Erstes Blatt.
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Amtliches Argan Mr Sisöt- unS Lauökreis Hsnsu
Erscheint täglich mit AUK««hme der Sonn- und Feiertage, mit beLetristischer Beilage
Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, fit Auswärts 30 ^.
SK. 36
Samstag den 12. Februar
ijSrag!8^AIU«WM*M^
1898
Hierzu
„Amtliche Beilage" Nr. 13
Amtliches, ^taöt&rei# ^atxau. UrtaMtAachnugen des Oberbürgermeisteramtes.
H e y l (natl.) geht trotz der Bitte des Präsidenten nicht zu Beweis für die Unabhängigkeit des Krieosg richts, daß das- ausführlich zu werden, gleichfalls eingehend auf die Handels selbe es ablehute, einen voreiligen Ausschluß der Ocffentlich- politik ein und verlangt dabei Kündigung der Meistbegünsti- ' “ * ' * .
guugeverträ e. Staatssekretär Posadowsky rechtfertigt : das Vorgehen des Reichskanzlers in der Schildlausfraze.
In Hamburg und neuerdings auch in Berlin seien aus importirten Birnen und Aipfeln Schildläuse gefunden worden.
Bekanntmachung
Amerika könne sich nicht beschweren, wenn sich Deutschland schützte. Abg. Graf Kanitz (kons.) empfiehlt in deser Frage ein gemeinsames Vorgehen mit den anderen euro-
Für die hiesige Armenverwallung soll die Nrsdlieferung PKischen Mächten. Nachdem noch Aba. Richter sich hierzu pro 1898/99 vergeben werden. s geäußert und schließlich noch die Zuckerrübenfrage berührt
Geeignete Bewerber wollen ihre Angebote bis spätestens ^ sprich: '^8- P a " f $e (Natl.) das Vertrauen seiner
geäußert und schließlich noch die Zuckerrübenfrage berührt
Freitag den 11. März d. I., vormittags 12 Uhr, im Geschäftszimmer der Armenverwallung verschlossen einreichen.
Die Lieferungsbedingungen liegen zur Einsicht im Büreau der Armenverwallung auf.
Hanau am 9. Februar 1898.
Der Oberbürgermeister. J. V.: Heraeus.
2156
Freunde zur Handelspolitik der Regierung aus. Die Debatte
wird hierauf geschloffen, die Petitionen des Etats sind damit erledigt.
Morgen 1 Uhr: Etat der Schutzgebiete rc.
Im rathung
Preußischer Landtag.
Abgeordnetenhaus.
(Sitzung vom 11. Februar.)
preußischen Abgeordnetenhause wurde heute die Be- des Bamtats fortgesetzt. Im Laufe der Debatte
Städtische GderresIschile pi Saum.
Anmeldungen für das Schuljahr 1898/99, wobei Geburts- und Impfschein sowie eiwaige Schulzeugnisse vorzulegen sind, nimmt der Unterzeichnete vom 20.—26. Februar 1898 täglich vormittags von 10—12 Uhr im Oberrealschulgebäude (Zimmer
kündigte Minister Thielen für den Herbst eine große Kanalvorlage on. Eine Reihe von Titeln wurde genehmigt. Morgen Fortsetzung der Etatsberathung.
keit auszusprecheu. Kann man unter diesen Hu.stänken sagen, daß das Kriegsgericht, das Esierhazy freigesprochen, ein verbrecherisches gewesen sei? Kann man sagen, daß, während die Offiziere ihr Blut auf dem Schlachtfelde ließen, zu einer Zeit wo Ändere wer weiß wo waren .... (Anhaltender Lärm) Pellieux beendet den Satz nicht und fährt fort: Wenn die Offiziere hier vernommen worden wären, würden sie voll Entrüstung protestirt haben gegen die wider sie erhobenen Anschuldigungen. ?dj mache mich hier zum Echo ihrer Gefühle, ich bin ihr Chef und, da ich der Sitzung des Kriegsgerichts beigewohnt habe, kann ich Zeugniß ablegen für die Loyalität und Unabhängigkeit, die sie De miesen. Zola nimmt das Wort: „Es gibt verschiedene Arten, wie man Frankreich dienen kann. Ich kann ihm dienen mit dem Degen und mit der Feder." Zu Pellieux gewandt: „Wenn Sie Siege errungen haben, so habe auch ich Siege errungen! Die Nachwelt wird wohl zwischen dem Namen Pellieux und dem Namen Zola entscheiden." (Lärm, anhaltend- Bewegung.) Pellieux bemerkt: „Ich rve-de daraus nicht antworten." Labori stellt hierauf eine Reihe von Fragen an Pellieux. Im weiteren Verlaufe der Vernehmung des Pellieux richtet Labori an diesen die Frage: „Saßen Sie nicht in dem
Kriegsgericht, das über Esterhazy urtheilte, hinter den Mitgliedern des Gerichts, und haben Sie nicht an den Debatten
Nr. 14) entgegen.
Hanau den 9. Februar 1898.
Der Direktor der Oberrealschule Dr. Schmidt.
Bekanntmachung
theilgcnommen?" Zeuge antwortet: „Als Offizier der Mi- litärgerichtsbarkeit hatte ich das Recht, die genaue Formnlirung gewisser, an die Zeugen zu richtenden Fragen zu veranlassen.* Labori fragt weiter: „Hat Leblois danach Fragen gestellt, die eine Ergänzung der Untersuchung nothwendig gemacht härten?" _ . _ Zeuge: „Darauf antworte ich nicht. Die Verhandlung war
AIs er den Wagen verläßt, wird gerufen: Nieder mit Pic- nicht öffentlich." Labori ersucht hierauf den Präsidenten, dem
2128 quart! Nieder mit dem Zimmerdieb I Dagegen werden die Zeugen die Frage vorzulegen, der Präsident lehnt sie jedoch ---anderen Offiziere, die als Zeugen erscheinen, mit Hochrufen: ab. ES entspinnt sich hieraus eine lebhafte Hin- und Gegen- auf die Armee begrüßt. Der Sitzungssaal bietet dasselbe be- rede zwischen dem Vorsitzenden und der Vertheidigung, welch'
wegte Bild wie in den letzten Sagen., Bei Zolas Eintritt letztere ankündigt, daß sie entsprechende Anträge an den Ge-
Prozeß Zola
Paris, 11. Februar. Um ll1/« Uhr trifft Zola im Justizpalaste ein. Die Menge eilt auf seinen Wagen zu unter Schmährufen, gleichzeitig kommt Oberst Picquart an.
WiMthirtflltn 4lir Arttth^T^frttltmor erfolgt keine Kundgebung. Im Saale sind verstärkte Maß- richtshof stellen werde. Hierauf wird General Gonse noch- ^IXHWluJKll jUl ^uuuilyiumuid* l nahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung getroffen. Oberst mals aufgerufen. Derselbe stellt aus eine Anfrage del Prä-
Unter Bezugnahme auf die in diesem Blatte erlassene Bekanntmachung der Handelskammer vom 8. Januar dss. Jhs. bringe ich hierdurch zur Kenntniß, daß auf Grund des Gesetzes über die Handelskammern vom 24. Februar 1870/11. August 1897 eine Neuwahl sämmtlicher Mitglieder der Handelskammer vor dem 1. April dss. Ihr. vorzunehmen ist.
Picquart erklärt bei seiner Ankunft im Gerichtsgebäude seinen sidenten hin dem Archivbeamten Grive in das bifie Zeugniß ' niß aus. Griv-lin wird hierauf nochmals vernommen und
Freunden, er sei entschlossen, die ganze Wahrheit auszusagen
und unbekümmert um die Folgen rücksichtslos zu sprechen. Nach 121/! Uhr wird die Sitzung eröffnet und zunächst noch einmal General Pellieux aufgerufen, der wegen eines spanisch geschriebenen, an Picquart gerichteten Briefes verhört wird.
Pellieux kommt aus einige Punkte aus der gestrigen Verhand
In der Sitzung der Handelskammer am 1. Dezember s~ .. . .
vg. Jhs. zum Wahlkommisfar ernannt, lade ich die wahlbe-; 11 ^ und bemerkt, man habe vielleicht ferne Worte ratsch
rechtigten Firmen des Wahlbezirkes zur Vornahme der Wahl. °^2"gt. ^beist Henri habe gesagt, bay ein Aktenbündel
auf
Montag den 14. Februar ds Jhs von vormittags 10—12 Uhr,
ln den unteren Sitzungssaal des hiesigen Rathdauses ei«.
geöffnet sei und die Vertheidigung davon Kenntniß genommen habe. Ich muß sagen, daß im Büreau für den Nachrichtendienst viele Aktenbündel liegen. Das geöffnete Aktenbündel rundweg bezpg sich auf Brieftauben. Es handelte sich nicht um Drey- fusakten. Diese wurden vielmehr nach dem Prozesse im Jahre
erklärt, Oberst Piquart habe eines Tags von ihm verlangt, er solle einen Abgangsstempel auf einen Bri f anbringen lassen, der von einem früheren Tage als dem b treffenoen herstamme. Oberst Plauth sagt aus, Oberst Picquart habe ihn seinerzeit beauftragt, die vom Zeugen be: eit8 erwähnte Rohrpostkarte zu photographiren und habe ihn babä ersucht, die Spuren der Risse in der Karte zum Verschwinden zu bringen und danach die Echtheit derselben zu bescheinigen. Alles dies habe er dem Oberst P cquart J verweigern zu müssen geglaubt. Hierauf
tritt untir lebhafter Bewegung und Aufmerksam keil des Publikums Oberst Picquart als Zeuge vor unü gibt an: Gegen den Monat Mai im Jahre 1896 fielen die Bruchstücke einer Telegrammkarte in meine Hände. Ja der Karte war von Major Esterhazy in Ausdrücken die Rede, die mir anzudeuten schienen, daß Esterhazy in Beziehungen zu ziemlich verdächtigen Personen stehe. Ich zog Erkundigungen ein, die im ungünstigen Sinne ausfielen, und stellte Nachforschungen über sein Thun und Treiben überhaupt an. Die Ergebnisse gereichten dem Offizier nicht zur Ehre. Er zeigte eine auffallende Neugierde bezüglich verschiedener, militärischer Tharsachen, die g'heim bleiben mußten. Ich machte von der Angelegenheit meinem Vorgesetzten Meldung, welcher mir sagte, ich solle meine Nachforschungen fortsetzen. Ich verschaffte mir Schriftstücke von der Haud- schrist dieses Offiziers, und die Vergleiche, die ich sodannn - u------- -......o- o-ö— ...........zwischen diesen und gewissen andern Schriftstücken erstellte,
gencht beschuldigt hatte, auf eine Ordre hin einen Schuldigen bestärkten meinen Verdacht. Was mir namentlich auffiel, freigesprochen zu haben. Nun hat man uns aber den war die Ähnlichkeit dieser Handschrift und jener d s bekann- Namen dieus Schuldigen nicht genannt. (Unrube.) Ich sage stcn Bordereaus, von dem man doch viel gesprochen hatte, aber Folgendes: Major Esterhazy, bezüglich dessen ein non liquet am gesprochen war, präsentirte sich nachdem dem Kriegsgerichte. General Saussur wollte sich mit der gerichtlichen Erklärung, daß es an genügenden Beweismitteln zur Ver
folgung Eslcrhazy's fehle, nicht begnügen. Sausster wollte jl)Up „<c,c ^uuui^“f‘ — daS kann ich sagen — entgegen der Ansicht vieler Au-! herrühre, worauf er mir erwiderte: toritäten, die höher sind, als wie die seinige, daß Esterhazy all:" M:7.schrrw^''ch* j'm von Seinesgleichen und in einem öffentlichen Verfahren in Handschrift zu verschaffen. !
Gegenwart der Parteien vor Gericht komme. Ich bedaure „Das ist die Handschrift von Dreyfus". ff , *
meineStheils, daß die Veihandlung nicht öffentlich gtroefex ist, hierauf fort: W wußte, daß ein höherer, mit Orden ge- wie ich eS selbst gewünscht habe. Der Kriegsminister verlangte schmückt« Offizier, btffen Namen ich nicht nennen kann, den Ausschluß der Ocffentlichkeit. Somit ist das der beste einer auswärtigen Macht gewisse Dokumente lieferte. Ich
Die heutige Nummer umfaßt außer dem Unterhattungsblatt 14 Setteu.
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Die Wahl sindet in der.Zeit von 10 bis 12 Uhr vor- 1894 versiegelt und erst in der letzten Zeit von mir wieder
mittags statt.
Hanau den 8. Februar 1898.
Der Wahlkommissar C a n t h a l.
2014
geöffnet, um eine neue Untersuchung des Bordereaus vornehmen
zu lassen. Dann wurde das Bündel von Neuem versiegelt und im Kriegsministerium deponirt. Pellieux dementirt
hierauf in aller Form die Aeußerung Leblois', welcher erklärt
i hatte, daß er dieser Tage mit dem Obersten Henri eine mehr als zweistündige Unterredung gehabt höbe, und fährt dann
Dicnstvlichlichtcn aus dem Kreise. . . ^ . , m . .. . .
einer nute. Bin welie. 4>arelJmg, m bunlten Urf»Ia8 w Wlti6en (^ fQgt, qßuquart später, wem. ni^t
gewickelt. Ein Koupon. Ein weißer kleiner Kinderhandschuh Ein kleines Taschenmesser.
Hanau am 12. Februar 1898.
Esterhazy gewesen sei, dann können es Personen aus Ester-
Deutscher Reichstag.
(Sitzung vom 11. Februar.)
hazys Freundschaft gewesen sein. Pellieux ergänzt nunmehr seine gestrigen Aussagen und führt aus: Alles ist seltsam in dieser Angelegenheit. Der Kriegsminister erhob eine genau präzisirte Anklage gegen Zola, der das Kriegs
Die Abgeordneten S ck m i d t -Marburg (Centr.) und Hasse (natl.) bringen die Interessen der Gläubiger Griechenlands bezw. Portugals zur Sprache. Direktor R e i ch a r d t wiederholt seine schon in der Kommission abgegebene Erklärung betriff8 Vermehrung der Beruft konsulate in französisch Indien. Beim Titel Petersburg geht Abg. Jebsen (natl.) auf die Handelsverträge ein und hält eine Kündigung derselben für ganz undenkbar. Beim Titel Washington be leuchtet Abg. Barth unsere handelspolitischen Beziehungen zu Amerika. Aus den Aussübrnngen geht hervor, daß Teutschland unter der Caprivi'ichen Handelspolitik eine ganz enorme Steigerung der deutschen Aurfuhr erfahren habe, während Frankreich einen Rückgang ausweise. Redner berührt noch die Frage ter San Zcsä-Schildlaus. Abg. von
Ich ließ Photographien der Handschrift herstellen und zeigte dieselbe zwei maßgebenden Persönlichkeiten, Bertillon und dem Major du Paty de Elo». Bertillon sagte mir, daß es genau die Handschrift des Bordereaus fei. Ich sagte ihm darauf, daß diese Handschrift aus der Zeit nach dem Dreyfus-Prozeß " " ' ' ^ '■: „Nun ja, Juden thun
alles Menschenmögliche, um sich diese, dem Borvereau gleichende . Du Paty de Clam sage mir:
Picquart fährt