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die Zeile 20 I, für Auswärts 30 A
Nr. 298
Donnerstag den 22. Dezember
Amtliches.
^andUwi# ^anau.
OtlaMtmachmges des Kömglichey Laudrathsamter.
Bekanntmachung.
Das Königliche Proviantamt in Hanau kaust gesunden, gut gereinigten Hafer, gutes Pferdeheu sowie gesundes Roggeu-Flegelftroh.
Bei Haferongtboten ist die Einsendung einer Probe von reichlich Liter erforderlich. Angebote von Produzenten werden, sofern das ongebotene Naturol den vorgeschri«denen Bedingungen entspricht, besonders berücksichtizt.
Es bietet sich somit dm Herren Landwirthen eine günstige Gelegenheit, ihr Nctural ohne Zwischenhandel vvrtheilhaft zu verkaufen.
Den Produzenten wird in jeder dienstlich zulässigen Weise entgegen gekommen, auch werden auf Wuntch der Verkäufer Magazinsöcke, jedoch unsrankirt, zur Verfüzung gestellt. Die Abfuhr von der Bahn wird auf Wunsch für Rechnung des Verkäufers übernommen.
Jede weitere Auskunft wird bereitwilligst von dem genannten Amte mündlich wie schriftlich ertheilt.
Hanau am 19. November 1898.
Der Königliche Landrath.
Zinsen täglich an fette Gläubiger abführen! Auf den Kopf der Bevölkerung kommen von der Staatsschuld in Frankreich 560, in Italien 320, in England 280, in Rußland 140, l in Deutschland nur 40 Mark. Der deutsche Reichsangehörige ; hat also nur den vicrzeh! ten Theil der Schuldenlast eines ! Franzosen zu tragen. Die Schulden der deutschen Einzel- Staaten, Preußens, Bor, rns, Sachsens rc. tönnen nicht mit- • gerechnet werden, weil ihnen ein ebenso großes Staats-Ver- mögen, vornehmlich an Staats-Eisenbabnen, gegenübersieht. Das Deutsche Reich ist somit in der Lage, seinen Angehörigen im Vergleich mit den übrigen Kulturstaaten den geringsten Antheil pro Kopf an Steuern und Abgaben auferlegen zu i brauchen; es kann einen großen Schatz an indirekten Steuern noch unerhoben ruhen lefftn und befindet sich auf dem besten : Wege, obendrein mit einem Etat ohne Anleihe zu wirthschaften, ! aller otne Beeinträchtigung der für die Sicherheit des Landes : erforderlichen Aufwendungen.
Wo bleibt angesichts solcker Thatsachen die Vorspiegelung von der angeblichen Bedrohlichkeit der Anleihe-Politik? Zu alledem kommt noch der weitere Umstand, daß eine planmäßige Schuldentilgung im Reiche eingeleitet worden ist, indem drei Viertel derjenigen Summe, um die die Ueberweisungen die Matrikular-Umlagen überstrigen, zur Verminderung der Reichsschuld verwendet werden.
V. 12586
v. Schenck.
Dieustnachlichtcn aus dem Kreise.
Gefunden: Eine weiß und blaue Tischdecke. Ein Spazierstock. Ein fast neuer brauner Glacehandschuh (rechter). - v J -
Hanau am 22. Dezember 1898.
Tagesschau.
V-N der Marine. Berlin, 21. Dezbr. Laut telegraphischer Meldung an daS Oberkommando der Marine ist S. M. S. „Stosch", Kommantant: Fregatten-Kapitän Ehrlich, am 20. Dezember in St. Vincent angekommen und beabsichtigt, am 3. Januar k. J. nach Las Palmas (Can arische Inseln) in See zu gehen.
Das Normalstatut für Handwerkskammern,
besten Ausarbeitung die vom heutigen Gewerbekammertag Die Reichsschulden. ■ eingesetzre Kommission soeben vollendet hat, enthält u. «.
Die Finanz-Politik im Reiche und in Preußen, der wir folgende Bestimmungen: Die Wahlen zu den Handwerks- es zu verdanken haben, daß die Finanzlage günstiger ist als -----------------8 '^ ^ ^ k~i ^° ^^
je seit dem Jahre 1871, hat die Gegner der Heeres-Vorlage in große Verlegenheit resetzt. Selbst der zahlen'ertize Abgeordnete Richter weiß sich nicht anders zu helfen, als daß er gegen die „schädliche Anleihe-Wirthschaft im Reiche, He es bereits annähernd bis auf die dritte Milliarde gebracht bat,* loszieht. Die „Vosstsche Zeitung" malt als Schreckgespenst sogar den ReichS-Bankerott an die Wand. Die radikale Opposition sucht eben geflissentlich so darzustellin, als seien die Reichsschulden ins Ungeheuerliche angewachsen, als über- stetge die Ausnutzung des Anleihe-Kredits für sogenannte „unproduktive" Zwecke (zu denen von ihn fälschlicher Weise die Aufwendungen für daS Heer und die Marine gerechnet werden) alle vernünftigen Schranken. Wre hegt die Sache
Die Reichsschulden.
Wagen 1897: 20,678 und 1898: 11,046, mithin 41 ’/o weniger. Trotz einer den Durchschnitt weit übersteigenden Vermehrung des Eisenbahnversandes ist die Zahl der nicht rechtzeitig gestellten Wagen sehr erheblich, im Ruhrreviere sogar über die Halste gesunken. Die Ursache dieser Erscheinung liegt neben den fortwährenden Verbesserungen der Einriß langen zur vollen Au-Nutzung des Wagenparks in den planmäßigen starken Vermehrungen desselben während ker letzten Jabre.
Disziplinarverfahren. Die ministerielle „Berliner Korr." schreibt: Die von ker Regierung verfügte Einleitung des Disziplinarverfahrens gegen den ordentlichen Prost ssor an der diesigen Unwersttät Dr. Hans Delbrück ist in einem großen Theil der Presse auf lebhaften W.dcrspruL gestoßen. Die meisten Blätter stimmen darin überein, diese Maßnahme zu mißbilligen. Die Regierung wird sich durch diesen Widerspruch um so weniger beirren lassen, als derselbe im wesentlichen auf einer Verkennung der Sach- und Rechtslage beruht. Das eingeleitete Disziplinarverfahren hat durchaus nicht den Zweck, einer sachlich gehaltenen, wenn auch noch so unrichtigen Beurtheilung von Regierungsverfügunren ent- gegenzutreten. Es handelt sich vielmehr um die Frage, ob ein Königlicher Staatsbeamter, und noch dazu ein höherer Beamter, der den andern mit gutem Beispiele 'wrangehen müßte, nicht mit den Pflichten seiner Stellurg (§ 2 Nr. 1 des Disziplinargesttzes vom 21. Juli 1852) in Widerspruch geräth, wenn er über Regierungsverfügungen in so maßloser, ja unerhörter Weise sich ausläßt, wie dies in den Preußischen Jahrbüchern geschehen ist. Diese Frage vor den gesetzlich geordneten Instanzen zum Anstrage zu bringen, erscheint um so mehr geboten, als es in den weitesten Kreisen unseres bewährten Beamtcnlhllms Befremden erregen würde und zu einer Schädigung der Staatsautorität führen könnte, wenn die Regierung über einen solchrn Vorgang schweigend Hinweg- gehen und vielmehr nicht auf disziplinarische Ahndung mit Entschiedenheit hinwiiken wollte.
, „ - . - t , _ - ., „ :i Kürzere Pachtperioden. Aus der neuesten Ver-
kümmern erfolgen auf sechs Jahre. Alle bm Jahre schervet zstentlicbung der Regierung über die in den Jahren 1899 die Hälfte der Mitglieder au5. Die Ausscheldenden werden unb 1900 behufs anderweiter Verpachtung zum öffentlichen beim Zusammentreten der Kammer durch das Loos, spater Ausgebot gelangenden königlichen preußischen Domänen- Bor- durch die Amtsdauer, bestimmt, doch ist eine W eoerwahl zu- merfe j^ wieder ersichtlich, daß mit den langen Pachtperioden lässig. Wählbar sind nur solche Personen, welche zum Amte xjn Ende gemacht werden soll. In dem Verzeichniß der eines Schöffen fähig sind, das 30. Lebensjahr zurückgelegt Domänen Vorwerke befinden sich zwei, die bisher auf 50 bezw. haben, im Bezirk der Handwerkskammer mindestens drei Jahre auf 20 Jahre verpachtet wurden. Als neue Pachtperioden ein Handwerk selbständig betreiben und die Befugniß zur An- fft für beide der Zeitraum von 18 Jahren vorgesehen. Ueber- l-itung von Lehrlingen besitzen. Die Kammer Mitglieder ue^ I §aupt scheint auf längere Zeit nicht mehr verpachtet werden walten ihr Amt als Ehrenamt unentgeltlich, doch werden ^ sollen. Neben der achtzehnjährigen Pachtpenode kommt ihnen baare Auslagen ersetzt und für die Theilnahme an ben nur noch die zwölfjährige einigermaßen in Betracht.
Plenar- und Abtheilungssitzungen Entschädigum en für Zeit-1 Außer P^M Pachtgebiet Kiatttfchott hat Deutsch- versäumniß gewährt. Die^ Aufgabe der Handwerkskammer fand in den letzten Jahren noch zwei Niederlastungen im bildet die Vertretung der Handwerksinteresten ihres Bezirks, i Innern und an der Küste Chinas erworben. Zunächst wurde Zu ihren Pflichttn gehören: 1. die Regelung des Lehrlings-. 1895 in Hankau am oberen Yanisekiang von "der chinesischen Wesens; 2. die Durchführung und Ueberwachung der für das Regierung dem Reiche ein größeres Grundstück als eigene Lehrlingswesen geltenden Vorschriften; 3 die Unterstützung der Niederlastung zuäesprochen. Gegenwärtig ist man mit deren StaatS- und Gemeindebehörden in der Förderung des Hand- > Einrichtung beschäftigt. Da die Stadt Hankau einer der be- werks durch thatsächliche Mittheilungen und Erstattung von . . - -- - • "
Gutachten; 4. Berathung von Anträgen über die Verhältnisse ■ des Handwerks und Ausarbeitung von Jahresberichten über ■ die Gestaltung der Lage der Handwerker in ihrem Bezirk;
5. Bildung hon Prüfungsausschüssen zur Abnahme der Gesellenprüfung und 6. Bildung von Ausschüssen zur Entscheidung über Beschwerden gegen die Prüfunc'saurschösse. Die Handwerkskammer soll in allen wichtigen, die Gesammt- interessen deS Handwerks berührenden Angelegenheiten gehört Sie hat ständige Ausschüsse zur Berathung der ein-
Außer dem Pachtgebiet Kiautfchou hat Deutschland in den letzten Jahren noch zwei Niederlassungen im
in Wirklichkeit? r
Will man die Reichsschulden sachgemäß beurtheilen, so darf man natürlich nicht nur die Summe der Schulden aus sich wirken lassen, sondern muß auch — wie bu einem Privatmann — den Besitz berücksichtigen, der den Schulden gegenübersieht. Dann bietet sich ein anderes Bild. Der Betrag der Reichsschulden — etwa 2170 Millionen Mark — erscheint ja hoch. Auf der andern Seite ist aber ein bedeutendes Vermögen, das sich im Laufe der Jahre entfprechend vermehrt hat und daS wesentlich produktiv ist. Zu den produktiven Ausgaben müssen jedoch, wie ^sagt, durchaus auch die Aufwendungen für das Heer und die Flotte gerecbnet werden, da sie die ungestörte friedliche h^ ^^wirthschaft werden. Sie hat ständige Ausschüsse zur Berathung der ein-
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»'S« emige Jahre turüM-a-nden Sch^E der in den Hauptkohlemevieren mittels Eisenbahn im
Mark, denen 2 Milliarden Mark Aulrihe-Schruoeu 8 ü ^tzün Oktober vcrfrachtetm Mengen Steinkohlen und der
M r andern Staaten schneidet Dmtsch- nicht rechtzeitig gestellten Wazen mit bin Ergebnissen destelbeu,
Auch im Vergleich mit andern Viaulc« Monats des voriaen Fabres Fm Ruhrrevier wurden im , . n
land in Bezug auf die Schulden gut ab. DaS D - u ) ch e ^ ^ ® ® 8 K^h h„^ Z88,670 Tonnen Kohlen, hat bekanntlich in ihren 28 Lebensjahren 38 Ministerien ver-
Reich ist nämlich unter sämmtlichen Großmächten der am,^ntie0, also 8,3 ^braucht und ist eben dabei, das 39. zu verzehren. In einem w e n i g st e n v e r s ch u l d e t e S t a a t mit feinen zw ^ Otto» r 11 8 dageg « , ^ ^ ber nicht rechtzeitig 1 Büchlein „Le nouveau Ministere et la nouvelle Chambre* Milliarden Mark. An der Spitze marschirt Mkre^ch mtt ^^n Waaen im Oktober 1897; 40,218 und im Oktober bringt Henri Avenel beachtensaerthe statistische Nachrichten über
nahezu 30 Milliarden! Das si"d °on d^ GesammtM^ mithiu 56-/» wmiger. In Oberschlesien' die dabei in Bettacht kommenden Verhältnisse. Eire Höchst
der si-ben Großmächte etwa - n Drittel! D e Zmsen d^ j^Ab" 1897 der K°hl^ 1,294,620 J.hrreiche Uebersicht läßt die Dauer der einzelnen 38 Mi- stanMischen Staatsschuld belaufen ^«‘^^ und im Oktober 1898: 1,408,867 Tonnen, mithin^nisterien der dritten französischen Republik seit dem 4. Sep-
Millionen, also auf mehr als S mehr, dagegen die Zahl der nicht rechtzeitig gestellten! tembrr 1870 erkennen. Hur ist sie:
bet deutschen Reichsschuld! Frankreich ”tif/6” umW au^ dem UnterhalteKsblatt 12 Seiten.
deutendsten Handelsplätze mit zunehmenden deutschen Interessen im mittleren China ist, so soll dort ein Berufskonsulat errichtet werden. Ferner ist uns 1897 in Tientfin eine Nie- derlassung überwiesen worden. Die Vorbereuungen auf dem Gebiete sind nun derart fortgeschritten, daß die Bebauung beginnen kann.
Französisches Ministermaterial.
Preatzische Staatsbahnen. Wie sehr im Verlaufe
letzten Oktober vcrfrachtetm Mengen Steinkohlen und der
Früher gehörte es in Deutschland bei allen oppositions- krältigen Männern und Blättern zum guten Tone, über den schnellen Verbrauch von Ministern Klagelieder anzustimmen und zu erklären, daß so etwas in einem frei regierten Staate nicht Vorkommen könne. Nun, die Rechnung über schnellen Ministerverbrauch in Frankreich, an dessen — freistaatlichem Wesen wohl Niemand zweifeln wird, wird jetzt vorgelegt und zeigt ganz erstaunliche Zahlenverhältnisse, gegen welche die deutschen wie aus dem Haus?altungsbuche eines Harpagon entnommen zu sein scheinen. Die dritte franöstsche Republik