Einzelbild herunterladen
 

Seite 2

Hanauer Anzeiger

10 September

Aus Stadt- und Landkreis Hana«.

Kadjbrurf unserer Lokalartikel nur mit QuellenangabeHan. Anz/ gestattet.

* Reichsbank. Am 5. Oktober d. Js. wird in Gelnhausen eine von der Reichsbankstelle in Fulda abhängige Reichsbankncbenstelle mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet.

Entgleist. Am vergangenen Samstag entgleisten auf der Friedberger Seite der Station Ostbahnhof infolge falscher Weichenstcllung 3 Wagen, wodurch eine Zeit lang das Ge­leise gesperrt war. Der Personen-Verkehr wurde durch Um­steigen aufrecht erhalten.

* Stadttheater. Die Eröffnung der neuen Saison findet am Sonntag den 30. September statt. Von Freitag den 14. d. Mts. ab wird Herr Kempf-Bamberger bei ven geehrten bisherigen Abonnenten wegen Erneuerung des Abonnements anfragen. Neu-Anmeldungen werden jederzeit schrift­lich, von Donnerstag den 27. d. Mts. ab mündlich ander Theaterkasse von I/»ll1/»1 Uhr vormittags und von 34 Uhr nachmittags entgegengenommen. Ein Verzeichniß der bis jetzt erworbenen Novitäten bringen wir nächster Tage.

) :(Zaza". Die erste der beiden angekündigten Vor­stellungen des Pariser SittenbildesZaza* durch das Möller- Ensemble aus Frankfurt a. M. in derCentralhalle" dahier hat gestern Abend unter lebhaftem Leifall des anwesenden Publikums stattgefundcn. Ein überaus flottes, gut eingespieltes Personal und eine verständige Regie haben die Schwierigkeiten der begrenzten Bühnenverhältnisse für eine solche Aufgabe überwunden und eine annehmbare Aufführung geboten. Die Camelien- dame des jüngeren Dumas ist das Vorbild einer Reihe von dramatischen Bühnenerzeugnissen der französischen Litteratur ge­worden, die ihre Stoffe aus der Pariser Halbwelt und der Leichtlebigkeit mancher Gesellschaftskreise entnehmen und einen Glorienschein von Edclmuth und Entsagung um das Haupt ihrer leichtfertigen Heldinnen weben. Auch die Herren Berton und Simon, als die Verfasser des Pariser SittenbildesZaza", setzen diese Reihe fort. Auch ihre Heldin ist eines jener Wesen, daS sich auf abschüssiger Bahn befindet und nur im Genuß Befriedigung zu finden glaubt. Ihr Rettungsanker wird die wahre Liebe; die Enttäuschung, die ihr aber darin wird, gibt ihr doch die moralische Kraft, sich emporzuarbeiten zu einer gefeierten Künstlerin. Das Thema der illegitimen Freuden wird auch hier variirt, bald pikant-lustig in Szenen bis zu den Grenzen des Erlaubten, bald aber auch in solchen, die warm ans Herz greifen und in denen der gemüthvolle Zuhörer den Tribut in Thränen der Rührung zahlen muß. Mr dieZaza" hat das Ensemble in Fräul. Olga Jäger eine Darstellerin, deren temperamentvolles Spiel den Erfolg der Aufführung sicher stellt. Für die leidenschaftlichen Auf­wallungen sowohl als auch für die feinsten Gefühlsregungen steht ihr die überzeugende Ausdrucksfähigkeit zu Gebote; die hübsche Szene mit dem Kinde im dritten Akte war reich aus. gestattet mit feinen Rüancen. Die übrigen Parthien treten gegen diese eine zurück. Herr Hochberg besitzt für den Bernhard Dufresne die nöthige stattliche Erscheinung und verbindet damit ein maßvolles gefälliges Spiel. Weiter haben in ihren Parthien noch Gelegenheit sich hervorzuthun die Herren Scheller als Cascart, Ambrogio als Malardot, sowie Maric Ielly als Anais. Heute Abend findet die zweite und letzte Vorstellung statt.

* Hahnenkammfest. Vertrauend darauf, daßFalb's kritischer Tag 3. Ordnung das herrlichste Wetter bringen werde, hatte die Verkchrskommisston der Hanauer Touristen- Vereine für gestern Nachmittag ein Hahncnkammfest arrangirt.

Dem Rufe der Touristen, auf luftiger Höhe, dem schönen Auèsichtsgipfcl des Vorspessarts, ein paar Stunden in ge­selliger Gemeinschaft zu verbringen, war in weitem Maße Folge geleistet worden; einer Völkerwanderung gleich ergoß sich der Strom der Ausflügler nach den Bahnhöfen und die Eisenbahnen hatten Mühe, die andrängenden Schaaren in ge­wünschter Weise zu befördern, doch ging alles ziemlich glatt von Statten. Auf dem Lokalbahnhofe Kahl hätte sich viel­leicht eine schnellere Abfertigung ermöglichen lassen, wenn in Berücksichtigung der zu erwartenden 700 Passagiere eine vor­herige Abstempelung der Billete vorgenommen worden wäre. Der Strom der Ausflügler hatte sich als Endstation Kälberau gewählt, von dort ab ging es zu Fuß den Berg hinauf. Obe» angekommen erwartete ein kühler Trunk die Bergsteiger, eine Kapelle spielte lustige Weisen und vermochte schnell die eben überstandene Anstrengung zu verwischen und nach kurzer Zeit war ein ungezwungenes touristisches Leben und Treiben im Gange. In der Schutzhütte wurde dann für kurze Zeit ein von Herrn Maler W. Schultz gemaltes Bild, den Aussichtsthurm auf dem Hahnenkamm darstellend, gezeigt. Der Erlös der für Besichtigung des Bildes zu entrichtenden beliebigen Spende war für den Fonds zur Erweiterung der Schutzhütte bestimmt. Allzu rasch entschwanden die Nach mittagsstunden und als die Dämmerung heranbrach, erfolgte der Abstieg. Ein gemeinschaftliches Zusammensein bei Gast­wirth Nieden that in Alzenau bildete den Abschluß des in jeder Beziehung schön verlaufenen touristischen Festes. Zu bemerken ist noch, daß auf dem Berge 3 Brieftauben auf­gelassen wurden, die, wie uns heute berichtet wird, ihren Bestimmungsort erreichten.

* Radfahr-Verein 1898. Bei dem am Sonntag den 9. Septbr. stattgefundenen Straßenrennen erhielten im Hauptfahren über 5000 Mtr. den 1. Preis Herr Peter Schäfer, den 3. Preis Herr Fritz Wygand. In dem darauf folgenden Vorgabefahren über 300 Mtr. erhielt Herr Peter Schäfer den 3. Preis. Die Vorgabe war für die beiden Herrenfahrer entschieden zu groß. Die Betheiligung von Sportsgenossen wäre bedeutend größer gewesen, wenn der Maingau-Verband seine Verbandsfahrer nicht gehabt hätte.

* Eine Wanderversammlung des Kreis- Krieger-Verbandes Hanau fand gestern Nachmittag

3 Uhr in Niederdorfelden statt. Vertreten waren 15 Vereine. Das Fehlen mehrerer Vereine resultirt jedenfalls aus der jetzigen Kirmeßzeit. Eröffnet wurde die Versamm­lung durch den Verbandsvorsitzenden Herrn E. Jung- henn, der seine begrüßenden Worte ausklingen ließ in dem begeistert aufgenommenen Kaiserhoch. Vor Eintritt in die Erledigung wurde des verstorbenen Vorstandsmitgliedes Herrn Roctzsch gedacht. Das Andenken desselben wurde durch Erheben von den Sitzen geehrt. Sodann wurde ein Aufruf verlesen, aus welchem zu ersehen ist, daß der Kriegerbund be­absichtigt, den 18. Januar 1901, an welchem Tage 200 Jahre seit Gründung des Königreichs Preußen verflossen sind, in ganz besonderer Weise zu ehren. Es wird eine Sammlung veranstaltet, deren Ertrag an dem Jubiläumstagc dem Kaiser eingehändigt werden soll mit der unterthänigsten Bitte, denselben nach kaiserlichem Ermessen zu einer pa­triotischen Stiftung zu verwenden. Die Sammlung wurde empfohlen und einzelne Einzahlungen bereits entgegcnge- nommen. Ueber die Jahrbücher wurde berichtet, daß die Ver­eine bereits die Jahrbücher bezogen haben, aber Nachbe­stellungen zu empfehlen seien, damit der Verband in die Lage komme, die 5O®/o der Mitglieder zu erreichen, um der Ver­günstigung der Gewährung von 5 Pf. an den Verband theil­haftig zu werden. Diese 5 Pf. pro Exemplar verwendet der Verband zu Unterstützungszwecken. Ebenso wurde das Abonne­ment auf dieParole" und dieFeldpost" empfohlen, da der Ueberschuß beider Blätter Unterstützungszwecken dient. Der Eintritt zur Bundesstcrbekasse wurde den Mitgliedern wie den Vereinen warm ans Herz gelegt, die Verbesserung der Satzungen und die öftere Auszahlung der Dividenden bekannt gegeben. Außerdem wurde bemerkt, daß die Geschäfte des VerbandSbevollmächtigten der Bundessterbekasse an Stelle des verstorbenen Herrn Roetzsch dem derzeitigen Verbandsschrift­führer übertragen worden sind. Die Geschäftsübersicht des deutschen Kriegerbundes und des preußischen Landes-Krieger- verbandes erläuterte der Verbandsvorsitzende in eingehender Weise, dabei besonders die Unterstützungsgesuche der Wittwen und die Aufnahme der Waisen in die Krieger-Waisenhäuser beleuchtend. Auch wurden dann die näheren Bestimmungen zur allgemeinen Kenntniß gebracht, nach denen die angekün­digte 4. Gesellschaftslotterie staltfinden soll. Die Zahl der Loose ist um 50,000, die Zahl der Gewinne um mehr als das Doppelte gegen die ersten beiden Lotterien erhöht worden. Gleichzeitig wurden statt der bisherigen niedrigsten Gewinne von 5 Mk. solche von 6 und 3 Mk. eingestellt. Hiermit war die Tagesordnung erschöpft. Herr Werkmeister a. D. Jörg sen. aus Großauheim brachte dem Verbandsvorsitzenden Herrn Junghenn für seine Mühewaltung, für das stets be­wiesene große Interesse und für die guten Belehrungen in der Versammlung ein dreifaches Hoch, für das der Gefeierte dankte und seinerseits dem Verein Niederdorfelden für die gastliche Aufnahme der Wanderversammlung ein Hoch widmete.

* Statistisches. Jm Monat A u g u st 1900 wurden in unserer Stadt lebend geboren 86 Kinder, 44 Knaben und 42 Mädchen. Gestorben sind, mit Ausschluß von 4 Todtgeborenen, 50 Personen, 31 männlichen und 19 weib­lichen Geschlechts, darunter 4 Ortsfremde. Für die Stadt selbst bleiben 46 und auf 4000 Einwohner und aufs Jahr berechnet kommen 18,5 Todesfälle.

Von den Gestorbenen waren:

21 Kinder im Alter von 01 Jahr

1

Kind

ff

ff

ff

1-5

Jahren

2

Personen

ff

ff

ff

1020

ff

3

ff

tf

ff

ff

20-30

ff

1

Person

ff

tf

ff

3040

ff

2

Personen

ff

ff

tf

4050

ff

4

ff

ff

ff

tf

5060

If

4

tf

tf

if

tf

6070

ff

10

ff

fr

ff

ff

7080

ff

2 30 90

18 Kinder starben an akuter Entzündung des Magen-Darm- kanals und eines an chronischem Darmkatarrh. 4 Personeu starben an Lungenschwindsucht, 2 an akuter Entzündung der Athmungsorgane und je eine an chronischer Entzündung der­selben und an Lungenlähmung. Bei je einem Fall war die TodesursacheRückenmarcksleiden, Bauchfellentzündung, Placenta praevie. und Herzlähmung, bei je zwei Nierenleiden, Krebs­erkrankung und Herzleiden und bei drei Schlaganfall. Nicht durch Krankheit bedingt war der Tod bei 10 Personen: 7 Leute starben an Altersschwäche, 2 kleine Kinder an Lebens­schwäche und eine Person verunglückte durch Sturz von einem hohen Gerüste. Dr. Zeh.

* Das Verfahren eingestellt. Heute Morgen sollte vor der Ferienstrafkammer des hiesigen Landgerichts der Prozeß gegen den früheren Werkmeister Jakob M o l i e r e von der chemischen Fabrik in Fechenheim beginnen, der des Verkaufs von Rezepten, welche Geheimniß der Fabrik sind, beschuldigt war. Der Vorsitzende des Gerichtshofes machte jedoch bei Eröffnung der Sitzung bekannt, das Verfahren gegen den An­geklagten sei eingestellt. Die Firma hat ihren Strafantrag gegen den Beschuldigten zurückgezogen.

* Das Messer der Italiener. In der Nacht vom Samstag zum Sonntag befanden sich zwei hier beschäftigte italienische Maurer in einer Wirthschaft und kneipten ganz friedlich zusammen. Dabei machte der Eine an den Andern eine Forderung von zwei Mark geltend, welche ihm angeblich aus einem Arbeitsverhältniß zustanden. Der Kollege des Italieners bedeutete seinem Landsmann, daß er die zwei Mark nicht habe, sondern daß der Meister dieselben besitze, wo er sie sich ja holen könne. Als hierauf die Beiden in den Hof der Wirthschaft austraten, zog der mit der Forderung an den Meister verwiesene Maurer ohne Weiteres sein Messer und

versetzte seinem nichtsahnenden Kollegen zwei Stiche, einen fit den Arm und einen in den Rücken. Der Gestochene wurde von anderen Gästen in das Landkrankenhaus geschickt.

* Nächtliche Ruhestörung. In der Nacht vom 5. zum 6. d. M. verübten sechs junge Lithographen in der Krämerstraße Ruhestörung und wurden dann auf ihrem weiteren Zuge am Kanalthor von der Schutzmannschaft ge­stellt und zur Anzeige gebracht. Die hiesige Zeitung registrirte den Vorgang in seinem ersten Theile und knüpfte daran die Bemerkung, ob sich die Herren selbst der Polizei gestellt hätten, wisse sie nicht. DieVolksstimme" benutzte naturgemäß den Vorgang zur Ausbeutung in ihrem Sinne und stellte die hämische Frage:Wo blieb die Polizei?" Hoffentlich ist nun die Wißbegierde beider Blätter befriedigt.

* Eine Schlägerei fand in verflossener Nacht in der Nürnbergerstraße statt. Die Excedcnten wurden zur Anzeige gebracht.

* Auf frischer That ergriffen wurden in verflossener Nacht zwei junge Burschen, als sie sich dasVergnügen" machten, am Marktplatz Schilder abzureißen.

* Todtgefahren. Heute Morgen passirte die Straße vor der Königl. Pulverfabrik ein Stein-Fuhrwerk von der Firma Kämmerer in Groß-Steinheim. Der den Wagen führende Fahrbursche kam dabei so unglücklich unter das schwere Fuhrwerk, daß ihm dasselbe über Brust und Hals ging. Der bedauernswerthe Mann war nach kurzer Zeit eine Leiche.

* Abnorm. Bei dem Schäfer Ernst Weitz in Hüttengesäß brachte eine Kuh ein Kalb zur Welt, das acht Beine hatte. Kurz nach der Geburt verendete daS Kalb.

Sprechsaal.

Für die unter dieser Rubrik eingesandten Notizen übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.

Sonntagsverkehr!

Bor Abgang des Zuges 9.25 von Aschaffenburg gestern Abend stauten sich'vor der Ausgangspforte der Perronein­friedigung Hunderte von Menschen. Infolge des Nachdrängens der Rückwärtsstehenden entwickelten sich nun die wüstesten Szenen, da der Perronschaffner vor Prüfung der Fahrkarte Niemand durchließ, was die Ungeduld der Wartenden auf eine harte Probe stellte. Erst als die Sache in Thätlich­keiten ausgeartet und der Unwille des Publikums sich aufs Höchste gesteigert hatte, entschloß man sich einen zweiten Aus­gang (an denen eben so wenig wie an Personal kein Mangel ist) zu schaffen. Daß dann die vorhandenen Wagen nicht ausreichten und bis glücklich genügend Wagen angehängt waren, nahezu eine halbe Stunde verstrich, sei nur nebenbei bemerkt. Unbegreiflich aber ist es, daß die Bahnverwaltung, welcher zur Schätzung des Verkehrs auf der Strecke Hanau- Aschaffenburg im Laufe des Sonntags genügende Anhalts­punkte zu Gebote stehen, für den Rücktransport rechtzeitig nicht besser Sorge trägt. So angenehm ein Sonntags-Ausflug für uns Hanauer in den Spessart ist, Vorkommnisse wie gestern Abend auf dem Aschaffenburger Bahnhof können einem dieses Endziel gründlich verleiten. Kg.

Drahtnachrichten des Hamner Anzeiger.

Berlin, 10. Septbr. Eine Einberufung des Reichstages im Laufe des Oktober ist denBerliner Neuesten Nachrichten" zufolge in amtlichen Kreisen seit längerer Zeit in Aussicht genommen. Die endgiltige Feststellung des Termins dürfte wohl erst nach der für heute angekündigten Rückkehr des Reichskanzlers zu erwarten sein. Man wird annehmen können, daß es sich nicht um eine außerordentliche Session handelt, sondern daß^der Termin so gegriffen wird, daß für eine ordentliche Session der hinreichende Be­rathungsstoff gesichert ist.

Berlin, 10. Septbr. DemBerl. Tagebl." wird aus Belgrad gemeldet: Das Kommunique im serbischen Amtsblatt, welches auf Veranlassung König Alexanders pu- blizirt wurde und gegen die Königin Natalie, theilweise auch gegen König Milan gerichtet war, und worin beide als Hoch- verräther und Aufrührer bezeichnet werden, hat in der ser­bischen Hauptstadt in allen Kreisen große Bestürzung hervor- gerufen. Man erblickt darin den Beweis des vollständigen Bruches zwischen dem König und seinen Eltern. Aber auch das Benehmen der Königin Natalie, die auf einer offenen Correspondenzkarte an ihren Hofmarschall Schmähungen und Beschimpfungen an das Königspaar schrieb, wird allgemein als taktlos verurtheilt. Die Postkarte wurde vom Postamt der Polizei übergeben. Außer dem Communique wurden die Behörden durch einen geheimen Erlaß angewiesen, den Eltern des Königs das Betreten des serbischen Hofes zu verwehren und sie im Falle der Widersetzlichkeit zu verhaften.

Berlin, 10. Septbr. Erzherzog Franz Ferdi­nand von Oesterreich traf gestern Vormittag kurz nach 11 Uhr hier ein und wurde in Vertretung des in Ur­laub befindlichen Botschafters von Szögyeny vom Botschafts­rath Grafen Thun empfangen. Nachdem der Erzherzog in der Hedwigskirche eine Messe gehört, gegab er sich kurz nach 3 Uhr vom Stettiner Bahnhöfe aus nach Stettin zur Teilnahme an den Kaisermanövern.- Mit demselben Zuge fuhr auch Herzog Ernst Günther von Schleswig-Holstein."

Berlin, 10. Septbr. In einer vorgestern Abend von 7000 Personen besuchten großen öffentlichen Buchbinder-Ver­sammlung in 8 e i p z i g wurde beschlossen, infolge der vorgestern früh eingetretenen Aussperrung von 4000 Arbeitern den Generalstreik zu proklamiren.

Berlin, 10. Septbr. Wie aus Leipzig depeschirt wird, wurde gestern der Kongreß deutscher Buchbindereibesitzer