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stimme Panzergeschwrder, b-Üehend aus den Linienschiffen „Kurfürst Friedrich Wilhelm", „Brandenburg", „Weißenburg", „Wârth" und dem kleinen Kreuzer „Hela", hat heute Vormittag in der Zeit von 8 bis 10 Uhr den Kieler Hafen verlassen und durch den Kaiser Wilhelm-Kanal seine Fahrt engetreten. Der Kaiser, sowie Prinz und Prinzessin Heinrich beobachteten die Ausfahrt der Panzer von dem bisherigen Flaggschiff des Ostseegeschwaders „Kaiser Wilhelm II/ aus. Die scharfe Brise, die schon gestern von der See her eingesetzt hatte, war während der Nacht noch stärker geworden. Das Wasser im Hafen war sehr unruhig, und die hüpfenden weißen Wellenkämme, welche selbst ohne Glas jenseits des Friedrichsorter Leuchtthurms sichtbar waren, gaben das beste Zeichen dafür ab, daß auf der See Sturm herrsche. Der Himmel war bedeckt. Von sechs Uhr an begann Kiels berühmter und mit seinen uralten Buchen und dem benachbarten Laubwald Aehnlichem kaum vergleichbarer Spazierweg, die Düstcrnbrooker Allee, sich zu beleben. Immer dichter wurde die Schaar derer, welche dem Schauspiel der Ausfahrt der Flotte beiwohnen wollten, und nun in früher Morgenstunde den, bekannten Aussichtspunkten der Revcntlow- und Bellevue- brücke, sowie der besonders günstig gelegenen Terrasse des Hotel Bellevue zustrebten. Noch größer war die Zahl derer, die an der Holtenauer Schleuse oder von der Levensauer ^Hochbrücke herab den scheidenden Seeleuten den letzten Abschiedsgruß zurufen und zuwinken wollten. Die Dampfer und Züge dorthin waren in für Kiel nahezu beispielloser Weise überfüllt. Gegen 7'/s Uhr kam Leben in die stattliche Reihe schwerer Schlachtschiffe, welche in gemessenen Abstand von einander auf der Föhrde lagen. Salutschüsse ertönten weiter drinnen im Hafen, eine kleine zierliche Dampfpinasse der „Hohenzollern" kam heraus. Wo sie vorüber eilte, schlugen die Trommeln an Bord der Panzer den Präsentir- marsch. Bald ging auf „Kaiser Wilhelm II/ die Kaiserstandarte hoch, nachdem der Kaiser, nach welchem das stolze Gchiff' seinen Namen führt, in Gesellschaft seines Bruders, des Ptinzen-Admirals und der Gattin des Letzteren an Bord des Panzers eingetroffcn war. Auch die „Carola", die einen neuen Anstrich erhalten hat, kam aus dem Hafen heraus und legte sich zur Seite des Fahrwassers in der Nähe der Holte- naucr Schleuse fest. Ferner glitten einige Torpedoboote am Standort des Kaisers vorüber, um draußen gleichfalls den Weg der Panzer zu kreuzen. Punkt 8 Uhr setzte sich das Erstd der auslaufenden Schiffe, die „Hela", in Bewegung. Ihre Mannschaft, wie die der Schiffe der Sachsenklasse, „Sachsen", „Bayern" und „Württemberg", des „Kaiser Wilhelm II." und des Kanonenbootes „Pelikan", an denen sie passiren mußte, standen in Parade an Bord. Ein kurzes dreimaliges Hurrah, das dem auslaufenden Schiff entgegenklang, gab den scheidenden Kameraden jedesmal das Geleit. Flaggensignale gingen hoch: „Glückliche Reise", „Auf Wiedersehen!" lauteten die Zeichen, die ausgetauscht wurden. Ein dreimaliges Hurrah brachte die Mannschaft der „Hela" ihrerseits aus, als sie das Kaiserschiff passirte. Auf dessen Kommandobrücke stand der Kaiser in straffer Haltung, die Hand salutirend am die Marine-Jnterimsmütze gelegt, neben ihm die Prinzessin Heinrich, hinter ihm der Prinz; die Prinzessin trug, wie das Fernrohr verrieth, ein enganliegendes englisches Kleid und einen flachen Strohhut. Immer und immer wieder tvinkte sie dem unter der deutschen Kriegsflagge stolz und ruhig seine Bahn ziehenden Panzer nach, bis dieser in der Einfahrt zur Holtenauer Schleuse verschwunden war. Eine halbe Stunde später, als der Koloß „Wörth" sich in Be- wegung setzte, wiederholte sich dasselbe Schauspiel, nur daß die „Wörth" wie die weiteren großen Panzerschiffe den für sie beim Verlassen eines Hafens, in dem die Kaiserstandarte weht, vorgeschriebenen Salut von 33 Schüssen abgaben. „Sleipner", das schneeweiße, zierliche Torpedobegleitboot der „Hohenzollern", das schon die „Hela" eskortirt hatte, war zurückgekehrt und gab auch der „Weißenburg" das Geleit. Dasselbe Ceremoniell wurde beobachtet, als wieder eine halbe Stunde später die „Weißenburg" und nach weiterem halbstündigen Pausen „Brandenburg" und „Kurfürst" den Hafen verließen. „Brandenburg" hatte neben der Reichskriegsflagge noch den kurbrandenburgischen rothen Adler auf weißem Felde gehißt. Vom Mast des „Kurfürst" wehte als zweite Flagge die des Geschwaderchefs: ein schwarzes Kreuz auf weißem Felde mit zwei schwarzen Kugeln. Die Schiffe wurden nacheinander durchzeschleust und gingen dann in Kiellinie gemeinsam durch den Kanal. Der Kaiser, Prinz Heinrich und Gemahlin, sowie ihr Gefolge nahmm nach Auslaufen des Geschwaders an Bord des „Kaiser Wilhelm II/ das Frühstück ein.
Ueber die vorher erfolgte
Parade der Besatzungen vor dem Kaiser wird dem „B. L.-A." ein längeres Stimmungsbild übermittelt :
Kiel, 9. Juli. Der Kaiser besichtigte vormittags daS Flaggschiff des Chinageschwaders, den „Kurfürst Friedrich Wilhelm", sich gleichzeitig von dem auf ihm versammelten Offizierskorps der nach dem fernen Osten entsandten Kriegsschiffe verabschiedend. Es war eine Art Aprilwetter heute; bald gingen kalte Regenschauer hernieder, bald erglänzte das prachtvolle Panorama des Kieler Hafens in leuchtendem Sonnenlidjt, immer aber wehte eine starke Brise, die Ruderboote schossen hin und her; besonders auffällig waren die beweglichen Ruderpinaffen eines seitab liegenden türkischen Dampfers mit ihren turbangeschmückten Insassen, die den Sonntagmorgen zu einer Orientirungs- und Spazierfahrt benutzten. Pfeilschnelle Dcpeschenboote ziehen vorüber. Das Gesammtbild des Hafens beherrschen die allerorten sichtbaren Fahrzeuge jeder Art, die von dem ziemlich harmlosen, halb ausrangirten Kanonenboot, daS sich dem Schutz der Hochsce-
Okmamr Anr-tnex
stieret wdmet, bis zum gewaltigen, eisengegürteten Schlachtschiff unter der Flagge des Dewschen Reiches stehen. So sieht man zur Rechten das Artillerie-Schulschiff „Mars" mit seinen gähnenden Stückpforten, die schneeweiß angestrichene, zwar veraltete, aber noch immer hübsche „Charlotre" mit ihrer Volltakelage, links dem Ufer nahe, vor der Torpedoflottillc und der Marineakademie, den „Blücher", der als Wachtschiff dient, in der Mitte endlich die bleigraue, waffenstarrende Reihe der schweren Hochseepanzer, die für China bestimmt sind, denen sich weiter draußen „Kaiser Friedrich III." und „Kaiser Wilhelm II/ anschließen. Im Mittelpunkt der geschilderten Hafenparthie hat die schlanke, lichte „Hohenzollern", die Kaiserstandarte am Fockmast, festgemacht. Zwischen den Panzern wurden Signale getauscht; auf dem Rücken ihrer Thürme, unter denen hervor die Rohre ihrer Riesengeschütze in den Morgen hinausblicken, erschienen, sich scharf vom Firmament abzeichnend, die Signalmaaten, die bekannten Fähnchen in der Hand. Einige Minuten blitzschnellen, nachdrucksvollen Hantirens und Schwenkens mit diesen, und von allen Schiffen des Chinageschwaders stießen Boote ab, die deren Offiziere an Bord des „Kurfürst" brachten. Weitere Signale wurden gegeben: Eine besonders elegante Ruder- pinassc schießt heran; sie bringt den Kaiser, der Marine- Jnterimsuniform trägt, und neben ihm einen Herrn in langem Regenmantel mit der Mütze des Kaiserlichen Dachtklubs, den Grafen Philipp Eulenburg. Prinz Heinrich, den man gleichfalls erwartete, ist nicht erschienen. An Bord des „Kurfürst", an dessen Mast die Kaiserstandarte unter den Klängen des Präseutirmarsches hochgeht, ist abgesehen von dem Schiffsgeistlichen keine Civilperson sichtbar, und Polizeidampfer, die in voller Fahrt den „Kurfürst" umkreisen und ab und zu einen allzu kecken Vordringling zur Feststellung mit dem Bootshaken entern, halten die Flottille von privaten Segel- und Ruderbooten, die trotz der bewegten See, dem Kaiserschiff gefolgt sind, in respektvoller Entfernung. Keine nicht zur Expedition und nicht zum Gefolge des Monarchen gehörige Persönlichkeit soll hören, welche letzten Instruktionen Kaiser Wilhelm den Offizieren feinet; Flotte auf den Weg gibt. Nach seemännischem Zeremoniell hatten der Geschwader- Chef und der Kommandant des „Kurfürst" den Monarchen am Fallreep erwartet, als dieser an Steuerbord den Panzer bestieg; sie geleiteten ihn in den Kreis des auf dem Vorderdeck versammelten Offizierskorps. Die Mannschaft stand ziemlich entfernt dieser Gruppe in Parade auf dem Seitendeck. Lange, fast eine Stunde lang sprach der Kaiser inmitten der Offiziere; einer der wichtigsten von ihm stark betonten Sätze seiner Rede war der, daß es weniger auf blindes Draufgehen ankomme, als darauf, daß man durch möglichst wirkungsvolle Entfaltung der großen Machtmittel, die auf geboten worden seien, dem Gegner ein für alle mal imponire. Kontreadmiral Geißler erwiderte in kurzen, markanten Worten. Ein Pfeilen- signal rief dann die Mannschaften heran, der eine zweite Ansprache des Kaisers galt. Sie wurde von dem hohen Redner ermahnt, die Ausdauer und den Muth zu zeigen, welche im deutschen Heer wie in der deutschen Flotte Ueberlieferung seien. In dem bevorstehenden Kampfe würden sie mit hinterlistigen Menschen zu thun haben, die im Besitze moderner Kriegsmittel seien. Sie würden mit Mannschaften verschiedener Nationen zusammentreffen und sollten stets gute Kameradschaft mit diesen halten. Er werde nicht ruhen und rasten, bis die schändlichen Blutthaten gerächt seien. Ein dreimaliges Hurmh war die Antwort. — Nach einem Rundgang durch das Schiff fuhr der Kaiser, der sich so von dem auf einen bewegten Schauplatz entsandten Theil seiner Flotte verabschiedet hatte, unter dem Donner der Kanonen des „Kurfürst" zu der „Hohenzollern" zurück. Die Salutschüsse weckten an den Höhen ringsum ein zehnfaches Echo. Nachmittags brachten überfüllte Pinassen die Blaujacken der Ostasienfahrer, für lange Zeit zum letzten Mal auf den heimathlichen Boden an Land. Die Mannschaften hatten bis 11 Uhr nachts, die Unteroffiziere bis 2 Uhr Urlaub.
Ueber die Expedition nach China
meldet die „Vossische Zeitung" aus Kiel : Die Panzerdivision soll die Reise in 45 Tagen zurücklegen. Die Abfahrt der nach China bestimmten Torpedoboots-Flottille erfolgt am 16. d. Mts. Für die Truppen-Expedition nach China wird das Brandenburgische Trainbataillon in Spandau eine Sanitäts- kolonne stellen. Stabsarzt Dr. Langfeld, der mehrere Jahre in Afrika gewesen ist, hat auf seine freiwillige Meldung Ordre erhalten, sich dem Sanitätsdetachement nach China anzuschließen. Infolge der Mobilmachung für China war vorgestern die Sonntagsruhe in denjenigen Privatwerkstätten von Spandau, in welchen die Versandtlisten angefertigt werden, aufgehoben. Auch in den Artilleriedepots wurde den ganzen Sonntag bis zum Anbruch der Dunkelheit gearbeitet. Zur Lieferung sind auch Berliner Holzbearbeitungsfabriken herangezogen worden, weil die Verpackung und Versendung in denkbar kürzester Zeit bewerkstelligt werden muß. — Die noch in der Bildung begriffene Brigade für China wird auf Befehl des Kaisers den Namm „Seebrigade" führen und zirka 4500 Mark stark sein. Die Führung derselben wird einem Generalleutnant übertragen werden, der nach Landung in Tokio das Oberkommando über sämmtliche deutschen Landtruppen in China übernimmt. Wie die „National-Zeitung" hört, werden sich im Stabe der Seebrigade, deren Formirung in Wilhelmshaven geschieht, auch mehrere Generalstabsoffiziere befinden. Zum Kommandeur der nach China gesandten Kavallerietruppen ist, wie demselben Blatte gemeldet wird, der Kommandeur des braunschweigischen Husaren-Regiments, Oberstleutnant von Arnstedt ernannt worden.
Kämpfe bei Tientsin.
Die Londoner Abendblätter melden aus Tientsin vom 2. d. Mts.: Die verbündeten Streitkräfte wurden heute von
10 Juli
chinesischen PmNklern sehr beunruhigt. Um die Letzteren hcr- anzulocken wurde gestern eine gemeinsame Rekognoszirung gemacht. Eine russische Abtheilung ging in nördlicher Richtung, zwei Meilen auf den Bahnhof zu, vor. Eine kleinere Abtheilung rückte in nordöstlicher Richtung vor. In Folge von Mißverständnissen unter den Generalen der verbündeten Streitkräfte, welche gemeinschaftlich vorgehen sollten, wurden diese einige Zeit von dem Vormärsche zurückgehalten. Inzwischen hatten die vorgerückten russischen Truppen einen heftigen Gegenangriff seitens der kaiserlich chinesischen Truppen aus der Eingeborenenstadt auszuhatten. Die Russen hielten unter großen Schwierigkeiten die Angreifer tapfer in Schach bis Verstärkungen eintrafen. Die Chinesen unterhielten während zwei Stunden eine furchtbare Kanonade aus schweren Geschützen, welche auf den Stadtwällen aufgestellt waren, jedoch nur unbedeutenden Schaden anrichteten. Gleichzeitig rückte eine starke chinesische Abtheilung vom östlichen Theile der Stadt vor. Die Europäer richteten ihr Hauptaugenmerk auf die Zurückweisung des Angriffs von Norden. Inzwischen rückten die Chinesen auf 100 Dards an die Pontonbrücke bei der französischen Niederlassung heran und nahmen daselbst eine beinahe undurchdringliche gedeckte Stellung ein, von wo sie ein heftiges Gewehrfeuer eröffneten. Es folgte ein verzweifelter Kampf zwischen ihnen und den Russen, welche die Brücke mit einem Gatling-Geschütz zu vertheidigen suchten. Die Russen behaupteten ihre Stellung bis zum Eintreffen zweier russischer Kompagnien, worauf sich die Chinesen zurückzogen. Die englischen und übrigen fremden Truppen griffen in gedeckten Stellungen vom anderen Ufer aus an, waren aber nicht im Stande, wirksam auf die Angreifer zu feuern, da dieselben fast ganz unsichtbar waren. Das Gefecht war am späten Nachmittag beendet. Der Feind erlitt beträchtliche Verluste, aber die russischen Verluste sind größer als die feindlichen, jedoch kamen auf russischer Seite meist leichte Verwundungen vor. Die Handelspreise in Peking sympatistren allgemein mit den belagerten Fremden, denen sie verstohlen Lebensmittel zuführen.
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Telegramme:
Berlin, 10. Juli. Nach einem Telegramm des „Lok.- Anz." aus Wilhelmshaven erfolgt das Eintreffen des China-Geschwaders daselbst heute früh, die Ausreise morgen früh. Nach der „Voss. Ztg." besitzt die Panzer- Division Einrichtungen für drahtlose Telegraphie. Um für die gleichfalls ins Ausland gehenden kleinen Kreuzer „Niobe" und Nymphe die nöthigen Mannschaften zu bekommen, ist unter Zurückhaltung des Ablösungs-Transports für den „Seeadler" auch die Außerdienststellung des Flottillenschiffes der Torpedoboot-Division „Blitz" angeordnet.
Berlin, 10. Juli. Wie dem „Berl. Tagebl." aus Kiel gemeldet wird, sind die schwer verwundeten Offiziere des Expeditions-Korps Seymour sämmtlich heimberufen.
Berlin, 10. Juli. Nach einer Depesche aus Wien erfährt die „Neue Freie Presse", daß man an leitender Wiener Stelle gar nicht daran denke, Landtruppen der österreichischungarischen Armee nach China zu entfenben. Es würden höchstens noch einige Schiffe der österreichisch-ungarischen Kriegsmarine in die chinesischen Gewässer geschickt werden, wenn die übrigen Mächte zum Schutze der Slaats-Angehörigen dies für nöthig erachten sollten.
Berlin, 10. Juli. Wie dem „Lokal-Anzeiger" aus London gemeldet wird, verlautet dort, daß den Reden des deutschen Kaisers bei der Abfahrt der Marine-Infanterie aus Wilhelmshaven ein Depeschen-Wechsel mit der Königin Viktoria voranging, worin der Kaiser seinerseits seine feste Entschlossenheit zu energischem Vorgehen aussprach.
London, 10. Juli. Aus Tientsin wird unterm 7. ds. gemeldet, es bleibe den internationalen Truppen nichts Anderes übrig, als die Verstärkungen abzuwarten. Man befindet sich augenblicklich vollständig in der Regenzeit und es ist nicht selten, daß während derselben das Thal zwischen Tientsin und Peking in einen ungeheuren Morast verwandelt wird, der den Transport von Truppen, Geschützen und Artillerie vollständig unmöglich macht.
London, 10. Juli. Aus Shanghai wird gemeldet, der Gouverneur von Mukden theilt mit, daß die katholischen Missionen in Brand gesteckt sind.
Aus Stadt- und Landkreis Hanau.
»tachdruck unserer Lokalartikel nur mit Quellenangabe ,Hau. Anz.'
(-) Berkehrs-Erleichterung. Die König!. Eisenbahn-Direktion Frankfurt a. M. hat versuchsweise angeordnet, daß die Sonntagskarten Aschaffenburg - Hanau-Ost bezw. West nunmehr wie die Sonntagskarten Aschaffenburg- Frankfurt-Ost zu dem S.-Zug 116, Abfahrt 11 Uhr 39 M. nachts vom hiesigen Ostbahnhof, Giltigkeit haben. Will jedoch der Reisende, welcher eine Sonntagskarte Aschaffenburg- Frankfurt a. M.-Ost besitzt, von Frankfurt a. M.-H.-P.-Bf. Siefert Zug (169) benutzen, so ist eine Schnellzugfahrkarte Frankfurt a. M.-H.-P.-Bs. bis Sachsenhausen zu lösen. Ebenso kann bei gen. Zug die Fahrt von Offenbach angetreten werden.
* Der Sprechverkehr von Hanau mit Heppenheim (Bergstraße) ist eröffnet worden. Die Gebühr für ein einfaches Gespräch beträgt 50 Pfg.
* Die Weihe des Denkmals für die in dem Feldzuge von 1870/71 gefallenen Soldaten vom 2. Nass. Jnf.- Regiment Nr. 88 findet am 6. August 1900 bei Wörth statt. Diejenigen Kameraden, welche der Feier beiwohnen wollen, werden gebeten, dieses dem Denkmal-Ausschuß in Wetzlar mitzutheilen.