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Amtliches Organ für Htsöt- unö LsuöKreis Hanau.

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Xr. 148 Mittwoch den 29. Jinii

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1898

AMliches.

Slcrdl^ers ^anatt.

BekLMLmachMUk des Oberbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Der Abbruch des in dem Garten des früheren Pfarr­hauses, Johanniekrrchplatz Nr. 3, befindlichen Gartenhauses soll mit Ueber lastung und Beseitigung des Materials öffent­lich vergeben werden.

Die Bedingungen liegen im Stadtbauamt I, Zimmer Nr. 24 des Rathhauses, für Interessenten zur Einsicht auf und sind Angebote verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen

bis zum Samstag den 2. Juli d. I.,

vormittags 11 Uhr, daselbst einzureichen.

Die Eröffnung der Angebote findet um diese Zeit im Beisein etwa erschienener Betheiligten statt.

Hanau den 25. Juni 1898.

Der Magistrat

Dr. Gebeschus. 9616

verschiedener Parteirichtung. Nach den vorliegenden Ergeb­nissen der Neuwahb dagegen werden im künftigen Reichstage die preußischen Konservativen 43, die Reichsparteiler 19, die Nationalliberalen 24, das Centrum 64, die Sozialdemokraten 21, die Freisinnige Volkspartei 23, die Freisinnige Ver­einigung 9, die Polen 14 Mann stark sein. Wie man sieht, sind die Veränderungen der Parteiverhältnisse keineswegs tiefgreifender Natur.

Bemerkenswerth aber erscheint, daß für Preußen von einem Fiasko der Sammlungspolitik auf keinen Fall die Rede sein kann. Mag der Sammlungsruf in einzelnen Theilen unseres deutschen Vaterlandes seine Wirkung verfehlt haben, in Preußen ist er nicht umsonst ertönt. Beweisend hierfür ist die Schwälerung des preußischen Besitzstandes der Soziat- demokratie um vier Sitze. Nur die Befolgung der Samm- lungsparole, die das gesammte Bürgerthum zum Kampfe wider den Umsturz aufrief, hat diese Erfolge gezeitigt. Frei­lich fehlt auch in Preußen noch viel daran, daß die großen Ziele, welche die Politik der Sammlung dem Bürgerthum vorzeichnet, in den Reihen des letztem allenthalben Verständ­niß und Nachfolge gefunden hätten. Wäre dies der Fall ge­wesen, dann hätte sich die Niederlage der Sozialdemokratie noch bei weitem gründlicher gestaltet. Aber hoffnungsvolle Anzeichen dafür, daß die bürgerlichen Parteien sich ihrer In­teressengemeinschaft und ihrer Pflichten gegen Staat und Ge­sellschaft in höherm Maße als bisher bewußt werden, liegen in dem Ergebnisse der preußischen Reichstagswahlen dennoch vor, und diese Thatsache erfüllt uns mit Vertrauen auf die Zukunft.

Höchst ersieulich ist es ferner, daß neben den Sozial­demokraten auch die Polen starke Verluste aufzuweisen haben. Die Deutschen der Ostmark hoben fast überall im Zeichen der Einigkeit gekämpft; daher ihre Siege. Auch hier hat demnach der Sammlungsruf, wenngleich nach einer andern Richtung hin, seine Wirkung geäußert.

Freilich sind die Verluste der Sozialdemokratie und der Polen, wenn man das zahlenmäßige Gcsammtergebniß für Preußen in Betracht zieht, nicht den rechtsstehenden, sich voll und ganz zum Sammlungsprogramm bekennenden Parteien, sondern dem Centrum und den Freisinnigen zugute gekommen. Aber wenigstens unversehrt haben auch die erstgenannten Parteien ihren Besitzstand zu erhalten gewußt und zu gleicher Zeit unstreitig an innerer Geschlossenheit nnd Einheitlichkeit gewonnen. Die Anhänger einer gesunden Wirthschaftspolitik oder des Schutzes der rationalen Arbeit kehren in der gleichen Stärke wieder, und für Erfüllung dieses positiven Theils der Sammlungspolitik dürste ja auch im Centrum auf Verständniß und Sympathie zu rechnen sein. Es scheint also dafür ge­sorgt, doß die freihändlerischen, der nationalen Arbeit Ver­nichtung drohenden Wünsche des Freisinns und der Sozial­demokratie unverwirklicht bleiben.

Alles in allem bietet das Ergebniß der Reichstagswahlen für Preußen demnach keinen Grund zu Schwarzseherei und verzweifelnden Klagen dar. Aber freilich bedarf es noch gründlichster, angestrengtester Arbeit, um den Grundsätzen der Sammlungspolitik allerorts Boden zu verschaffen und das gesammte Bürgerthum zu einer sestgescklosstnen Masse zusammenzuschmelzen, und dieser Arbeit müssen daher alle Vaterlandsfreunde auch nach den Wahlen ohne Unterlaß ihre beste Kraft weihen.

AAs Stadt-- «Nd Ltmdlrsi- Hast««» tatfbexd? rmsnrr Lskalartikel nur mir OMeßenangaSeH«n. Arz ' gestattet

* Klaffenlotterie. Die Ziehung der 1. Klasse 199. Königlich preußischer Klastenlotterie wird nach planmäßiger Bestimmung am 5. Juli d. I., früh 8 Uhr, ihren Anfang nehmen. ,

* Vom SubrnWonsweserr. Bei den am 22. d. M. erfolgten Submissionsöffnungen für die Bahnhofs-Restauration in Bebra ergab sich, daß nicht weniger wie 42 Offerten auf die am 1. September frei werdende Restauration eingelaufen waren. Von der unglaublichen Höhe von 85,000 Mk. jähr­licher Pacht bis herunter zu dem bescheidenen Angebot von 8500 Mk. (also nur eine Null Unterschieb) bewegten sich die Offerten. Die seitherige Pacht betrug 7500 Mk. Die Angebote bewegten sich zwischen 10- und 15,000 Mk., doch waren auch solche von 22- bis 25,000 darunter. Der Zuschlag ist noch nicht erfolgt und braucht auch nicht an den Meist­bietenden zu erfolgen.

< r> Touristisches. Sonntag den 26. Juni unternahm der Spestart Touristenverein seine 5. programmmäßige Tour: Cronberg Feldberg Schmitttn-Usiugen. Da das Wetter schon

Bekanntmachung.

4./3. 98

Der von den städtischen Körperschaften unterm ^^ /z "gg beschlossene Baufluchtlinienplan für einen Durchbruch der Nordstraße nach dem Sandeldamm nebst einer Querstraße zwischen dieser Durchbruchstraße und der Eberhardstraße, von dem die Parzellen:

G. Nr. 189, 359/193, 358/193, 295/193, 196, 200, 202, 204, 206, 298/206a, 209, 208a, 301/211, 300/210, 299/208, 302/212, 303/213, 375/190, 376/191, 357/193

betroffen werden, liegt aus Grund des § 7 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 vom 30. ds. Mts. ab 4 Wochen zu Jeder­manns Einsicht im Stadtbauamt II während der Dienst­stunden von 1012^2 Uhr vormittags offen. Einwendungen gegen den Plan können innerhalb genannter Frist daselbst zu Protokoll gegeben, oder an uns schriftlich gerichtet werden.

Hanau den 25. Juni 1898.

Der Magistrat

Dr. Gebeschus._________ 9638

~ Ausschreiven.

Der Einkassirer Gustav Riese ist am 25. ds. Mts. nach Unterschlagung von ungefähr 2200 Mk. geflüchtet. Um Fahndung, Festnahme und Nachricht wird gebeten.

Beschreibung: 1,72 m groß, schlank, hat hellblondes kurzgeschorenes Haar (Stiftenkopf), Grübchen im Kinn und eine kleine Narbe am linken Auge. Riese ist am 11./5. 72 zu Frankfurt a/M. geboren. Er war bei der Flucht höchst­wahrscheinlich bekleidet mit einem braunen Anzug oder mit heller Hose und schwarzem Zacket, trägt blau und weiß ge­fleckten Strohhut mit blauem Band und gerader Krempe.

Er hat früher die Schweiz, Tyrol und das südliche Bayern bereist und dürfte sich vielleicht dorthin oder auch nach Merane, woselbst er 8 Jahre lang als Tapezirer gearbeitet hat, gewandt haben.

Frankfurt a/M. den 25. Juni 1898.

Der Polizeipräsident.

Dieilstliachrichtcn aus dem Kreise.

Gefunden: Ein goldner Damenring.

Zugeflogen: Eine Brieftaube mit Nr. 929.

Zugelaufen: Ein schwarzer Spitzhund mit weißen Pfoten, m. Geschl.

Hanau am 29. Juni 1898.

Die Reichstagswahl in Preußen.

Während das Ergebniß der Reichstagswahlen für das gesammte Deutschland amtlich noch nicht festgestellt ist, liegen dagegen die amtlichen Ziffern für Preußen bereits vor. ES fei uns gestattet, dieselben im folgenden einer kurzen Er­örterung zu unterziehen.

Auf Preußen entfallen 236 Reichstags-Mandate. Von diesen 236 Reichstags-Mandaten waren während der ver­flossenen Legislaturperiode im Besitze der Konservativen 44, der Reichspartei 19, der Nationalliberalen 23, des Centrums 59, der Freisinnigen Volkspartei 20, der Freisinnigen Ver­einigung 8, der Polen 20, der Sozialdemokraten 25 ; der Rest »ertheilt sich auf Welsen, Antisemiten, Dänen und Wilde

früh morgens bei der Abfahrt (Wesibahnhof 5 52) sehr trübe war, so wurde beschlossen, die Tour umzuändern, und direkt bis Homburg Usingen resp. Arnsbach zu fahren, und von dorten über Schmitten nach dem Feldberg zu gehen. An­kunft in Homburg 7.50, dortselbst ab 8.10. Durch schönes, romantisches Thal windet sich die Bahn, an den verschievenen, am Thalabhange des Taunus malerisch gelegenen Dörfchen vorbei, Usingen zu. In Ansbach Ankunft 9.10, wo im Frankfurter Hof" (sehr zu empfehlen) in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes Frühstück genommen wurde. Dort ab 10 Uhr. Es geht nun durch die herrlichen Tauuuswälber Schmitten zu. Der Feldberg hat unteroeffen seine Nebel­kappe tief übergezogen, und die Hoffnung auf eine Fernsicht iit keine sehr erfreuliche. In Sch nitten Ankunft 11.25, kurze Rast, während welcher sich ein sinniger Regen einst eilte. Wohl oder Wehe mußte 12.05 zum Aufstieg auf den Feldberg auf- gebroch.n werden. Man war noch keine V» Stunde ge­gangen, da wurde die Sache schon viel sinniger und durch - dringlicher, und bis man glücklich auf dem Gipfel ankam, 1.20, waren verschiedene Rucksäcke mit Wasser gefüllt. Wer nun glaubt, daß bei diesem Wetter der Feloberg öd und leer wäre, irrt sehr. Die drei Restaurationen warm voll besetzt und kaum ein Platz zu bekommen. Es wurde bei Restaura­teur Sturm eingekehrt und lange Rast gemacht, da der Regen in Strömen niederging. Während des Aufenthaltes dort oben, wurde eine Brieftaube um 2 Uhr aufgelösten. Da dichter Nebel war, so blieb dieselbe bis ungefähr 5 Minuten nach Vi3 Uhr sitzen, und bei einer Lichtung des Nebels flog dieselbe in der Richtung nach Frankfurt ab, und kam am Montag früh hier in ihrem Schlage an. Nachdem der Regen nachließ, war allgemeiner Abstieg 3.40, bei welchem, infolge des RegenwetterS, sehr interessante Toiletten zu beobachten waren. Auf dem Fuchstanze angckommeu, 4.05, trank man eine Taste Kaffee undBuweschenkel", von da ab 4.15 nach dem Lipstempel (zu Ehren eines alten Tauniden des Taunusklub- Frankfurt erbaut), an 4.35, von wo auS eine prachtvolle Fernsicht war. DaS Wetter hatte sich nun vollständig auf- gehellt und der F-ldberg war ebenfalls klar. Man hätte eine Stunde länger oben warten sollen, was sich durch einen schö­nen Rundblick dann belohnt hätte. Von hier ab 4.45 nach Cronberg, daselbst an 5.30, wo Besichtigung verschiedener Villen, sowie des Schlostes Friedrichshof war; Dauer der Besichtigung bis 6.20. Von Cronberg ab 7.27, Frankfurt an 8.08, ab Frankfurt 9 Uhr. Gesammtmarschzeit 5 Std. 5 Min. Theilnehmer 21.

* KonzertgartenBürgerbräu". In dem reizen­den und mit Vorliebe frequentirten Konzertgarten zum y®ür» gerbräu" gab gestern A2end die Jnfanteriekapelle ihr 3. Abonnementskonzert. In der Durchführung des reichhaltigen Programms begegneten wir ganz hervorragenden Darbietungen, die daS Musikkorps als recht leistungsfähigen Konzertkörper etfennen ließen. Auch einige recht dankbare Kompositionen unseres verstorbenen Mitbürgers J. G. Heller verzeichnete -as Programm. Die zahlreichen Konzertbesncher quittirten ür den gelotenen Kunstgenuß durch lebbafte Versellsbe- zeugungc«, wdaß noch manche Zugabe das Programm wesent­lich bereicherte.

* Abonnementskonzert imKaiserhof". Das zu dem II. Abonnementskonzert sorgfältig zusammengestellte Programm enthält nach dem unS vorliegenden Original u. A. folgende Pikant Festmarsch von Sachse; Ouvertüre zur Oper Die Italiener in Algier"; Ouvertüre z. Op.Czaar und Zimmermanu" vonLortzing; Divertissement a. d. Op.Rievzi" von R. Wagner; Fantasie aus Verdi's OperRigoletlo" von Schreiner; Triumph-Marsch und Finale aus der Oper Noa" mit Benutzung römischer Original-Tuben; Eine Fan­tasie, Solo für Cornett ä Piston von Hoch u. s. w.

* Tyroler-Konzert. Morgen Donnerstag wird im Deutschen Haus" dahier die Tyroler-Gesellschaft korzertiren. Die Besprechungen auswärtiger Zeitungen lauten recht günstig. So wird aus St. GoarShausen geschrieben; . . Wir sahen hier eine Gesellschaft vor uns, deren Leistungen sich über daS, was man so gewöhnlich in derartigen Konzerten zu hören be­kommt, erheben. Die vorgeführte» Chöre, Duette und Solo­gesänge bewiesen, daß hier eine, gründliche Schulung statlge- funden hat. Einzelne Gesänge sind wirklich herzerfrischend zum Vortrag gekommen und auch der Schuhplattlertanz deS kleinen Volkes hat bei den Anwesenden Wohlgefallen uud Heiterkeit hervorgerufen." Und aus Kirn wird berichtet: . . . Die urwüchsigen anspruchslosen Lieder, welche sich von den gkschnörkeltenVorträxea unsererKünstler" himmel­weit unterscheiden, kommen aus dem Herzen und sprechen zum Herzen. Zu unserer Zeit der nervösen Jagd und Aufregung ist eS eine wahre Erholung, einmal einige Stunden den Lie-