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Auswârl« 30 ^.

Nr. 275

Samstag den 24. November

1900

Hierzu

Amtliche Beilage" Nr. 46.

Amtliches.

Bekanntmachung.

Erweiterte Zulassung von Felbpostsendungen.

Zur Beförderung an die mobilen Landtruppen des Heeres und der Marine in Ostafien sind fortan in Privatangelegenheiten der Empfänger G e l d briefe bis zum Betrage von 1500 M. einschließlich und bis zum Gewichte von 250 g einschließlich zugelasscn.

Die Geldbriefe bis zum Betrage von 150 M. und bis zum Gewichte von 50 g einschließlich sind portofrei. Für die der Portozahlung unterliegenden Geldbriefe beträgt das Porto

bei einer Werthangabc bis zu 150 M. und einem Ge­wichte von mehr a(§ 50 g . . . 20 Pf., bei höherer Werthangabe ohne Unter­

schied des Gewichts:

über 150 bis 300 M. ... 20 Pf.,

300 1500 . . . 40 ^

DasPorto ist oomAbsendcr zu entrichten.

Die Aufschrift muß denselben Anforderungen entsprechen wie bei den gewöhnlichen Feldpostbricfsendungen. Znr Her­stellung desSiegelverschlusses ist seiner Lack zu verwenden. Es empfiehlt sich auf der Siegelscitc den Absender namhaft zu machen.

Die Beförderung der Geldbriefe erfolgt mit den alle 14 Ta^e abwechselnd von Bremerhaven und Hamburg nach Ost­asien abgehenden Reichspostdampfern.

In Betreff der Postsendungen an die Besatzungen der Kriegsschiffe in Ostasten verbleibt cs bei den z. Zt. bestehenden Festsetzungen.

In der Richtung vom Feldheere nach der Heimath werden nunmehr ebenfalls G e l d b r i e f e bis zum Betrage von 1500 M. und bis zum Gewichte een 250 g, ferner Postanweisungen bis zum Betrage von 800 M. ein­schließlich befördert.

Biclin W., 19. November 1900.

Der Staatssekretär des Reichs-Postamts, v. Podbielski.

^anö^reis ^anau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Bei einem von dem Metzger Friedrich Gottlieb in Langenselbold geschlachteten Schweine, welches derselbeI

een Johannes S chwed III. daselbst getauft hat, sind die Backsteinblattern (Nesselfieber) fcstgcstclll worden.

Ueber das Schwed'sche Gehöft wurde die Sperre »erhängt.

Hanau den 24. November 1900.

Der Königliche Landrath

V 11401 v. Schenck.

In Langendiebach ist die Maul- und Klauen­seuche erloschen. Die angeordneten Sperrmaßregeln wurden aufgehoben.

Hanau den 24. November 1900.

Der Königliche Landrath.

V 11459 v. Schenck.

In Helfersdorf (Kreis Gelnhausen) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

Der auf den 27. d. Mts. festgesetzte Viehmarkt in Wächtersbach fällt aus.

Hanau den 24. November 1900.

Der Königliche Landrath.

V 11398 D. Schenck.

^taöt^rei^ ^banait.

Bekanntmachungen des Oberbiirgermeisteramtes. Bekanntmachung.

Das Ortsstatut, Betr. die kaufmännische Fort­bildungsschule zu Hanau liegt vom 26. November d. J. an 2 Wochen lang im Rathhause, Stadtsekrciariat Zimmer Nr. 21, zu Jedermanns Einsicht offen und können innerhalb dieser Frist Einwendungen bei uns erhoben werden.

Hanau den 16, November 1900.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 19095

Am L Dezember d. Js. findet im Deutschen Reiche eine allgemeine Volks-, Vieh- und Obst-' baumzählung statt.

Zu diesem Zwecke werden in der Zeit vom 28. bis 30. November d. Js. jedem Haus­haltungsvorstande die erforderlichen Zähl­papiere zur Ausfüllung zugestellt.

An die Einwohnerschaft richten wir die dringende Bitte, die Herren Zahler, welche das Amt eines Zählers als Ehren­amt übernehmen, durch möglichstes Ent­gegenkommen in der Erfüllung ihres mühevollen Amtes unterstützen zu wollen. I

Bemerkt wird hierbei, daß die Volks-, Vieh und Obstbaumzählung nicht, wie immer noch vielfach irrthümlich angenommen wird, zu irgend welchen steuerlichen Zwecken erfolgt.

Die Abholung der Zählpapiere wird am 1. Dezember d. Js., mittags, erfolgen und er­suchen wir, dieselben zu diesem Zeitpunkte vollständig und wahrheitsgetreu aus- gefüllt bereit zu halten.

Hanau den 12. November 1900.

Der Magistrat.

Dr. Gebe sch us. 18761

Am 1. Dezember d. J. findet in hiesiger Stadt gleich­zeitig mit der Holks- und Viehzählung eine Obstbaum- zâhlung mittelst Zählkarten statt.

Die Besitzer (Pächter, Verwalter re.) der Gehöfte, Pflanzungen, Gärten, Becker, Wiesen, Deiche, Chausseen, Eisenbahndämme u. s. w. werden hierdurch ersucht, die An­zahl der auf oder an diesen Ocrtlichkeilen stehenden Obst- bäume und zwar gesondert nach

Aepfeltäumcn,

Birnbäumen,

Pflaumen- und Zweischenbaumen, Kirschbäumen

baldigst zu ermitteln, damit sie dieselben am 1. Dezember d. J. richtig in die Zählkarten einzutragen vermögen.

Hanau den 8. November 1900.

Der Magistrat.

Dr. Sebeschus. 18410

Wegen der am 1. Dezember d. Js. siattfindcndcn Volks-, Vieh- und Obstbaumzählung bleiben die sämmtlichen Bureaus der Ltadwerwaliung, mit Ausnahme derjenigen des Gas- und Wasserwerks, des Lchlachthofes und der Armenverwaltung an diesem Tage von mittags 12 Uhr ab geschloffen.

Hanau den 14. November 1900.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 18657

Bekanntmachung.

Die Amtstage jeder Woche, an welchen der unterzeichnete Beamte im Dicnüraum des Katastcramts II anwesend ist, find aus Freitag und Lamstag verlegt worden.

Hanau den 22. November 1900.

Königliches Katasteramt II.

T h o n, Steuer-Inspektor. 19063

Feuilleton*

Die Errichtung von Volksbibliotheken durch den Kreisverband Hanau.

i.

Es hieße Eulen nach Athen oder, volksthümlicher ausge­drückt, Wasser in den Main tragen, wenn man über die große Bedeutung der Volksbibliothcken heute noch viele Worte verlieren wollte. Wer das Gute, das unsere Litteratur in so reichem Maße in sich birgt, nicht nur oberflächlich durchfliegt oder unverständig verschlingt, sondern mit Bedacht liest und auf Kopf und Herz entreißen läßt, ber geht bei unsern edelsten Geistern in die Schule, der besucht die Hochschule, welche die Menschheit in langer Kulturarbeit für ihren Nach­wuchs erbaut hat. Wer sich an Großem und Gutem bildet, der wird selbst groß und gut. Wir sönnen darum unsern Zeitgenossen nichts Besseres geben als die Bildungsschütze der Nation. Die Volksschule kann hier nur »erbauen, sie kann ihren Zöglingen wohl den Zugang zu diesen Schätzen frei machen, aber sic kann sie ihnen nicht in die Hand geben. Hier muß die öffentliche Volksbibliothek die Arbeit der öffent­lichen Volksschule fortsetzen.

Nun entgegnet man zivar manchmal, unser Volk »erstehe noch nicht, wirklich zu lesen und ziehe die gewöhnlichste Schundwaare unsern guten Schriften vor, auch sei daS Lese- bedürfniß nicht so allgemein, daß sich die Errichtung von Volksbibliothcken lohne. Dieser Einwand ist aber durchaus nicht stichhaltig; allerdings ist scheinbar vielfach kein Lese- bedürfniß.»orhandcn, allein der Grund dieser Erscheinung liegt doch in den meisten Fällen lediglich darin, daß sich das Be­dürfniß just darum nicht regt, weil e s nicht befriedigt werben taun, wo gut geleitete Bibliotheken vorhanden

sind, da nimmt darum auch das L e s e b e d ü r f n i ß stetig Bedeutung erlangt und sind bis in die kleinsten Ortschaften zu; und wenn cs sich wirklich oft in falschen Bahnen bc- vorgerückt. An der -Spitze marschirt dort dcr^ kleine £ taai wegt, nun, die Volksbibliothek hat auch eine erzieherische Massachusetts (23/* Mill. Ein».); von den 352 Siadt- und Seite und will eben den Geschmack des Volkes Landgemeinden desselben waren 1892 nur 66, 1893 nur und sein litterarisches Verständniß heben noch 53 ohne Bibliotheken, cs waren dort 2 * Millsonett und so der Hintcrtreppcnlittcratur den Markt entziehen. Bände »orhanden und wurden 2*/i Millionen Mark jährlich

Ist die Volksbibliothek zweifellos als Knlturfakt.r »on bafür aufgewendet. Die nur 000000 Einwohner zählende großer Bedeutung, so versteht es sich ganz een selbst, daß Hauptstadt Boston gibt jahrnch <01000 warf für ihre auch kommunale Mittel für sie flüssig gemacht werden müssen, öffentliche Bibliothek aus.

damit ihre Benutzung, wie der Besuch der Volksschule, unciu- In Deutschland hat ei zwar an Bücher« nie ge- gcltlich sein kann ober doch mit so geringen Kosten verknüpft,' fehlt und wir können in Bezug auf die Zahl der Bände daß auch der Unbemittelte ihres Segens theilhaftig werden wohl mit allen Nationen fonfurriren, aber sie waren seither kann. Die Zeiten, wo es für eine Kommune genügte, sich nur in großen Bibliotheken ausgestellt und dem gemeinen auf den vortrefflichen Zustaitd der Straßen berufen zu können, Manne unzugänglich, so daß der Uni»crsitäts-Bibli»tbekar sind unwiederbringlich vorüber, nur die Kommune hat ihre Dr. Norrenberg in Kiel jene Büchereien ganz treffend Aufgabe voll ersannt, die auch die Pflege der Geistesbildung alsBüchcrgrâber" bezeichnen kann. Was will es heißen, in ihr Programm ausgenommen hat. ; wenn beispielsweise eon den 170000 Bänden der Frankfurter

Auf der Verwendung größerer k o m m un a l e r Stadibibliochck ganze 17000 jährlich entliehen oder benutzt Mittel beruht im Wesentlichen der Aufschwung, den die werden! Dem gegenüber lieh die dortige Volksbiblioihck Volksbibliothcken im Auslande genommen haben. In 57 311 Bände aus und das Lesezimmer wurde von 26953 Frankreich wurden sie schon seit der Mitte des Jahr- Personen besucht. Die aufgewenbetett Mittel stehen dazu ge- Hunderts durch den Staat gefördert und haben einen großen rade im umgekehrten Verhältniß. Denn während die Stadt Einfluß ausgeübt. Gustav Freytag führt sicher nicht mit Un- 1897 für die gelehrten Bibliotheken 27,51 Mark pro Kopf recht das starke Festhalten eines Theiles der Elsaß-Lothringischen ' der Bevölkerung verwandte, betrugen die Zuwendungen für Bevölkerung am französischen Wesen auf die Wirksamkeit die Volksbibliothcken nur 1,33 Mark auf den Kopf. Doch dieser Bibliotheken zurück, die dort von 1863 bis 1889 nicht ist auch bei uns die Volksbibliothek int erfreulichen Wachsthum weniger als 52 Millionen Bünde ausgeliehen haben. Die begriffen und auch bereits auf das platte Land vorgedrungen, englischen Volksbibliothcken haben innerhalb weniger Eine Reihe dexlschcr Staaten stellt den Volksdiblwiheken Jahrzehnte mit Hilfe der sogenannten Bibliothek-steuer einen regelmäßig Büttel zur Verfügung. Im preußischen Eiar geräuschlosen kulturellen Sieg errungen. D»rt bewilligt jede waren für 1899 50 090 Mark ausgeworfen, im königlich Stadt auf I Pfund Sterling der Ecmeindeabgaben 1 Penny sächsischen 20000 Mark, Württemberg gibt jährlich 3000 Mark für die Volksbibliothcken und diese Bibliotheksstcuer ergibt und das Herzoglhum Brauitschweig, wo die Volksbiblioibcke» dort zur Zeit beinahe l8/* Millionen Mark jährlich. Auch sich sehr gut entwickelt haben, beinahe 7000 Mark Unter­in Nordamerika haben die Bolksbibliothcken eine große stützungcn.

Die heutige Nummer umfaßt außer dem Unterhattungsblatt 18 Seiten.