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für Stadt- und Land« kreis Hanau 10 ^ bk 4gespaltene Garmond- zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.

Nr. 55.

Zugleich G

Amtliches Grgsn für Htsöt- unö Lanökreis Hanau

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Montag den 7. März

Hierzu

Im Rcklamcntheil die Zeile 20 ^, für Auswärts 30 ^.

1898

-nothwendig erachtete er bitfe Bedingung nicht. Im übrigenuntergeordneten Neben- und Einzelfragen vorläufig noch aus Amtliche Beiiaae" Nr. 20. M?." T^"1 M''«u^»"M j«w^^

- fünf Jahren für geboten, von einer Erörterung über bte ---------

Einzelgestaltung der zukünftigen Handelspolitik zur Zeit noch

ch 6 n.

Abstand zu nehmen.

IN lctztcrm Punkte pfl-Ltete d. .weite Pednee den mt(M «« U R-ch'N d-r J»d M-, d-- GmnB-eck, den Mmis.e-iumS ist eine mmitt-lba« Witkune, bet

fu^ungen des Atz-°rdn-!-n M-Ler du.chnuz Bet. Auch - Spe-ch-nn-rordnung tät die Beut» - czechi'chen Provinzen. . - tellungnahme zu den Ewzelsragen der kunfttgen s ^ mU Versömungswerk erreicht" weil er

Die Bekanntmachung vom 16. Februar 1898 (?. 1650) erst von der ^wettern Entw-cklung der Ver- -

in Nr. 16 der Amtlichen Beilage zum Hanauer Anzeiger!^ abhängig machen, ^m übrigen fand er warme

Nr. 42 vom 19. Februar 1898, betreffend die Errichtung! Zotte, um mif bie Interessen-Gememschaft von Landwrrth. von 5 Doppelwohnhäusern am Kinzigheimerweg durch ben! Bsibnstne hmzuwelsen. mdust^re und L^ndwulh-

Kunst-und Handelsgärtner Ludwig Küchler, wird hierdurch.!^^ w^ Sparst. In dresem

zurückgezogen. Gleichzeitig wird der auf den 10. März d. J. ®wne habe ich schou seit 1876 mit ^;mt v. Kardoiff zu-

NMMches.

^faMfttei« ^anau.

Kekamitmachnng.

wollte seine S

Handelspolitik erst von der wettern Entwicklung der Ver-

anberaumte Termin aufgehoben. Hanau am 5. März 1898.

Königliche Polizeidirektion.

P. 2334

Gefunden: Am 2. d. Mts. auf der Straße von Hanau nach Bruchköbel ca. 1520 Pfd. Fett; Empfangnahme bei dem Straßenarbeiter Jakob Müller zu Mitt'.lbuchen. Ein Portemonnaie mit etwas Geld und Konsummarken. Ein voll­ständiges Gebiß. Eine Chaisenlaterne. Ein Geldstück. Eine Reisetasche (Tornister) von einem Reisenden mit verschiedenem Inhalt. Ein gelber Ring (in Oberissigheim).

Entlausen: Ein gelber Pinscher, ein schwarzer dänischer Doggenhund mit weißer Brust und weißen Pfoten, ein gelber glatthaariger Pinscher, ein gelber Pinscher, sämmtl. m. Geschl.

Verloren: Ein graues Kinderrädcheu.

Hanau am 7. März 1898.

sammengearbeitet."

Entsprechend den Forderungen der Sank

die Opposition der Czechen gegen sich herausgefordert hat, ohne das Mißtrauen der Deutschen zu zerstreuen, da die ganze Art seiner Verhandlung mit ihnen deutlich die Me­thode erkennen ließ, daß er sich auf zwei Stühle zugleich zu setzen beabsichtigte. Neue Stürme mußte er also im Par­lament erwarten, denen er sich bei seiner Kautschucknatur

wirthschaft wurde von demselben Redner ferner der autonome

i um so weniger gewachsen fühlte, als er die Schwierigkeiten

Tarif als die nothwendige Grundlage für unsere Handels- vcriräge hingestellt.

des volkswirthschaftlichen Ausgleiches mit Ungarn nicht zu

Als Vertreter der landwirthschaftlichen Interesse» bemühte sich Graf Kanitz, zunächst nachzuweisen, dag auch für die Jn- : dustrie kurzfristige Handelsverträge von ungleich höherm - : Werthe sind als die Verträge, durch welche die einzelnen Zoll- i sätze auf längere Zeit hinaus festgelegt werden. Jnd-sse» hatte biefer Theil seiner Ausführungen nur eine rein ibi o=; -relische Bedeutung. Füglich bleibt auch nach der Meinung k s Grafen Kanitz die Wahrung der industriellen Inter­essen am besten der Industrie selber überlassen.Wir Land- ! wirthe haben gegen lange Verträge nichts einzuwmden, wenn ; bie Getreidezölle nicht gebunden werden." Hier liegt der be-

drutsame Kern- und Angelpunkt für die VtWHignr g. Graf

überwinden vermochte. Seinem Nachfolger hinterläßt er keine angenehme Erbschaft.

Die bulgarisch türkische» Beziehungen haben sich neuerdings verschlechtert. Wie ein Telegramm aus Kon- stautinopel meldet, hat der bulgarische diplomatische Agent Markow an die Pforte- eine Note gerichtet, in der er um Aufklärung über die Bewegung der türkischen Truppen an der bulgarischen Grenze ersucht. Die Pforte dagegen hat an ihre Vertreter im Auslande ein Zirkalarschreiben gerichtet, in welchem sie ihnen mittheilt, daß im Vilajet Kossowo ein Türke ermordet worden sei, welcher den B Horden das Vor­handensein von Waffen bei Bulgaren verrathen hatte. Das Gerücht, daß brlgarisch - macedonische Banden die mace-

-Esarm Kern- und Angelpunkt für dre Pcrstandigu-g. Graf donischr Grenze überschritten iätten, wird mit Rücksicht . Kanitz hat sich rucht gegen eine Bindung lämmtsicher land- j auf die gegenwärtige Jahreszeit, welche die Bewegungen von ! mirtbirfinitHrfwn Krreuanilsi- fnnlwn tntr nennt eine W*» cn-t r-t.- .tx___: ^ ^__.._..__r *ia ...i._rx..

Die Sammlungs-Politik im Abgeordneten­hause.

Im Abgeordnetenhause hat eine ausgedehnte Debatte über die Frage der wirthschaftlichen Sammlungs-Politik fiafge- funden. Ein versöhnlicher Ton durchklang die Verhand­lungen und es darf die Hoffnung ausgesprochen werden, daß infolge der offenen Aussprache ein weiterer erfolgreicher Schritt auf der Bahn der Verständigung der wichtigsten Erwerbs-

wirthschastilchen Erzeugnisse, sondern nur gegen eine solche Banden sehr erschwert, in Konstantinopel als unwührschein- der Getreidezölle ausgesprochen. Indem die Vertreter der s lich betrachtet. Die russische Botschaft hat bei der Pforte Industrie in diesem Punkw weitgedeudes Entgegenkommen! Vorstellungen erhoben wegen eines Vorfalles in Artati am zagten und von industrieller Seite anerkannt wmde, daß eine Marmarameere; Muselmannen hatten daselbst den griechischen

Bindung der Getreidezölle nicht unbedingt nothwendig sei, ist der Boden für einen wirksamen Interessen Ausgleich ge­schaffen.

Auf jeden Fall haben die Erörterungen im Abgeordneten- Hause bewiesen, dsß die politischen Parteigegensätze hinter dem Gedanken der wirthschaftlichen Lammlunge-Polittk mehr und mehr zurücktreten. In steigendem Maße bricht sich die Ueder-

Friedhof und zwei griechische Kirchen geschändet, wobei es zum Streit gekommen sein soll, bei dem mehrere Personen ge tödtet und verwundet worden seien.

gruppen unsers Volkes gethan worden ist.

Als Vertreter der Industrie bezeichnete der Abgeordnete Möller die Bindung unserer Zollpolitik durch Handelsverträge auf bestimmte Zeit hinaus als eine Lebensfrage für die In­dustrie und den Handel, ließ aber gleich eilig die Frage offen, ob und in welchem Umfange bei künftigen Handelsverträgen

Preußischer Landtag. Abgeordnetenhaus. (Sitzung vom 5. März.)

Das Abgeordnetenhaus begann heute die zweite Berathung

zeugung von der Nothwendigkeit eines einmüthigen Zas mmen- gehens der erwerbstdätigen Stände zum Schutze der nationalen j

Arbeit und Abwehr des innern Feindes Bahn. Diese für des Etats des Ministeriums der geistlichen, Un = das zukünftig-; Geschick unserer Nation entscheidende Einigung terrichts- und Medizinal-Angelegenheiten. Beim aber wird dann am wirksamsten gefördert werden, wenn zur EinnahmetitelEvangelischer Kultus" findet Abg. v. Strom- Zeit nur ihre Nothwendigkeit unter ganz allgemeinem Ge- beck (Ctr.) es auffällig, daß fast alle evangelischen Neben-

die Getreidezölle gebunden werden sollen. Für unbedingt sechespankte auks ausdrücklichste betont wird, dagegen alle fonds juristische Persönlichkeit hätten und vom Etat ausge-

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Ferrilletsn

In der Stadt des Todes.

Erbarmungslos wüthet in Bombay wieder die Pest. Schon im Rückgang begriffen, ist sie mit erneuter, schrecklicher Gewalt ausgebrochen, nach Hunderten zählen die Opfer, die sie täglich fordert. Der nach Indien entsandte Spezial- berichterstatter desBerl. L. - A." Herr Dr. Wegener hat auf die neuen schlimmen Mel ungen hin nun Bombay auf- gefu^t. Nicht achtend der schweren Gefahren, welche die Be rührung des Seuchengebiets demjenigen bringt, der seinen Boden betritt, eilte er in das Cenirnm der Pest. Mit dem Wagemuth des deutschen Forschers ist er furchtlos mitten in den Bereich des Todes getreten, an das Lager der Gemar­terten, und hat bei einem Besuche der Baracken mit eigenem Auge die furchtbar entstellten Opfer gesehen, welche von dem tückischen Würger niedergeworfen morsen sind. Seine Ein­drücke. und Erlebnisse gibt Dr. Wegener nunmehr in der nachstehenden Schilderung wieder.

Bombay, 18. Februar.

Die Nachrichten über das Wüderaufflackeru der Pest in der Stadt und der Präsidentschaft Bombay lauteten während der Wochen, die ich seither in Ceylon und Indien zugebracht habe, täglich schlimmer und schlimmer. Ich hielt es deshalb zuerst für gut, Bombay auf meiner Reise zu umgehen, weil ich besorgte, beim Verlassen der Stadt in Quarantäne ge­halten zu werden.

Inzwischen wurde mir die Gewißheit, daß der Europäer beim Verlassen Bombays nur eine kurze Untersuchung durch - zumachen habe. Unter diesen Umständen schien meine Bericht- erstatteipflicht es mir doch zu gebieten, die Stadt aufzusuchen und eine sichere Anschauung über den gegenwärtigen Stand

der Krankheit zu gewinnen, die so tief in das ganze Leben Indiens eingreift und über die in Europa so wenig zuver läfsige Nachrichten verbreitet sind.

Bei meinem Eintreffen in Bombay wandte ich mich noch am selben Tage an das städtische Gesuutsheitsamt mit der Bitte um zuverlässige Informationen. In der zuvorkommendsten und befriedigendsten Weise wurde mir denn auch am nächsten Tage von den leitenden Persönlichkeiten, dem acting Health officer Mr. Leask und besonders dem um die Beobachtung und Bekämpfung der Pest außerordentlich verdienten Dr. T. Weir, jede Auskunft, die ich wünschte, gegeben, mündlich so­wohl wie durch amtliche gedruckte und ungedruckte Memo­randen, Reports und statistische Diagramme. Durch eigene Anschauung und Gespräche mit hier lebenden Personen suchte ich die dort gewonnenen Einblicke zu ergänzen und bin daher vielleicht im Stande, einen so weit mriäßlichen Bericht zu gtben, wie dies bei der Kürze der Zeit von einem Nichtsach­mann erwartet werden kann.

Im Sommer des Jahres 1896 wurde es zur nicht mehr wegzudeutelnden Gewißheit, daß die Bubomn oder Beulcn- Pest im Mandai-Viertel von Bombay ausgebrochen sei. Woher das Uebel gekommen und weshalb es sich gerade jetzt so entfalten konnte, gehört zn den vielen Räthseln, mit denen diese großen Seuchen auch nach der Feststellung ihrer Bacellen noch immer so dicht umgeben sind.

Die Seuche ergriff langsam einen Stadttheil Bombays nach dem andern, und ihre Stärke nahm zu, je weiter die kühle Jahreszeit fortschritt. Die höchste Wuth erreichte sie im Februar 1897, wo zwischen 200 und 300 Fälle täglich vor- kamen. Das Maximum der vorjährigen Fälle trat am 30. Januar 1897 mit 307 Todten ein. Von hier an nahm die Kraft der Seuche ab bis z»m Ende des Juli, wo nur noch durchschnittlich zwei, drei Fälle am Tage austraten. Im Ganzen gelangten während dieser Pestperiode 12,697 An-

fälle zur Kenntniß der Behörden, von denen 10,724, also ein außerordentlich hoher Prozentsatz, tödtlich endete.

Mit dem Anwachsen der Seuche entstand eine fieberhafte Panik in Bombay und eine fluchtähnliche Auswanderung großer Menschenmass n. An 400,000 Personen sollen in der vorjährigen Pestsaison die Stadt verlassen haben. Zweifellos ist darunter eine große Anzahl von bereits infi- zirten Personen gewesen, zumal da es zu den eigenthüm­lichsten Begleiterscheinungen dieser Krankheit gedört, daß die Patienten bei einem bestimmten Tewperaturgrade von einer Art angstvollem Wandertrieb besaßen werden, der sie nicht daheim duldet. Gerade an den Bahnhöfen erscheinen sie massenweise, um irgendwohin zu reisen, ohne angeben zu können, warum. So wurde die Pest sehr bald auch in die Umgegend verbreitet, nach Osten und Südosten, wo sie sich besonders in der Stadi Puna furchtbar entfaltete, und längs der Küste hinauf bis nach Kurretschi und weiter nach Haide- rabad in der Landschaft Sind.

Was die Symptome der Krankheit betrifft, so sind sie wohl geeignet, einer Volksmenge Entsetzen einzuflößen. Vor allem die furchtbare Schnelligkeit ihrer Entwickelung. Man hat Fälle, wo der Patient während dreier Stunden gesund und todt war. In der Regel dauert es bei den in die Hospitäler gebrachten Kranken etwa^ einen bis zwei Tage. Wer den dritten übersteht, hat Aussicht auf Genefung. Der Anfall setzt ein mit einem Fieber, das rasch sehr heftig wird und sich später bis zum Deliriren steigert. Zur Beurtheilung, ob das Fieber von einem Pestanfall herrührt, muß der Pa­tient, so sagte mir ein Plague-Kommissioner, die Zunge herausstrecken, und ein eigenthümliches und oecillirendes Zittern, das er durch keine Willensanstrengung unterdrücken kann, gilt als ein sicheres Merkmal für die Seuche. Das Entscheidende ist aber erst das Erscheinen der Pestbeulen, großer Anschwellungen am Halse, unter den Armen oder an