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Amtliches Grgsn für SksSt- unS LsnöKreis Hanau
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 4.
Amtliches, ^anö&rei# ^anau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
In Altenstadt, Kreis Büdingen, ist die Maul- und Klauenseuche erloschen und die Sperre aufgehoben worden.
Hanau am 5. Januar 1898.
Der Königliche Landrath
v. Schenck.
Dienstiiachrichtcn aus dem Kreise.
Verloren: Ein seidenes Arbeitstäschchen mit Arbeit. Ein großer Hundemaulkorb. Ein Doppelschlüssel; dem Wiederbringer eine Belohnung.
Gesunden: Eine schwarze Knabenpelzkappe. Ein Paar Kinderschlittschuhe.
Hanau am 6. Januar 1898.
^taötUret^ ^anau.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Jeder Militärpflichtige, welchem über seine Dienstpflicht eine endgültige Entscheidung der Ersatzbehörden noch nicht ertheilt ist, hat sich in der Zeit vom 15. Januar bis zum 1. Februar - I. bei dem hiesigen städt Meldeamte (Langstratze 41 Part rechts) zur Retrutirungsstammrolle zu melden, bei Vermeidung der im Gesetze angedrohten Nachtheile.
Für solche Militärpflichtige, welche ohne an einem anderen Orte im deutschen Reiche einen dauernden Aufenthalt zu haben, abwesend sind, haben deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brododer Fabrikherren die Anmeldung zu besorgen, ebenfalls bei Vermeidung der im Gesetze angedrohten Nachtheile.
Diejenigen Militärpflichtigen des Jahrgangs 1878, welche außerhalb Hanau's geboren, haben bei Anmeldung zur Stammrolle ihren Geburtsschein, welcher von dem Standesamte des Geburtsortes für diesen Zweck gebührenfrei ausgestellt wird, vorzulegen.
Hanau am 3. Januar 1898.
Der Oberbürgermeister
Dr. Gebeschus. 153
NtMihlk« W Handtlskammr 1898. Handelskammer zu Hanau.
Gemäß § 46 des Gesetzes über die Handelskammern vom 24. Febr. 1870/19. Aug. 1897 sind für die Handelskammer vor dem 1. April ds. Jhs. Neuwahlen der Mitglieder vor- zunehmen. Zur Vorbereitung tiefer Wahlen ist gemäß § 11
Fenilletsn.
Das gesangliche Heben unserer Vaterstadt.
Hanau, 5. Januar.
(Fortsetzung statt Schluß )
Der Zweitälteste Verein ist der
Weins'sche „Gesangverein."
Derselbe trat im Jahre 1856 ins Leben und führt seinen Namen nach dem Gründer und langjährigen Dirigenten Herrn Musikdirektor Weins (lebt gegenwärtig in Wiesbaden.) Die gründliche Pflege des Gesanges zeitigte schon in früheren Jahren in geranntem Verein die herrlichsten Früchte. Durch gesanglich begabte Mitglieder, welche dem Verein nach und nach bei- traten, wurde unter der Leitung tüchtiger Dirigenten der Gesang auf die Höhe gebracht, welche mit Interesse und Spannung den Aufführungen entgegen sehen ließ. Der Verein pflegt den Kunst- und Volksgesang in harmonischer Weise und durch alljährlich 2 arrongirte Konzerte, unter Mitwirkung namhafter Solisten, legen die „Weinser" Proben ihres trefflichen Könnens ab. Die rege Betheiligung der hiesigen Bürgerschaft bei den verunstalteten Konzerten ist Zeugniß dafür, wie sehr die Leistungen anziehen und welcher Sympathie sich der Verein erfreut. Die gegenwärtige musikalische Direktion liegt in Händen des Herrn Adolf Müller aus Fronkfurt a. M., dessen vorzüglicher Leitung es gelungen, ist, prächtige gesangliche Resultate zu erzielen. Den Vorsitz führt heute Herr F. Metzler, ein rühriges und langjähriges, eifriges Mitglied des Vereins.
Im Jahre 1881 beging der Verein das 25jähr. Jubüaum.
Bei allen deutschen Sängerfesten war in früherer Zeit der Berlin durch Deputationen vertreten, auch bett eil igte er sich an sämmtlichen Bundtsfester. Der Weins'sche Gesang
Donnerstag den 6. Januar iJBUlMMm—MBHES»^^
desselben Gesetzes für jeden Wahlbezirk eine Liste der Wahlberechtigten ausgestellt worden, welche eine Woche lang öffentlich auszulegen ist. Diese Auslegung findet in der Woche vom 10. bis zum 15. dss. Mts. statt und zwar für den Wahlbezirk Stadt- und Landkreis Hanau im Sekretariate der Handelskammer (Hanauer Stadtschloß), für die Wahlbezirke Kreis Gelnhausen, Kreis Schlächtern, Kreis Fulda, Kreis Hünfeld und Kreis Gersfeld auf den betreffenden Landrathsämtern.
Einwendungen gegen die Listen sind innerhalb einer Woche nach beendeter Auslegung, d. i. bis spätestens zum 22. dss. Mts., bei uns anzubringen.
Hanau den 6. Januar 1898.
Die Handelskammer.
C a n t h a l.
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Abkommen zwischen Deutschland und China.
Berlin, 5. Januar. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Nach einem heute hier ein getroffenen Telegramm aus Peking ist hinsichtlich der Ueberlassung von Kiaotschau zwischen der deutschen und chinesischen Regierung eine Verständigung erzielt worden, welche im Wesentlichen folgendes enthält; Der deutschen Regierung soll dadurch die Erfüllung ihres berechtigten Wunsches ermöglicht werden, ebenso wie andere Mächte einen Stützpunkt für Handel und Schiffsahrt in den chinesischen Gewässern zu besitzen. Die Ueberlassung hat die Form eines Pachtvertrages von längerer Dauer und es steht der deutschen Regierung frei innerhalb des überlassenen Gebietes alle nöthigen Baulichkeiten und Anlagen zu errichten und die für den Schutz derselben erforderlichen Maßregeln zu treffen. Das überlassene Gebiet umfaßt das gesammte innere Wasserbecken der Kiaotschau-Bucht bis zur Hochwassergrenze. Ferner die südlich und nördlich vom Eingänge der Bucht liegenden größeren Landzungen bis zu deren natürlicher Abgrenzung durch geeignete Höhenzüge, sowie die innerhalb der Bucht und vor derselben gelegenen Inseln. Das abgetretene Gebiet hat einen Gesammt- inhalt von einigen Quadratmeilen, welche von einer größeren rings um die Bucht gezogenen Zone eingefaßt sind, innerhalb
welcher keine Maßnahmen oder Anordnungen chinesischer,eits
i dem Nyaffa hinzieht. Hier sind noch einige schwierige Punkte ohne deutsche Zustimmung getroffen werden dürfen; insbe-, zu erledigen, doch unterliegt es keinem Zweifel, daß die Ab- sondere dürfen der deutscherseits für nothwendig erachteten machung sich in bestem Einverständniß mit Portugal voll- Regulirung der Wasserläufe keine Hindernisse entgegengesetzt ziehen wird.
«erden. Um Konflikte zu vermeiden, die das gute Einver-
nehmen zwischen den beiden Mächten beeinträchtlgen könnten,
nehmen zwischen den beiden Mächten beeinträchtlgen könnten, Vermögenssteuer eingeführt ist, wird, wie die „Nordd. Allg. hat die chinesische Regierung für die Dauer der Pachtzeit alle Ztg." schreibt, in diesem Jahre eine Veranlagung dazu nicht
die ihr in dem überlassenen Gebiete zustehenden Hoheitsrechte
auf die deutsche Regierung übertragen. Pachtzeit und Pacht- zeitig mit dem Pei anlagungsforwular für die Einkommen- summe sind in dem sehr kurzen Telegramm, welches den Ab-' steuer ein solches für die Ergänzungssteuer zuging, ist das
verein nimmt außerdem an allen, das gesangliche Leben hiesiger Stadt betreffenden Angelegenheiten, regen Antheil.
In der Reihe der Hanauer Gesangvereine nennen wir ferner
den Gesangverein „Eintracht".
Am 4. Dezember 1867 wurde im Gasthaus „zur weißen Taube" zu genanntem Verein der Grund gelegt.
Ursprünglich führte er den Namen „Gesangkränzchen Eintracht". Die Gründer sind die Herren: Wilh. Becker, Hch. Heil, Louis Harig, Wilh. Honim, G. Joseph, Hch. Paar, Wilh. Pötz, Louis Renner, Th. Riehl, Ph. Seelig, Jean Sieling, Emil Spähn, I. Weber, G. Winkler. Als Aufgabe stellte sich der junge Verein die Pflege des deutschen Mäunergesanges und die Förderung deS geselligen Verkehrs. Die Leitung des Gesanges wurde Herrn Opfermann übertragen. Nach einem Jahre tonnte der Verein, durch Zuwachs neuer Mitglieder verstärkt, sein Stiftungsfest feiern und die ersten Proben seines Könnens oblegen und damit die Lebensfähigkeit zeigen. Kurze Zeit nach dieser Festlichkeit schied jedoch ein Theil der Gründer aus dem Gesangkränzchen aus; andere gingen in die Fremde. Nachdem wieder neue Mit glieder gewonnen waren, fand eine Umwälzung der bestehenden Verhältnisse statt. Das Gesangkränzchen blühte fitzt wieder neu auf. Zu Anfang des Jahres 1869 hatte dasselbe 14 Mitglieder. In diesem Jahre war ihm, wenngleich gering an Zahl, zum ersten Male Gelegenheit geboten, vor einem größeren Publikum gelegentlich eines Ausfluges nach Keffelstadt im Gasthans „zum Anker" zu singen. Die nachfolgende» Stiftungsfeste und gesanglichen Veranstaltungen erfreuten sich der größten Sympathie bei einem großen Theil hiesiger Bürger. Namentlich hat der Gesangverein „Eintracht" mit der Turngemeinde und dem hiesigen Kriegerverein von jeher in den besten Beziehungen gestanden. Nach und nach entwickelte sich der Verein, und die gesanglichen Leistungen
1898
schluß meldet, nicht angegeben. Sollte sich aus irgend einem Grunde die Kiaotschau-Bucht für die von der deutschen Regierung in Aussicht genommenen Zwecke als nicht paffend erweisen, so wird die chinesische Regierung, nachdem sie sich mit der deutschen Regierung darüber ins Einvernehmen pesetzt hat, der letzteren an einem anderen Punkte der Küste ein für den inS Auge gefaßten Zweck bester geeignetes Gebiet überlassen. Die chinesische Regierung wird in diesem Falle die von der deutschen Regierung im Kiaotschau-Gebiet errichteten Baulichkeiten, Anlagen 20. übernehmen und die dafür verausgabten Beträge ersetzen.
Tagesschau.
Von der Marine. Laut telegraphischer Meldung an das Ober Kommando der Marine ist S. M. S. „Gneise- nau", Kommandant Kapitän zur See Hofmeier, am 31. Dezember in La Guarya angekommen und am 3. Januar nach Jacmel auf Haiti in See gegangen.
Die Grenzregulirnng der westlichen Grenze von Deutsch Ostafrika nach dem englischen Gebiet wird nun auch in Angriff genommen. Nach dem englisch-deutschen Abkommen vom Jahre 1890 ging die Grenze den Songwe- Fluß aufwärts von seiner Mündung in den Nyassa-See bis zu einem aus den Karten festgelegten Punkte, machte dann mehrere ganz merkwürdige Sprünge bis zu dem Vereinigungspunkte des Nord- und Südarmes des Kilamboflustes, welchem sie dann bis zu seiner Mündung in den Tanganyika-See folgte. Der Lauf der Grenze war im Allgemeinen nach Maßgabe einer Karte des Nyassa-Tanganyika-Plateaus angegeben, welche im Jahre 1889 amtlich für die britische Regierung angefertigt worden war. Seit einiger Zeit nun waren zahlreiche Fragen über die Lage einiger Dörfer an den Ufern des Songwe und ihre Stellung aufgetaucht. Es wurde daher von A. Sharpe, dem englischen Kommissar in Britisch- Zentral-Afrika, und Lieutenant von Elpons, dem Stationschef von Langenburg, eine vorläufige Grenzlinie bis zur defini- ven Grenzregulirung vereinbart. Nachdem nun auch der östliche Theil der Rovuma-Grenze, welche uns von den portugiesischen Besitzungen trennt, festgelegt ist, bleibt nur noch die eine Parthie übrig, welche sich vom Rovuma westlich nach
Vermögenssteuer. Zum ersten Male, seitdem die
vorgenommen. Während sonst den Steuerpflichtigen gleich-
gewannen unter der Leitung des Herrn Lehrers HauSmann immer mehr an Bedeutung. Im Jahre 1878 war der Mitgliederbestand 34 — 20 aktiv, 14 passiv. In demselben Jahre legte Herr Hausmann das Amt eines Dirigenten nieder und Herr Lehrer W. Hamburger wurde für diesen Posten gewonnen.
Für das Gesangkränzchen begann jetzt eine neue Aera. Die Festschrift, welche gelegentlich des 25jährigen Stiftungsfestes her ausgegeben wurde, besagt: „Immer mehr erkannten die Mitglieder, daß sie sich einem Manne anvertraut hatten, welcher mit vielem Geschick und großer Hingabe die Einstu- diruvg neuer Chöre leitete, auch sein ganzes Können einsetzte, eine wohlgeschulte Sängerschar heranzubildeu."
Dem durch stetige Mitgliederaufnahme an Zahl immer größer werdenden und in den weiten Kreisen unserer Vaterstadt bekannten Gesangkränzchen verlieh man im Jahre 1882 den Namen: „Gesangverein Eintracht". Genannter Verein hat es verstanden, sich eine achtunggebietende Stelle zu erringen. Er hat sich bis heute zu einer Höhe emporgeschwun- gen, welches die Mitglieder mit Freute und Stolz erfüllen muß. Er verfügt nicht nur über vorzügliche ges-ngliche Kräfte, die jederzeit mit Lust und Liebe ihrer Thätigkeit obliegen, sondern auch über strebsame und ihre Aufgabe mit Ernst er- fasfende Vorstandsmitglieder. Von der hohen Aufgabe des Vereins durchdrungen, hat der jetzige langjährige Vorsitzende Herr Jean Gleis eine energische Thätigkeit entwickelt und in seiner ^Stellung als Vorsitzender und Sänger zum Aufblühen des Vereins wesentlich beigetrogen. Gegenwärtig zählt der Verein ungefähr 60—70 aktive Mitglieder und das gesangliche Auftreten derselben zieht stets eine große Zahl Sänger und Freunde des Gesanges an.
Der Gesangverein „Tonblüthe"
ist dcrZeitfoige nach der vierte Der ein, welcher in Hanau ins Leben trat. Er ist ebenfalls aus der Turngemeinde hervorgegangen.