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2 November

Hanauer Anzeiger

Gerte 3

doch lediglich nur als Zugang zur Wirthschaft^m Sand- hof" angesehen werden könne und die Besitzerin dieser Wirth­schaft, die Koch'sche Hofbierbrauerei, allein für verpflichtet ge­halten werde, für die Beleuchtung zu sorgen. Der Be­schaffung von Dienstklcidcrn für die Wegebauaufseher, Stadt- gärtner, Sielmeister und Schloßkastellan ; der Nachbewilligung von 3400 Mk. zum Zufällen des Schloßzrabens auf E. 0. Tit. III,7 für Rechnungsjahr 1900 und Abgangsstellung von 400 Mk. bei E. 0. Tit. II f. a. und b. für Rechnungs­jahr 1900 (für Entfernen alter Kanäle bewilligt); weiterhin der Uebertragung des 12 und 10 Uhr-Lâutens auf dem Marienkirchthurm vom 1. November d. J. an den früheren Hilfsthurmwâchter Holzapfer gegen 150 Mk. jährliche Ver­gütung ; der Nachbewilligunz von 3000 Mk. auf E. 0. Tit. 11,5 für Rechnungsjahr 1900 zur Fertigstellung des Ausbaues der Josephstraße; der Weiterbewilligung der bis­herigen Unterstützungen an die früheren Nachtwächter im Gc- sammtbetrage von 2057 Mk. für Rechnungsjahr 1901, wird zugestimmt. Als Vertreter der katholischen Kirchen-Gemeinde in der Stadtschuldeputation wird Herr Pfr. Schlitt ge­wählt. Zur Festsetzung des Werthbetragcs des unentgelt­lich abgetretenen Geländes für den Ausbau der Maulbeer­allee werden als Sachverständige die Stadtverordneten Baader, Seitz I. und Bier per Akklamation gewählt.

H erst ellung e in es Hafens bei Hanau anläß­lich der Fortsetzung der Mainkanalisirung.

Das Referat über diesen wichtigen Gegenstand erstattete der Vorsteher Herr C a n t h a l. Derselbe geht auf die Vor­geschichte der bezüglich der Wetterführung der Mainkanalisation geführten Verhandlungen ein und bezeichnet es als erfreulich, daß die Verhandlungen wieder in Fluß gekommen sind, sodaß das Perfektwerden des Staatsvertrages bevorstehe. Unter, dem Gesichtspunkte, daß Hanau, wenn auch nur vorläufig, End­punkt der Mainkanalisation werde, seien 1891 seitens der städtischen Körperschaften 2 300 000 Mk. für Herstellung von Hafenanlagen bewilligt worden. Die veränderte jetzige Sach­lage mit Aschaffenburg als vorläufigem Endpunkt bedinge es, daß die städtischerseits aufzuwcndenden Kosten sich bedeutend rcduzircn müßten. Staatsseitig sei nun die Anfrage an die Stadt gerichtet worden, ob dieselbe im Prinzip bereit sei, einen Sicherheitshafen für 6 Schiffe mit Anschlußgleisen nach dem Bahnhöfe zu schaffen, was als Mindestleistung betrachtet werde. Ein Magistratsantrag gehe dahin, 10'000 Mk. zu bewilligen zur Vornahme der nöthigen Vorarbeiten, wie Auf­stellung eines generellen Hafenprojekts und Kostenvsranschlags, Vornahme von Bohrungen rc., sowie Ermächtigung zu erthei­len zur Einleitung von Verhandlungen betreffs Erwerbung des erforderlichen Geländes, sei es freihändig oder auf dem Wege der Expro; r'ation. Erst nachdem diese Vorarbeiten be­endet seien und ein Kostenüberschlag vorliege, solle Beschluß über die Bewilligung der deS Weiteren aufzuwendenden Mittel gefaßt werden. Mit der Ausarbeitung des Projekts und Kostenvoranschlags soll Herr Regierungsbsumeister Landsberger«Frankfurt a. M. betraut werden. Der Sicherheitshafen dient dazu, daß falls die bei Fechenheim und Dörnigheim zur Errichtung kommenden Nadelwehre gelegt werden müssen, die Schiffe in diesem Hafen Unterkunft finden

Der Hafen ist in einer Länge von 280 m mit

können. ojaicu i|i in tmu von «v in mu. - " . , m

60 m Wasserbreite gedacht. Von kostspieligen Kaibauten soll Glückwunsches unterzecchnete Anna Be tz .

abgesehen, die Geländeerwerbung jedoch so bemessen werden,.'Jungen m Chma sind dadurch, wie sie schreiben, sehr erfreut daß auch eine eventuelle Erweiterung des Hafens stattfinden worden und betten, der ihnen unbekannten Dame ehre besten kann. Der Magistratsantrag wurde nach kurzer Debatte ein-, H^ensgruße zu übermitteln Davut faulem Anna Beetz fiimmia angenommen weiß, wem pe durch das Zettelchen eine Freude gemacht hat,

I 8 9' I setzen wir die Namen der Leute von der zweiten Feldwache

Ortsstatut betr. die kaufmännische Fortbildungs­schule.

Die Berathung über diesen Punkt der Tagesordnung er­brachte eine lebhafte und ausgedehnte Debatte. Der Detaillisten­verein Hanau hat eine Eingabe an die Stadtverordneten­versammlung gerichtet und in derselben verschiedene Wünsche zum Vortrag gebracht. Herr Schwabe erhob die in der Eingabe gemachten Wünsche zum eigenen Antrag und trat lebhaft und wiederholt für dieselben ein. Aus der Mitte der Versammlung wie auch vom Magistratstische aus wurde hervorgehoben, daß die jetzt vom Kaufmannsstande erhobenen Bedenken s. Z. auch aus den Kreisen des Handwerkerstandes bei Errichtung der gewerblichen Fortbildungsschule geltend ge­macht worden seien, ohne daß sich dann die Befürchtungen als begründet erwiesen hätten. Das Ortsstatut wurde dann mit Ausnahme der §§ 6 und 7 in seiner ursprünglichen Fassung angenommen. Die beiden §§ 6 und 7 erhielten auf Antrages Herrn Schwabe folgende Fassung: § 6. Eltern und Vormünder sowie Geschäftsinhaber dürfen ihre zum Besuche der Schule verpflichteten Söhne und Mündel nicht davon ah- halten, haben ihnen vielmehr die dazu erforderliche Zeit zu gewähren. § 7. Die Inhaber von Handelsgeschäften sind verpflichtet, ihre schulpflichtigen Gehilfen und Lehrlinge so zeitig vom Geschäft zu entlassen, daß die Schüler rechtzeitig und soweit erforderlich umgekleidet im Unterricht erscheinen zu können. Ebenso erhielten die Schulordnung und der Ge­meindebeschluß betreffs Festsetzung des Schulgeldes die Ge­nehmigung. Eine von Herrn Schwabe eingebrachte Reso­lution, in der gewünscht wird, daß, um eine Störung des Geschäftsbetriebs thunlichst zu vermeiden, die Unterrichts­stunden an den Anfang oder das Ende der Geschäftszeit ver­legt werden möchten, wurde mit Stimmenmehrheit abgelehnt.

* Kirchliches. Von nächstem Sonntag den 4. Novbr. ab fallen in den beiden Altstädter Kirchen die Nachmittags- Gottesdienste aus und werden dafür die Abendgottesdienste, um 5 Uhr anfangend, bis ans Weiteres abgehalten.

* Der hiesige Sprechverkehr ist auf Sprend­lingen (Rheinhessen) ausgedehnt worden. Die Gesprächs­gebühr beträgt 50 Pfg.

A. Die Frankfurter Quartettvereinigung (di- zügliche Geschäfts-Resultate erzielt wurden. ES ist deshalb Herren Hock, Dippel, Allekotte und Appunn) hat sich mit ihrem nur wünschenswerth, daß die Molkereigenossenschaften sich in vorgestrigen ersten Kammermusikabendc in Frankfurt einen noch höherem Maße der Casseler Central-KenossenschaftSkasse unbestritten großen Erfolg errungen. Technische bedienen, denn diese ist außer für die ländlichen Credit- Schwierigkeiten scheinen die Herren der Quartettvereinigung gcnossenschaftcn auch für sie die gegebene Bank. Aus dem nicht zu kenne«, ihre ganze Aufmerksamkeit ist auf den Jahresbericht ging ferner bervor, daß die im Jahre 1895 ins geistigen Inhalt ihrer Vorträge gerichtet und dadurch er- Leben getretene Preußische Ccntralgcnossenschaftskasse zu Berlin, heben sich ihre Darbietungen weit hinaus über das Niveau welche vom Staate ein Betriebskapital von 50 Mill. Mk. künstlerischer Durchschnittsleistungen. Mit den vier Streich-.........-*

Instrumenten des Quartetts, von denen jedes einzelne ein alt-

italienisches Meisterwerk ist, werden oft ganz wunderbare und überraschende Klangwirkungen erzielt. Dieser Umstand, die weit vorgeschritteue Küustlcrschaft eines jeden Mitglieds der . . , , ,

Quartettvereinigung und ferner die durch tägliche gemcinschaft- Jahre 1899 einen Gesammtumsatz von 3361 Mill. Mk.

liche Studien erlangte Gewandtheit, im Zusammenspiel sich gegen 2971 Mill. Mk. im Jahre 1898; und diese gewaltigen

gegenseitig sofort genau zu verstehen und einander anzu- Summen, welche das Bedürfniß für ihre Existenz klar dar- schmicgen^ zeitigen ein selten zu hörendes, man möchte sagen. thun, rcsuliiren zum überwiegend größten Theil aus dem ideales Ensemble. Reben den ganz vorzüglichen, viel be- Verkehr mit den gcnossenjchastlichcn Centralkassen, deren vom klatschten Leistungen des Quartetts waren die beiden Kompo- Allgemeinen Offenbacher Verband im deutschen Reiche allein

nisten Robert Kahn uud Bernhard Sekles, welche beim Vor- 20 errichtet wurden, welche im Jahre 1899 einen Gesammt-

trage von zwei ihrer Kompositionen mitwirkten, der Gegen- Umsatz von 668 Mill. Mk. zu verzeichnen hatten.

stand eines besonderen Interesses und großer Ovationen seitens * Stavtthsater. Gustav Freitag- Meisterlustspiel der Hörerschaft. Ein musikalisch sehr werlhvoker LiedercpcluSD i e Journalisten" gelangt am nächsten Sonntag des letztgenannte« Komponisten,Rumänische Volkspoesieen", mit Dir. Oppmar, den Herren Schwarz und Metz erlebte an dem Abende seine Erstaufführung. Ihm wurde und Frl. Brandow in den Hauptrollen zur Darstellung, durch Herrn Adolf Müller zu einem durchschlagenden Er-^ folge verhalfen. Herr Müller sang aber auch mit einer un­übertrefflichen Meisterschaft und war in den Stellen, wo die ungestüme Leidenschaftlichkeit des rumänischen BolkscharakterS trefflich gezeichnet ist, von geradezu hinreißender Wirkung. Komponist und Sänger wurden wieder und immer wieder von dem enthusiasmirten Publikum gerufen, und zwar mit einer Lebhaftigkeit, wie sie im Konzertsaale sehr selten zu Hause ist. Den Bemühungen der Quartrettvereinigung ist es gelungen, Herrn Adolf Müller und den Komponisten SekleS zur Mitwirkung in dem am nächsten Montag hier in der Centralhalle" statlfindenden Kammermusikabende ^t gewinnen, so daß auch die hiesigen Konzertbesucher den hohe« Genuß haben werden, dieRumänischen Volkspoesieen" von Herrn Adolf Müller in Gemeinschaft mit dem Komponisten der genannten Lieder in ihrer ganzen Schönheit zu hören, gerade so, wie sie vorgestern Abend in

Frankfurt geboten wurden.

* Anstellung von Volksschullehrern. DerKultus- minister hat in Betreff der Anstellung von Volksschullehrern die Provinzial-Schulbehörden dahin angewiesen, diese erst dann endgiltig anzustellen, wenn sie ihre aktive Militärdienstpflicht erfüllt haben oder für Friedenszeiten endgiltig vom Militär­dienst befreit sind.

* Jagdkalender. Im Monat November ist mit Aus­nahme der Rehkälber alles Wild jagdbar. Für weibliches Rehwild tritt mit dem 15. Dezember wieder Schonzeit ein.

* Die zweite Feldwache in Tong ku hat sich unterm 12. September an ein Berliner Blatt gewendet und nimmt dessen Unterstützung in Anspruch. In einem Beutel mit Eierzwieback fand ein Mann einen kleinen Zettel, der die einfachen Worte:Gott schütze Dich. Berlin den 18. 7.1900" und gesunde Heimkehr" enthielt. Als Absenderin des sinnigen

Unsere braven

hierher. Aus allen Gauen des Vaterlandes haben sie sich zusammengefunden, nämlich: Weckler-Saarbrücken, Cord- Stade, Burow-Wilhelmshaven, Schellworth-Rostock, Pruß- Hamburg, I h l - H a n a u, Rauruff-Ehemnitz, Hase-Ham- burg, Zimmer-Elberfeld, Horstmannshoff-Mülheim a. d. R., Sauermann-Neusalz a. b. O., Schultze-Stendal, Ehlert- Königsberg/ Rautsch-Halle, Hagemann-Allengesicke, Wienholl- Schwerte a. R. und die beiden Berliner Wagner von S. M. S.Kaiserin Augusta" und Feldpostschaffner Woczel.

* Die diesjährige Generalversammlung der Centralgenoffenschaftskafse für den Regierungsbezirk Cassel und angrenzende Gebiete, welche zu Hanan tagte, bot den Erschienenen wiederum Gelegenheit, sich von der er­freulichen Weiterentwickelung der Centralgenoffenschaftskafse zu überzeugen. Dieselbe ist ein Glied des Allgemeinen Ver­bandes der deutschen landwirthschaftlichen Genossenschaften zu Offenbach a. M., dem z. Zt. über 7000 landwirthschaftliche Genossenichaften angehören. Der geschäftsführende Direktor Böhm erstattete einen sehr eingehenden Jahresbericht, nach welchem der Umsatz der Centralgenossenschaftskasse seit ihrer Gründung sich wie folgt alljährlich steigerte. Derselbe betrug im Jahre 1894 Mk. 307,000. in 1895 Mk. 1,473,000, in 1896 Mk. 2,885,000, in 1897 Mk. 3,697,000, in 1898 Mk. 5,791,000 und im Berichtsjahre 1899 Mk. 6,223,000. Der Centralgensssenschaftskasse, welche von sämmtlichen Central- kaffen Deutschlands an erster Stelle mit der Preußischen Centralgenoffenschaftskafse zu Berlin im Jahre 1895 in Ge­schäftsverbindung getreten ist, wurde von dieser ein Kredit von rund einer Million Mark auf Grund ihrer Haftsumme von Mk. 1,414,000 eingeräumt und zwar der bei weitem größere Theil in Form des laufenden Rechnungskredites zum Zinssätze von 31/» pCt. Die an die Genossen vorgeschossenen Darlehen flossen im Berichtsjahre vielfach zurück, so daß eine größere Anzahl von Genossenschaften bei der Casseler Central- genossenschaftskasse im Guthaben ist. Die Molkereigenossen­schaften des Verbandsbezirks führten im Berichtsjahre einen Umsatz von Mk. 1,411,746.65 im laufenden Rechnungs­verkehr und Mk. 1,102,000 im Wechselverkehr mit der Casseler Centralgenoffenschaftskafse herbei. Ersterer hat nicht zum Mindesten dazu beigetragen, daß von diesen theilweise so vor-

erhalten hat, in ganz ungeahnter Weise sich zu einem Bank­geschäft ersten Ranges entwickelt hat. Ihr täglicher Umsatz betrügt 45 Mill., am Schlüsse des Monats steigert er sich auf 912 Mill, und am Schluffe des Quartals auf täglich 2530 Mill. Mk. Nach ihrem Geschäftsbericht hatte sie im

Sein L5jährigcs Dienstjubiläum beging gestern

Herr Lehrer J. Kahler hierselbst.

* Maikäfer, keine Fute. Während die Städter

die Frage wegen guter «nd billiger Bezugsquelle für Martini- Gänse und -Enten erörtern und schon jetzt den Winterver­gnügungen nachgehen, zeigen sich auf dem Lande noch Käfer, die eigentlich nur zur schönsten Frühlingszeit zu bemerken sind. Wie uns einer unserer Leser »nitthcilt, hat er gestern bei Herr« Lapp zu Windecken lebende Maikäfer gesehen, die gelegentlich der Feldarbeiten an die Oberfläche der Erde be­fördert wurden. Wenn die Zeit der Gänse und Enten auch vor uns steht, so ist die Maikäfernoliz nicht als billige Be-

zugsquclle für Enten anzusehen.

* Unfall. Von einem kleinen Unfall wurde gestern

Nachmittag der in einem Keller der Nicolay'schen Brauerei mit Weißbinderarbeiten beschäftigte Maler Knipp betroffen. Das Brett, auf dem er stand, brach zusammen und K. glitt herunter, wobei er sich Verrenkung oder Verstauchung des

einen Fußes zuzog.

* Frequenz der städtischen Badeanstalt im Monat Oktober 1900.

Verabreicht wurden:

96 168 634

37

23

Bäder Kl. I.

Kl. II.

Kl. III. Douchebäder. Römisch-Irische Bäder.

Sa. 958 Bäder.

Die größte Zahl der abgegebenen Bäder betrug 92 am 6. Oktober.

Die kleinste Zahl der abgegebenen Bäder betrug 8 am 18. Oktober.

*

*

() Fechenheim, 1. Novbr. Bei einer hiesigen Familie wurden vor einigen Tagen auf Ansuchen des Pächters des Kurhauses in Soden (Taunus) 5 Messer beschlagnahmt, die von einem Diebstahl herrührten. Der Dieb hat die Messer seiner hier wohnenden Schwester, der er 6 Mark schuldete, zur Begleichung seiner Schuld übersandt.

8t. Notzdors, 2 Novbr. Heute Morgen gegen 4 Uhr- brach in der Scherer'schen Hofraithe ein Feuer aus, welches die Scheune, Stallung und Holzschuppen rc. cinäschertc. S. erteilet in sofern einen großen Schaden, als ihm auch 1 Kalb, 2 Schweine, T Ziegen, 17 Gänse und Hühner bei dem Brand erstickten.

Aus dem Gerichtssaal.

Sitzung der Strafkammer II vom 1. November.

Körperverletzungen.

Bei einer Tanzmusik in Lohrhaupten gcricth der Land­wirth B. mit einem anderen Tanzsaalbesucher in Streit, der schließlich dazu führte, daß B. seinem Gegner ein Bierglaâ auf den Kopf schlug. Da B. wegen der gleichen Untugend bereits eine Strafe verbüßt hat, wird diesmal auf eine Ge­fängnißstrafe von 6 Monaten erkannt. Im April b. J. führte in einem Hause in Herolz der Arbeiter F. daselbst mit anderen Leuten ein Gespräch. Auf der Straße gingen im selben Moment ein paar Bekannte bei F. vorbei und diese erkannten ihn an der Stimme. Der F. behauptet, polnisch sprechen zu können und deshalb haben ihm seine Dorfge­nossen den SpottnamenPole" bcigelegt. Von den an dem fmufe vorbeigehenden Bekannten rief nun einer, der Arbeiter S., den Spottnamen der F., was dieser drinnen hörte. Er kam alsbald aus dem Hause heraus und machte sich auf die Verfolgung der Spötter. Der Hauptschuldige S. machte es, wie nach seiner Schilderung anzunehmen ist, wie der bekannte Vogel Strauß, er drückte, als ihm der Verfolger bedrohlich näher kam, sein Gesicht an eine Mauer und glaubte sich da­durch geborgen. Dem war jedoch nicht so, denn der F. hatte eine ihm vorher nachgeworfene Mistpatsche ergriffen und schlug mit dem Brett derselben dem in dem sonderbaren Versteck stehenden S. auf den Hinterkopf, daß dieser eine bedenkliche Verwundung davon trug und mehrere Tage arbeitsunfähig «ar. Das Schöffengericht zu Schlüchtern hatte den F. für diese derbe Züchtigung zu 2 Monaten Gefängniß verurtheilt, was ihm zu viel ist. Das Gericht ist aber nicht der Meinung und verwirft seine Berufung. Eines Nachmittags befand sich der Krämer M. zu Wallroth in einer dortigen Wirthschaft und