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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 82.

Freitag den 6. April

1900

Amtliches.

SlâHM^srs ^anau.

Am Mittwoch den 11. d. Mts. findet mit Ge­nehmigung des Herrn Regierungs-Präsidenten zu Casse Viehmarkt in Hanan statt.

Ich mache hierbei auf Nachfolgendes zur besonderen Be­achtung aufmerksam:

Sämmtliche Wiederkäuer und Schweine, und zwar sowohl die mit der Eisenbahn wie auch die unter Benutzung der Landwege auf den Markt gebrachten, dürfen nur durch die vom' hiesigen Oberbürgermeisteramte veröffentlichten Stadt­eingänge (Kontrolstationen) eingebracht werden.

Nach § 3 der landespolizeichen Anordnung vom 21./6. 97^ ist das Aufbringen von Wiederkäuern und Schweinen auf den Viehmarkt nur dann gestattet, wenn den marktpolizei­lich en Organen eine von der zuständigen Orts- behörde ausgestellte Bescheinigung vorgelegt wird, darüber, dast in der Nrspruugsgemeinde seit 4 Wochen nicht die Maul- und Klauenseuche bei Schweinen weder die Maul- und Klauen­seuche, noch eine der Schweineseuchen herrscht, und dast die Nrsprungsgemeinde in den letzten vier Wochen nicht zu einem Beobachtungsgebiet im Sinne des § 59a der Bundesrathsinstruktion gehört.

Tic Bescheinigungen haben eine fünftägige Giltigkeit, den Ausstellungstag eingerechnet.

Der Transport von Schweinen und Kälbern darf nicht durch Treiben erfolgen, sondern die Thiere müssen getragen oder gefahren werden.

Schließlich verweise ich noch auf die Polizeiverordnung vom y7^>m^iüq^ betreffend die Listenführung über den An- und Verkauf von Rindvieh, Schafen, Schweinen, Pferden durch Viehhändler.

Hanau den 5. April 1900.

Königliche Polizei-Direktion.

P 3106 v. Schenck.

^anötreisi ^anau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Unter dem Rindviehbestand der Mühlenbesitzer Gebrüder Ströbel in W in d e ck e n ist die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden. Gehöftssperre wurde angeordnet.

Hanau den 6. April 1900.

Der Königliche Landrath.

V 3301 v. Scheu ck.

^faöt&retö ^anau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

BetanntMachuNg.

Mit dem 1. April d. J. ist die Verwaltung der Latrinengruben-Entleerung vom Stadlbauamt II auf das städtische Sielbauamt übergkgangcn und find alle Anmeldungen bei letzterem auf Zimmer Nr. 5 im I. Stock des Hauses Langstrasze Nr. 41 zu machen.

Hanau den 30. März 1900.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 5686

Bekanntmachung.

Ueber das Vermögen des Müllers Johannes Mohn auf der Blinkenmüstle bei Ravolzhausen ist durch Beschluß des Königlichen Amtsgerichts dahier am heutigen Tage, vormittags llOs Uhr, das Konkursverfahren eröffnet und der Kaufmann Christian Reuther hier zum Konkursverwalter ernannt worden.

Offener Arrest mit Anzeige- und Anmeldefrist bis zum 25. April 1900. Termin zur Beschlußfassung über die Bei­behaltung des ernannten, oder die Wahl eines anderen Ver­walters, sowie die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretenden Falls über die im § 132 K.-O. bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen am 6. Mai 1900, vormittags 9 Uhr.

Langenselbold den 4. April 1900.

Der Gerichtsschreiber des Kgl. Amtsgerichts. 5861

Gefundene und verlorene Gegenstände etc.

Gefunden: 2 goldene Vorstecknadeln an einem Kettchen mit den Buchstaben A D. 1 Taschentuch mit 89 Pfg. 1 graues Säckchen. In der kleinen Bulau eine Schrotsäge; Empfangnahme bei Gutsvorsteher Neureuther, Pulverfabrik.

Verloren: 1 silberne Remontoiruhr, ein Portemonnaie mit 1 Mk. Inhalt und ein Messer, gez. I. P. M., von Kesselstadt durch die Nußallee nach der Hospitalstraße. 1 schwarzes Portemonnaie mit 2.13 Mk.

Zugelaufen: 1 langhaariger weißer Hund in. Gcschl.

1 grauer Rattenpinscher.

Entflo gen: 2 weiße Tümmlertauben.

Vom W a s e n m e i st c r am 5. d. Mts. einge­fangen: 1 junger schwarzer Schäferhund mit weißer Brust mit zwei weißen Pfoten, m. Geschl.

Hanau den 6. April 1900.

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Die Neutralität Portugals.

Zu Anfang des südafrikanischen Krieges wurde vielfach vermuthet, England werde Portugal nöthigen, ihm die De- lagoabai zu überlassen, um von hier aus Transvaal besser angreifen zu können. Ein Vormarsch durch das portugiesische Gebiet längs der von Laurenyo Marques nach der Transvaal- Grenze führenden Bahn hätte große strategische Vortheile ge­boten, und an einen ernsten Widerstand des schwachen Portugals wäre nicht zu denken gewesen. Gleichwohl scheut sich die englische Regierung vor einem solchen Akt der Vergewaltigung, der aus dem Vorkaufsrecht, das England vertragsmäßig für die Delagoabai besitzt, nicht hätte gerechtfertigt werden können und dritten Mächten leicht Anlaß zu Einmischungen geboten hätte. Die englische Regierung beschränkte sich vielmehr darauf, Portugal zu einer wohlwollenden Neutralität in seiner Kolonie Mozambique zu nöthigen, die sich namentlich darin bekundet, daß Lauren^o Marques als Kohlen-Depot für englische Kriegs­schiffe dient und daß dem Durchzug von Personen und Waaren nach Transvaal von den portugiesischen Behörden allerlei Schwierigkeiten bereitet werden.

Jetzt ist nun Portugal noch an einem andern Punkte der Küste von Mozambique den englischen Interessen gefällig. Der letzte Nachschub, der unter dem Oberst Carrington aus England nach Südafrika abgegangen ist, soll im Hafen von Beira gelandet werden und von dort über die ins Hinterland führende Bahn nach Rhodesia ziehen, und auch von Kapstadt aus scheint Kriegsmaterial nach Beira zur Verwendung in dem nördlich von Transvaal gelegenen Gebiete von Rhodesia geschafft zu werden. In England hofft man, daß die Truppe Carringtons trotz des langen Marsches, der ihr beoorsteht, die Buren von Norden her bedrängen und den lang ersehnten Vormarsch des Lord Roberts auf Pretoria unterstützen werde.

Das portugiesische Kabinet hat sich beeilt, den Vorwurf des Neutralitäts-Bruches vor der Kammer in Lissabon mit der Berufung darauf zu entkräften, daß ein portugiesisch-eng­lischer Vertrag von 1891 den Engländern gestattet, Trup­pen über Beira nach Rhodesia zur Aufrechterhaltung der Ruhe in dem britischen Hinterland von Mozambique zu be­fördern. Es ist wohl richtig, daß ein solcher Vertrag existirt und daß schon einmal im Jahre 1896 auf Grund desselben eine englische Truppensendung über Beira geleitet worden ist. In Portugal selbst aber, wo auch viel Sympathien für die Buren bestehen, erheben sich Stimmen, die jene Vertrags-Be­stimmung nur für Friedenszeiten gelten lassen wollen, so daß das Lissaboner Kabinet vielleicht noch heftige Angriffe zu er- leiden haben wird. Es ist denn auch in erster Linie eine portugiesische Angelegenheit, ob eine Verletzung der Neutralität vorliegt oder nicht.

Feuilleton.

Ein Sonntag int Bmenlandc.

Ein Friedensbild aus dem Transvaal.

Von August Hertiuger.

(Nachdruck verboten).

Es ist Samstag im Burmlande, der Tag vor dem Gottesdiensttage. Am Vormittage wird die Feldarbeit, wenn welche da ist, so schnell wie möglich beendet. _ In der Zeit «ach der eingebrachtcn Ernte, unserem Spätherbst und Winter M agrikurlturellen Sinne zu vergleichen, gibt es natürlich keine große Feldarbeit mehr und so wird der ganze Sonn­abend zur Vorbereitung auf den Sonntag oder, wenn man will, auf den Feiertag benutzt. Diese Vorbereitung besteht durchaus nicht inFasten und Leiblichsichbereiten"; weil entfernt davon: man ißt und trittst wie gewöhnlich, nur daß man Pstrd, Fuhrwerk und last net least die Toilette in Ordnung bringt. Sind die Pferde gefüttert, die Achsen der großen sogenanntencape-carts" geschmiert, die Zeltdächer darüber gespannt und die nöthige Fourage für die Zugthiere (oft Ochsen) und die Insassen an geeignetem Platz, meistens unter den Sitzen und am Hintertheil des Wagens, verstaut und die Frau und Kinder in ihrer Sonntagstoilette, so gibt der f,voerman,' oder Kutscher, meistens das Haupt der zahl­reichen Familie selbst, das Signal zum Aufsteigen und ein Voruit Koetsier!" (Fahr' zu, Kutscher) ist die Antwort. Den Säumenden wird ein lautes:maak voert!" (Beeilt ^Pch) zugerufen, gefolgt von einem flintenschußlanten Knallen mit der Riesenpeitsche, die ein gewöhnliches Menschenkind nur mit beiden Händen regieren könnte, und die Abfahrt geht von Statten.

Von allen Seiten aus der Nachbarschaft strömen so die cape-carts nach dem nächsten Städtchen, welches im Laufe des Tages durch die immer zahlreicher eintreffenden Fuhrwerke aus seiner sonnenverbrühten Schläfrigkeit gerüttelt und, so zu sagen, auf die Beine gebracht wird. Je näher man dem Städtchen kommt, desto höher schlagen die Herzen, theils aus Hunger nach dem Worte Gottes, sowie aus dem auch bei den Deutschen zu Lande herrschenden Trieb des Sichgegenseitig- aussprechens, des Einlaufens in den Läden, des Klatsches, des Beobachtens der neuen Kleider an den Bekannten, des Sichbestauuenlassenwollens kurz der Befriedigung im Ganzen zwar harmlosen, aber doch weltlichen Genusses, zu welchem gemeinsames Kaffeetrinken und Tabakrauchen natürlich mit in erster Reihe gehören.

Da manchen Buren die Rückkehr am Sonntag Nach­mittag wegen der Entfernung ihrer Farmen nicht möglich ist, so haben sich die Begüterten unter ihnen im Städtchen selbst ein Absteigequartier, bestehend aus einem Lehmhäuschen mit Wellblcchdack, hergestellt, in welchem Mann und Frau mit Kind und Kegel und den obligaten Koffern in zwei, selten drei Räumen hausen und übernachten. Die Aermeren müssen mit einem Zeit neben ihrem Wagen oder mit einem Obdach auf demselben vorlieb nehmen. Der Nachmittag und der Abend oft bis über 10 Uhr hinaus wird zu den oben erwähnten Zwecken geselligen Genusses oder merkantiler Transaktion benutzt. Zu letzterem Zwecke haben die Laden- besitzer ihre besten Waaren ausgestellt und ihre Buden und Lokale nach Sonnenuntergang hell erleuchtet. Immer dichter wird in dem einen oder andern dieser Läden hauptsächlich den Schnittwaarenkrämcreicn das Gedränge dervrouws" mit ihren heirathsfähigen Töchtern und den Verwandten zumeist weiblichen Geschlechts, welche je nach Bedarf oder Eitelkeit kleinere oder größere Einkäufe an Stoffen machen. Die neuesteCape-town-fashion" wird berücksichtigt und

manche dralle Burenmaid oderboerenineitje" wird aus- staffirt, daß es eine Art hat. Die Männer erledigen indessen ihre Geschäfte, rauchen ganze Wetterwolken zusammen, schimpfen auf dierooineks" (Rothhälse) oder Engländer, unb wenn dann der Mond höher und höher steigt und die Schläfrigkeit beider Geschlechter dem Treiben ein Ende macht, wird allseitig zur Nachtruhe gegangen. Dann hört man aus 'denstoeps" oder Veranden und den zusammengefahrenen Wagenzelten den schleppenden eintönigen Gesang der Hymnen und dann schnarcht man dem Tag des Herrn entgegen.

Das ist die Vorbereitung zum Gottesdienst, und wenn dann die Sonntagssonne über die Kopses hcraufsteigt und die Fliegen an die Arbeit gehen, die Schläfer zu wecken, wird es allgeinach lebendig in den stoeps und Wagen, und man schickt sich zum Kirchgang an.

Lange vor Beginn des ersten Gottesdienstes es finden ihrer im Ganzen drei statt bevölkern sich die Straßen und Wege des Städtchens mit den im Sonntags­staat prangenden meitjes, welche, zu zwei oder drei, angethan undmade up" mit ihren feinsten Kleidungsstücken, schwatzend und kichernd (wohl auch nach denneefs" oder Vettern" Ausschau haltend) herauf und herum und schließ­lich nach derKerk" promeniren. Von welcherlei Art die Zusammenstellungen dieser Mädchenkostüme sind, kann sich der Leser eine Vorstellung machen, wenn wir ihm einige An­deutungen geben. Eine Burenmeitje in kreischend Hell kirscb- roihem Merino mit Aufschlägen von blaßblauem Sann wird alschic" bewundert und manchespas op"! (Aufgepaßt.') flüstern sich dieneefs" zu, wenn ein solches meitje siegel bewutzi daher watschelt denn zierlichen Gang sucht man fast immer vergeblich unter der jungen Mädchenwelt des Burenvolkes. Handfeste Formen sind die Charakteristika der Burenschönen und eine plumpe Fettleibigkeit die der