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Jm Reklamentheil die Zeile 20 st, für

AuSioärtS 30 <H,

M- 234.

Samstag den 6. Oktober

1900

AmMcheS.

Bekanntmachung.

Für die Betheiligung an der Bezirks-Ferttsprech- einrichtung für Frankfurt (Main) unv Um­gegend gelten die nachstehenden, durch Anordnung des Herrn Reichskanzlers festgesetzten Bedingungen.

Cassel, 2. Oktober 1900.

Kaiserliche Ober-Postdirektion.

Hoffmann. 16231

53 i n H xu tgcn für die

Betheiligung an der Bezirks-Fernfprech- einrichtung für Frankfurt (Main) u. Umgegend.

1. Vorbemerkungen.

Die Bezirks-Fernsprechcinrichtung wird begrenzt: im Süden durch das rechte Ufer des Mains und des Rheins von Hanau bis Rüdesheim, im Westen durch eine Linie von Rüdesheim bis Langenschwalbach, im Norden und Osten durch eine Linie von Langenschwalbach über Königstein, Homburg v. d. Höhe und Friedrichsdorf bis Hanau. Hierzu treten noch die südlich des Mains gelegenen Theile des Stadt- und des Landkreises Frankfurt, des Kreises Höchst und die Städte Offenbach und Mainz.

Auf Grund der nachstehenden Bedingungen für den Bezirks­verkehr werden Anschlüsse nur in solchen Orten hergestellt, in welchen Vezirksanschlüsse schon bisher zulässig waren. Ist die Anwendung der Bedingungen nicht ausdrücklich vereinbart, so gelten die allgemeinen Bestimmungen für die Benutzung von Fernsprechanschlüssen. Diese Bestimmungen finden auch auf Vezirksanschlüsse insoweit Anwendung, als die nachstehenden Bedingungen nicht Abweichungen enthalten.

2. Art und Höhe der Gebühren.

Für Bezirkanschlüsse werden ausschließlich Bauschgebühren erhoben.

Die Bauschgebühr beträgt bis zu 5 Km. Entfernung von der Bermittelungsanstalt jährlich 250 M.

Für Anschlüsse auf mehr als 5 Km. Entfernung von der VermittelungSanstalt oder für Anschlüsse mit besonders kost­spieliger Leitung sind Zuschlaggebühren, für Anschlüsse auf mehr als 10 Km. Entfernung außer den sonstigen Gebühren Baukostenzuschüsse nach den allgemeinen Bestimmungen zu entrichten.

3. Rechte des Bezirkstheilnehmers.

Durch Zahlung der unter 2 angegebenen Gebühren erlangt der Theilnkhmer

a) die Rechte eines die OrtS-Bauschgebihr entrichtenden TheilnchmerS am OrtS-Fcrnsprcchnctz und

b) für sich und die zu seinem Hausstand oder seinem Geschäfte gehörigen Personen das Recht, mit anderen BezirkS-Thcilnehmern und den zu deren Hausstand oder Geschäfte gehörigen Personen auf den DerbindungS- leitungen der Bczirks-Fernsprecheinrichtnng Gespräche zu führen. Für die Benutzung der Verbindungsleitungen in anderen Fällen sind Gesprächsgebühren nach den Sätzen für den Fernverkehr zu zahlen.

4. Nebenanschlüffe.

Für die Nebenanschlüsse, die nicht in den auf dem Grund­stücke des Hauptanschlusses befindlichen Wohn- oder Geschäfts­räumen deS Inhabers deS Hauptanschlusses hergestcllt werden, sind außer den sonstigen Gebühren (Bestimmungen für die Benutzung von Fernsprechanschlüssen S. 19 unter II A 2 und II B 2) Zuschläge von jährlich je 100 M. zu entrichten.

5. Dringende Gespräche.

Die Gebühren für dringende Gespräche auf den Leitungen der BczirkS-Fernsprecheinrichtuug werden nach den Sätzen für dringende Gespräche im Fernverkehr berechnet.

Berlin, 1. April 1900.

EkkarnttmschAngen des Königlichen Landrathsimtes.

Auf dem Gestüthof zu Niederrad und in Nieder- Ursel (Kreis Frankfurt a. W.) ist die Maul- und Klauen­seuche ausgebrochen.

Hanau den 4. Oktober 1900.

Der Königliche Landrath.

V 9323 v. Schenck.

^taö^rei^ Jbanau.

NersnAtMachnNgen des OberbürgermeisteramteS.

Die neuen Zinsscheinbogcu der 4°/oigen 1880er Stadt­anleihe können gegen Rückgabe der Zinserneuerungsscheine von Montag den 8. d. Mts. ab im Zimmer Nr. 10 des Neustädter Rathhauses während der Gcschäftsstundcn vor­mittags von 8*/, bis 12'/, Uhr in Einpfang genommen werden.

Hanau den 6. Oktober 1900.

Der Stadtkämmerer.

Scherzberg. 16325

Bekanntmachung. *

Am Montag den 2. n. Mts. wird probeweise mittler Müllabfuhr begonnen. Laut gleichzeitig bekannt gegebener Polizciverordnung vom 23. d. Mts.' beginnt die regelrechte Müllabfuhr am 1. August d. Js.

Es wird Müll abgefahren:

Montags ui in Dorstadt

Hospitalstraße

Vor der Kinzigbrücke Bruchköbelerlandstraße Fasanericweg Josephstraße Körnerstraße Fallbachstraße Frankfurterlandstraße Kleine Hainstraße Hainstraße Kinzigstraße Türkische Gärten Bogenstraße Wilhelmstraße Maricnstraßc

Frohnhofstraße Schloßhof Schloßstraße

Erbsengasse

Johanniskirchplatz

Tiefcstraße

Ramsaystraße

Bangertstraße

Schirnstraße

Rappenstraße

Dienstags

in Nußallee u. Fischerhüttenweg

Diakonissenstraße

Vor dem Kanalthor Philippsruher Allee Mainkanal

Vor dem Steinheimer Thor Steinheimcrlandstraße Lothringcrstraße Fischcrstraße Kanalplatz Herrnstraße Blechstraße Frankfurterstraße Henmarkt Glockenstraße

Donnerstags in Gr. Dechaneistraße

Predigcrstraßc Kl. Dechaucistraße Baderstraßc Kleine Sandstraße .Wolfsstraße Steinstraße Johanniskirchstraße Am Markt (Altstadt) Maricnkirchstraße Kleine Fahrstraße Neustraßc Engestraße Marktstraße Metzgerstraße Schulstraße Lamboystraße Uferstraße Nordstraße Eberhardstraße Paradeplatz Philipp-Ludwigs-Anlage Im Bangert Nebenstraße Brückenstraße.

nd Freitags in Altstraße

Lindenstraße Römerstraße Krämerstraße Gärtnerstraße von 5778 Schäfcrstraße Französische Allee Paradiesstraße Hahnenstraße Stcinheimerstraße Sternstraße Hammcrstraße Fahrstraße Langstraße Leimenstraße.

Kleines Feuilleton

Aus Kunst und Leben.

Stadttheater in Hanau. Die diesjährige Spielzeit brachte uns als zweite Vorstellung im Abonnement am Mittwoch die NovitätEin unbeschriebene» Blatt", Lustspiel von E. 3.

Wolzogen, die bei guter Besetzung der Hauptrollen und flotter Darstellung derselben sich einer guten Aufnahme zu erfreuen hatte. Gestern Abend erschien als weitere heitere Gabe Die Großstadtluft", der erfolgreiche Schwank von Oskar Blumenthal und Gustav Kadelbnrg, auf dem Spiel­plan, der, seit Jahren hier nicht gegeben, fast so frisch wie eine Novität wirkte, indem er bei trefflicher Wiedergabe die Zuschauer in die fröhlichste Stimmung zu versetzen wußte. Die Rolle des an seine lustige Studentenzeit gerne zurück­denkenden Dr. Crusius hatte Herr Direktor Oppmar über­nommen, der, beim Erscheinen auf der Bühne sympathisch begrüßt, in Verbindung mit der Entwicklung eines gemüth- vollen Humors durch gewohnte prächtige Gestaltungskunst er­freute. Herr Schwarz verlieh dem nach Großstadtluft lechzen­den Ingenieur Flamming ein frisches natürliches Wesen, ebenso befriedigte die Darstellung der übrigen Herrenrollen. Von den weiblichen Hauptrollen interessiere vor Allem Frl. Sesulka, die als Amonie, Frau des Rechtsanwalts Lenz, im Fache der jugendlichen Salondame debutirte. Nach dem erstmaligen Auftreten ist ein abschließendes Urtheil nicht gut möglich, doch kann bereits heute konstatirt werden, daß das Debüt im großen Ganzen befriedigte und die Einreihung der auch mit den nicht zu unterschätzenden äußeren Vorzügen ausgestalleten jungen Dame in unser Ensemble immerhin willkommen ge­heißen werden darf. Die Damen Frl. Muck, Frau Hantke, Frau Ringer und Frl. Leonardi vervoll­ständigten das flotte Zusammenspiel. Die Zwischenaktsmusik

hißt und im Namen des Königs von Dänemark das Gebiet von Auzmagsalik bis ScoreSbysund in Besitz genommen. Dem Gebiete wurde der NameChristian IX-Land" bei- gelegt.

Der Frankfurter Bezirks verein Deutscher Ingenieure, welcher einen großen Theil von Hessen- Nassau, das Großherzogthum Hessen und benachbarte bayerische Gebietsthcile umfaßt und zur Zeit etwa 450 Mitglieder zählt, wird am 17. November d. Js. die Feier seines 25jährigen Bestehens durch einen akademischen Festakt und ein sich hieran anschließendes Festessen im großen Saale des Frankfurter Hofes zu Frankfurt a. M. begehen; die Ein­ladungen hierzu werden demuächst erlassen werden. Wenn die vor 25 Jahren vorhandene Mitgliederzahl von 150 bis heute, trotz vieler neu entstandenen Sondervereinen, auf da» Dreifache gestiegen ist, so gibt dies Fugleich ein Bild der großen Zunahme der Industrie sowie der staatlichen und städtischen technischen Einrichtungen des Vereinsbezirkes in dieser Zeit!

Humoristisches.

Kathederblüthe. Dieser so außerordentliche Manw hinterließ keine Kinder, sondern nur einen Bruder, der am selben Tage, wie er, unter der Guillotine fiel.

Doppeltes Lehrgeld. Zu einem berühmten Philo­sophen des Alterthum» kam ein berüchtigter Schwätzer, um bei ihm die Redekunst zu erlernen. Von dieser Absicht in Kenntniß gesetzt, forderte der gefeierte Rhetor das Doppelte dessen, waS^ ihm Andere zahlten, als Honorar. Betroffen forschte der Schwätzer dem Grunde nach.Ei geschieht dies bloS deshalb," erklärte der Philosoph,weil ich Dich nicht blos reden, sondern auch schweigen lehren muß.

Scherzfrage.Was ist die Mitgift?" Antwort: Ein starkes Gift, welches auf die Liebe belebend wirkt."

wird seit Beginn der Saison von der Jnfantcriekapellc aus­geführt, die unter Leitung des Herrn Stabshoboisten C. Schmidt sich ihrer Aufgabe stets in der besten Weise entledigt.

LortzingsRegina" in Hamburg. Aus Ham­burg wird berichtet: Lortzings dreiaktige OperRegina" oder Die Marodeure" erzielte bei der Erstaufführung im hiesigen Stadtthcatcr einen Achtungserfolg. Frau Foerster-Lauterer (Regina) und die Herren Pennarini und Schwarz spielten die Hauptrollen. Im Thalia-Theater wurde Welckers Thüringer Volks stückDie Heiterethei" bei der gestrigen Erst­aufführung beifällig ausgenommen. Frau Franck-Witt als Annedorle, sowie Herr Stockhausen (Holder) boten treffliche Leistungen. Der Autor wurde mehrfach gerufen.

Was ein Dichter und ein Schauspieler haben mutz. In einem sehr interessanten Artikel überMimen aus großer Zeit" erzählt Alfred Friedmann in der Kölner WochenschriftDas neue Jahrhundert" folgende Anekdote von Voltaire und der Schauspielerin Dumesnil (17431803). Die Dumesnil hatte mit der steifen Gemessenheit gebrochen, in der man die Klassiker noch bei den erregtesten Stellen gab. Sie weinte die Thränen, b« sie vergießen sollte. Voltaire schrieb für sie gute Rollen sie spielte diese Rollen wunderbar. Im Beginne dieses nutzreichen Zusammen­wirkens spielte sie einmal die Merope und Voltaire fand, daß sie zu kühl in ihren Schmähungen des PolyphonteS sei. Er machte ihr den Part vor, und sie rief aus:Man müßte den Teufel im Leibe haben, um diesen Ton zu erreichen!" Und der alte Faun schrie ihr zurück:Ja, in der That, Mademoiselle, ohne den Teufel im LeiK zu haben, ist man weder ein guter Dichter, noch ein guter Schauspieler!"

Die Expedition Amdrup.Ritzaus Bureau" meldet: Premierleutnant Amdrup hat bei Nualik auf 67 Grad 15 Minuten nördlicher Breite die dänische Flagge ge­

Die heutige Nummer umfaßt außer dem Uuterhattungsblatt 14 Seiten.