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Sricheist täglich mit «a-nahwe der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Veilage.

Nr. 90.

Mittwoch den 18. April

1900

Amtliches.

Städtische Oberrealschule.

I. Die für die 3. Vorschulklasse angemeldeten L-chüler werden Montag den 23. April, vormittags 10 Uhr, ausgenommen.

II. Die Aufnahmeprüfung der für die Oberrealschule uud Klasse 2 u. 1 der Vorschule angemeldeteu Schüler findet Montag den 23. April, vormittags 8 Uhr statt.

Hanau, 14. April 1900.

Der Direktor der Oberrealschule.

Dr. Schmidt. 6379

Die Pariser Weltausstellung

wurde für das Publikum am Sonntag früh um 9 Uhr er­öffnet. Bei Herrlichem Wetter strömte eine gewaltige Menschen­menge herbei. Man schätzt die Zahl der Besucher auf 225 000 bis 250 000. Ueberall herrschte die größte Ordnung. In den Straßen von Paris wogte eine festlich gestimmte Menge. Gelegentlich der Eröffnung erhielt Präsident Loubet Glück­wunschtelegramme vom Präsident Mc. Kinley und dem König Alexander von Serbien. Ministerpräsident Waldeck-Rousseau erhielt aus ganz Frankreich und dem Auslande zahlreiche Glückwunschadressen. Die Pariser Presse äußert sich ein­stimmig dahin, daß die Feier glänzend verlaufen ist. Die radikalen und sozialistischen Blätter zollen den Reden des Präsidenten Loubet und des Handclsministcrs Millerand hohes Lob: diese Reden, sagen sie, werden in der ganzen Welt Widerhall finden und verdienten in allen Gemeinden Frank­reichs angeschlagen zu werden. Die oppositionellen Blätter dagegen spotten über den unfertigen Zustand der Ausstellung; derEclair" sagt, dadurch sei der Eröffnungstag verdorben ge­wesen ; derMatin" meint, die Regierung solle die Thore der Ausstellung schließen und erst in vier Wochen wieder auf­machen. DerGaulois" veröffentlicht Aeußerungen mehrerer der ausländischen Kommissare über die Ausstellung; alle sprachen mit aufrichtiger Begeisterung von dem Werke, das die Bewunderung der ganzen Welt erregen werde. Der Kaiserlich Deutsche Kommissar Geheimrath Richter sagte dem Blatte zufolge:Die großartige Veranstaltung, zu der Frank­reich uns einladet, wird in ganz Deutschland lebhaften Wider­hall finden." Der vorgestrige Zudrang zur Ausstellung war nicht minder groß wie Tags zuvor. Besonders wurden die Ausstellungsgebäude der fremden Nationen und das Mars­feld in Augenschein genommen. Nach einem Telegramm fand vorgestern Abend im Elysèe die erste der offiziellen Aus­stellungsfestlichkeiten, ein Diner von 260 Gedecken, statt. An der Ehrentafel saßen der Nuntius, der deutsche, der öfter-'

reichisch-ungarische, der italienische, der türkische, der englische, j der amerikanische, der spanische und der russische Botschafter! sowie die übrigen Mitglieder des diplomatischen Korps, ferner die Präsidenten des Senats und der Deputirtenkammer, die fremden Ausstcllungskommissare und hohe Offiziere und Be­amte. Nach dem Diner fand ein Empfang statt, dem sich ein Ball anschloß. Präsident Loubet unterhielt sich lange Zeit mit den Botschaftern und den fremden Ausstellnngskommissaren und sprach letzteren seinen Dank für ihre Mitarbeit au dem Gelingen der Ausstellung aus. Der Vorstand desVer­eins Berliner Kauflente und Industrieller" sowie das Prä­sidium desCentralausschnsfes Berliner kaufmännischer, gewerb­licher und industrieller Vereine" haben an das deutsche Reichs­kommissariat in Paris rind die dortige Handelskammer Tele­gramme gerichtet, worin einerseits u. a. der Dank der beiden Vereine für die bisherigen aufopferungsvollen Leistungen zur Wahrung der deutschen Jndustrieinteresscn dem Kommissariat ausgesprochen wird, andererseits der Vertretung der Pariser Kaufleute kollegiale Anerkennung und herzliche Glückwünsche übermittelt werden. Die Antwort der Pariser Handelskammer hat in der Uebersetzung folgenden Wortlaut:Die Handels- kammer Paris ist den Präsidenten und Mitgliedern der kanf- männischen, gewerblichen und industriellen Vereine Berlins tief erkenntlich für die Wünsche, die sie ihr aus Aulaß der Eröffnung der Pariser Weltausstellung übermitteln. In den Reden, die in der ganzen Welt tiefen Widerhall finden werden, haben der Präsident der französischen Republik und der Handelsminister für den Weltfrieden und die Vereini­gung der zivilisirten Völker zu gemeinsamer Arbeit Gefühlen Ausdruck verliehen, welche die der Nation sind und völlig denen entsprechen, die in Ihrem freundschaftlichen Tele­gramm enthalten find." Der Reichskommissar erwiderte: Den Präsidenten des Vereins Berliner Kaufleute und In­dustrieller und des Centralausschusses Berliner kaufmännischer, gewerblicher und industrieller Vereine danke ich aufrichtig für den warmen Ausdruck ihrer Wüusche für den Erfolg der deutschen Ausstellung. Reichskommissar und Mitarbeiter."

Tagesschau.

Parlamentarisches.

In der ersten Woche nach den Osterpausen sollen im preußischen Abgeordnetenhause die kleineren Jnitiativ-Anträge, die erste Lesung des Gesetzentwurfs über die Zwangserziehung und das kleine Gesetz über die Regulirung der untern Weichsel erledigt werden. Voraussichtlich wird dann auch der nationalliberale Antrag auf Ueberweisung von 50 Millionen Mark an die Provinzial-Verbände, welcher auf Wunsch der Antragsteller bis nach der Berathung des Gesetzentwurfs über die Zwangserziehung zurückgestellt ist, verhandelt werden.

Stndinm der Medizin.

Ueber den Beschluß des preußischen Staatsmüüsteriums über die Zulassung der Abiturienten vom Realgymnasium zum Studium der Medizin, erfahren dieBerl. Neuest. Nachr.", daß cs sich dabei nicht um die jetzigen Realgymnasien handelt, sondern es ist diese Zulassung in Aussicht genommen, nach Verbesserung des lateinischen Unterrichts an den Realgymnasien unter Wegfall des Griechischen.

Revision der Krankenversicherung.

Wie verlautet, erstrecken sich die Erhebungen, welche zur Vorbereitung für die Revision der Krankenversicherung veran­staltet sind, u. a. auf die Frage, ob es zweckmäßig sei, die Dienstboten unter die Versicherungspflicht zu stellen. Der Regelung dieser Materie haben sich bisher ver­schiedene Schwierigkeiten in den Weg gestellt. Die größte war und ist wohl die, daß die Krankenfürsorge, wie sie für die Dienstboten jetzt in den einzelnen Bundesstaaten vorhan­den ist, so außerordentlich verschieden ist. Nach einer früher angcftellten Ermittelung gibt cs nicht weniger als 6 Gruppen der Bundesstaaten, in deren jeder die Frage anders geregelt ist. In der ersten Gruppe, zu der Bayern und Württemberg gehören, besteht Zwang für Krankenversicherung für alles Gesinde. Die Dienstherrschaften haben hier keine Verpflich­tung zur Verpflegung ihrer erkrankten Dienstboten. In der zweiten Gruppe, zu der Baden, Sachsen, Hessen, Schwarz­burg-Rudolstadt gehören, besteht Zwang zur Krankenver­sicherung für land- und forstwirthschaftliches Gesinde, für anderes Gesinde nur in gewissen Gebietstheilen, während im klebrigen die Dienstherrschaften von Verpflichtungen zur Ver­pflegung ihres erkrankten Gesindes betroffen werden. In Sachsen-Weimar, Braunschweig, Sachsen-Altenburg, Schwarz­burg-Sondershausen, welche eine andere Gruppe bilden, liegen die Verhältnisse ähnlich wie in der zweiten Gruppe, jedoch besteht für städtisches Gesinde bei ihnen kein Versicherungs- zwang. Bei der vierten Gruppe gilt für gewisse Gebietstheile Zwang zur Krankenversicherung für alles Gesinde oder be­stimmte Kategorien desselben, sonst liegt den Dienstherrschaften regelmäßig die Verpflichtung zur Verpflegung des erkrankten Gesindes ob. Hierhin gehören Lübeck, Hamburg, Oldenburg, Sachsen-Meiningen, die beiden Reich, Lippe-Detmold und einzelne Theile von Hessen - Nassau, Schlesien, Hannover. In der fünften Gruppe, zu welcher das sonstige Preußen, Mecklenburg-Schwerin, Sachsen-Coburg uud Gotha, Anhalt, Waldeck, Lippe-Schaumburg und Bremen zählen, hat das Gesinde einen besonderen Rechtsanspruch auf Krankenver­sorgung nur gegen die Dienstherrschaft. In der sechsten Gruppe schließlich fehlt jede landesgesetzliche Regelung der Materie. Man wird zugeben müssen, daß die Mannig­faltigkeit auf diesem Gebiet kaum größer sein kann. Indessen

Kleines Feuilleton.

Aus Kunst und Leben.

Der Phonograph als Erziehungsmittel. Unter diesem Titel schreibt Camille Saint-Saüns imTemps": Es ist eine Binsenwahrheit, daß Niemand sich selbst kennt, und daß die Fehler der Anderen uns sehr stark^auffallen, während unsere eigenen uns fast immer entgehen. So kennen auch weder die Sänger ihre Stimme, noch die Musiker, die ein Instrument spielen, ihr Talent, was sie ebenso nachsichtig gegen sich selbst wie streng gegenüber den Anderen macht. Vielleicht ist der Phonograph bestimmt, hierin Wandel zu schaffen. Einer unserer Freunde in Las Palmas hatte sich im letzten Winter in Paris einen ausgezeichneten Phonographen kommen lassen und bat mich, etwas auf dem Klavier zu spielen, das er mit dem Phonographen aufnehmcn wollte. Ich spielte zu diesem Zweck meineValse canariote". Als nun der Phonograph die Lektion wiederholte, die ich ihm beigcbracht hatte, hörte ich ihn mit bebhaftcm Interesse an. Zwei schwere Fehler sprangen mir da in die Augen oder vielmehr ins Ohr: eine Stelle von etwa zwanzig Noten war übermäßig beschleunigt und ganz verwirrt, und eine andere, die ich so zu rhythniisircn geglaubt hatte wie ich sie geschrieben, war rhythmisch ganz falsch und unangenehm wiedergegeben. In der Folge habe ich diese Fehler in meinem Vortrag verbessert. Nach dieser Erfahrung scheint es mir, als ob die Gesang- und Jn- strumentallehrer, auch die für Deklamation, in dem Phono­graphen ein ausgezeichnetes Hülfsmittel finden könnten, indem sie ihren Schülern ein Mittel geben, sich selbst zu hören und durch das Hören die Fehler, die der Lehrer ihnen bezeichnet hat, kennen zu lernen. Ich kann ihnen nicht dringend genug zu einem solchen Versuche rathen.

Zu Sem Ursprung des Wortes Kommitz-, noch viel billiger als dieselben. Maggi zum Würzen sollte Hrod. Die in einem ArtikelDas tägliche Brod des' auf seinem Tisch, in keiner Küche fehlen.

Soldaten" in derKreuz-Ztg." erwähnte Ableitung des |

Wortes Kommißbrod von den Kommissionen, welche zur An-

schaffung verschiedener Ausrüstungs- und Bekleidungsstücke zu Ende des vorigen Jahrhunderts bestanden, dürfte, so schreibt man derKreuz-Ztg.", nicht haltbar sein. Der Ausdruck stammt wahrscheinlich vomFeld-Kommissariat" oderKom­missariat", dem schon unter Friedrich Wilhelm I. die Ver­pflegung der Armee oblag, und das den Soldaten im Kriege das Brod in natura besorgte. Daher hieß es Kom­missariatsbrod oder kurz Kommißbrod. Im Frieden wurde es in natura vor dem Jahre 1799 nur bei besonderen Nothständen gewährt, da dann der Soldat mit den ihm gewährten zwei Groschen täglicher Löhnung nicht bestehen konnte. Der NameKommißbrod" ist sehr alt und kommt schon 1736 vor, wie ein in diesem Jahr gedrucktes Gedicht be­weist, dessen Verfasser Soldat im Regiment Kalckstein war, und das den Titel trägt:An Sr. Majestät ein unter- thänigst Knecht vom Kalckstein-Regiment im Nahm von sein Cameradt den Blatt zu Fuß hinlegt und bitt Sa. Majcstö, daß sic Kommiß-Brod doch wohl faß der arm Soldat." Ebenfalls gibt es eine gedruckte Danksagung eines Musketiers desselben Regiments aus der gleichen Zeitim Namen der berlinischen Garnison vor das an dieselbe zu reichende Kommiß-Brod in tiefster Demuth".

Gemeinnütziges.

Ein Wink für die Hausfrau. Maggi zum Würzen der Suppen, Saucen, Gemüse re. übertrifft als appetit- und verdauungsanregendes Geschmacksverbefferungs- Mittel alle im Handel befindlichen Extrakte und ist zudem'

Humoristisches.

Klarer Beweis. Fräulein Anna:Jetzt bin _ ich zehn Wochen lang bei meinen Verwandten in Kiel gewesen, und nicht ein einziger Seeoffizier hat sich für mich gefunden! Da zeigt's sich ja klipp und klar, daß die Marine vermehrt werden muß.

Aus einem Studentenbrief. . . . a propos, lieber Onkel, mein Geldbriefträger erkundigte sich heute, ob Du gestorben wärst, er hätte'so lange nichts mehr von Dir gebracht ----"

Crmuthiguug. Er:Und warum wollen Sie mir keinen Kuß geben?" Sie:Mein Gott, ich habe noch nie einen Mann geküßt." Er:Ich schwöre es Ihnen: ich auch nicht."

Verschnappt. Onkel (zum studirendcn Neffen):Hast Du denn noch die goldene Uhr, die ich Dir schenkte?" Neffe:Gewiß, lieber Onkel: Ich kann Dirs schwarz auf weiß zeigen!" 1

Dichtâtz. ... Was? Nachdem das Publikum all Dem- Stucke ausgepfiffen, willst Du doch wieder eins schreiben?" "Jawohl! . . Ich will doch mal sehen, wer es langer aushalt!"

Moderne Zeit! Ein Großvater lud seine Enkel ein, bie jia^iten^erien bei ihm auf dem Lande zu verleben. Ein lOiahriges Mädchen jedoch fragte sogleich:Großpapa, gibt**-** es denn dorten auch Ansichtspostkarten?" /