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Nr. 194
Dienstaff den 21. Auffust
1900
Amtliches.
SlâHMvsrs ^anau.
Belanutmachungeu des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Die während der Herbstfericn in dem Mädchenschul- Hause, Bebraer Bahnhofstraße, vorzunehmende Verlegung von neuen Fußböden soll auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden.
Bedingungen und Arbeitsauszüge liegen von heute an im Stadtbauamt, Abth. I, Rathhaus-Zimmer Nr. 23, werktäglich während der Sprechstunden von 10—12'/- Uhr vormittags, für Bewerber zur Einsicht auf; daselbst sind auch die Arbeitsauszüge gegen Entrichtung der Schreibgebühren erhältlich.
Verschlossene, mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote, sind längstens bis zum Eröffnungstermin
Montag den 27. d. Mts., vormittags 11 Uhr, im Zimmer Nr. 23 des Rathhauses einzureichen, woselbst zu obengenannter Zeit die Eröffnung der Angebote im Beisein etwa erschienener Bieter erfolgt.
Hanau den 20. August 1900.
Stadtbauamt, Abth. I.
Schmidt, Stadtbaurath. 13301
Tagesschau.
Der Ueberschuß,
welchen das Finanzjahr 1899 für die R e i ch s k a s s e ergeben hat, ist mit den rund 32U- Millionen Mark der größte, der bisher erzielt ist. Die kurz vorhergegangenen Jahre hatten sich zwar dieser Summe genähert, so belief sich Ler Ueberschuß für 1898 auf 30'/2 Millionen, für 1897/98 auf 25,4 Millionen, für 1896/97 auf 28,5 Millionen, in der Weise jedoch, wie es für 1899 der Fall gewesen ist, hatten sich damals die einzelnen Einnahmen nicht gesteigert. Zn den vier noch weiter zurückliegenden Jahren ist kaum die Hälfte der genannten Ueberschüsse erzielt worden. Es brachte das Jahr 1895/96 einen Ueberschuß für die Reichskasse von 11,9 Millionen, 1894/95 von 7,2 Millionen, 1893/94 von 14,2 Millionen und 1892/93 von 1,1 Millionen. Jedenfalls sind die neunziger Jahre für die Reichskasse günstig verflossen. Während aber für die Reichskasse das Jahr 1899 sich als das günstigste darstellt, ist dasselbe mit dem finanziellen Verhältnisse des Reichs zu den Einzelstaaten nicht der Fall. Hier stellt sich die Entwickelung in den genannten Jahren folgendermaßen: Die vom Reiche an die Einzelstaaten zu
leistenden Ueberweisungen überschritten im Jahre 1892/93 den Etat um 7,8 Millionen und blieben 1893/94 hinter demselben um 10,5 Millionen zurück. Von da an haben auch die Ueberweisungen regelmäßig ein günstiges Ergebniß gehabt. Im Jahre 1894/95 überstiegen sie den Etat um 27,4 Millionen, 1895/96 um 26,4 Millionen, 1896/97 um 27,1 Millionen, 1897/98 um 29 Millionen und 1898 um 26,3 Millionen Mark. Im Jahre 1899 ist der Ueberschuß auf 136 568,27 Mark gesunken. In dieser Beziehung stellt sich danach das Jahr 1897/98 als das günstigste der in Betracht gezogenen Reihe dar. Man wird aber bei dem Vergleiche nicht vergessen dürfen, daß von den Mehrerträgen der Üeberweisungssteuern im Jahre 1899 nicht weniger als 30,7 Millionen Mark zur Abbürdung der vorläufig in den Etat eingestellten Zuschüsse des außerordentlichen Etats verwendet sind. Jedenfalls zeigt auch eine Betrachtung der Entwickelung des finanziellen Verhältnisses des Reichs zu den Einzelstaaten, daß diese während der zum Vergleich herangezogenen Jahre mit einziger Ausnahme von 1893/94 günstig gewesen ist.
Oberlehrer und Richter.
Im Kultusministerium soll man entschlossen sein, alsbald die erforderlichen Schritte zu thun, um die Oberlehrer und Direktoren der höheren Sehranftalten im Gehalt den Amtsrichtern bezw. Landgerichtsdirektoren gleichzustellen.
Der Zwiespalt in der französischen Sozialdemokratie,
den man, um während der Pariser Ausstellung geschlossen und einig zu erscheinen, durch einen formalen Beschluß hinweg zu dekretiren unternommen hatte, klafft jetzt breiter und tiefer als je vorher. Allerdings ist er mehr oberflächlich als innerlich. Aeußerlich allgemein erkennbar trat er in Erscheinung, als Herr Waldeck-Rousseau die Genossen Millerand und Boudin für seine Ministerkombination heranzog. Während die sich selbst als „unabhängige Sozialisten" bezeichnenden opportunistischen Elemente der Partei sich über das Emporkommen sozialdemokratischen Einflusses freuten und dem Ministerium, in welchem zwei Parteiangehörige saßen, ihre« rückhaltlose Unterstützung zuwandten, hielten die anderen, die sozialdemokratischen „Puristen", das sind die Doktrinäre und Fanatiker der Partei, sich zunächst abseits, lenkten dann aber in die Bahnen einer zunehmenden Feindseligkeiten ein. Seitdem ist der Streit zwischen den feindlichen Brüdern aus dem latenten in das akute Stadium übergegangen. An der Spitze der Opportunisten stehen die bekannten Führer Gerault-Richard, Viviani und Jaurès, welche viel Scharfsinn und Beredsamkeit auf die Verherrlichung der Handlungsweise ihres Freundes Millerand verwenden, und die Zusammenfassung aller sozialdemokratischen Richtungen auf dem parlamentarischen Boden
erstreben; die Jntransignenten aber folgen der Leitung des auch von der deutschen Sozialdemokratie bevorzugten Jules Guesde, der zwar nicht die taktische Virtuosität der Jaurès und Genossen besitzt, dafür aber eine gewaltige logische Dialektik in den Dienst seiner Sache stellen kann. Auch er predigt die Einheitlichkeit der Sozialdemokratie, aber nicht auf dem Boden des Parlamentarismus, sondern auf dem Boden der Revolution. Während die revolutionäre Spielart der französischen Sozialdemokratie, mangels eines eigenen Organs in der Presse, gegen den über zahlreiche Blätter verfügenden Regierungssozialismus in der Offent- lichkeit mehr zurücktrit — doch sagt man, Herr Guesde werde über ein Kleines diesem Mangel abhelfen haben die Revolutionäre durch die auf dem bereits erwähnten regionalen Parteikongreß zu Caudry, der unter Gucsde's Vorsitz tagte, den Beweis erbracht, daß sie sich auch ohne besonderes Preßorgan sehr wohl zu helfen wissen. Trotz des blos regionalen Charakters jenes Kongresses haben die Regicrungssozialisten sich über die dort gefaßten Resolutionen erheblich aufgeregt, und Herr Jaurès zieht in der „Petite Republique" mit großer Heftigkeit gegen den Gucsdc'schcn Plan zu Felde, auf dem bevorstehenden allgemeinen Kongreß der französischen Sozialdemokratie die „Unabhängigen" über die Klinge springen zu lassen. Insbesondere macht Herr Jaurès den Guesdisten mala fides zum Vorwurf, da sic sehr wohl wüßten, daß die Opportunisten den Kollektivismus oder Kommunismus nicht etwa verleugnet, sondern für den Moment nur aus taktischen Erwägungen zurückgestellt hätten. Er setzt hinzu, er und seine Freunde würden ihren Austritt nur dann bewirken, wenn man ihnen in Gestalt eines formellen Ausschlußvotums den Stuhl vor die Thür setze. Dieses Auâ- schlußootum aber möchte er erst von Herrn Guesde auf dem Kongreß beantragt hören. Der springende Punkt des Gegensatzes zwischen Opportunisten und Jntransignenten ist also nicht grundsätzlicher, sondern taktischer Art. Herr Jaurès erklärt ausdrücklich, daß allen Richtungen dasselbe Endziel: kollektivistische oder kommunistische Umgestaltung der gesellschaftlichen Organisation, gemeinsam ist, und ebenso das Mittel: die Konstituirung des Proletariats als Klassenpartei und die internationale Aktion der Arbeiter. Herr Millerand aber ist, wie Herr Jaurès versichert, blos deswegen in das Ministerium eingetreten, um desto besser an der Zersetzung der französischen Bourgeoisgesellschaft und der französischen Nation zu Nutz und Frommen des internationalen Kommunismus wirken zu können. Dieses von cynischer Offenherzigkeit getragene Einvcrstândniß dürfte auch jenen deutschen Politikern zur Beachtung zu empfehlen sein, welche naiv genug sind, an einen Mauserungsprozeß der Sozialdemokratie zu glauben.
I wurde ein Ultimatum gestellt, daß er bis 2 Uhr morgens die Forts zu übergeben habe. Dann war Sitzung aller Kanonenboots-Kommandanten und Führer der Landtruppen auf dem russischen Kanonenboot Bobr, dessen Kommandant Kapitän zur See und älter als ich war. Hier wurde festgestellt, wie die Kanonenboote sich zur Beschießung der Forts hinlegen sollten und ich, als ältester Offizier der Landtruppcn, entwickelte den Andern meinen Plan, daß ich bei der geringen Zahl der Mannschaften nur dann Aussicht auf Erfolg haben würde, wenn die Kanonenboote das Feuer der Forts soweit niederkämpften, daß ich herangehen konnte. Ich beschloß aber, von vornherein soweit vorzugehen, daß dieser Moment sofort wahr- genommen werden konnte, sobald er eintrat. Die anderen Truppenführer erklärten sich mit meinen Vorschlägen einverstanden. Glücklicherweise traf während der Sitzung Kapitän Craddock von der „Alacrity" mit der Meldung ein, daß die Engländer um 1 Uhr nachts 360 Mann ausschiffen würden. Wir waren also 120 Deutsche, 20 Oesterreichcr, 360 Engländer, 300 Japaner, 150 Russen, 20 Italiener, zusammen 970 Mann, von denen aber 150 Japaner zum Schutz des Bahnhofs Tongku zur Rückendeckung gegen etwaige chinesische Truppen zurückgelassen werden sollten. Zum Angriffe waren also nur 820 Mann verfügbar.
Ich glaubte nicht, daß die Chinesen Widerstand leisten würden, hatte mich aber getäuscht. Ich schlief auf dem „Iltis" den Schlaf des Gerechten, wollte um 2 Uhr aufftehen und um 3 Uhr abrücken, da wache ich plötzlich auf, bum-bum gingen ganz schwere Geschosse über mich hinweg. An Bord große Aufregung, Lärmen, Rufe, ich so schnell wie möglich in meine Kleider, an Land, wo meine Leute in einem Schuppen schliefen und sich jetzt sammelten. Pfeifend gingen schwere Granaten über uns hinweg und schlugen rechts und links ein, aber alle, ohne zu krepiren. Die Chinesen hatten das Feuer um 1 Uhr eröffnet und sich offenbar auf den
Feuilleton*
Die Deutschen beim Sturm auf die Takusmts.
Aus Kapitän zur See Pohls Briefen in dieHeimath werdender „Köln. Ztg." die folgenden Berichte zur Verfügung gestellt.
Taku Südfort, 19. Juni.
Nun komme ich dazu, Euch einen echten Kriegsbrief zu schreiben, aber ich will Euch von vornherein sagen, daß es mir sehr gut geht. Ich bin der reine Krieger geworden, wenn Ihr mich sehen würdet, würdet Ihr einen wahren Schrecken bekommen, bewaffnet bis oben hin, schmutzig und braungebrannt. _ ~ ,
Also ich wurde am 15. Ium abends zum Admiral gerufen, der mir den Befehl ertheilte, um 2 Uhr morgens mit dem Reservelandungskorps von Hansa, Hertha und Gefion, etwa 120 Mann, an Land zu gehen, um M nötigenfalls der Takuforts zu bemächtigen. Es schlossen sich nur ,20 Oesterreicher unter dem Linienschiffsfähnrich Stenner an, außerdem sollten an Land noch 300 Japaner, 50 Engländer und 20 Italiener, sowie 150 Russen zu mir floßen. Um tarnen, da wir mit China offiziell im Frieden lebten, durch dw Forts hindurch nach Tongku, wo der Iltis lag. besäte hier mit den Japanern zusammen den Bahnhof, schickte bewaffnete Lüge nach Tientsin und war dabei, den Bahnhof zu sichern, da der Anmarsch von 5000 regulären chinesischen puppen gemeldet wurde, die ich unter keinen Umständen nach ^ongku hineinqelassen hätte. Da kam mir um 5 Uhr nachmittags der Befehl vom Admiral, daß infolge der feindlichen Haltung der chinesischen Regierung die Takuforts mit Güte oder Gewalt besetzt werden sollten. Dem chinesischen Befehlshaber
Bahnhof Tongku, wo auch die meisten Kanonenboote lagen, eingerichtet. Ich nahm rasch meine Leute und marschirte auf das Fort zu, die Russen und Japaner durch Patrouillen davon benachrichtigend. Sie stießen etwa */* Stunde später zu mir. Die Kanonenboote gingen nun gleichfalls in ihre Position und wurden natürlich aufs Heftigste beschossen von allen Forts, während wir, nur noch etwa 600 Meter vom Fort entfernt, im Graben und hinter kleinen Anhöhen liegend, den Augenblick hcrbeisehnten, wo wir eingreifen konnten. Ich war so nahe an das Fort herangegangen, daß wir fast in das Feuer der Kanonenboote hineinfamen. Noch war cs dunkel, der Mond schien allerdings, aber die Dunkelheit erschwerte das Zielen, und von einem Schwächerwerden des Feuers im Fort" war nichts zu merke». Besonders drei Schncllladegcschütze der uns zuliegenden Front feuerten mit solcher Präzision und Ausdauer, daß ich im Innern glaubte, wir würden mit unseren geringen Mitteln -keinen Erfolg haben. Es war ein großartiges Schauspiel. Rechts hinter uns die Kanonenboote, das Aufblitzen und Dröhnen der Schüsse, vor uns der Feind, das Zwischen- und Einschlagen der Geschosse; nun habe ich auch ein Gefecht mitgemacht, und wirklich ein ernstes. Kurz vor Sonnenaufgang ging ich mit allen Mannschaften, in Uebereinstimmung mit dem englischen Kommandanten, etwa 200 Meter zurück, um bessere Deckung zu suchen, und etwa eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang, als die Schiffsgeschütze besser richten konnten, schwiegen die drei gräßlichen Dinger da vorne. „Iltis" hißte das von mir verabredete Fernsignal, einen Ball, als Zeichen, daß er sein Feuer einstellen würde und wir nun Vorgehen könnten. Ich ließ den anderen Trnppenführern sagen, daß es nun Zeit zum Vorgehen sei, und vorwärts stürmte nun Alles, auseinandergczogen in langen Linien, die sich aber wieder zusammenschlossen, da tiefe Gräben das sonst ganz ebene Land durchzogen. Die Engländer auf dem rechten