Erstes Blatt.
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M. 222.
Samstag den 22. September
1900
AMtlichsS
Bekanntmachung.
Packetverkehr nach Brasilien.
Von jetzt ab wird eine neue Packetbeförderung nach Nordbrasilien (Parâ, Manâos) für Sendungen bis zum Gewichte von 10 kg und mit einer Werthangabe bis 300 Mk. eingerichtet. Die Packete werden in Hamburg den Dampfern der Hamburg-Amerika-Linie direkt, ohne Vermittelung von Spediteuren, übergeben und am Bestimmungs-Hafenorte durch die Agenten der Gesellschaft auf das Zollamt geschafft, von wo die über die Absendung der Packete amtlich benachrichtigten Empfänger sie abzuholcn haben.
Ueber das Nähere geben die Postanstaltcn auf Wunsch Auskunft.
Berlin W., 17. September 1900.
Der Staatssekretär des Reichs-Postamts.
von P o d b i e l s k i.__________________
StâAtAlr'srs Cattau. HLkaMtMchungW des Oberbürgermeisteramtes. Bekanntmachung.
Am Montag den 2. n. Mts. wird probeweise mit
der
Müllabfuhr begonnen. Laut gleichzeitig bekannt gegebener Polizeiverordnung vom 23. d. Mts. beginnt die regelrechte Müllabfuhr am 1. August d. Js.
Es wird Müll abgefahren:
Montags und Donnerstags
Main im städtischen Volksbad 1 Trauring, gez. A. Aeim, 21. 6. 1900.
Entlaufen: 1 Schäferhund, wolfsfarbig, hat Stehohren, 7 Monate alt, ca. 50 cm hoch.
Vom Wasenmeister am 21. d. Mts. ein gefangen:
2 Foxterricre, der eine mit rothen Abzeichen, beide m. Geschl. Hana« den 22. September 1900.
^m^Wrew ^anau. BelauutürachMgen des Königlichen Landrathsamtes. In Wächtersbach (Kreis Gelnhausen) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.
Hanau den 21. September 1900.
Der Königliche Landrath.
V 8670
v. Schenck.
Unter Hinweis auf die Bestimmung im Artikel 83 Nr. 2 der Anweisung vom 31. August 1894, „Ausfälle an Einkommen- und Ergänzungssteuer betr.", veranlasse ich die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher, die erforderlich werdenden Ausfall-Listen in doppelter Ausfertigung nebst Unterlagen am Schluffe dieses Monats der Königlichen Kreiskasse einzureichen.
Hanau den 19. September 1900.
Der Vorsitzende
der Einkommensteuer - Veranlagungs - Kommission für den Landkreis Hanau.
J.St.3027 3. V.: Valentiner, Reg.-Assessor.
in Vorstadt Hospitalstraße
Vor der Kinzigbrücke Bruchköbelerlandstraße Fasanerieweg Josephstraße Körnerstraße Fallbachstraßc Frankfurtcrlandstraße Kleine Hainstraße Hainstraße Kinzigstraße Türkische Gärten Bogenstraße Wilhelmstraße Maricnstraße Frohnhofstraße Schloßhof Schloßstraße Erbsengasse Johanniskirchplatz Tiefestraße Ramsaystraße Bangertstraße Schirnstraße Rappenstraße
in Gr. Dechaneistraße Predigerstraße Kl. Dechaneistraße Baderstraße Kleine Sandstraße Wolfsstraße Steinstraße Johanniskirchstraße Am Markt (Altstadt) Marienkirchstraße Kleine Fahrstraße Neustratze Engestraße Marktstraße Metzgerstraße Schulstraße Lamboystraße Uferstraße Nordstraße Eberhardstraße Paradeplatz
Philipp-Ludwigs-Anlage Im Bangert Nebenstraße Brückenstraße.
Dienstags und Freitags
Bekanntmachung.
Das Proviantamt in < Hanau kauft. gesunden, trockenen und gut gereinigten Roggen und Hafer, sowie gutes, gesundes Heu und Roggenstroh.
Zur schnellen Abfertigung wird cs wesentlich Beiträgen, wenn das Getreide zu einem gleichmäßigen Gewicht eingesackt wird.
Die Adresse für Bahnsendungen ist: „Proviantamt in Hanau — Nordbahnhof. — Fracht- und Abfuhrkosten von der Bahn trägt Verkäufer. Die Abfuhrkosten betragen für Roggen und Hafer 6 Pfg., für Heu und Stroh 15 Pfg. pro Centner.
Alles Nähere ist bei dem genannten Proviantamt zu erfragen. Hanau den 28. August 1900.
Der Königliche Landrath.
V 7740 I. V.: Valentiner, Reg.-Assessor.
in Nußallee u. Fischerhüttenweg Diakonissenstraße
Vor dem Kanalthor Philippsruher Allee Mainkanal
Vor dem Steinheimer Thor Steinhcimerlandstraße Lothringerstraße
Fischerstraße
Kanalplatz
Herrnstraße
Blcichstraße Franksurterstraße
Heumarkt
Glockcnstraße
in Altstraße Lindenstraße Römerstraße Krämerstraße Gärtnerstraße von 57—78 Schäferstraße Französische Allee Paradicsstraße Hahnenstraße Steinheimerstraße Sternstraße Hammcrstraße Fahrstraße Langstraße Leimenstraße.
Mittwochs und Samstags
Freiwillige für den Unteroffiziersstand.
In den Unteroffizieroorschulen zu Weilburg, Annaburg, Jülich, Wohlan und Neubreisach, sowie den Unteroffizier- schulen zu Potsdam, Biebrich, Jülich, Weißenfels, Ettlingen und Marienwerder werden zum Herbst dieses Jahres noch junge Leute als Freiwillige eingestellt. Die Ausbildung in der Unteroffiziervorschule dauert in der Regel 2, der Aufenthalt in der Unteroffizierschule 3, bei besonderer Brauchbarkeit 2 Jahre. Die in den Unteroffiziervorschulen Einzustellenden müssen mindestens 141/* Jahre, die in die Unteroffizierschulen Einzustellenden mindestens 17 Jahre alt sein, Letztere dürfen aber das 20. Jahr noch nicht vollendet haben. Anmeldungen hierzu werden jeden Mittwoch nnd Samstag, porm 10 Uhr, bei dem unterzeichneten Kommando cntgegen- genommen, woselbst auch die Bestimmungen eingesehen werden können. Die sich zur Unteroffiziervorschule meldenden Leute haben Geburtsschein, die sich zur Unteroffizierschule Meldenden Meldeschein zum steiwilligen Eintritt, welcher vom zuständigen Landrathsamt ausgefertigt wird, vorzulegen.
Königliches Bezirkskommando Frankfurt a. M.
in Sandeldamm Maulbeerallee Gartenstraße Rhönstraße Mühlthorweg Mühlstraße Rosenstraße Salzstraße Nürnbergerstraße Weberstraße Ballplatz
Gärtnerstraße von 1—57 Kirchstraße
Sandstraße Hirschstraße Schnurstraße
Marktplatz (Neustadt) Kölnischestraße
in Kleincstraße Schützenstraße Wallweg
Am alten Bebr. Bahnhof Bebr. Bahnhofstraße Akademiestraße Neue Anlage Grimmstraße Friedrichstraße Bikioriastraße Augustastraße Auheimerweg Spessartstraße Leipzigerstraße Bernhardstraße Waldstraße Grüner Weg.
Alle Beschwerden über nicht rechtzeitiges, regelwidriges u. s. w. Abholen des Mülls sind schriftlich (nicht telephonisch) beim Stadtbauamt II anzubringen.
Hanau den 29. Juni 1900.
Der Magistrat.
Bode.
12687
Wird veröffentlicht.
Hanau den 15. September 1900.
Der Königliche Landrath.
v. Schenck.
Die heutige
Schmdmc Md lerlottat GegenMndc etc.
G ef und en: 1 Hundehalsband mit Brosche. 1 große Serviette ohne Namen mit Stecknadel. 1 weiße Mütze. Im
Nummer umfatzt außer dem Unterhattungsblatt 14 Seiten.
Der Krieg in China.
Der Kaiser an Freifrau von Ketteler.
Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Auf die Nachricht von der Ankunft der Freifrau v. Ketteler, Gemahlin bet mietheten Gesandten, in Tientsin, richtete der Kaiser an die schwergeprüfte Frau folgendes Telegramm: „Wie in der langen Schreckenszeit, die Sic, gleich im Beginne Ihres Gemahls beraubt, seelenstark überstanden haben, begleitet Sic auf dem Heimwege meine herzliche Theilnahme. Mein Volk trauert mit Ihnen. Tröste Sie Gott!" Frau von Ketteler sprach dem Kaiser ihren tiefcmpfnndenen Dank für die Theilnahme auS.
Ankunft Waldersee's.
Wolffs Bureau meldet unterm 21. aus Shanghai: Graf W aldersee ist um 5 Uhr bei schönstem Wetter hier eingetroffen und unter großer enthusiastischer Betheiligung der hiesigen Bevölkerung hier eingezogen. Ehrenpforten waren errichtet, Ehrenwachen und Eskorten ausgestellt. Die Kommandanten sämmtlicher Detachements waren anwesend. Vor dem deutschen Generalkonsulat steht eine Ehrenwache der am Kampfe bei Taku bcthciligt gewesenen Matrosen von der „Gesion" und vom „Iltis". Morgen wird er eine Parade über die vollzähligen hiesigen Landtruppen und die Detachements der freiwilligen Korps abhalten.
Die chinesische Kaiserfamilie
macht durchaus keine Anstalten, nach ihrer ursprünglichen Hauptstadt zurückzukehren, sic ist vielmehr eifrig darauf bedacht, sich vor jeder etwaigen Verfolgung durch die verbündeten Truppen in Sicherheit zu bringen. Die an die Provinz Tschili angrenzende Provinz Schansi schien wohl der Kaiserin nicht mehr sicher genug, sie hat sich jetzt in die südwestlich daran stoßende Provinz Scheust zurückgezogen. Ein kaiserliches Edikt, batirt Taiyucnfu, 8. September, proklamirt nämlich Sianfu als neue Hauptstadt China-; der kaiserliche Hof würde sich sofort dahin begeben, da Sianfu der Machtsphäre der auswärtigen Mächte entrückt sei. Der Gouverneur von Schansi erhielt den Befehl, die Regierungs- gebâude daselbst ist Stand zu sitzen. Der Erlaß beklagt den Mangel an Geldmitteln und fordert von den Vizekönigen Zuschüsse. Die militärischen Autoritäten sind einstimmig der Ansicht, daß die jüngsten Ermordungen von Missionaren in Schansi und in der Mandschurei gebieterisch die sofortige EntsendungeinerStrafexpcdition dahin erfordern. Der deutsche Gesandte Dr. Mumm e. Schwarzenstein unterstützt diese Ansicht sehr nachdrücklich.
Strafexpeditionen.
Auf Vorstellung des Gesandten werden weitere Straf- Expeditionen zur Stellung chinesischer Christen und Bestrafung des Feindes in die umliegenden Gebiete von Peking organisirt. Eine amerikanische Kolonne ging nach L-chanihicn, 25 Meilen nordöstlich. Die Japaner entsetzten den Hungtsun-Bahnhof bei Fengtai und halfen den Engländern die Bahn repariren. Der russische Gesandte verschob seine Abreise auf unbestimmte Zeit. — Eine Kabelmeldung der „Paris Nouvelles" berichtet: Die noch Liang-Chang abgegangene deutsche Expedition ist gestern hierher zurückgetchrt, nachdem sie die erwähnte Stadt zerstört hat. Bei dem Kampfe warden 500 Boxer und ein Deutscher getödtet.
Die Operationen in Tschili.
Nachdem sich die thatsächliche Unmöglichkeit herausgestellt hat, die Hauptstadt Pecking zu räumen, sind die verbündeten Truppen eifrig am Werk, ihre Stellung in der Provinz Tschili nach allen Seiten hin zu sichern. Die Deutschen, von deren erfolgreicher Expedition nach Lianghsiang wir bereits berichteten, stehen mit den Amerikanern in der Front, während die Engländer und Japaner die Verbindungslinie der Hauptstadt mit der Küste decken. Ueber die Operationen in Tschili meldet der Times-Korrespondent aus Peking: Die deutsche Expedition nach Lianghsiang hatte 1000 Mann und sechs Geschütze. Hoepfner lobte das Verhalten der bengalischen Lancier- sehr. Alle Gesandten, auch der russische von Giers, erwiderten Prinz Tschings Besuch. Auf Vorstellung der Gesandten werden weitere Strafexpeditionen zur Rettung chinesischer Christen und Bestrafung des Feindes im umliegenden Gebiet bekanntlich ausgesandt. Die russisch-chinesische Bank hat