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Amtliches Argan für Staöt- unö LanSkreis Hanau

Erscheint täglich mit Abnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 24

Samstag den 29. Januar

1898

Amtliches.

^anöUreto ^anau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Der am 25. Dezember 1876 grbo ene Jakob Bauscher von Niederdorselden, welcher an Geistesschwäche leidet, ist am 21. b. Mts. auf dem Transporte von Hrnau nach Nieder- dorfelden in der Nähe von Wachenbuchen entsprungen und bis jetzt noch nicht wieder ermittelt worden.

Die Polizeibehörden werden ersucht, den Genannten im Betretungsfalle sestzuneüven und Nachricht hiervon an das Bürgermeistersmt in Nie'derdorfelden gelangen zu lassen.

Hanau den 28. Januar 1898.

V. 1013.

Der Königliche Landrath v. S ch e n ck.

Unter dem Rindvikhbestande des Bürgermeisters Klein zu Ravolzhausen ist die Maul- und Klauenseuche ausge­brochen; es wird daher bis auf Weiteres dir Orts- und GemarkungSsperre für Ravolzhausen angeordnet. Das Durchtreiben von Wiederkäuern und Schweinen durch den Ort und die Gemarkung Ravolzhausen ist sonach verboten.

Die Bestimmungen der Bundesraths-Justruktion zur Aus­führung des Reichsviehseuchengesetzes (Reichsges.-Blatt für 1895, Seite 358 ff.) §§ 58, 59 ff. sind genau zu beachten.

Die Herren Ortsvorstände wollen Vorstehendes sofort ortsüblich bekannt machen.

Hanau am 29. Januar 1898.

Der Königliche Landrath

v. S ch e n ck.

Unter dem Schweinebestande des Zimmermannes Johannes Dahl zu Windecken ist die Schweirresettche bezw. Schweinepest amtlich fcstgestellt worden; es wird daher für die Stadt Windecken die Ortssperre angeordnet. Das Durchtreiben von Schweinen durch die Stadt Windecken ist verboten.

Die Herren Ortsvorstände wollen Vorstehendes sofort ortsüblich bekannt machen.

Hanau am 29. Januar 1898.

Der Königliche Landrath

v. S ch e n ck.

Auf dem Dauernheimer Hof, Kreis Büdingen, ist die Rothlaufseuche unter den Schweinen ausgebrochen.

In Usenborn, Kreis Büdingen, ist die Maul- und Klauen­seuche erloschen und die Sperre aufgehoben worden.

Hanau am 28. Januar 1898.

Der Königliche Landiath

v. S ch e n ck.

Dicnstnachrichtcn aus dem Kreise

Gefunden: Ein braunes Strickzeug.

Verloren: Ein hölzerner gedrehter Stuhlknopf. Hanau am 29. Januar 1898.

^ta^t^rsi^ ^artait.

Bekauutmachungeu des Oberbürgermeisteramtes.

Es sollen für die Stadtverwaltung

58 Wiener Stühle, 2 Wiener Sessel

beschafft und in öffentlichem Verding vergeben werden.

Die Bedingungen liegen im Stadtbauamt I, Zimmer Nr. 23, für Interessenten aus und werden verschlossene An­gebote bis zum 8. Februar d I., vormittags 11 Uhr, bei obiger Amtsstelle entgegengenommen.

Die Eröffnung der Angebote findet um Beisein etwa erschienener Betheiligten statt.

Hanau am 25. Januar 1898.

Der Oberbürgermeister

obige Zeit im

Dr. Gebeschus.

1392

Bekanntmachung

Die Wahl der Stadtverordneten für die III, Wahlab­theilung findet statt in der Zeit von Montag den 7. Februar bis einschl. Samstag den 12. Februar ds. Js., täglich von vormittags 10 Uhr bis mittags 1 Uhr und nachmittags von

AK beginnt, wählen im unteren Saale, die Wähler, deren mehr darauf beschränken, von Fall zu Fall Besserungen Name mit den Buchstaben LZ beginnt, im oberen Saale herbeizuführen. Abg. Graf zu Jnn- u nd Kny p ha u sen

des Neustädter Rathhauses. Wir laben die Stimmberechtigten dieser Wahl hierdurch ein.

18«

Hanau am 22. Januar 1898. Der Stadtrath. Dr. G ebeschus.

Bekanntmachung

1393

(kons.) empfiehlt zur Verhinderung der Verbreitung der Maul- und Klauenseuche die Absperrung der Grenzen. Direktor Köhler führt aus, die Sperrung der Grenzen sei stellenweise durchgeführt, die schwierige Frage fei in einer Druckschrift behandelt, die dem Hause in diesen Tagen zugehen

Es wird hiermit zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß dasOrtsstatut, b:tr. die Zahl der dem Magistrat zu Hanau

angedörenden Mitglieder", vom 29. Januar ab im Zimmer Nr. 21 des Neustäbter Rathhauses manns Einsicht offen liegt.

Hanau am 29. Januar 1898.

Der Oberbürgermeister Dr. Gebeschus.

2 Monate zu Jeder-

1459

T a g e s s ch a u.

Von bet Marine. Laut telegraphischer Meldung an das Ober-kommando der Marine ist S. M. S.Falke", Kommandant Korvetten Kapitän Wallmann, am 27. Januar in Sydney angekommen.

Mac Kinley Die Nationale Fabrikanten-Vereinigung in New-Aork veranstaltete Donnerstag Abend zu Ehren des Präsidenten Mac Kinley ein Festmahl. Präsident Mac Kinley hielt eine Rede, in der er ausführte, er glaube, das Land werde die Handelsgebiete, die es zeitweilig verloren habe, wiedergewinnen, und auf die friedliche Gewinnung neuer, größerer Gebiete ausgehen. Die nationale Politik könne die Industrie ermuthigen, aber das Volk müsse projek- tiren und die Projektion ausführen. Die Industrie sei in der Macht, die Industrie zu fördern, beschränkt. Der Prä­sident fuhr dann fort: Wenn die Käufer nicht zu uns kommen, müssen wir zu ihnen gehen. Es ist unsere Pflicht, dem

werde. Abg. Langerhans (freis. Volksp.) sagt, daß die Absperrungen nichts nützten. Die Maul- und Klauenseuche müsse genau studirt werden, namentlich die Art ihrer Ver­breitung. Abg. Hitze (Ctr.) erklärt, seine Partei sei bereit, das Reichsgesundheitsamt durch Gewährung reichlicher Mittel in seinen Seuchenforschungen zu unterstützen. Mit den inneren Sperrungen dürfe man nicht zu weit gehen. Abg. Graf Arn im (Reichsp) betont, man dürfe die Quarantänen in den Kreisen und Regierungsbezirken nicht zu streng durch - führen. Abg. Graf S t o l b e r g (kons.) ist der Ansicht, daß die Quarantänen nichts nützten. Er bitte um eine Uebersicht über den Stand der Viehseuchen in England. Direktor

Köhler theilt mit, daß England frei von Seuchen sei, seit­dem man dort jedes erkrankte Thier einfach schlachten lasse. In der weiteren Debatte äußert sich noch eine Reihe von Rednern zu diesem Gegenstände, darunter der Abg. Graf v. Bismarck (6. k. F.), welcher darlegt, daß sich England gegen die Seuche durch eine völlige Absperrung der Grenzen geschützt habe. Was in dem freihändlerischen England gehe, das sollte auch bei uns möglich sein. Alle anderen Maß­regeln im Jnlande würden zu nichts führen. Solange es nicht möglich sei, die ganzen Grenzen abzusperren, empfehle er, das Vieh an den Grenzen in andere Eisenbahnwagen umzuladen.

Auf Anregung des Abg. P r e i ß (b. k. F.), der die Weinverfälschungen zur Sprache bringt, legt der Staats- minister Graf Posadowsky bar, daß die Schwierigkeiten des Kampfes gegen die Weinverfälschung auf die mangelhafte Technik in den chemischen Untersuchungen auf diesem Gebiete zurückzuführen seien. Der Vorredner habe eine gesetzliche Be-

amerikanischen Unten ehmungsgeist Achtung bei allen Nationen _ _ . ,

zu verschaffen. Eine anbtre Pflicht ist' es, den Geldwerth stimmung verlangt, nach welcher der Zusatz von zuckrigen nach den strengsten Grundsätzen kaufmännischer Anständigkeit; Lösungen nur bis zu einem bestimmten Grade zuzulassen sei. und nationaler Ehre zu reguliren. Das Volk der vereinigten Eine solche Bestimmung fei möglich, aber ihre Kontrolle sei Staaten muß für alle Zeit untadelig und unangreifbar fein, überaus schwer. Alle Vorschläge gegen die Verfälschung setz- NichtS darf uns je verleiten, die unverletzliche Schuld der ten eine energische Kontrolle von der Wiege bis zum Grabe Nation auf dem Wege gesetzlicher Kunstgriffe herabzudrücken. des Weines voraus, die aber durchaus nicht leicht sei. Er Die Vereinigten Staaten werden allen ihnen Verpflichtungen fei bereit, durch eine Verschärfung des Weingesetzes gegen den in solchem Gelde nachkommen, das in der ganzen zivili-maßlosen Betrug auf diesem Gebiete vorzugehen, doch müsse strten Welt als das zur Zeit der Zahlung beste anerkannt man sich dann auch eine Verschärfung der Vorschriften ge- - - - 'fallen lasten.

Abg. Reiß Haus (sozdem.) wendet sich gegen den Jmpf- . Staatsminister Graf Posadowsky betont, daß

wird, und es ist die Pflicht der Bürger, mit verdoppelter

Anstrengung auf eine solche Finanzhebung hinzuwirken, daß^ - die ehrenwerthen Absichten der Bürgerschaft über jeden Zweifel Zwang, erhaben dastehen. Das Land hebt sich selbst empor aus der die Regiermeg auf dem Standpunkt stehe, an dem Bestand

bedrängten Lage und fängt gerade an, sich von dem Druck zu erholen, der auf gewissen Geschäfts gebieten ganz beispiel­los war. Ich fürchte nicht, daß wir nicht mit der Zeit aus der lang anhaltenden Depression herauskommen werden, wenn auch der Fortschritt langsam sei, dürfe man doch nicht unge­duldig werden.

deS Jmpfgesetzes nicht zu rütteln. Im Auslande, so in Eng­land, Frankreich, fei man ebenfalls zu dem Ergebniß ge­kommen, daß die Impfung von Nutzen sei. Eine Revision der Ausführung des Gesetzes solle indessen von einer Kom­mission erwogen werden, zu welcher auch Gegner der Impfung

Deutscher Reichstag.

Ssitzung vom 28. Januar.

hinzugezogen werben sollten.

Auf eine Anfrage des Abg. K r u s e (natlib.) erwidert der Minister, daß 1896 eine Kommission über die Apotheken- reform berathen habe, die Ansichten wären aber damals sehr weit auseinandergegangen. Gleichwohl sei ein Gesetzentwurf

Der Reichstag setzte heute in zweiter Lesung die Berathung ausgka.beitet worden, über den jetzt mit der preußischen jRe- des Etats für das Reichsamt des Innern bei gierung verhandelt werde.

dem KapitelReichsgesundheitsamt" fort, zu dem der Antrag Abg. Reiß Haus (sozdem.) kommt nochmals auf die Müller-Sagan auf Einstellung von 30 000 Mark in den Milzbrandgefahr zurück und behauptet, daß die Arbeiter beim Etat zur Errichtung einer biologischen Versuchsanstalt vorliegt. ^laß der Vorschriften nicht gefragt worden seien. Staats- Abg. Oertel (sozdem.) bedauert die Verzögerung, welche minister Graf Posadowsky erwidert, baß bei der oor- die Forschungen über den Milzbrand erlitten hätten. Der jzhrig-n Berathung Arbeiter gefragt worden seien, und auch

dem KapitelReichsgesundheitsamt" fort, zu dem der Antrag

Direktor des Reichsgesundheitsamts h l er erwidert, daß

das Reichsgesundheitsamt die Frage nicht aus den Augen lasse und den Desinfektiouszwsng in den Roßhaarspinnereien und Pinfelfabriken durchführen werde. Abg. Beckh (freis. Volksp.) weist darauf hin, daß die Frage sehr schwierig sei; wolle man die bisherige Desinfektion fortführen, so seien die Betriebe ernstlich gefährdet, weil das Material dadurch ent- werthet werde. Adg. Rettich (kons.) lenkt die Aufmerksam­keit auf die außerordentliche Zunahme der Maul- und Klauen­seuche. Man dürfe in der Erforschung der Ursachen und der

Verbreitung dieser schlimmen Seuche nicht nachlassen, nament­lich müsse man die Einschleppung aus dem Auslande im Auge behalten. Abg. Blos (sozdem.) bringt die Verun­reinigung der Flüsse durch die Abwässer der Zuckerfabriken zur Sprache. Direktor Köhler entgegnet, es sei schwer,

in diesem Jahre würde dies geschehen. Er wiederhole, daß zu strenge Desinfektionen die Fabrikate werthlos machen würden. Nach einer weiteren kurzen Debatte wird das Kapital ReichsgesundheitSamt" bewilligt und der Antrag Muller-

47 Uhr. Die Wähler, deren Name mit den Buchstaben hier generelle Vorschriften zu erlassen, man müsse sich mel-

Die heutige Nummer umfaßt außer dem Unterhaltungsblatt 12 Seiten.

Sagan angenommen. _ ,

Nächste Sitzung Sonnabend 1 Uhr: Fortsetzung der heutigen Berathung.

Preußischer Landtag.

Abgeordnetenhaus.

(Sitzung vom 28. Januar.)

Das Abgeordnetenhaus nahm heute die Mittheilung des Präsidenten v. Kröcher entgegen, daß Seine Majestät der Kaiser und König für die Geburtstagsglückwünsche des Hauses Seine Freude und Allerhöchsten Dank ausgesprochen habe.