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für Stadt- und Land« kreis Hanau 10 ^ die ^gespaltene Garmond­zeile oder deren Raum, für Auswärti 15 ^

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Auswärts 30 ^.

Xr. 65.

Freitag den 18. März

1898

M

Amtliches.

^anötot^ ^anau.

Bekamtmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Unter dem Viehbestände des Ludwig Hacker in Rückingen ist der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche amtlich festge- stellt worden; es wird daher bis auf Weiteres die Orts- «nd Gemarkungssperre für Rückingen angeordnet. Das Durchtreiben von Wiederkäuern und Schweinen- durch den Ort und die Gemarkung Rückingen ist sonach - verboten.

Die Bestimmungen der Bundesraths-Jnstruktion zur Aus­führung des Reichsviehseuchengesetzes (Reichsges.-Blatt für 1895, Seite 358 ff.) §§ 58, 59 ff. find genau zu beachten.

Die Herren Ortsvorstände wollen Vorstehendes sofort ortsüblich bekannt machen.

Hanau am 18. März 1898.

Der Königliche Landrath

V. 3223 v. Schenck.

In Zellhausen, Kreis Offenbach, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und Gehöft- und Gemarkungssperre angeordnet worden.

Zu Hof-Trages, Kreis Gelnhausen, ist diese Seuche er­loschen und die Sperre aufgehoben worden.

Hanau am 16. März 1898.

Der Königliche Landrath

V. 3155/3156________v. Schenck.__

Dienstnachlichten aus dem Kreise.

Entflogen: Eine roth geherzte französische Kropftäubin; dem Wiederbringer eine Belohnung.

Hanau am 18. März 1898.___________

^taMrei^ ^anau.

NeEsMtAachimqeu des Oberbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Die Fuhrleistungen für das Stadtbauamt II sind für das Rechnungsjahr 1898/99 zu vergeben. Bedingungen liegen im Stadtbauamt II in den Dienststunden von vormittags 1012^2 Uhr Langstraße 41 zur Einsicht auf. Ebendaselbst können Angebotkformulare abgeholt werden.

Bietungslustige werden eingeladen ihre Angebote bis Freitag den 25. ds. Mts., morgen- 11 Uhr, bei genanntem Amte einzureichen, woselbst im Beisein etwa er­schienener Bieter die Eröffnung der Angebote erfolgt.

Hanau am 15. März 1898.

Der Oberbürgermeister

Dr. Gebeschus. 4046

Bekanntmachung.

Das Begießungsgeschäft ist für das Rechnungsjahr 1898/99 im Wege des öffentlichen Verdinges zu vergeben.

Allgemeine und besondere Bedingungen sowie Begießungs- plan liegen während den Dienftstunden von vormittags 1012^2 Uhr auf dem Stadtbauamt II (Langstraße 41) zur Einsicht auf. Ebendaselbst können auch Angebotsformulare in Empfang genommen werden.

Bietungslustige werden eingeladen, Preise für das Be- gießungsgeschäft bis Donnerstag den 24. ds. Mts, morgens 11 Uhr, auf oben genanntem Amte verschlossen, versiegelt und mir der Aufschrift:

Begietzung"

»ersehen abzngeöen. Die Eröffnung der Angebote geschieht zu besagtem Termin in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter.

Hanau am 15. März 1898.

Der Oberbürgermeister

Dr. Gebeschus. 4047

Bekanntmachung.

Die Banardeiten zur Errichtung eines Stockwerkes auf das Stallgebäude der Kaxalmühle, nämlich:

a. Erd- und Maurerarbeiten,

b. Steinmetzarbeiten,

c. Zimmerarbeiten,

<. Dachdeckerarbeile«,

e. Speuzlerarbeiten,

f. Weißbinderarbeitex,

g. Glaserarbeiten,

h. Schreinerarbeiten,

i. Schlosfirarbeiten, sollen im SubmisstonSweg vergeben werden.

Plan, ArbeitSauszug und Bedingungen liegen von heute ab im Stadtbauamt I, Zimmer Nr. 24 des Rathhauses, für Bewerber zur Einsicht aus und sind verschlossene, mit ent­sprechender Aufschrift versehene Angebote bis längstens zum Eröffnungstermin

Samstag den 26. März d. I., vormittags 11 Uhr, bei oben bezeichneter Amtisttlle einzureichen.

Daselbst sind auch Arbeit-auszüge gegen Entrichtung Mit 0,40 M. Kopialgebthren erhältlich.

Der Eröffnung der Angebote können etwa erschienene Bieter beiwohnen.

Hanau am 14. März 1898.

Der Oberbürgermeister Dr. Gebeschus.

TageSschau.

Don der Morine. Laut telegraphischer Meldungen an das Obcrkommand» der Marine in S. M. S. ^Olden­burg", Kommandant Kor»etteukapitän Wahrendorff, norgejkrx von Kanea «ach Messina in See gegangen; E. M. S. Cormoran", Kommandant Korvettenkapitän Brussatis, ist am 16. März in Sanghai angekommen; S. M. S.Geier", Kommandant Kor»etrenk«pitän Jacobson, ist am 16. März in La Guayra angekommen und beabsichtigt, am 19. März nach Trinidad in See zu gehen.

Flottenvorlage. Die Budgetkommission des Reichs­tages hat gestern die Flottenvorlage in zweiter Lesung an­genommen. Ohne wesentliche Debatte wurden sämmtliche Paraphen nach den Beschlüss n erster Lesung bestätigt, bis auf 8 2. In diesem heißt es nach der ersten Lesung, daß Abänderungen in Bezug auf die Ersatzfrist der Zustimmung des Bundesraths und des Reichstags bedürfen. Abg. Dr. Lieber beantragte dafür folgende Fassung:Zu einer Ver­längerung der Eriatzfrist bedarf es im Einzelsalle der Zu­stimmung des Bnndesraths, zu einer Verkürzung derjenigen des Reichstages. Etwaige Bewilligungen von Ersatzbauten vor Ablauf der geletzlichen Lebensdauer höhere Gewalt, wie Untergang eines Schiffe-, ausgeschlossen sind inner­halb einer mit dem Reichstage zu vereinbarenden Frist durch Zurückstellung anderer Ersatzbauten auszugleichen." Staats­sekretär Tirpitz erklärte sich mit dem Vorschläge einverstanden, worauf die neue Fassung zur Annahme gelangte. Das ganze Gesetz wurde sodann gegen sieben Stimmen angenommen. Dagegen stimmten Sozialdemokratin, beide Volksparteien, Pole und Müller-Fulda. Auf Vorschlag des Referenten Dr. Lieber wurde von schriftlicher Berichterstattung Abstand ge­nommen. Dr. Lieber wird dc« Plenum mündlichen Bericht über die Verhandlungen der Kommission erstatten. Die Er­klärungen der Regierungsoertretec werden dem Hause wört­lich mitgetheilt werden. Von mehreren Seiten wurde die Nothwendigkeit betont, das Flottengesetz vor dem Mariueetat fertig zu stellen. Man kam deshalb überein, den Präfi- denten von Buol zu ersuchen, das Flottengesetz bereits am Mittwoch nächster Woche, also am 23. März, auf die Tages­ordnung des Plenums zu setzen.

Der Bundesrath hat in seiner gestrigen Sitzung der Vorlage, enthaltend Entwürfe von Musterstatuten für freie Innungen und für Zwangsinnungen, sowie das Muster für einen Jnnongsbcschluß, betr. die Regelung des Lehrlings- wesenS die Zustimmung ertheilt; ebenso den Vorlagen, betr. den Zollverwaltungskostenetat für daS Großherzogthum Luxemburg und betr. die am 15. Juni 1897 zu Washington unterzeichneten neuen Verträge des Weltpostvereins. Den zu- 4018 ständigen Ausschüssen überwiesen wurde die Vorlage, betr. die Erhöhung des Gehalts von Postunterbeawteu, und der

FerrMetsn.

Stadttheater in Hanau.

Hanau, 18. März.

Die Aufftbrunz Ven Sudermanns , Glück im Winkel' am letzten Sonntag brächte dem wirksamen Schauspiel der gefeierten Autor» gewohute beifällige Ausnahme. Alle Darsteller schienen in der sorgfältigen Ausführung ihrer Psrthieen zu wetteifern, sodaß die Darstellung in jeder Beziehung als wukcrgilti- bezeichnet werden Direktor I a ritz besitzen wir einen vorzüglichen de? .wilden Röckvitz', Fränl. Brundow zählt die Elisabeth zu den besten ihrer Rollen und Herr Hille, der für uns ?/^°?.s $5S .Aktor Wiedemann war, bot als solcher eine wohldurchdachte kuvstlerychc Leistung. Weiter seien noch mit Aner­kennung die Herren Lenzen und Dysing als .Orb' und .Dan- gel genannt, auch Fraul. Rudow als Helene fügte sich passend in das vorzügliche Ensemble.

, "®CI ÄfsR^^ ' c'n ^^^s Schauspiel von Paul Lindau, ge­langte am Mittwoch zum Bcnestz für den Regisseur und Ch.rakter- darsteller unserer Bühne, Herrn Ernst Hille, zur ersten Aufführung. D.°s llt'tbesctztc Haus gab den Beweis, ldaß der B^rsiziaut durch seine künstlerische Thätigkeit sich die Sympathie der Theaterbesucher zu erringen verstanden und daß sein hervorragendes Talent und sein rastloses Streben nach Vervollkommnung in seiner Kunst die rechte Würdigung gefunden. Herr Hille ist ein Darsteller, der sich in seine ernsten Ausgaben geistig vertieft und ihnen durch lebendige und über- zcilkendc vharekteristik ein fesselndes Gepräge zu geben sucht, in seinen heiteren Parthien aber stets einen Humor entwickelt, der gerade durch seine ungekünstelte Natürlichkeit seiner Airkunt sicher ist. Daß Herr Hille an seinem Ehrenabend in erster Linie darauf bedacht war, sich dem Publikum in einer Rolle zu zeigen, die sein bedeutende» Cha- rakterisiruugsbcrmögcn in die beste Beleuchtung zu stellen geeignet war, ist begreiflich, aber er dürfte auch mit der Wahl des Lindau- schen Stückes dem Publikum einen recht interessanten Theaterabend bereitet, haben, denn der starke theatralische Erfolg des Schauspiels t?bn nicht in Abrede gestellt werden. Mit welchen Mitteln der Autor Nch diesen Augenblickserfolg erringt, ist freilich eine andere Frage,

wir zu seinen Gunsten nicht beantworten können. Durch die Pandinng des Stückes geht unverkennbar ein sensationeller Zug, eine |

wohlfeile Spekulation auf die seelische Erregung der Massen, wenn wir auch die Fra»e urerörtert lassen wollen, ob sich der Stoff zu einer dramatischen Verwendung für die Bühne in dieser Weise über­haupt eignet. Denn ob ein Mensch in dem Zustande, wie ihn uns das Stück vor Augen führt, fähig ist, überlegte Handlungen zu be­gehen, sie von einem Zeitraum auf den anderen zu verschieben und »orznbreiten, wie den Einbruch, kann nur durch die Wissenschaft beantwortet werden. Doch geben wir kurz den Inhalt des Stückes an. Der Staatsanwalt Dr. jur. HallcrS, ein geistig hochveranlagter Mann, wird des Nachts ein Opfer einer röthselhaften krankhaften Erscheinung. Er sucht nachls die Verbrecherschäickcn auf und verkehrt mit den verkommensten Gesellen, ja er verabredet sogar einen Ein­bruch mit denselben in seine eigene Bebansung. Tags über hat er kein Erinnern für sein Thun in der Nacht und auf die Warnung eines Polizeikommissars, der von dem beatsichtigten Einbruch Kennt­niß erhalten, entschließt er sich noch die Nackt zu wachen und aufzu- passen. Aber die röthselhaste Macht gewinnt Einfluß auf ihn und bald sehen wir ihn in Verkleidung seine Wohnung verlassen, um als Einbrecher mit Genossen in dieselbe zurückzukehren. Der Verfcsscr entläßt das Publikum mit der Hoffnung auf Genesung des Kranken, der sich in Behandlung eines tüchtigen Nervenarztes beleben hat und wohl auch den Rath des erfahrenen Arztes befolgen wird, seine hübsche Hausgeuossin vom oberen Stockwerk als Frau zu nehmen und damit auch die bösen Geister der Nacht zu verscheuchen. Klug erdacht und mit allen Hilfsmitteln des äußeren Effektes ausgestettet ist dar Stück; die geschickte Exposition des ersten Aktes versetzt das Publikum in athemlose Spannung, auch der zweite Akt in der Ler- drechcrschänke vermag noch zu interessiren, aber die beiden letzten Akte fallen ab. Der Verfasser sucht in der Gegenüberstellung des Extremen der Handlung noch besondere» Interesse zu verleihen, so den StaatS- anwalt, der als normaler Mensch ,on strengem Rechtlichkeitsgefühl beseelt, den bestehenden Gesetzen mit unerbittlicher Strenge Geltung verschafft, während er des Nachls als willenloses Opfer jenes dämo­nischen Einflusses selbst zum Verbrecher wird. Gespielt wurde unter der Regie des Benefizianten ganz vorzüglich, auch die Ausstattung konnte befriebigen. Eine hochinteressante Leistung war der Staats­anwalt b* Herrn Hille, wir haben »den schon auf die hervorragenden künstlerischen Eigenschaften des Darstellers aufmerksam gemacht und die Ausführung dieser schwierigen Aufgabe dürfte oben ßtsagtcs be­stätigen. Herr Hille hatte seine Rolle mit einer Reihe feiner Detail­züge auSgestattet und den überreizten nervösen Menschen ebenso glaub haft gezeichnet als wie den «Anderen', der unter dem krankhaften

Einflüsse nachtwandelnd die Verbrecherhöhlen aufsucht. Unter der Reihe der übrigen Darsteller, die alle mit Liebe bei ihren Aufgaben waren, seien noch besonders die Herren Linzen, Dysing und Gehrmann genannt.

Vermischte Nachrichten.

Fürstin Barialinsky, eine der bekannteste« und schönsten Damen der Petersburger H»fgesellschaft, ist irrsinnig grworde«. Die im Alter von 40 Jahren steheretze Fürsti« Emilie zeigte gegen Ende deS abgela»fenen Jahres deutliche Anzeichen einer GeisteSstörunz und wurde aus ärztliches Ao- raihen in Begleitung ihres Gatten und ihrer Schwester zur Konsultation deS Hosrathes Profiffor Dr. Freiherr» v. Krafft- Ebing nach Wien gebracht. Die Fürstin litt an der fixen Idee, daß sie die Urheberin der Jnstuenza-Epidemie sei und daß sie selbst fortwährend mit Röntgen-Strahlen dnrchleuchtet «erde. Sie wurde in der Heilanstalt des Dr. Rubinoer bei PurkerSdorf nrn ergebt acht und dort von Prof. ». Krafft- Ebing behandelt. In der ersten Zeit ließ sie sich ziemlich ruhig an, dann aber trat immer stärkere Melancholie hervor, die nunmehr in Tobsucht aus artete.

Z« den geistreichsten Liedeserklärnngen gehört diejenige, welche der spanische Herzog von Villa-Medina der Königin Elisabeth von England machte, als diese ihn bat, ihr bei Bild seiner Geliebten zu zeigen. Der Herzo, über­reichte der Königi» einen Spiegel. In ähnlicher Weise bekannte ein Hoswann der schönen Königin Anna von Oester­reich, der Gemahlin König Ludwigs XIII., seine Reizung. Er fragte die Königin, was sie mit einem Manne thun würde, der ihr seine Liebe zestände. Die Antwort der Kömgin lautete;Ich würde ihn tödten."O, ich sterbe/ rief dar­auf der Hofmann. Die Geschichte berichtet aber «icht, was die Königin darauf erwiderte.