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Amtliches (Ngan für $faÖi~ unö LsnöKreis Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 89 Montag den 18. April

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1898

AmMches.

^taM^ew ^anau.

MWtMschMM des OberbLirgermListeraMtes»

Bekanntmachung.

Die Bekanntmachung des Vorstandes der Juvaliditäts- und Altersversicherungsanstalt Hessen Nassau vom 2. Februar 1893 über die Versicherungsbeiträge wird für die Mitglieder der Ortsktankenrafse zu Hauau a. M. wie folgt abgeändert:

1. Mitglieder der Oriskrankenkaffe zu Hanau a. M.

§§ 12 Mitgliederklasse I u. II Wochenbeitrag 30 Pfennig

und 38 des

M

IV u. V

24

20

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Statuts

14

«

Hanau den 15.

Ap.il 1898.

Der Magistrat

Dr. Gebeschus.

5852

Ditußuachnchttil aus dem Kreist.

Gefunden: Ein goldner Kinderohrring. Ein Hanauer Ortekrankenkassenschein für Maria Adrian.

Zugelaufen: Ein schwarzer Dachshund mit 4 gelben Pfoten und 2 gelben Flecken über den Augen, m. Geschl.

Verloren: Ein werthvoller Brillant Herrnhemdenkuopf; dem Wiederbringer eine gute Belohnung.

Hanau am 18. April 1898.

Kornhäuser.

Durch Gesetz vom 3. Juni 1896 und durch Gesetz vom 8. Juni 1897 ist der preußischen Staatsregierung ein Kredit vor? insgesammt fünf Millionen Mark zur Verfügung ge­stellt worden, um damit zur entgeltlichen Benutzung durch leistungsfähige Korporationen oder Genossenschaften auf Bahn­höfen und anderen geeigneten Plätzen Kornhäuser zu erbauen. Ueber die Verwendung dieses Kredits berichtet nunmehr eine dem Landtage soeben zugegangene Denkschrift.

Wir erfahren, daß bis Ende Dezember 1897 14 Kredite zur Errichtung landwirthschaftlichtr Getreidehäuser bewilligt worden sind. Diese Kredite sind gewährt für 8 Getreidelager- Häuser in Pommern, für ein Lagerhaus in Janowitz in der Provinz Posen, in Gramenz in der Provinz Westpreußen, in Halle und für drei Lagerhäuser im Regierungsbezirk Gaffel zu Bettenhausen, Hofgeismar und Hoheneiche. Im Betriebe befinden sich hiervon nur die Kornhäuser zu Janowitz, Hohe«- ciche und Halle, alle anderen sind erst im Bau begriffen. Außerdem schweben noch Verhandlungen über den Bau von

FerrilLetsr».

Der Kaiser auf der Auerhahnjagd.

Alljährlich, wenn die schwellenden Knospen der Buchen den grauen Winterwald mit ahnungsvollem Grün über- hauchen, wenn die ersten Frühlingsboten vereinzelt aus dem fernen Süden wieder bei uns eintreffen, wenn vor der Sonne siegenden Strahlen der Schnee aus des Schwarzwaldes dunklen Bergen zu schwinden beginnt, denn regt sich im ^erjen des edelsten unter den Vögeln, des Auerhahues, die Liebe. Er, der das ganze Jahr hindurch als Einsiedler ge­lebt, der die Gemeinschaft der Hennen auf das Strengste getrieben, der stolz, ja pflichtvergessen denselben die Sorge ^ Aufzucht feiner letze jährigen Nachkommenschaft über­ließ, auch er zahlt jetzt deralles bezwingenden" Liebe seinen Tribut er tritt auf die Balz. Das ist die ^eit wo Deutschlands waidgerechtester Jäger, Kaiser Wilhelm II., all­jährlich zur Ausübung der Auerhahnjagd als Gast bet seinem Onkel, dem Großherzog von Baden, weilt wie heute. Dort wo der alte Rhein seine liebliche Tochter, die Murg, in seine Vaterarme schließt, dort öffnet das schönste aller Thäler, das herrliche Murgthal, dem Wanderer seine gastlichen Thore; und wahrlich noch Niemanden hat es gereut, dort eingetreten zu sein, denn wer Dich, Du Perle des Schwarzwaldes, kennen gelernt, ist nur mit schwerem Herzen von Dir geschie­den, und mit magischer Gewalt zieht es ihn fort und fort wieder zu Dir hin. Hier liegt, fast 1000 m ü. M., fernab vorn Getriebe der Welt, das auf einem Quader unterbau im Blockhausstil erbaute Jagdschlößchen Kaltenbronn. Einfach und anspruchslos wie sein Aeußerrs ist seine Einrichtung. Den einzigen, für das Jägerauge allerdings herrlichsten Schmuck bildet eine Sammlung hervorragender Hirschgeweihe

Kornhäusern mit einer ganzen Reihe landwirthschaftlicher Ge­nossenschaften. Die Verhandlungen mit der Hana « er Ge­nossenschaft sind neuerdings zum Abschluß gekommen.

Um das Mittel der Staarshilse, das in dem Bau staat­licher Kornhäuser liegt, auch wirklich fruchtbringend zu ge­stalten, geschieht dir entgatliche Ueberlassung unter möglichst günstigen Bedingungen. Der Miethszius für die Genossen­schaften ist derart bemessen, deß der Staat in der Regel für die Dauer der fünfjährigen Miethsperiode zusammen nur 8 P-oz. des gesammten aufgewendeten Kapitals erhält, und zwar im ersten und zweiten 1 Proz., im dritten V/a Proz., im vierten 2 Proz. und im fünften endlich 2V2 Proz. Nxr wen« innerhalb dieser fünf Jahre sich ein Betriebs Ueberschuß ergibt, soll die Genossenschaft verpflichtet sein, 75 Proz. dieses UeberschusseS zunächst zur Erhöhung der erwähnten festen Verzinsung bis zu 3 Proz. zu verwenden. Auch im letzter« Falle sind, da der Staat seine Anleihen bekanntlich auch jetzt noch mit etwas über 3 Proz. verzinsen muß, die staatliche« Selbstkosten erst annähernd gedecke. Das fiskalische Interesse tritt also zurück; dem staatliche« Kornhäuser Bau bleibt der

Charakter einer Hilfs Maßnahme gewahrt.

Die Möglichkeit des Absatzes an die Kornhäuser und die Beleihung der eingelagerteu Getreidemengen mildert unzweifel­haft das Abhängizkeitsoerhältniß der Landwirthschaft vom Zwischenhandel und schafft dem Getreide-Erzeuger günstigere Absatz-Bedingungen. Er braucht nun nicht wehr zu jeder Zeit um jeden Preis seine Waare loszuschlagen, sondern ver­mag den geeigneten Moment abzupassen, und zugleich wird durch Fernhaltung des Bestandes der Kornhäuser vom Ma-.kte in Zeiten des Ueberangebotes der Preisdruck gemindert. Endlich ermöglicht die Reinigung, Trocknung, Mischung und Sortirung in den Getreidehäusern Herstellung einer markt­gängigen Waare.

Politische und «mpolitifche Nachrichten.

(Depescken-BureauHerold".)

München, 17. April. Das Gerücht von der Verlobung des Erzherzogs Franz Ferdinand mit einer Tochter des Herzogs Karl Theodor in Büyern wird als unbegründet be­zeichnet.

Wien, 17. April. DieReichswehr" läßt sich aus Budapest gerüchtweise melden, daß nach Schluß der Delega­tionen Graf Goluchowski den erbetenen Abschied erhalten werde. Man betont in politischen Kreisen, daß die Inter­vention im spanisch-amerikanischen Konflikt direkt gegen das Einverstandniß Goluchowski's erfolgt sei, da letzterer jede Hilfeleistung für die Königin-Regenten abgelehnt habe.

Karis, 17. April. Major Panizzardi hat Paris ver­lassen; ein neuer italienischer Militär-Attache wird im Lanfe des nächsten Monats hier eintreffen.

und Rehkronen, welche die Wände des Speisesaales und der Korridore schmücken. Auf speziellen Wunsch des Kaiser- ist an der Einrichtung nichts geändert worden, die Einfachheit gerade ist es, welche dem hohen Herrn den Aufenthalt dort oben so lieb macht.

Wenn nun die Nachricht von der bevorstehenden Ankunft des Kaisers auf dem Kaltenbronn eintrifft, dann beginnt für die dort stationirten Jagdbeamten eine Zeit fieberhafter Thätigkeit. In erster Reihe gilt es nun die Auerhähne zu verhören". Zu dem Zwecke haben die Beamten allabendlich das ihnen zugewiesene "Revier sorgfältig abzupürschm, um die Hähne beimEinsühn"auszumachen", d. h. diejenigen Bäume ausfindig zu machen, auf welchen der Hahn gegen Abendaufzubaumen" pflegt, um dort zu schlafen. Gewöhn­lich ist derSchlafbaum" auch derBalzbaum" deS HahneS, manchmal aber auch und dies ist eine kigerthüu lichkeit gerade der ältesten Hähne, der Schlauesien unter den Schlauenreitet" er des Morgens nach dem Erwachen ab, um auf einem entfernt stehenden Baume zu balzen. Im­mer pflegt es ein bestimmter Baum zu sein, welchen der Auerhahn während der ganzen Balzperiode als Balzplatz fest­hält. Diese Plätze mit Sicherheit festzustellen, versteht man unter bem Fachausdruckden Hahn ausmachen". Ist nun ein Hahnausgemacht und bestätigt", d. h. ist durch mehr­fache Beobachtung festgestellt, daß der Hahn den betreffenden Baum als festen Balzplatz gewählt hat, dann werden zu diesem tagsüber Püischwege angelegt oder bereits vorhandene sorgfältig von Blättern und Heften gereinigt, um dasAn- springen" des Hchnes zu ermöglichen. Auf dem Kaltenbronn werden derart alljährlich 350 Hähne bestätigt, eine Arbeit, welche die höchsten Anforderungen an die Thätigkeit der Be­amtin stellt, welche aber von diesen freudig überwunden wird, wenn das Resultat der Kaiserlichen Jagden den Hoffnungen und Wünschen entspricht.

Paris, 17. April. Nach Madrider Meldungen geben dortige Regierungskreise «och immer nicht die Hoffnung auf Erhaltung des Friedens auf. Der päpstliche Nuntius sowie der amerikanische Gesandte rechnen mit Bestimmtheit darauf, daß Amerika sich zu Konzessionen herbeilassen werde.

London, 17. April. Nach einer Washingtoner Meldung wird, gleichviel ob die Senatsresolution angenommen wird oder nicht, die Kompromißresolution, welche von beiden Häusern anzunehmen ist, keineswegs die Unabhängigkeit der kubanischen Regierung erklären. Sie wird vielmehr auf der Resolution des Repräsentantenhauses basiren, wUche der Prä­sident billigte. Das gemeinsame Komitee wird nicht vor Montag ernannt werden, falls nicht eine Sonntagssitzung stattfiadet.

London, 17. April. Aus- Portsmouth wird gemeldet, der hiesige amerikanische Konsul wurde per Kabel angewiesen, die DampferNew Dork" undSt. Louis" mit voller Ge­schwindigkeit nach Amerika zu schicken.St' Louis" dampfte infolgedessen sofort ab, währendNew-Aork" drei Stunden später folgte.

Madrid. 17. April. Sämmtliche spanische Kousular- leitungen erhielten die Weisung, alle im Auslande lebenden Spanier sofort in die Heimath zu senden.

Petersburg, 17. April. Ein Ukas des Zaren ordnet die Bildung von zwei neuen Schützenregimentern in Öftesten an. Der Kommandant des SchiffesSaratow" erhielt den Auftrag, ein ganzes Truppendetachement nach Port Arthur zu befördern.

Washington^ 17. April. Der Senat na'-m gestern mit 67 gegen 21 Stimmen die Ausschuß Resolution mit einer Abänderung, welche die Anerkennung der kubanischen Regierung ausspricht, an.

Wetterbericht.

Voraussichtliche Witterung: Meist wolkiges und zu Niederschlägen geneigtes Wetter.

AM MLdt- rmK WrchpkM ^^^^ -kachbräck Meter Lokularttker nur mit QaeLen-mzal.Ha» 8^." gestaltet.

* Kirchliches. Am gestrigen Weißessonutage gingen in der katholischen Kirche 51 Knaben und 38 Mädchen zur ersten hl. Kommunion.

* Wahlerr zum Kommunallandtag. Nachdem die Ljährige Wahlperiode der seitherigen Koa munallandtagsadge- orbnehn zu Ende geht, ist durch Verfügung des Herrn Ober- präsidenten die Vornahme der Neuwahlen an^eorbmt worden. Die Abgeordneten des Stadtkreises Hanau wndrn nächste» DikAstag den 26. d. Miß. in gemeinschaftlicher Sitzung des Magistrats und der Stadtverordneten gewählt. Der Stadt-

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Begleiten wir den Kaiser jetzt einmal unter der Tarr- kappe des Berichterstatters auf einer solchen Balzjagd.

Eine Stunde etwa, bevor am östlichen Horizont die erste» fahlen Streifen das Erwachen des jungen Tages anzeigen, fährt der Kaiser in Begleitung seines Führers, des Groß- herzogl. Hofjägermeisters von Schilling dem für die Morgm- balzjagd bestimmte« Reviere zu. Dort ar gekommen, wird ausgestiegen und die letzte Strecke zu Fuß zurückgelegt. Dann wird, unter sorgfältigster Vermeidung jeden Geräusches, der Pürschweg beschritten, welcher den kaiserlichen Jäger bis etwa auf 200 Schritte dem Balz bau« nahe bringt. Noch herrscht ringsum jenes wunderbare Schweigen, welches nur dem Nadelwalde eigen ist. Da beginnt sich im Osten der Himmel zu färben. Schon vermag das spähende Auge ein­zelne entferntere Gegenstände zu erkennen da horch! Was ist das? Ein Ton wie das Brechen eines dürren Astes klingt an das Ohr des lauschenden Waidmannes. Einen verständnißvollen Blick tauschen die Jäger aus, da klingt es wieder... tack... tack ... tack.. ., dann schnell hintereinander tocktacktacktack in absteigender Tonleiter, dann folgt der Schleifer schwschwschwiiiischsch. Das ist das Liebeslied desgroßen Hahnes", der Balzgesang des könig­lichen Vogels. Jetzt beginnt für den Waidmann derjenige Theil der Jagd, wrlcher den Hauptreiz derselben bildet. Nun treten die Intelligenz und körperliche Gewandtheit des Meujchen mit den seinen Sinnen des Wildes in Wettstreit. Der Hahn nämlich, dessen Gesichts- und Gehörsinn so fein ausgebildet ist, daß er auf weiteste Entfernung jede verdäch­tige Bewegung, jedes ungewohnte Geräusch wahrnimmt, ist während der zweiten Strophe seines Balzliedes, des Schlei­fers, taub und blindim Liebestaumel", sagt der VolkS- mund. Der waidgerechte Jäger weiß es besser, warum. BeimSchleifer" nämlich öffnet der Hahn den Schnabel bis zu seiner ganzen Größe. Dabei legen sich die Augenlider