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Wt. 236.

Montag den 10. Oktober

1898

««Mich«».

St«ötKvois ^banau.

BMMtmschuugtN des Oberbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung über die zur Rückzahlung gekündigten Ha- nauer Stadtobligationen.

Ziehung am 30. September 1898.

Auszahlung am 31. März 1899.

I. Anleihe vom 30. September 1880.

(Privilegium vom 30. Juni 1880, I. Reihe), zu 4% (XVIII. Ziehung).

Lit. A. Nr. 115, 139, 158, 167 A 1000 M.

B. 12, 57, 74, 88, 189, 245 A 500 M.

C. 46, 120, 241, 317, 337, 428, 452, 560, 613, 660, 736, 744, 757 ä 200 M.

Rückständig: Lit. A. Nr. 132 ä 1000 M.

II Anleihe vom 1. April 1888. (Privilegium vom 30. Juni 1880, II Reihe), zu Wk (IX. Ziehung).

Lit. A. Nr. 56, 65, 152 ä 1000 M.

B. 100, 143, 322, 323 ä 500 M.

6. 10, 49, 98, 214, 268, 287, 402, 774, 794 ä 200 M.

Rückständig: Lit. C. Nr. 116 ä 200 M.

III. Anleihe vom 1. Oktober 1889, II. Serie, zu SW/o (IX. Ziehung).

Lit. A. Nr. 134, 190 ä 2000 M.

B. 212, 223, 273 ä 1000 M.

C. 231, 269, 287, 359 ä 500 M.

D. 290, 373, 491, 493 a 200 M.

Rückständig: Lit. C. Nr. 291 A 500 M.

IV. Anleihe vom 1. Oktober 1889, I. Serie,

zu 31 /» °/o (VII. Ziehung.)

Lit. A. Nr. 90 A 2000 M.

B. 42, 95, 110 A 1000 M.

C. 161, 165 A 500 M.

D. 223 A 200 M.

Rückständig: Lit. B. Nr. 98 A 1000 M. und

, C. 150 A 500 M.

Hanau den 3. Oktober 1898.

Der Magistrat.

B o d e. 15053

Bekanntmachung.

Das Weishaupt'sche Stipendium von 120 Mark für einen besonders talentvollen Gold- oder Silberarbeiter ist von

Feuilleton.

Stadttheater in Aanau.

Hanau, 10. Oktbr.

Der gestrige Theaterabend brächte uns Anzengrubers prächtiges Volksstück.Der Pfarrer von Knchjeld", welches dem geistigen Schaffen des jungen, kräftig aufstrebenden Dichters den ersten großen Erfolg brächte, ihm die Herzen seines Volkes gewann und feinen Namen auch über die Grenzen seines engeren Vaterlandes bekannt und beliebt machte. Mitten in einer Zeit erstanden, wo die Wogen des geistigen Kampfes nach Aufklärung hoch gingen, wirkte es wie ein Heroldruf, der den Anbruch einer neuen freien Zeit verkündete und weil Anzengruber in der schlichten Sprache seines Volkes zu reden teufte, so fanden seine Worte von der Bühne herab mich Eingang und Verständniß in die empfänglichen Herzen des Volkes. Auf die Ugentliche Handlung des Stückes näher einzugehen, durfte überflüssig [ein, wir haben uns bei früheren Aufführungen schon des öfteren °°mit beschäftigt. In den Mittelpunkt stellte der Dichter den Pfarrer ^t, den echten Vertreter christlicher Menschenliebe, der, sich selbst ge- ^u, aus dem schwersten Kampfe des Herzens mit der Pflicht als Sieger hervorgeht und der, weil er nur ein Diener der liebenden, dnsöhnenden, statt der herrschenden und streitenden Kirche sem wollte, ein Opfer feiner Ueberreuaung wird. Herrn St reler war die Auf­gabe geworden, uns diese Figur lebendig auf der Bühne vor Augen k ^hren. Der junge Darsteller ist noch zu sehr Anfänger, um die er Ausgabe ganz gerecht werden zu können. Jedenfalls offenbarte sich «" recht beachtenswerth-S Talent, das zu guten Hoffnungen berechtig Ann es ihm gelingt, sich von dem Dialettklang zu befreien, Hinein ^nenspiel besser Herr zu werden und Licht und Schatten seiner Rede Ä» zu beachten. ^Der junge Darsteller «Gefühl«

iiiindnlk! ..«x t.r., nfY.m T.mhprnment. Wie seine Wiedergabe des

i,^" au oeacyicn. L>er junge x^m»-''«J,'Z 7, Mdnitz und vor allem Temperament, wie seine Wicderga ^arrers bekundete. Der Beifall, besonders nach dem driw tzr wohl verdient. Eine prächtig gezeichnete Gestalt 'st auch der Murzelskpp. Herr Hille, unser trefflicher Charakterdarsteller, fand M ^ dankbare Aufgabe, in welcher er sein Talent und setneCha- Meristrungskunst zur Geltung bringen konnte. Der Graf von AwsN - 58 ist von dem Dichter scharf und treffend «ezeichn.t. Httr ^ ln- » welcher für diese Parthie alle erforderlichen Eigenschaftell m t- ^Kt, entledigte sich seiner Aufgabe in der besten Weise. Der Schul-

en Akt,

den auf die ausgeschriebene Konkurrenz aufgetretenen Bewer­bern nach dem einstimmigen Vorschläge der berufenen Sach­verständigen und des Lehrerkollegiums der Königliche» Zeichen­akademie für dieses Jahr dem Akademieschüler Friedrich Hilmar zuerkannt worden. Zugleich ist beschlossen worden, dem rc. H i l m ar und dem Bijouteriezeichner Karl Gerhardt als den Verfertigern der nächst besten Arbeiten eine öffentliche Belobung zu ertheilen. Die auf das PreiSausschreiben ein­gereichten Arbeiten sind vom 10. Oktober bis 19. Oktober in der Aula der Königlichen Zeichenakademie zur Besichtigung ausgestellt.

Hanau den 20. September 1898.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 15029

3^ 1o Anleihe der Stadt Hanau vom 31. Dezember 1836.

Ziehung am 30. September 1898.

Auszahlung am 31. Dezember 1898.

Lit. A. Nr. 39, 65 A 500 fl.

B. 119, 130, 260, 313, 338, 487, 511, 758, 794, 833 ä 100 fl.

Hanau den 3. Oktober 1898.

Der Magistrat.

Bode. 15052

Dienstnachrichteu aus dem Kreise.

Gefunden: Ein Notizkegelkassenbuch. Ein farbiges Tuch (sogen. Bäckertuch). Ein Hundemaulkorb.

Zugeflogen: Ein Kanarienvogel.

Entflogen: Ein grüner Wellensittig, gegen Belohnung abzugeben.

Hanau am 10. Oktober 1898.

Prinzeß Albrecht von Preußen f.

Eine traurige Kunde kommt aus Schlesien: Die Frau Prinzessin Albrecht von Preußen, die Gemahlin des Regenten von Braunschweig, ist in dem Lieblingswohnsitz deS Prinzen­paares, Schloß Kamenz in Schlesien vorgestern gestorben. Die Verstorbene war eine geborene Prinzessin Marie von Sachsen-Altenburg und erblickte als Tochter des Herzog- Ernst und seiner Gemahlin Marie, geborene Prinzessin von Mecklenburg-Schwerin, am 2. August 1854 zu Eisenberg das Licht der Welt. Am 19. April 1873 wurde sie die Ge­mahlin deS Prinzen Albrecht von Preußen, der bekanntlich seit dem Jahre 1885 Regent von Braunschweig ist. Der glücklichen Ehe des fürstlichen Paares, welcher der Tod nun ein so jähes Ende bereitet hat, sind drei Söhne entsprossen,

Meister von Alt-Oetting ist mit Humor gezeichnet, aber eine' solche Possenfigur, wie sie uns Herr Schön gestern aus die Bretter stellte, sollte doch eine verständige Regie nicht dulden. Eine frische, natür­liche Leistung bot Herr Sternberg als Michel Berndorfer, ein kecker Humor und eine naive Ursprünglichkeit zeichneten seine Darstellung aus. Unter den weiteren Herrenrollen sei noch besonders bemerkt der .Lux" des Herrn Heinich, der seine kleine Parthie wirksam und gut charakterisirt zur Geltung brächte. Die liebliche Gestalt des Dirndl aus der Einöd derAnna Birkmaier' wurde durch Frl. Köller recht unmuthig verkörpert und FrauLehmann alsBrigitta", sowie Frau Miller alsWirthin" und Frl. Jüngling alsHansel" füllten ihre Plätze auf das Beste aus.

AuS Kunst und Leben.

Funde von Pfahlbauten. Aus Fulda wird berichtet: Die bereits mehrfach erwähnten Funde von Pfahl­bauten rc. scheinen von größerer Bedeutung zu sein, als man anfangs vielfach annahm. Herr Lehrer V o n d e r a u, der sofort den wissenschaftlichen Werth der Funde erkannte und mit unermüdlichem Fleiße und großer Sachkenntniß die Aus­grabungen leitete und sich auch mit auswärtigen Fachgelehrten in Verbindung setzte, begab sich im Interesse des städtischen Museums in die Schweiz, um die in dem Züricher Landes­museum ausgestellten berühmten Pfahlbauten rc. aus den Schweizer Seen zu studiren und Vergleiche auzustellen. Einem Briefe deS genannte« Herrn sind folgende Aus­führungen zu entnehmen:Die mir übertragene Misston ist für unsere Funde von hoher Be­deutung. Nach Vergleichung unserer Reste mit denen des Züricher Landesmuseums ist jetzt jeder Zweifel an der Iden­tität ausgeschlossen. Pfähle, Knochen und Geweihegerathe, Baum- und Ackerfrüchte rc. entsprechen einander vollständig. Ebenso habe ich analoge Feuersteinsplitter mit unseren beiden festgestellt. Gold kommt in den Schweizer Bauten ebenfalls vor. Unsere Brouzetheile scheinen einem Schildwulst zu ent­stammen. Obwohl wir erst eine Woche gegraben haben, be-

die Prinzen Friedrich Heinrich, Joachim Albrecht und Fried­rich Wilhelm.

Seit letzten Montag war die Frau Prinzessin bettlägerig, doch war auf den traurigen Ausgang niemand gefaßt. Erst vorgestern gingen beunruhigende Berichte ein, denen bald die Todesnachricht folgte. Die bethen älteren Söhne, welche dem Offizierskorps der Garde angehören, sind sogleich nach Kamen; abgereist, wo der jüngste Sohn bereits bei dem Tode anwesend war. Die Verewigte ist in der Oeffentlich- keit wenig hervorgetreteu. Sie wird als eine herzensgute Dame geschildert, welche besonders durch Wohlthaten im Stillen viel Gutes stiftete. Ein streng kirchlicher Sinn zeichnete die hohe Frau aus. In Berlin, wo sie eine lange Zeit ihres Lebens verlebte, hat sie zuletzt im Dezember v. I. verweilt. In Betreff der Beisetzung sind Bestimmungen bisher nicht ge­troffen worden.

Ueber das Befinden der Prinzessin in den letzten Tagen meldet ferner die Schlesische Ztg. aus Kamen;: Seit Sonn­tag fühlte sich die Prinzessin unwohl. Freitag steigerte sich die Unpäßlichkeit derart, daß Prof. Dr. Buchwald aus Bres- lau gerufen wurde. Die angewandten Mittel erwiesen sich als erfolglos. Die Krankheits-Erscheinungen, welche auf Herzschwäche beruhten, nahmen im Laufe des Nachmittags zu, bereits um Mitternacht verlor die hohe Frau das Bewußtsein, und vorgestern Nachmittag trat in Gegenwart des Prinz- Regenten und des jüngsten Sohnes, des Prinzen Friedrich Wilhelm, der Tod ein.

Politische und unpsttttsche Nachrichten.

(D rpeichen-Buree»Herold'.)

Berlin, 9. Oktbr. Außer dem Großherzog von Baden kommt heute auch dessen Schwägerin, die Prinzessin Wilhelm von Baden mit ihren beiden Kindern, die Erbprinzessin von Anhalt und Prinz Max hier an. Morgen wird auch die Braut des Prinzen Max, die Großfürstin Helene mit ihrer Mutter der Großfürstin Wladimir hier eintreffen, um dann dem Kaiserpaar in Potsdam vorgestellt zu werden.

Stuttgart, 9. Oktbr. Der sozialistische Parteitag ist gestern peschlossen worden. Als Ort des nächsten Parteitages wurde Hannover bestimmt. In den nächsten Parteitag wur­den gewählt Bebel als Vorsitzender, Auer als Secretär und Gerisch als Kassierer.

Wien, 9. Oktbr. Die Anweisung des Ministers des Innern betreffs die Ausweisung von agitatorisch auftretenden Ausländern richtet sich, wie von informirter Seite verlautet, hauptsächlich gegen die immer mehr zunehmende Agitation der Deuisch-Nationalen in Böhmen.

Bozen, 9. Oltbr. In verschiedenen Theilen Südtirols fanden gestern heftige Erdbeben statt.

sitzen wir einzelne Stücke, die besser sind, als die des be­rühmten Züricher LandeSmuseums; ein Lederstück von der Größe des unseren kann Zürich nicht aufweisen. Die Holz- geräthe Zürichs sind gegen die Fuldaer Funde unbedeutend. Unsere Station scheint alle Altersstufen aufzuweisen: vom rohesten Stein- und Knochengeräth bis zur Römer­scherbe rc."

Bismarck's Memoiren. Der »Allg. 3tg." zufolge führen Bismarck's Memoiren den Titel ^Gedanken und Er­innerungen*. Schon im Jahre 1889 fragte der Cotta'sche Verlag beim Fürsten Bismarck an, ob er Memoiren besitze. Bismark erwiderte, er habe nichts und könne, so lange er^im Amte sei, keine Auszeichnungen machen. Nach seinem Rück­tritt im Juli 1890 kam ein Abkommen zu Stande, wodurch Cotta der Verlag übertragen wurde. Der Titel rührt von Bismarck her. Bismarck diktirte Lothar Bücher sreisprechend. Genaue Daten hatte Bücher nachzutragen. Nach Bachers Tode half Dr. Chiysander dem Fürsten. Die Herausgabe des Werkes besorgt Professor Horst Kohl. Im November 1898 erscheinen zwei Bände. Die ^Allg. Ztg.* bemerkt, wer sensationelle Enthüllungen erhoffe, weree enttäuscht werden, es seien hauptsächlich ernste Gedanken und Erinnerungen, die Bismarck noch beim Scheiden dem deutschen Volke als letztes Vermächtniß hinterlasse.

Ne«es Opern-Unternehmen. Ein Konsortium von reichen Kunstfreunden hat sich zusammengethan, um mit dem Aufwande von zweieinhalb Millionen Mark ein neues Opern­haus im Westen von Berlin, für das der Bauplatz bereits vorhanden ist, z« errichten. An die Spitze dieses Unter­nehmens soll ein Kapellmeister von Weltruf gestellt werden, bis jetzt ist er aber leider noch nicht gefunden. Felix Wein- gartner, dem mau diesen Direktionsposten mit 60000 Mark jährlichen Einkommens antrug, hat kurzweg ohne Angabe von Gründen ausgeschlagm. Nun wird mit einem zweiten her-