größter Freude begrüßt werden. Seit dem Tode des hoch- seligen Prinzen Walbert war der Orden pour le mérite in
der Marine nicht mehr vertreten, Kapitän Lans ist somit der erste deutsche Seeoffizier, dem diese auch in der Landarmee selten gewordene Kriegsauszeichnung zu Theil wird. Je mehr das eiserne Kreuz auch aus der Marine schwindet — der letzte Träger desselben ist, wenn wir nicht irren, Vizeadmiral Lendemann —, um so erfreulicher ist es, daß das blaue Kreuz Friedrichs des Großen in der Flotte Bürgerrecht gewonnen, die durch die Aktion des „Iltis" von Neuem den
In Tientsin
werden die Ersatztruppen, wenn es ihnen gelingen sollte, durch die chinesischen Truppenlinien durchznbrechcn, wahrscheinlich kaum noch viel zu retten vorfinden. Alle Berichte stimmen darin übereilt, daß sich die dortigen Ausländer, soweit sic sich noch gegen den an Zahl und Ausrüstung übermächtigen Feind halten können, in einer furchtbaren Lage befinden. Ein Telegramm berichtet: Die Chinesen kämpfen in Tientsin mit großem Fanatismus und in so großer Ueberzahl, daß die I Europäer unterliegen müssen. Der russische Admiral Hilde- : brand telegraphirte, daß eine Streitmacht von 4000 Mann, : darunter nahezu die Hälfte Japaner, am Samstag ausmarschirt i wären, um den Entsatz von Tientsin zu versuchen. Die ■ chinesische Artillerie in Tientsin wäre den Geschützen der . Europäer überlegen. Die Zahl der chinesischen Truppen in ; Tschiii soll sich auf 60 000 Mann belaufen, von denen die ■ meisten von deutschen und russischen Offizieren gedrillt worden wären. Die vier chinesischen Generale Rieh, Hungching, Ma und Manshikai, welche an dem japanischen Kriege thcilnahmen, operiren zusammen unter dem Kommando des Prinzen Tuan. Das Bombardement in Tientsin wurde Freitag wieder ausgenommen. Die Ausländer versuchten, sich gegen die Bomben durch naßgemachte Stückgüter zu schützen, sie leiden aber fürchterlich unter dem Bombardement und unter dem Mangel an Nahrung, insbesondere die Frauen und Kinder. Der Kommandant des britischen Kriegsschiffes „Barfleur" wurde in dem Gefecht am Freitag gelobtet. Im ganzen sollen bisher breitjunbert Ausländer ums Leben gekommen sein. — Ein weiteres Telegramm berichtet: Die Lage der Ucberlebendcn in Tientsin ist eine verzweifelte, da der Fluß zu flach ist, um in Booten zu entfliehen. Die Chinesen kämpfen wie Bestien. Die eiwopäischen Truppen wurden auf dein Bahnhvf zurückgedrängt, welchen die Russen verzweifelt vertheidigen. Dem Daily Erpreß wird aus Tschifu telegraphirt: Die Chinesen bombardiren Tientsin mit sechzig schweren Geschützen, außerdeni wird die ausländische Niederlassung von furchtbarem Gewehrfeuer durchfegt. Die Verluste der Europäer sind enorm, Frauen und Kinder sind noch einigermaßen sichcrin der Gordon Hall. Chinesische Couriere, welche am einundzwanzigsten in Tientsin eintrafen, melden, eine kleine weiße Truppe habe mehrere Tage vierzig Meilen westlich von Tientsin mit einer überwältigenden chiitesischen Truppenmacht gekämpft und sei dann total niebergemaeft worden. Man glaube, dies sei Seymours Kolonne gewesen, doch sei die Behauptung, daß alle niedergemacht wurden, mit Reserve aufzunehmen.
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Telegramme:
Berlin, 26. Juni. Wie dem „Lokal-Anzeiger" aus Madrid telegraphirt wird, ist Spanien entschlossen, ebenfalls in Ostasicn vorzugehen. Es wird zum Schutze seiner Landes-Angehörigen in China den besten Kreuzer „Carlos Quinto" mit 400 Mann absenden. — Ueber die Lage in den vom Aufstande noch nicht berührten Theilen Chinas meldet ein Telegramm des „Berl. Tagcbl." aus London : Die Nachrichten aus dem Norden Chinas haben auf alle Eingeborene einen schlimmen Eiusluß ausgcübt. Die Bewaffnüng der Chinesen scheint von den Europäern unterschätzt zu werden. In Shangai ist zwar alles ruhig, doch ist man nicht ohne Sorge. Im Hafen liegen 6 Schiffe der Mächte. Von dem englischen Kriegsschiff „Daphne" wurden verschiedene Geschütze und drei Maxim-Kanonen zur Vertheidigung des britischen Konsulats gelandet. Die Christen in Canton sind bedroht und wurden der Sicherheit halber nach Kowloon gebracht.
Berlin, 26. Juni. Nach einem Telegramm des „Berliner Tageblatt" aus London wird aus New-Aork gemeldet: Folgende wichtige Botschaft ist vom „New-Aork Journal" aus Tsinanfu am Montag veröffentlicht worden: Der offizielle Bote, welcher Peking am Dienstag verlassen hat, ist hier an« gekommen. Die Gesandtschaften sind unversehrt, die Gesandten selbst unverletzt. Sie verlangen ihre Pässe vom Tsung-li-
Namen.
Berlin, 26. Juni. Der „Lokal-Anzeiger" meldet aus London: Eine Autorität in chinesischen Angelegenheiten erklärte einem Vertreter der „Westminster Gazette": Sir Robert Hart war, wie er wisse, reichlich mit Kurieren versehen und wenn die geringste Möglichkeit vorhanden wäre, würde er eine Meldung durchbekommen haben. Es sei undenkbar, daß die Hand »oll Europäer nur einen Tag gegen eine mächtige blutdürstige Rotte von Chinesen Stand halten konnte. Er glaube nicht, daß irgend einer noch am Leben sei.
London, 26. Juni. Nach einem Telegramm der „Daily zweiten Male verliehen, den ersten erhielt der jetzige General Mail" besteht die Verwundung des Kommandanten Lans «... ^^"^ von der „Iltis" in einem Schuß in das Bein.
Beweis erbracht hat, daß sie an kühner und entschlossener Initiative, an Kampfesmuth und Siegesfreudigkeit hinter der Armee nicht zurücksteht. Hoffentlich gestattet die Verwundung des Kapitäns Lans sein Verbleiben im Dienst, möge die Freude über die Auszeichnung zu seiner baldigen Genesung beitragen. Kaiser Wilhelm II. hat damit diesen Orden zum
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