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•Wiener Anzetser
21. Mai
^SKÄUÄ TeleMhischer Wetterbericht der deutschen^
theaterS mit dem französischen Schwank „Herzens-Einquar- tirung" eröffnet. Das lustige Stück, das als eine der ersten Novilâtcn der nächsten Saison erscheinen wird, hatte in der Einstudirung von Dir. Oppmar und mit Herrn Schwarz in der Hauptrolle den stärksten Lacherfolg.
* Verhaftet wurde am Samstag der Taglöhner Peter R., aus Lieblos stammend, der eingestandenermaßen vor einiger Zeit einen am großen Rohr liegenden dem Fuhrmann Thyriot gehörenden Strohhaufen in Brand gesteckt hat.
* Der Frost hat in den vergangenen Nächten den
Feldfrüchten viel geschadet.
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X Fechenheim, 19. Mai. Der Prozeß Schaffstein und Genossen gegen Dr. Rosenthal in Sachen des in der Fahrradfabrik von Aug. Lehr dahier während des Konkurses beschäftigt gewesenen Personals, welcher bereits zweimal vom hiesigen Gewerbcgericht zu Gunsten der Kläger entschieden und von dem Beklagten wiederholt beim Königl. Landgericht in Hanau anhängig gemacht wurde, ist nun auch von Letzterem zu Gunsten der Kläger entschieden worden. — Bei dem am vorigen Sonntage in Höchst a. Main stattgefundenen Preis-Wettschreiben des Mittelrheinischen Stenotachygraphen- verbandes wurden folgende Herren vom hiesigen Verein für tadellose Arbeiten bedacht, und zwar in der Abtheilung von 100 Silben in der Minute Herr Heinrich Stein mit dem 2., Herr Ferd. Klee und Wilh. Gotilieb je mit dem 3. Preis. Der gen. Verein, der sich einer starken Mitgliederzahl erfreut, ist für das von ihm vertretene System ungemein rührig und auch leistungsfähig. Besonders während des Winterhalbjahrs wurden wiederholt Unterrichtskurse von ILstündiger Dauer abgehalten und zwar für das durchaus mäßige Honorar von
3 Mark einschl. der Lehrmittel. — Auf Anregung verschiedener Vereine wird am Himmelfahrtstage auf dem Kar- und Spielplätze des hiesigen Naturheilvereins ein allgemeines Volksfest verschiedener Vereine stattfinden, ähnlich wie solche in früheren Jahren an diesem Tage im Walde abgehalten
wurden. Den musikalischen Theil des Festes hat der hiesige Musikvcrein übernommen, auch werden die sich betheiligenden
Gesangvereine durch Vorträge geübter Chöre zur Verschönerung L1 Mittheiluna der bessischen Reoi-runa m Yâ waisten Kindern da. des Festes beitragen. Für die Kinder gibt es Spiele und üb ich N - da Cünsoruâ Stunde das Ihre zu
allerlei Belustigungen, so daß, wenn der Himmel ein Ein- »^>^n ven iLinzetnaaten uvuch ft dagegen Einspruch 6 Kamillen :
sehen bat. Alt und Kuna M an bieiem Vaae oemi» erfreuen ^en mit der Begründung eme Gefährdung des gegenüber- rauvten jammen
sehen hat, Alt und Jung sich an diesem Tage gewiß erfreuen
Heâ S S StiZ'ÄÄreK * ^âdes durch Erhöhung, des äessischm
wird.
und 1870/71, Herr Friedrich Debot, nach erreichtem Alter
von 61 Jahren beerdigt. Der hiesige Kriegerverein bciheiligte a rr 7 T ^
sich fast vollzählig an der Beerdigungsfeier und gab dessenj? ^ r n ^ ? f » M beiRumpen-
Schicßabtheilung die üblichen Salven über das Grab ab. Der ^"^ll.g werden und hoffentlich diesmal m.t Erfolg, Verstorbene war im Jahre 1870 als ältester Soldat unserer ^ '° »ehr als du h» zu ersorderUchen Gelder, erubugt - ' ■ ■ - - 1 I aus den reichlichen Liebesgaben gelegentlich der großen Ueber-
schwemmung im Jahre 1882, in Darmstadt seitdem verzinslich angelegt, wohl vorhanden sind.
Gemeinde zum Infanterie-Regiment Nr. 32 eingezogen.
>I< Enkheim, 19. Mai. Im Laufe der verflossenen Woche war bei einem Neubau des Herrn Türk in Fechenheim der hiesige Zimmermann Marschall nebst zwei Mitarbeiter gestürzt. Ersterer hatte sich einen komplizirten Beinbruch zugezogen, während seine Unglücksgefährten, zwei Maurer aus Münster im Odenwald, mit leichteren Verletzungen davon kamen.
Vereinsnachrichte«
für Montag den 21. Mai.
Kirchenchor der Johannirkirche: Abends präcis 8 Uhr: UebungSsätchen der Kirche.
Probe im
Evang. Männer- und Jünqlmgèverein: Gesang (Ev. Vereinsbaus.)
Verein der Briefmarkensammler: Zusammenkunft im Vereinslokale „Restaurant Mohr".
Deutscher Verein für VolkShymene, Ortsgruppe Hanau: Abends 8V« Uhr: Erste öffentliche Sitzung im Saale des Stadischlosses.
Gardeverein: Monatsversammlung.
Radtahrerverein .Union" = Vereiusabend im Schützenhof".
Turn- u. Fechcklub: Turnen der Damenabtheilung.
Stenographen-Verein Stolze-Schrey: Vereinsabend in der „Sonne".
Verein „Hessischer Bund": Versammlung im Vereins lokal „zum Heffi- schen Hof".
Freiwillige Feuerwehr: 4. Komp. Zusammenkunft im .Schützenhof";
6. Komp. Zusammenkunft in der , Allemania"
Uersteigerungs- etc Kalender für Dienstag den 22. Mai.
Nachmittags 2 Uhr werden im Gasthaus „zum Elephanten" Mobiliargegenstände u. o. m. durch den beeid ToxNor und Auktionator Herrn Fr. Kämpfer gegen Baarzahlung versteigert.
Barometerstand
Mainwasierwârme heute Vormittag 11 Grad.
Scewarte.
(Telegramm aus Hamburg vom 2L Mai,
(9 Uhr 37 Min.)
Ein Maximum lagert über Süddeutschland, ein Minimum westlich Irlands und Nordskandinaviens. In Deutschland ist das Wetter wärmer, im Norden bei mäßigen Westwinden trübe, im Süden bei schwachen umlaufenden Winden heitcr. Prognose für den 22. Mai: Weitere Erwärmung bei ruhigem, vielfach heiterem Wetter wahrscheinlich.
Aus Provinz und Nachbar-gästen.
Cassel, 19. Mai. Der Lehrer Biedenkopf zu Amdorf erschoß aus Fahrlässigkeit einen jungen Bauersmann. Der Lehrer wollte eine Katze erschießen, der Teschingschuß aber ging fehl und traf den Bauern in den Kopf.
*l- Bürgel, 20. Mai. In ihrer letzten öffentlichen Sitzung hat die hiesige Gemeindevertretung sich mit einer Angelegenheit beschäftigt, die schon vor Jahren die zuständigen Behörden in Anspruch nahm und sogar s. Z. zur Verhandlung zwischen der hessischen und preußischer: Negierung Anlaß gab und durch gegenwärtige Beschlußfassung zu weiteren Verhandlungen führen wird. Es handelt sich hierbei um die Sicherung der Verbindungsstraße zwischen dem diesseitigen Orte und Offenbach gegen Ucberschwemmung bei Hochwasser, welche schon wiederholt ungemein schädigend für das Erwerbsleben unserer zumeist Arbeiterbevölkerung gewesen ist. Verschuldet wird dieselbe durch den sogen. Hochwasserschlauch, eine muldenförmige Bodensenkung, die am diesseitigen Mainufer bei Rumpenheim beginnend, sich quer nach Offenbach hin erstreckt, so daß bei eintretendem Hochwasser die leicht übertretenden Wasser des Mains sich durch diese auch über die oben erwähnte VerbindunMtraße hinweg unterhalb der Kuhmühle bei Offenbach mit dem Main wieder vereinen. Abhülfe kann indeß nur durchs Erhöhung des diesseitigen Mainufers an der bezeichneten Stelle geschaffen werden. Die preußische Re-
Ufers herbeizuführen.
Erneut will nun die hiesige Gemeinde
und auch der Offenbacher Kreistag bei dem Ministerium in
^ Seligenstadt, 19. Mai. Eine vielköpfige Zigeunerbande langte gestern Abend, unter Gendarmeriebedeckung aus Friedberg resp. Hanau kommend, mit 8 Bären, zahlreichen Affen rc., nebst dem erforderlichen Wagenparke hier an und bezog in den städtischen Mainanlagen Quartier. Die Horde wurde vorlagswcise aus städtischen Mitteln verköstigt, während der Nacht polizeilich bewacht, heute Früh unter starker Polizeieskorte über den Main gesetzt und zunächst nach Aschaff-nburg weiterbefördert. Auf diese Weise wird die braune Gesellschaft trotz ihrer energischen Proteste bis nach ihrer bosnischen Heimath geschubt. Schon vor 8 Tagen wurde die schmutzige Bande auf Requisition der bosnischen Behörden in Preußen festgenommen. Jedenfalls hat die Heimathbehörde gegründete Veranlassung, sich die Horde etwas näher anzu- sehen.
Mainz, 21. Mai. Bei herrlichem Wetter fand gestern durch den Erzbischof von Freiburg unter Assistenz der Bischöfe von Limburg, Fuida und Rottenburg die Weihe des Bischofs von Mainz Dr. Heinrich Brück statt. Die Stadt war festlich geschmückt. Die Straßen, welche der Zug passirte, waren in eine Via triumphalis umgewandelt. Bei dem Festmahl in der Stadthalle toastete Bischof Er. Brück auf den Großherzog. In Vertretung des Großherzogs brachte der Provin- zial-Direktor von Gagern das Hoch auf den Bischof aus. Oberbürgermeister Dr. Gaßner leerte sein Glas zu Ehren der anwesenden Bischöfe und der Erzbischof von Freiburg feierte das „goldne Mainz". . Am Abend fand eine Fcstoer- sammlung im „Frankfurter Hof" statt, bei welcher Landtags- Abgeordneter Frenay die Festrede hielt.
Frankfurter Theater - Repertoir.
Opernhaus. Dienstag, den 22. Mai: „Trompeter von Säkkingen". Gew. Preise. — Mittwoch, 23.: Vorstellung bei ermäßigten Preisen: „Die Puppe". — Donnerstag, 24.: „Alda". Gew. Preise. — Freitag, 25.: Geschlossen. — Samstag, 26.: „Postillon von Lonjumeau". Gew. Preise. — Sonntag, 27.: „Rienzi". Große Preise. — Montag, 28.: „Der Freischütz". Große Preise.
Schauspielhaus. Dienstag, den 22. Mai: ! „Jägerblut". Gew. Preise. — Mittwoch, 23.: „Nathan der Weise". Gew. Preise. — Donnerstag, 24.: „Das fünfte Rad". Gew. Preise. — Freitag, 25.: „Das fünfte Rad". Gew. Preise. — Samstag, 26.: Neu einstudirt: „Einsame Menschen". Gew. Preise. — Sonntag, 27.: „Die beiden Reichenmüller". Gew. Preise. — Montag, 28.: „Einsame Menschen". Gew. Preise.
Vermischte Nachrichten.
Die Wittwen-Jnsel. An der norwegischen Küste befindet sich eine kleine Insel, Aarlud genannt, die seit einiger Zeit erst eine gewisse Berühmtheit erlangt hat, und zwar dadurch, daß sie einzig von Wittwen bewohnt ist. Das Schick
sal, hier allein zu leben, haben sich die Frauen keineswegs freiwillig erwählt, sondern die Umstände, die sie dazu gezwungen, sind ebenso sonderbare wie unglückliche. Vor wenigen Wochen noch hausten auf Aarlud etwa 30 Fischer mit ihren Familien. Da nahte sich das Fest des Eiersammelns, wie es alljährlich im Frühjahr stattfindet, und unter den Theilnehmern vom Festlande befand sich auch ein Mann aus Haugesund mit Frau und Kindern. Während dieser nun zur Vorbereitung der Eiersuche seine Seile an einem Riff befestigte, trat er plötzlich fehl stürzte in die Tiefe hinab und wurde augenblicklich getödtet. Da auf der Insel seit elf Jahren kein Todesfall sich zugetragen hatte, so brachte der Vorfall große Trauer in der kleinen Gemeinde hervor, und es wurde beschlossen, daß als Zeichen der Achtung sämmtliche dreißig Familienväter von Aarlud dem Begrâbniß in Haugesund beiwohnen sollten. — Der Sarg mit dem Todten wurde auf eine Hâringsbarke geladen, auf der dessen Familie und die Trauergemeinde Platz nahm. Man erreichte das Festland auch zur festgesetzten Zeit, aber schon während des Begräbnisses erhoch sich ein furchtbarer Sturmwind der vom Osten her wehend, die See bald haushoch sich thürmen ließ. Man redete deshalb den Fischern zu, das Wetter in Haugesund abzuwarten; diese aber beschlossen, nachdem sie Rath gehalten, der Frauen wegen, die sich ängstigen würden, und für die sie zugleich Wirthschaftseinkäufe gemacht, nach Aarlud zurückzusegeln. Das Fahrzeug war klein und dazu überladen. Die Fahrt 'der 30 Mann wurde ängstlichst von den Bewohnern von Haugesund vom Ufer aus überwacht, die, nachdem sich die Schiffer vielleicht l1/*. Seemeile entfernt hatten, sahen, daß das Schiff in großer Gefahr war. Man warf sofort Boote aus, um den Aermsten beizustehen, aber die lobende See warf ein jedes zurück. Wenige Minuten später schon sah man die unglückliche Barke in den Wellen verschwinden. Ein Jeder der 30 Insassen ertrank, und am anderen Morgen wurden ihre Leichname längs der Küste aufgefunden. Die Nachricht von der Katastrophe kam alsbald nach der Insel Aarlud, und die Szenen, die sich hier abspielten, waren unbeschreibliche. Jede Frau war über Nacht Wittwe geworden, und 28 von
den 30 Müttern standen ohne jede Mittel mit ihren ver-
. Die norwegische Regierung thut zur Stunde das Ihre zur Unterstützung der ihrer Ernährer be
raubten Familien, und die meisten der Frauen versuchen nach und nach das Fischergewerbe ihres Mannes nachzuahmen, bis der kürzlich erfolgte Aufruf
unverheirathete Männer sich auf Aarlud mehr Erfolg gehabt hat.
Die verzollten Flöhe. An das
amt in Genf gelangte ein Packet mit der
der Behörde, daß ansiedeln mögen,
schweizerische Zoll-
Aufschrift: „Ab- Dieses Novum auf dem Gebiete des inter
gerichtete Flöhe."
nationalen Zollwesens bereitete den Beamten nicht wenig Kopfzerbrechen; man schlug alle Tariflisten nach, konnte aber den gewünschten Bescheid nicht finden. Die Sache kam zu dem Chef des Zollamts, und dieser erinnerte sich an einen ebenfalls schwierigen Fall, der ihn vor kurzer Zeit beschäftigt hatte. Damals war es eine Schachtel Heuschrecken, hinsichtlich deren man sich nach langer Berathung endlich geeinigt hatte, sie als Lebensmittel über die Grenze zu bringen, ein Auskunftsmittel, das bei den Flöhen jedoch nicht gut brauchbar war, weil Flöhe nirgends Menschen als Nahrungsmittel dienen, sondern eher umgekehrt. Der Beamte getraute sich aber nicht, auf eigene Verantwortung den neuen Artikel als zollfrei zu erklären; er wandte sich daher nach der Bundesstadt Bern an eine höhere Instanz, wo man dann die Flöhe auch glücklich in der Rubrik Menagerie neben den Raubthieren, vermuthlich wegen ihrer Blutgier, unterbrachte.
Der brennende Brautwagen. Ein Brautpaar aus Stevelin in Pommern fuhr dieser Tage zur standesamtlichen Trauung nach Lubmin. Die Brautleute waren erst eine kurze Strecke unterwegs, als plötzlich der Wagen in vollen Flammen stand. Die Braut, der Bräutigam, die beiden Trauzeugen, sowie der Kutscher konnten nur mit knapper Noth durch Herabspringen vom Wagen sich vor dem Verbrennungstode retten. Nachdem schleunigst die Pferde abgeschirrt waren, war schon der Wagen bis auf Achsen und Räder verbrannt. Das junge Brautpaar und die Zeugen mußten den Weg nach Lubmin zu Fuß fortsetzen. Die Entstehungsursache ist nicht aufgeklärt, wahrscheinlich ist das Feuer durch einen im Wagen fortgeworfenen noch brennenden Zigarrenstummel veranlaßt worden.
Ein Frauenkenner. „. . . Und welches Bad werden Sic dieses Jahr aufsuchen, gnädige Frau?" — Mein Mann will unbedingt, daß ich nach Norderney fahre — ich würde aber Heringsdorf vorziehen!" — „Also auf Wiedersehen in Heringsdorf."
Praktischer Diener. „Sagen Sie mal, mein Lieber, was ist denn aus Ihrem früheren Diener geworden?" " Protz: „Der hat jetzt eine Fabrik für Rettungs- und Schwimmgürtel, die er aus den Champagnerpfropfen herstellt, die er in meinem Dienst gesammelt hat."
Naiv. „Fräulein, interessiren Sie sich für den Turf?" — Tücher eines Gutsbesitzers : „Nein, wir Heizen in diesem Jahre mit Preßkohlen!"
Litterarisches.
Bur und Lord. Tagebuch eines englischen Offiziers auS dem Transvaalkrieg. Verlag von Eugen Salzer, Heilbronn. Preis broschirt Mk. 1.50.
Er überrascht wohl keinen Menschen, daß der Krieg zwischen England und Transvaal schon eine eigene Litteratur gezeitigt hat, deren Tendenz freilich je nach den Anschauungen der Autoren eine verschiedene ist. — Die ethischen und sozialen Triebkräfte, deren Werk dieser Krieg ist, hat freilich