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Nr. 272 Dienstag oev 22. November 1898
Mil|fl
vembcr geführten Verhandlungen wurden fortgesetzt und gelangten zu einem befriedigenden Abkommen. Italien erbält _ , o , , den Vortheil des französischen Minimaltarifs. Außerdem sind
NMKmMtlchUNgell Königlichen LandrsthsaUlts. I einige, seit langem schwebende Fragen über bei Auslegung Der Metzger Ludwig Heinrich Mayer in Großavheim des Zollgesetzes und seinen Gunsten entschieden. Frankreich beabsichtigt aus seinem in Großauheim belegenen Grundstück Erlangt von Italien die Anwendung des Konventionaltarifes Kartenblatt 0. Nr. 750/174 — Brandverstchcrungs-Nr. 18 mit einigen Ermäßigungen der Tarife hauptsächlich für die der Louisenstraße — eine Schlächterei einzurichten und zu' Artikel, bei denen die Höhe des Zollsatzes gerade im Hinblick betreiben. auf eine eventuelle Vereinbarung seit der Zollresorm vom
Ich bringe dieses gemäß § 17 der Reichs-Gewerbeordnung • Jahre 1887 unverändert aufrcchtcrhalten ist.
mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß, daß etwaige ---------
^anöWet0 ^bmvaxu
Einwendungen gegen diese Anlage innerhalb 14 Tagen schriftlich in 2facher Ausfertigung oder mündlich zu Protokoll im Sekretariat des Kreisausschuffes, woselbst Zeichnungen und Beschreibung. des Unternehmens zur Einsicht ausliegen, angebracht werden können.
Nach Ablauf der Einspruchsfrist werden nachträglich eingegangene Einwendungen nicht mehr berücksichtigt.
Zur Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einsprüche steht Termin auf Mittwoch den 7. Dezember, vor
Tagesschau.
Von der Marine« Berlin, 21. Novbr.
Nach
telegraphischer Meldung an das Ober-Kommando der Marine
Karlsruhe, 21. Novbr. Das Kaiserpaar trifft in Baden-Baden den neuesten Bestimmungen zufolge am Donnerstag ein. Die Abreise erfolgt Freitag Abend.
Darmstadt 21. Novbr. Der Kaiser hat den Prinzen Friedrich Leopold mit seiner Vertretung bei der Enlhüllungs- feier des Landesdenkmals für Ludwig IV. am 25. ds. beauftragt.
Budapest, 21. Novbr. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses kam es auf die neuerlichen Angriffe der Opposition wegen der Hentzi-Affäre insbesondere gegen den Minister Fejervary zu derart stürmischen Szenen, daß die Sitzung zeitweise unterbrochen werden mußte.
Pola, 21. Novbr. Infolge einer heftigen, anhaltenden Bora aus dem ganzen atlandischen Meere verzögert sich die
_ _ . . _ „ Ankunft des deutschen Kaiserpaares. Auf Anordnung des
sind S. M. S. „Hoh nzollern", Kommandant: Konire-Admiral Grafen Goluchowsky sind außer dem Marine-Kommandanten ' Freiherr von Bod-nhauscn, und S. M. S. „Hela", Kom- Spaun auch der Statthalter Goeß hier eingetroffen. Der- ! manoant: Korvettcn-Kapiiän Sommerwerck, am heutigen Tage selbe verbleibt bis nach der Abfahrt des Kaiserpaares hier, von Messiua nach Pola in Lee gegangen; S. M. S. „Molkte", Jeder festliche Empfang wurde abgelehnt. Die Polizei hat Kommandant: Korvetten-Kapitän mit Oberstlieutenants-Rang umfassende Vorsichtsmaßregeln getroffen.
, Schröder (Ludwip), ist am 20. November in St. Thomas! Paris, 21. Novbr. Das Kolonial-Ministerium erklärt angekommen unö beabsichtigt, an 5. Dezember von dort nach die Nachricht, daß die Regierung angeordnet habe, Dreyfus San Juan in See zugehen; der Reichs-Postdampfer „Bayern" soll vorläufig gestattet werden, Tags einige Stundenlang mit der Ablösung für die Schiffe des Kreuzer-Geschwaders, seinen Käfig zu verlassen, für unbegründet. Bisher sei keine Transportführer: Kapitän zur See Gülich, ist am 19. Novbr. Aenderung in der Behandlung Dnyfus' eingetreten.
in Shanghai angekommen. „ i Paris, 21. Novbr. In den Wandelgängen der Kammer
Eine Zentralstelle für den gesammten Vieh- wird versichert, daß Oberst Picquart morgen in Freiheit ge- Handel hcri die Konferenz der Voisitzenden der Landwirth- setzt werden soll. Der Justizminister ist der Ansicht, daß es schasts-Kammern zu errichten beschlossen. Dieselbe soll, ab= gesehen von statistischen Zwecken, durch Vertrauensmänner in
5 Uhr ab, findet tm unteren Sitzungssaale des Neustädter jedem Kreise gemeinschastliche Viehverladungen vermitteln und Rathhauses, Zimmer Nr. 1, öffentliche Sitzung des den Viehverkauf in genossenschaftlicher Werfe regeln. Ja Gelverbegerichts statt, in welcher Partheien etwaige Strei- l Berlin will diese ZtNZralstelle einen Magerviehhof erbauen, tigkeiten, Klagen rc. zur Schlichtung anbringen können. dessen Ueberschüsse mit dazu verwendet werden sollen, die
mittags 10 Uhr, im Landrathsamtsgebäude, Zimmer Nr. 22 an, wozu die Betheiligten hiermit eingeladen werden.
Hanau am 18. November 1898.
Der Vorsitzende des Kreisausschuffes.
A. 4289
v. S ch e n ck.
17271
§taM&xew ^anau.
H^EMschMM des OherbärgerAeifteramtes.
Am Mittwoch den 23. November 1898, nachmittags von
btsser sei, wenn der Prozeß Dreyfus zuerst erledigt werde.
Auf diese Weise werde Picquart die Möglichkeit gegeben, sein Zeugniß im Dreyfus-Prozetz abzulegen.
Hanau den 21. November 1898.
Der Vorsitzende des Gewerbegerichts. Dr. Gebeschus.
dessen Ueberschüsse mit dazu verwendet werden sollen, die Kosten der Z-ntralstelle zu decken. Man hofft durch diesen Viehhof den Verkehr zwischen Züchtern und Mästern zu er- 17280 leichtern.
Prozeß wegen Verraths militärischer Geheim- nisie. Das Urtheil des Reichsgerichts gegen den Gärtner
Paris, 21. Novbr. In der heutigen Sitzung der spanisch amerikanischen Friedenskommission boten die amerikanischen Dele^irten den spanischen eine Summe von 20 Millionen Dollar für die Abtretung der Philippinen an. Die spanischen Delegirten haben sich ihre Antwort vorbehalten und Instruktionen von ihrer Regierung erbeten. Die nächste Sitzung der Konferenz findet am Mittwoch statt.
1 - - ' * t Franz Jsidor de Ccq wegen Vcrraths militärischer Geheimnisse
Tischlermeister Peter Empter von Gronau ist zum war folgendes: Der Gerichtshof erkannte auf sechs Jahre Feldhüter der Gutsbezirke Grovauerhof und Dottenfelderhof Zuchthaus, z-hn Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizei- beftellt und verpflichtet worden. aufsicht. Bei der Strafzumessung ist erwogen worden, daß
Hanau am 17. November 1898. '
der Angeklagte ein berufsmäßiger Spion sei und lediglich aus . Geldintereffe gehandelt habe.
Gefunden^ Eine Peitsche. Eine blaue Schülermütze! Heilstätte für Lungenkranke. Am Freitag fand und eine kleine Schippe. [ unter dem Vorsitz des Llaatsministers Grafen Posadowsky
Verlorerr^ EinNotizbuch mit, schwarzbrauner Decke, eine Sitzung des Zentralkomitees zur Errichtung von Heil- stätten für Lungenkranke statt. Es wurde beschlossen, im Frühjahr 1899 nach Berlin einen Kongreß zur Bekämpfung der Tuberkulose als Volkskrankheit zu berufen.
die Ecken mit Messingbeschlag eingefaßt.
Hanau am 22. November 1898.
Das italienisch-französische Handelsabkommen.
P^liiische und unpolitische Nachrichten
Paris, 21. Novbr. Die zwischen Frankreich und Italien > (Dep eschen-Bureau „Herold".)
gepflogenen Verhandlungen haben nunmehr zu einem kom-! Berlin, 21. Novbr. Das Kaiserpaar ist heute Morgen merzielltN modus vivendi geführt. Beide Regierungen be- um 9 Uhr von Messiua nach Pola abgerttst, wo die Ankunft schlössen, in ihren Parlamenten die gegenseitige Behandlung am Mittwoch früh 8 Uhr erfolgt. Mittags 1 Uhr wird das als meistbegünstigste Nationen zu beantragen, mit Ausnahme Kaiserpaar die Weiterreise nach München antreten und davon Seide und Leidewaaren, die, den Wünschen der Lyorer selbst Donnerstag Vormittag 11 Uhr eintreffen. Zum Empfang
Seidenindustrie entsprechend, dem Generaltarif unterworfen bleiben. Außer der Meistbegünstigung wird das italienisch- französische Handelsübereinkommen den französischen Produkten neue, von Italien besonders zugestandene Zollermäßigungen, deren Genehmigung die italienische Regierung beim Parlamente beantragen wird, sichern. Diese Ermäßigungen betreffen ungefähr 80 Artikel, darunter Weine, Kogi ak, Arzneimittel, Parfumerien, Gewebe aller Art, Konfektion, Korsets, Articles de Paris, Gemüse- und Fisch Konserven, Mercerie- waaren, Strumpfwaaren und Modeartikel.
Paris, 21. Novbr. Das französisch-italienische Handelsabkommen ist heute Nachmittag 2 Uhr zwischen dem Grafen Torvielli und dem technffchen Delegnten der betheiligten Minister abgeschlossen worden. Der Abschluß des Abkommens wurde abends durch Austausch von Briefen zwischen dem Minister des Aeußern, Delcaffö, und dem Grafen Tor- Nielli festgestellt. .
Rom, 21. Novbr. Nachdem daS gegenwärtige Kabinet zu dem Entschlüsse gekommen war, die Grundlagen für ein Handelsübereinkommen mit Frankreich derart anzunehmen, wie solche die frühere Verwaltung aufgestellt hat, ersuchte sie den Deputirten Luzzatti, sich nach Paris zu begeben, um die früher von ihm eingeleiteten Verhandlungen zu Ende zu führen. Die im Oktober und in den ersten Tagen des No-
selbst Donnerstag Vormittag 11 Uhr eintreffen. Zum Empfang werden der Prinzregent und sämmtliche Mitglieder des königlichen Hauses am Bahnhof anwesend sein. Um 1 Uhr mittags fährt das Kaiserpaar wieder ab, um dem badischen Großherzogspaar in Baden-Baden einen Besuch abzustatten.
Berlin, 21. Novbr. Wie aus Messira gemeldet wird, erhielt Kaiser Wilhelm ein Glückwunsch-Telegramm des Königs Humbert, in welchem dieser seine Freude über die glückliche Rückkehr des Kaisers von der Orientreise, sowie seine innige Freundschaft für den Kaiser ausdrückt. König Humbert fügt hinzu, daß diese seine Gefühle vom ganzen Volke getheilt würden. Kaiser Wrlhelm erwiderte in den herzlichsten Worten.
Berlin, 21. Novbr. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bestätigt heute, daß die in den letzten Tagen durch die Priffe gegangene Mittheilung über Einzelheiten der beabsichtigten Postreform zutreffend sind.
Berlin, 21. Novbr. Die Vorbereitungen für das Hypothekenbank-Gesetz sind soweit gediehen, daß nach Benutzung der mannigfachen SachverstSndigen-Kriiiken des ersten vor längerer Zeit veröffentlichten Entwurfs die Vorlage Mitte Dezember an den Bundesrath wird gebracht werden können. Die Berathungen im Bundesrath werden wohl derart verlaufen, daß der Reichstag noch in seiner bevorstehenden Tagung sich mit dem Entwurf zu beschäftigen haben wird.
Aus Stadt- und Landkreis Hanau.
Nachdruck unserer Lokalartikel nur mit Quellenangabe „Harr. ? nz* gestattet.
* Eine deutsche Kolonialschule wird seitens des i Evangelischen Afrika-Vereins gegenwärtig in Witzenhausen ' a. d. Werra begründet. Die Schule will unter der Devise Livingstones: „Fürchte Gott und arbeite tüchtig l" den jungen Söhnen unseres Volkes, ohne Unterschied der Konfession, zur Erlernung praktischer Kolonialarbeit Gelegenheit bieten und sie körperlich, geistig und sittlich für die wichtigen Aufgaben schulen, die sie als Träger christlicher Kultur in der Heidenwelt haben. Sie ^teht unter deutsch-evangelischer Leitung; möge es dieser Leitung gelingen, nach dem Wunsche der Gründer eine Pflanzstätte deutsch-nationaler Eigenart und christlich-sittlichen Geistes zu schaffen, von der frische, gesunde Heilskräfte in unsere Kolonien ousströmeu! Die Gegenwirkung gegen das Gift deutscher Verbildung und Sittenlosigkeit, das leiser so vielfach zerstörend arbeitet in unsern Besitzungen, ist ein bei uns weit und tief gefühltes Bedürfniß. Das Gedeihen und die Blüthe unserer Kolonialmacht und der Erfolg unserer Kolonialpolitik hängen davon ab, daß der deutsche Geist rein und stark allen zersetzenden Mächten in jenen Gebieten entgegentritt, und dazu will und kann die deutsche Kolonialschule helfen.
H. Wettbewerb. Herr Dr. Wilhelm H e n z e n in Leipzig, (dem Verfasser des hier im vorigen Jahre von Einwohnern unserer Stadt zur Aufführung gebrachten VolkS- bühnenspiels „Deutsche Bürger") ist der Preis von 1000 M. für das beste derjenigen Werke zuerkannt worden, welche anläßlich des vom Herzog von Koburg angeregten Wettbewerbs eingegangen sind. — Die Aufführung des preisgekrönten Stückes, btffen Inhalt Luthers Aufenthalt in Koburg bildet, soll im Sommer nächsten Jahres auf dem Burghofe der Beste durch Koburger Bürger stattfinden. — Henzen hat sich als volksthümlicher Dichter namentlich durch sein Schauspiel „Die heilige Elisabeth" einen Namen gemacht und Vieles zur Er- weckung dramatischer Kunstpflege in weiteren Schichten unserer Bevölkerung beigetragen. Unter seinen Bühnenwerken, welche dieser Dichtung folgen, ist das neueste, das Drama „Savitri" — vor Kurzem mit großem Beifall am Königl. Theater in Cafsel aufge führt, worden, und ausgezeichnet durch die gedankentiefe Ausgestaltung des Problems des Daseinszweckes in idealerem Sinne. — Henzen steht auf der Seite Derer, die der dramatischen Kunst mehr erschlaffen sehen wollen als das blos Alltägliche.