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1898
Amtliches.
StcrHIK^er-s ^anau.
P^Li-Äimachuugen des OberLürgerNeisteramtes.
Bekanntmachung.
Das Standgeld für Spar.fi rkel auf Wochenmärkten ist auf 3 Pf. für jedes Ferkel festgesetzt.
Hanau den 3. Juni 1898.
Der Magistrat
Dr. Gebeschus. 9058
Dieilstllachnlhte» aus dem Kreise.
Gefunden: Ein gelber Dammhandschuh, in der Post liegen geblieben. Ein goldner Trauring ohne Zeichen. Ein Toilettenkämmchen mit Futteral. Ein Notizbuch von Christian Möller in Kahl nebst einem Kauf- und Mieihvertrag.
Zugelaufen: Ein weißer Spitzhund m. Geschl.
Hanau am 17. Juni 1898.
Tagesscha«.
Von der Marine. Laut telegraphischer Meldungen an das Oberkommando der Marine ist der Dampfer „Herzog" der Deutsch-Ostafrikalinie mit der Ablösung für S. M. S. „Condor", Transportführer: Unterlieutenant zur SieFörtsch, am 15. Juni in Sansibar und der Dampfer „Darmstadt" des Norddeutschen Lloyd mit der Ablösung für Ost-Asien, Transportführer: Korvettenkapitän Reincke, heute in Kiau- tschou eingetroffen; S. M. S. „Prinzeß Wilhelm", Kommandant: Korvetten-Kapitän mit Oberst-Lieutenantsrang Truppel, ist am 15. Juni von Nagasaki nach Manila in See gegangen.
Militärisches. Das „Armee-Verordnungsblatt" bringt folgende kaiserliche Erlasse: Auszeichnung für das Leib-Grenadier- Regiment König Friedrich Wilhelm III. (1. Brandenburgisches) Nr, 8. Ich habe dem Leib-Grenadier-Regiment König Friedrich Wilhelm III. (1. Brandenburgisches) Nr. 8 als Beweis Meines königlichen Wohlwollens an den Helmen den Garde- Adler ohne Stern, zu den Kragen und Aermelplatten, für die Offiziere: Stickerei nach dem Mir vorgelegten Muster, für die Mannschaften: weiße Litzen verliehen. Das Kriegsministerium hat diese Auszeichnung der Armee bekannt zu machen und wegen der Proben das Erforderliche zu veranlassen. Gleichzeitig lasse Ich demselben Meine an das Regiment gerichtete besondere Ordre in Abschrift zugehen. Berlin den 15. Juni 1898. An das Kriegsministerium. Wilhelm, v. Goßler. Auszeichnung der Fahnen uudStan- dartenträger. Ich bestimme: Die Fahnenträger der Fußtruppen — ausschließlich Fußartillerie —, uno die Sran- dartenträger sind in Zukunft durch die Regiments-Komman- deure bezw. durch die Kommandeure selbstständiger Bataillone zu ernennen. Sie erhalten nach den Mir vorgelegten Proben ein Abzeichen zum Waffenrock rc., sowie einen Ringkragen, der zu jedem Dienst mit Helm anzulegen ist, die Fahnenträger außerdem, soweit sie nicht das Offizier-Seitengewehr tragen, ein besonderes Seitengewehr. Die Fahnenträger erscheinen, auch wenn die Fahnen nicht zum Dienst mitgeführt werden, ohne Gewehr und mit eingestecktem Seitengewehr. Bei der Fußartillerie werden die vorstehend aufgeführten Auszeichnungen nur bei solchen Gelegenheiten, bei denen der Truppentheil eine Fahne sührt, von den die Fahne tragenden Unteroffizieren angelegt. Das Kriegsministerium hat das Weitere zu veranlassen. Berlin den 15. Juni 1898. An das Kriegsministerium. Wilhelm, v. Goßler.
Der BMtdesralh hat in seiner gestrigen Sitzung dre Zustimmung ertheilt: der Vorlage, betr. die Schiffsvermessungen in Ostasien, der Vorlage, betr. den Salzsteuerverwaltungskostenetat für das Herzogthum Braunschweig, der Vorlage, betr. die Ergänzung der Nummern IX, XIX und XXXVc der Anlage B zur Verkehrsordnung für die Eifen- bahnen Deutschlands, der Vorlage, betr. die Fürsorge der Auswanderungsunternehmer für mittellose Auswanderer, der Vorlage, betr. die Festsetzung des Stimmenverhältnisies bei der Nachwahl von Stellvertretern eines nichtständigen Mitglieds deS Reichsversicherungsamts auS dem Stande der land- wirthschaftlichen Arbeitgeber, und dem Entwurf von Bestimmungen über den Nachrichtendienst in Viehseuchenange- legenheiten. Ebenso wurde die Zustimmung ertheilt der Uebereinkunft mit den Niederlanden wegen Ausdehnung des über die gegenseitige Zulassung von Medizinalpersonen zur Praxis in den Grenzgebieten geschlossenen Abkomunns auf die Thierärzte, der Vereinbarung mit Peru über dw Stellung der beiderseitigen Konsuln, sowie den Ausschußantragen betr.
Zollbehandlung von aus der Schweiz eingehenden Taschentüchern und Umschlagetüchern, betr. Einrichtung und Unterhaltung von Postdampfschiffsverdindungen mit Ostasien und Australien, und betr. die Abänderung von Tarasätzen. Dem von Mitgliedern des Reichstages eingebrachten Gesetzentwurf, betr. den Verkehr mit künstlichen Süßstoffen, wurde gleichfalls die Zustimmung ertheilt und der Gesetzentwurf für Elsaß- Lothringen über die Presse in der Fassung der Beschlüsse des Landesausschusses angenommen. Den zuständigen Ausschüssen wurden überwiesen die Vorlagen, betr. den Entwurf von Bestimmungen über die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern in Ziegeleien, und betr. den Entwurf von Bestimmungen über das Vereinsregister und das Güterrechtsregister. Endlich wurde über das Gesuch des Norddeutschen Lloyd in Bremen, betr. die Ertheilung der Erlaubniß zur indirekten Auswandererbeförderung, ferner über den Seiner Majestät dem Kaiser zu machenden Vorschlag wegen Besetzung einer Reichsgerichtsrathsstelle, sowie über eine Reihe von Eingaben Beschluß geiaßt.
Vietzfeucheunugelegeuheiten. Der vom Bundesrath in seiner gestrigen Sitzung angenommene Entwurf von Bestimmungen über den Nachrichtendienst in Viehseuchen- angelegenheiten ergänzt die bisherigen Bestimmungen nach den inzwischen gemachten Erfahrungen. Zunächst wird die Berichterstattung auch auf die Schweineseuche und die Schweinepest ausgedehnt, und zwar soll die Berichterstattung über beide Krankheiten vereinigt werden. Sodann wird bestimmt, daß die beamteten Thierärzte halbmonatliche Meldungen an das Kaiserliche Gesundheitsamt zu erstatten haben, das dementsprechend Halbmonatsnachweisungen zusammenstellen und im Reichsanzeiger veröffentlichen wird. Endlich soll für Maul- und Klauenseuche ein besonderer Meldedienst einge- richtet werden, dessen nähere Anordnung den Landesregierungen überlassen wird.
Unnöthige Aufregung.
In Madrid herrscht große Niedergeschlagenheit, weil weitere ungünstige Nachrichten aus Manila eingetroffen sind. Den Amerikanern gaben ihre eigenen Erfolge auch gerade keinen Anlaß, Jubellieder anzustimmen. Aber in Ermangelung von Thatsachen berauscht sich der Chauvinismus an Phantasiegebilden; er bramarbasirt von Kämpfen mit den mächtigen Deutschen Reich, während es ihm schwer fällt, mit dem schwachen Spanien fertig zu werden.
Die Aufregung der Amerikaner ist natürlich vollkommen unbegründet; sie ist durch die irrige Annahme hervorgerufen, daß Deutschland die Absicht habe, die Hand auf die Philippinen zu legen.
Von deutsch-offiziöser Seite wird denn auch erklärt: „Nach zuverlässigen Erkundigungen sind alle Kombinationen, welche die spanische Presse und politischen Kreise daran knüpfen, daß Deutschland angeblich aus seiner Neutralität in der Philippinen-Frage herauszutrcten beabsichtige, völlig unbegründet. In amtlichen spanischen Kreisen findet man die Ankunft deutscher Schiffe in Manila auch durchaus natürlich, da große deutsche Interessen dort Schutz erheischen."
Eben haben die amerikanischen Deputirien einen Antrag auf Annexion Hawais mit 299 gegen 91 Stimmen angenommen, aber sie scheinen zu glauben, daß territorialer Erwerb nur den Vereinigten Staaten Zustände. Die maßgebenden Behörden in Nordamerika haben sich aber beeilt, zur Beruhigung der unnöthig erregten Gemüther, die, wie wir schon gestern andeuteten, aus englischer Quelle stammenden lügenhaften Nachrichten zu dementiren. Nach einer Meldung aus Newyork hat das dortige Staatsdepartement offiziell erklärt, es liege auch nicht der geringste Grund zu der Annahme vor, daß Deutschland mehr beabsichtige, als seine berechtigten Interessen auf den Philippinen zu schützen.
Mi StadL- W& ÄEdtMW HMMM. ^schdrsck sufetet Lok«!sriikel nur mit O^eutuaus-eLt .Heu. Nutz.' gestattet.
* Reichstagswahl. Nach den vorliegenden Nachrichten aus dem Wahlkreise (nur das Ergebniß von Kempsenbrunn fehlt noch) haben erhalten: Sieg (kons.-nationall.) 5078, Leonhardt (freist Volksp.-Centr.) 3878, Metten- heimer (Antisemit) 1342, Hoch (Soz.) 12,678 Stimmen. Zersplittert sind 31 Stimmen. Hiernach ist der sozialdemokratische Kandidat im ersten Wahlgange gewählt. — Bei der 1893er Wahl wurden abgegeben dem konservativen Kandidaten 7222, dem freisinnigen 2354, dem sozialistischen 9902, dem antisemitischen 2020, dem Centrumskandidaten 2015 Stimmen.
* Ankauf von Produzenten. Die Landwirthe des hiesigen Kreises machen wir darauf aufmerksam, daß das
Proviantamt Hanau gutes Pferdeheu sowie gesundes Roggen- flegelftroh ankauft. Der direkte Ankauf von Produzenten, also ohne Zwischenhandel, ist besonders erwünscht. Die Ein- lieferungen können täglich, aber auch nur bei gutem Wetter, erfolgen. Zu weiteren Auskünften über Preise rc. ist daS Proviantamt jederzeit bereit.
* Vorzug. Anläßlich der Schützenfeier in Aschaffenburg am 19. d. M. wird die Kgl. Eisenbahndirektion Frankfurt am Vormittage genannten Tages einen Vorzug von Frankfurt-Ost nach Aschcffenburg ablassen. Dieser Zug wird 20 Minuten vor dem fahrplanmäßigen Personenznge 363 abfahren. Die Abfahrtszeit in Hanau-West ist gegen 940, Hanau-Ost 950. Das die Aschaffenburger Feier besuchende Publikum wird gut thun, den Vorzug zu benutzen, weil derselbe zeitig genug zum F-stzuz dort eintrifft. Der Hauptzug wird jedenfalls stark fr quentirt werden.
** Strafkammer. (Sitzung vom 16. Juni.) Zimmermann B. zu Eckacdroih steht mit seinem Schwiegersohn, dem Landwirth H. daselbst aus feindlichem Fuß. Anläßlich eines WortstreitS geriethen beide auch in Thätlichkeiten und bearbeiteten sich gegenseitig mit einem Stock und einem stumpfen Gegenstand dermaßen, daß Blut floß. Vom Schöffengericht waren deshalb beide wegen gegenseitiger gefährlicher Körperverletzung zu je 2 Monaten Gefängniß wr- urtheilt worden, auf die eingelegte Berufung mildert die Strafkammer das Urtheil auf p 4 Wochen Gefängniß. — Am 11. Februar d. J. wurde ein in Großkrotzenburg wohnhafter Arbeiter, der seinen Weg durch Großauheim nahm, von dem daselbst wohnenden Vergolder L. aus nichtiger Ursache an der Kehle gepackt, gewürgt und mit dem Kopf gegen eine Mauer gedrückt. Am 16. Februar ging der Großkrotzenburger wieder durch Großauheim und wurde Per am Rochusplatze von einigen halbwüchsigen Burschen, unter denen sich auch der Vergolder L. befand, abermals Überfällen und mit einem zugeklappten Taschenmesser mißhandelt. Vom hiesigen Schöffengericht waren darauf 3 der ermittelten jugendlichen Raufbolde zu Gefängnißstrafen wegen Körperverletzung verurtheilt worden. 2 von ihnen haben sich bei dem Urtheil des Schöffengerichts beruhigt, der Vergolder L., der 5 Wochen erhalten hatte, hat Berufung eingelegt. Dieselbe wird von der Strafkammer kostenpflichtig verworfen. — Die Taglöhnerin Anna Macia W. von Wahlerts war vom Schöffengericht wegen Beleidigung des dortigen Bürgermeisters zu 4 Wochen Gefängniß verurtheilt worden. Sie hatte am 10. Dezember v. I. auf öffentlicher Straße dem Bürgermeister I. zugerufin, ob ihm seine Tochter nicht die 15 Pfg., die sie ihm zur Abführung an den Rech- unngsführer geschickt, abgeliefert habe, sie sei deswegen gemahnt worden. Der Bürgermeister antwortete darauf, wenn sie seiner Tochter die 15 Pfg. gegeben hätte, würde diese sie ihm auch abgeliefert haben. Die W. antwortete darauf, sie werde die 15 Pfg. nochmals bezahlen, er solle seiner Frau
Pfd. Kaffee dafür kaufen. Der Bürgermeister stellte Straf- antrag gegen die W. und in der Verhandlung vor dem Schöffengericht stellte sich die Unwahrheit ihrer Behauptung heraus. Die Strafkammer ändert daS angefochtene Urtheil dahin ab, daß sie die Angeklagte zu 2 Wochen Gefängniß verurtheilt, dem Bürgermeister auch die Publikationsbefugniß deS entscheidenden Theils des Urtheils durch Aasschellen im Orte zuspricht.
Für heute. Männerabtheilung der Turngemeinde: Abends von 7—8 Uhr: Turnen. — Evang. Männer- und Jünglingsverein; Abends 8 Uhr t Unterhaltungsabend (Evang. Vereinshaus). — Turn- u. Fechtklub: Abends von 8—10 Uhr Fechten. — Abends 9 Uhr: Freie Vereinigung Hanauer Radfahrer: Zusammenkunft im „Römischen Kaiser"; — Radfahrerverein Hanauer Radsport 1895; Vereinsabend im Gasthaus „zum deutschen Haus"; — Verein ür Homöopathie und Naturheilkunde in der „großen Krone"; Lereinsabend; — „I. Hanauer Fußballklub 1893" : Ver- ammlung im „Restaurant Kippert"; — Athletenklub „Germania": 9—10 Uhr: Riegenstemmen, 10—11 Uhr k Ringen der 1., 2. und 3. Klaffe (Gasthaus „zum schwarzen Bären").
Bersteigeriings, & Verpachtung-, rc. Kalender
für Samstag bett 18. Juni.
Von vormittags 10 Uhr ab versteigert der beeid. Taxator und Auktionator Herr Wilh. Zeuner im Saale des Hotel „zum Riesen" eine große Anzahl kleinerer und größerer Gemälde.
X Grotzauheim, 16. Juni. Am vorigen Dienstag unternahmen die Schüler der hiesigen evang. Schule an der Spitze ihres Lehrers Hofmann einen Ausflug durch den Wald nach der „Rabenau" bei Kahl. Nachdem sich die Kin-