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Auswärts 30 ^.
Nr. 92.
Donnerstag den 21. April
1898
AmMches.
Stadttesl^ ^amu.
VOlMÄschMKeN des OLerLürgermeißeraAtLs.
Bekanntmachung.
Die aus dem Viehmarktplatz lagernden
4 Stück Nußbaumstämme (2 m 50 bis 3 m 10 cm lang und 28 bis 38 cm Durchmesser),
1 Lindenstamm, 4 m lang und 40 cm Durchmesser, sollen
Montag den 25. d. Mts, nachm. 3 Ntzr,
an Ort und Stelle versteigert werden. Hanau den 18. April 1898.
Der Magistrat Dr. Gebeschus.
6065
Polenfurcht ablegen und russisch-polnische Arbeiter dem Bedarf entsprechend zulassen.
Landwirthschastsminisier Frhr. v. Hammer st ein verliest folgende Erklärung:
Die Königliche Staatsregierung ist davon unterrichtet, daß in den östlichen Provinzen, speziell in Schlesien, sowohl beim Groß als auch beim Kleingrundbesitz vorübergehend Mangel an landwirthschasilichen Arbeitern und in einzelnen dieser Landesttzeile auch an ständigen Dienstboten eirgetrcten ist. Die Königliche -Staatsregierung ist gewillt, wie bisher auch fernerhin polnische, russische und galizische Landarbeiter zuzulassen und da, wo dafür ein Bedürfniß erwiesen wird, das Verbleiben dieser ausländischen Arbeiter in den östlichen Provinzen, anstatt wie bisher bis zum 15. Novemb-.r, künftig bis zum 1. Dezember jeden Jahres zu gestatten. Soweit die Zulassung polnischer, russischer bezw. galizischerlandwirth- schaftlicher Arbeiter dem Bedürfniß nicht genügt, haben die Belheiligten die Zuziehung anderer außerdeutscher Arbeiter zu erstreben. Um die Verwendung von Sträflingen und Korri-
Diensmachrichteu aus dem Kreise.
Gefunden: Aus dem Wege vom Viadukt nach dem gevden für lar.dwirtbschaftliche Ärbeiten zu erleichtern, wird Ostbahnhofe hier eine Jagerpfeife mit Rehkrone; Empfang-!die Königliche Staatsregierung die reglementarischen Bestim- nahme beim Gastwirth I. Paul zu Dettingen. Ein seidener mungen über die Beschäftigung von Sträflingen und Korri- Damenschirm und ein schwarzseidener Schirm, beide in Läden genden mit landwirthschaftlichen Arbeiten einer Riviston stehen geblieben. * *
. . _ unterwerfen. Billigen Wünschen auf Fulossung von schul-
Entlaufen: Ein kurzhaariger gelber Hund mit weißer Pflichtigen Kindern zn landwirthschaftlichen Arbeiten hat die Brust, m. Geschl. Ein brauner Hühnerhund mit weißerKönigliche Staatsregierung schon jetzt entsprochen und wird Brust,^ weißen Pfoten und weißer Ruthe, auf den Namens dies auch fernerhin thun. Die Generalkommandos sind zu- ständig, im aktiren Militärdienst stehende Mannschaften zu dringenden landwirthschaftlichen Arbeiten, insbesonders zu Erntearbeiten, zu beurlauben. Begründeten Anträgen werden
w
.Nero" hörend.
Hanau am 21. April 1898.
Preußischer Landtag.
AhgesrdrrsLerrhtrns.
(Sttzung vom 20. April.) i Uebungen des Beurlaubten standes, wird in der Wahl des
Das Abgeordrutenheus besprach heute die I n t e r p e l-Zeitpunktes für die Abhaltung von Uebungen das Interesse lation der Abg. Szmula (Ctr.) und Gern, welche selber meist bet eiligten bürgerlichen Berufskreise, besonders auch gerben Wortlaut hat: „Ist der Königlichen Etaatsregierung! der Lavdwirthschaft, wie bisher, so auch künftig möglichst be- bekannt, daß in den östlichen Provinzen — speziell in der i rücksichtigt werden. Die Dienstvorschriften über die Marsch- Provinz Schlesien — sowohl bei Groß- als Kleinerundbe- gebührnisse der zur Entlassung gelangten Mannschaften wer- sitzern ein derartiger Mangel an ständigen Dienst- den in der Richtung revidirt werden, ob durch dieselben da- boten und landwirthschaftlichen Arbeitern hin zu wirken sei, daß die dem landwirthschaftlichen Beruf vorhanden ist, daß die Landwirthe nicht mehr im Stande angehörmden Mannschaften sich ihrem früheren Beruf, und sind, rechtzeitig und rationell ihre Felder zu bestellen und ab- I zwar thunlichst in ihrer Heimaih, wieder zuwerden. Die Er- zuernten? Aus welche Weise gedenkt die Königliche Staats-Wahrungen mit dem Versuch der Einrichtung militärischer regierung diesem Uelelstande abzuhelsen, sofern die Zulassung. Arbeilsnachweisburearx in den Garnisonorten sind noch nicht russischer und österreichischer Dienst- und Arbeitskräfte—! umfangreich genug, um über ihren Nutzen und die Art ihrer Ein- nach wie vor — nicht den Bedürfnissen entsprechend gestattet i richtung ein abschließendes Urtheil zu gewinnen. Ihr Zweck wird?" Der Interpellant beklagt es, daß die Behörden dem i ist aber wesentlich, die zur Entlastung gelangenden Mannschaften beregten Nothstand nicht genügendes Interesse entgegenbrächtev.! dem kandwirthschfllichen Beruf, und zwar möglichst in der Die Bauernansiedelung inH Osten nutze nichts, weil dadurch i Heimath der Entlassenin zu erhalten. Die Königliche Staats- keine Arbeiter beschaffen würden. Man solle die unbegründete regierung wird beim Bundesrath beantragen, daß dem nächsten
dieselben wie bisher zu entsprechen bereit sein, soweit das militärische Interesse es irgendwie gestattet. Durch die Aller- ■ höchsten Ortes genehmigten Bestimmungen, betreffend die
Reichstag ein Gesetzentwurf zur Verabschiedung vorgeleg wird, durch welchen das Gewerbe der Gesindevermiether und der Stellenvermittler kouzessionspflichtig gemacht wird. Die Arbeiterwohlfahrtspflege auf dem Lande bedarf der thunlichsten Förderung. Ueber diese Frage wird ein Benehmen mit den lan'cwirthschaftlichen Interessenvertretungen in die Wege geleitet werden, und die der Selbsthülfe obliegenden Ausgaben werden auch staatlicherseits gefördert werden. Ferner ist zu erwägen, ob und eventuell durch welche Maßnahmen eine Beschränkung der Auswüchse des Rechts aufFreizüzigkeit — das an sich und er ührt bleiben muß —, welche eine Entvölkerung des Landes und eine ungesunde Bewegung der ländlichen Bevölkerung nach den Jndustriebezirken und nach den Städten gezeitigt haben, zu erstreben sein wird. Der Minister führt weiter aus, daß die Abhülfe gegen die beregtea Mißstände nicht allem Ausgabe des Staates sei; vielmehr müsse auch die Selbsthülfe kräftig^mit emgreifen, soweit erforderlich, unter Mitwirkung des Staates. Der Staat werde bei öffentlichen Arbeiten, um dem Arbeitermangel vorzubeugen, zeitweise auswärtige Arbeitskräfte heranziehen.
Abg. Sieg (natl.) hält als westprevßischer Sandmann die au-Zgedchnte Zulassung ausländischer Arbeiter für sckäd- lich, da die deutsche Landwirthschaft des Ostens das Rationalste fest was wir überhaupt besaßen. Die Verlängerung derZu- lassungsfrist bis zum 1, Dezember sei freudig zu begrüßen. Abg. Gamp (sreikons.) beklagt es, daß die Erklärung des Ministers nur einen vorübergehenden Arbeitermangel aner- kenne, während es sich doch um einen dauernden Nothstand handle, und macht u. A. den Vorschlag, die Alters- und Invalidenrenten zu kapiialistren, um den Invaliden die Arbeit und den Erwerb von Grundbesitz zu ermöglichen und so das platte Land zu kolonisueo. Abg. Gothein (freist Ver.) tritistrt, wie bereits der Vorredner, die Vorschläge der Regierung und macht den Großgrundbesitz für den .hatfachlicb dauernden Arbeitermangel verantwortlich, dem allein die Kolonisation des Ostens abhelfen sönne. Bestrebungen, die Frei- zügigkeit anzutasten, würden nur die Wahlagitation der Sozial- demokratie fördern. Abg. Jansen (natl.) hält ebenfalls die Einschränkung der Freizügigkeit für schwierig und bedenklich. Abg. Frhr. v. Richthofen-Mertschütz (kons.) bezeichnet eine nationale Witthschaftspolitik als das hauptsächliche Mittel, der Arbeiternoth zu steuern, und «rklärt namens seiner Fraktion, daß diese angesichts der jetzigen Lage die Zulassung ausländischer Arbeiter, jedoch unter Wahrung der national-politischen Interessen, für nothwendig halte. Laud- wirthschafsminister Frhr. v. Hamm erste in weist darauf hin, daß die Staatsregierung schon seit Jahren die Mittel der Ansiedelung und der Reutengutsbildung ergriffen habe, um der Entvö-kerung des platten Landes vorzubeugen, erachtet für unthunlich, die Zulassung ausländischer Arbeiter noch weiter auszodehnen, als in Aussicht genommen sei, und
Ferrilletsn
König Albert von Kachsen.
Ein militärisches Gedenkblatt zum 23. April 1898.
Am 23. April vollendet König Albert von Sachsen das siebzigste Lebensjahr, der einzige noch lebende Heerführer aus dem Franzosenkriege, der einzige Ritter des Großkreuzes vom Eisernen Kreuz. Stolz darf er auf seine Lebensarbeit, errungenen Lorbeern, auf den wohlverdienten Feldmaychallstab in seiner Hand blicken.
151 Lebensjahre, zum Lieutenant im Leib- ^nsanten. Regiment ernannt, begann Prinz Albert am 17. Februar 1847 seine ernste dienstliche Thätigkeit als si>auvt- ^^^ Fußartillcrie^RZment Ä Saljre 1849 nach Ablauf des Waffenstillstandes von Malmö die deutschen und preußischen Bundestruppen unter General von Prittwitz von neuem gegen Dänemark ins Feld zogen, um für Schleswig-Holsteins gutes Recht zu strecken wurde Prinz Albert dem Stäbe des General von Prittwitz zugetheilt. Dort verdiente er sich seine Sporen bei der Erstürmung der D ü p p l e r Schanzen am 13. April
Die militärische Begabung und der rege Diensteifer des Prinzen fanden bald volle Anerkennung. 1850 wurde er Kommandeur der leichten Jnfanteriebrigade, 1852 Kommandeur der 1. Infanteriedivision und am 3. Dezember 1853 Kommandeur der gesummten Infanterie. Nach dem Präger Frieden ließ es sich der kommandirende General des 12. «öniglid^ sächsischen Armeekorps, Prinz Albert, angelegen sein, das Korps nach preußischem Reglement so tüchtig zu schulen und zu üben, daß die Sachsen in Wettbewerb mit den besten preußischen Truppen treten konnten.
Als die französische Herausforderung Preußen und ganz weit überlegenen Besatzung von Paris, die eherne Um- Deutschland zu den Waffen rief, da könnte König Wilhelm klammerung zu durchbrechen.
dem sächsischen Korps und seinem erprobten Führer mit voller
Zuversicht die schwersten Aufgaben stellen. In der blutigen Entscheidungsschlacht von G r avelot te- St. Privat hatte das sächsische Korps die Aufgabe, weit nach Norden ausholend, den rechten Flügel der sta> k verschanzten Franzosenstellung zu umfassen. Schon neigte sich der Tag dem Abend zu, schon hatte das den Sachsen zunächst fechtende Garde- korps sich fast verblutet gegen das einer Festung gleiche, feuersprühende St. Privat, da griffen nach langem, beschwerlichem Marsche todesmuthig die Sachsen ein, rücksichtslos vorstürmend im rasenden Feuer der Franzosen. Vereint mit den braven Kämpfern der Garde gelang es ihmn, wenn auch mit furchtbaren Verlusten, St. Privat, den Schlüssel der feindlichen Stellung, dem Feinde zu entreißen. Die Schlacht war gewonnen, die Franzosen eingeschlossen in Metz. Doch neue Aufgaben warteten des Kronprinzen Albert.
Gegen Mac Mahons Armee von Chalons war die III. Armee im Vormarsch. Da schien es, als wolle Mac Mahon sich gen Norden wenden, um Metz zu entsetzen. Alsbald erhielt Prinz Albert mit der „Maas-Armee", Gardekorps, 4. Korps und Sachsen, den Auftrag, nach Westen ab- zurücken, um mit der III. Armee Mac Mahon fangen zu helfen. Prinz Albert löste diese Ausgabe in glänzender Weise. Bald gewann er Fühlung mit Mac Mahon und schlug die ihm entgegentretenden Abtheilungen der Armee von Chalons am 30. August bei B e a u m » n t. Mit neuem Ruhm bedeckte sich die Maas-Armee und ihr Feldherr bei S e d a n.
Nach dem Sedansiege ging es vorwärts nach Paris. Dort wurde dem Prinzen Albert der Oberbefehl „über den nördlichen Theil der Einschließungs-Truppen übertragen. Auch diese Aufgabe erfüllte der thatkräftige Führer mit gewohnter Umsicht und Entschiedenheit; nirgends gelang es der
Wohl verdient war der Feldmarschallstab, den Prinz Albert von Sachsen, am 15. Juni 1871 zum Inspekteur der 1. Armee-Inspektion ernannt, am 11. Juli desselben Jahres aus der Hand des auch von ihm so hochverehrten Heldenkaisers empfing.
Am 29. Oktober 1873 bestieg Kronprinz Albert nach dem Tode seines edlen Vaters, des Königs Johann, den sächsischen Königsthron. Erprobt vor dem Feinde, bewährte er sich auch als vortrefflicher Friedensfürst, als sorglicher, unermüdlicher L a n d e s v a t e r, als treuer Bundesgenosse und Mitarbeiter des deutschen Kaisers. Seinen Gesinnungen gab Kaiser Wilhelm II. beredten Ausdruck, als er an der Spitze sämmtlicher kommandirenden Generale am 23.
April 1893 in Dresden erschien, um den König zu seinem 56jährigen Dienstjubiläum zu beglückwünschen und ihm als Ehrengabe einen mit Brillanten besetzten Feldmarschallstab zu überreechen. „Zu gleicher Zeit", so sagte unser Kaiser in seiner tiefempfundenen Ansprache", spreche ich den Wunsch aus, daß Euer Majestät uns noch recht lange erhalten bleiben möge und daß, da der bewährten Führer und Rathgeber so viele schon aus dem Leben geschieden sind, Euer Majestät meinem jugendlichen Streben und meiner Arbeit für unsere Armee mit Ihrem bewährren Rathe noch lange zur Seite
stehen mögen".
v. S.
Aus Kunst und Lehen.
Der neue Kavallerie Inspekteur unddiedentsche Fahne. Der letzte Versuch der Pariser Besatzung, den eisernen Ring der Belagernugsarmee zu durchbrechen, war am 19. Januar 1871 gescheitert. Er galt dem V. Armeekorps (General v. Kirchbach), in dessen Mitte das Hauptquartier unseres Tags zuvor zum Kaiser ausgerufenen greisen KönigS aufgeschlagen war. Der Ausfall war der bedeutendste während