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für Sradt- Bs* freie Hanau 10 >4 bte 4gespallene Garmond- zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^

Nr. 258

Amtliches Args« für Slsöt- unS Lsnökreis Hsnsn

ErfcheLst täglich mit ANsuahme der Gönn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Freitag ton 4. November

Hierzn

Amtliche Beilage" Nr. 72

8

Nkkavlltmachungel! des Königlichen Landrathsamtcs.

In Langendiebach ist die Maul- und Klauenseuche er­loschen und die Orts- und Gemarkungssperre wieder auf­gehoben worden.

Die Herren Ortsvorstände wollen Vorstehendes ortsüblich bekannt machen.

Hanau am 4. November 1898.

Der Königliche Landrath.

V. 11978 I. V.: vr. Becker, Reg.-Assessor.

Die am 27. v. Mts. infolge Ausbruchs der Schweine- Rothlaufseuche für die Stadt Windecken angeordnete Ortssperre für Schweine wird hiermit aufgehoben.

Die Herren Ortsvorstände wollen Vorstehendes sofort ortsüblich bekannt machen.

Hanau am 4. November 1898.

Der Königliche Landratb.

V. 11982 I. V.: Dr. Becker, Reg.-Assefsor.

Dicilstgschrichtcn aus dem Kreise.

Gesunden: Eine silberne Damenremontoiruhr. Ein graues Kinderrädchen, mit brauner Kordel besetzt. Ein Gesindedienstbuch und ein Kassenquittungsbuch, beide lautend aus den Namen Frida Haar aus Pfäsfingen in Württemberg.

Entflogen: Eine Lachtaube.

Zugelaufen: Ein schwarzer Schäferhund m. Geschl.

Hanan am 3. November 1898.

im deutschen Reiche und aus andern Ländern, von neuem Zeugniß für seinen tiefen Glauben auf dem Grunde der Reformation abgelegt. Mit gerechter Genugthuung können alle Protestanten darauf blicken, daß nun da, wo die Christen anderer Bekenntnisse schon längst in eigenen Gotteshäusern für die Gnadenttat der Erlösung Dank opfern, auch der Kirche der Reformation eine bleibende Stätte bereitet ist.

Die Bedeutung der Pilgerfahrt unsers Kaisers reichte aber von vornherein über dies Ereigniß für die protestan­tische Kirche hinaus. Es war nicht nur der treue Bekenn^r seines Glaubens, sondern der mächtige Kaiser aller Deutschen, der an den heiligen Stätten erschien eine glänzende That für die gesammte christliche Welt. Insbesondere wollte unser Kaiser nicht unterlassen, seine landtsväterliche Fürsorge für die katholischen Unterthanen auch bei dieser Gelegenheit zu bethätigen. Dies ist geschehen, indem er bei der ersten Be­grüßung durch deutsche Vertreter des katholischen Bekennt­nisses in Haifa die deutschen Katholiken seines kaiserlichen Schutzes, wo oder wann sie dessen bedürfen sollten, versicherte und indem er einen vom katholischen Verein vom Heiligen Lande längst vergeblich betriebenen Grundstücks-Erwerb zum Bau einer Kirche in hochherzigster Weise zum glücklichen Ende brächte. Es handelte sich um den Platz de la Dor- mition de la St. Vierge in Jerusalem, wo nach christlicher Tradition die Mutter des Heilandes gestorben sein soll. Dem Kaiser war es gelungen, unter Vermittlung 'des Sultans das Grundstück käuflich von den muhammedanischen Privat-Eigen­thümern zu erwerben. In Jerusalem verkündete dann Seine Majestät, daß er den Platz dem Verein vom Heiligen Lande zur freien Nutznießung übergebe. So sind die katholischen, wie die protestantischen Landeskinder unserm Kaiser zu großer Dankesschuld verpflichtet, die auch vom Vorstand des Ver-

Im Reklamenthei!

die Zeit« 20 ^, für Auswä«s 30 ^.

1898

spricht, weithin seine Strahlenwirkung ausüben und die Her­zen aller guten Deutschen zur Pflege praktischen Christenthums und nationaler Gesinnung erwärmen.

PoMifchs rmd LKpoMische NsKriMert.

L-ptscheu-Änres« »Herold".)

Berti«, 3. Novbr. Dem BerlinerLokalanzeiger" wird aus Petersburg telegraphirt: Die russische Regierung sei sehr unzufrieden mit der Haltung des russischen Botschafters Sinowiew in Koustantinopel, da das russische Prestige neuer­dings bedeutende Einbuße erlitten habe. Sinowiew ist des­wegen nach Livadia zum Zaren berufen worden. Er hat seinen Abschied erhalten. Dies wird offiziell bei der Rück­kehr des Zaren bekannt gemacht werden. Sinowiew wird zum Mitglied des Reichsraths ernannt werden. Seine Stelle in Konstantinopel wird Jswolski, der jetzige Gesandte in München übernehmen. In Petersburger Regierungskreisen macht die bevorstehende Abberufung des russischen Botschafters in Konstantinopel viel Aufsehen.

Berlin, 3. Novbr. Der Zusammentritt der inter­nationalen Anarchisten-Konferenz wird, wie diePost" meldet, am 24. November in Rom erfolgen.

Berlin, 3. Novbr. Der hiesige Nordamerikanische General-Konsul Goldschmidt ist gestern Abend 9 Uhr an den Folgen eines Herzleidens gestorben.

Berlin, 3. Novbr. Der frühere Reichstags-Präsident, Freiherr von Boul, wurde zum Oberlandesgerichtsrath in Karlsruhe ernannt.

Berlin, 3. Novbr. Im Prozeß Harden nahm der Ge-

richtshof im Verlauf der gestrigen Verhandlung den Zeugen Dr. Berthold in eine Strafe von 36 Mk. eventuell fünf i Tae Haft, weil er sich weigerte, den Namen des ihm be-

eins vom Heiligen Lande, von der katholischen Presse, von! kannten Verfassers von dem Artikel: hohen Würverträgern, wie dem Kardinal Kopp, und schließ- nennen.

lich vom Papste selbst in warmen Worten anerkannt wor-

^Der Wahrheit Rache" zu

den ist.

Gefunden: Ein Zweimarkstück. Ein weißes Flanell­kindertuch.

Verloren: Ein Zwanzigmarkstück.

Hanau am 4. November 1898.

Zur Palästinafahrt.

Die Veranlassung zur Orientteise unsers Kaiserpaares lag, wie bekannt, in dem Wunsche, die evangelische Kirche in Jerusalem, deren Bauplatz seiner Zeit während der Pilger­fahrt des Kronprinzen Friedrich Wilhelm vom Sultan ge­schenkt worden war, feierlich einzuweihen. Bei der Feier in Jerusalem am 31. Oktober hat unser Kaiser Wilhelm II., umgeben von zahlreichen Vertretern der protestantischen Kirche *a»»!»»«s«««^^

FsMUetsir.

Der bauliche Zustand und der geplante Umbau des alten Rathhauses in Hanau.

Das Gutachten des Herrn Architekten M e h s aus Frank­furt a. M über die vorstehende Angelegenheit hat folgenden Wortlaut:

Im Jahre 1537 wurde das alte Rathhaus auf der Stelle des abgebrannten gräfl. Kanzleibaucs errichtet; letzterer soll im Jahre 1351 durch eine Feuersbrunst zerstört worden sein. Eine Urkunde im Stadtgerichtsprotokoll von 16081627 besagt dagegen, daßanno 1240 die Kanzlei abgebrannt sei."

Ueber den Zustand des alten Rathhauses im 16. und 17. Jahrhundert" gibt ein im Marburger Staatsarchiv be­findlicher Plan des Maurermeisters Heldmann in Althanau aus dem Jahre 1731 genaue Angaben. Darnach bestand das 3stöckige Gelände aus einem massiven 5,40 m hohen Erdgeschoß mit den heute noch gut erhaltenen Thoren, Fenstern und Freitreppe sowie aus 2 Obergeschossen, deren Frontwände zum Marktplatz, aus stark ausladenden Eichen­holzfachwerkwänden bestanden. Die Stirnseiten der beiden seitlichen massiven Staffelgiebel und im Sinne dieser charak- tcristiichen Banweise mit starken Auskragungen versehen.

In Höhe des 3,60 m hohen I. Stockwerkes saßen 2 stark vertretende Erker aus Fechwerk, links ein zweifenstriger und auf der rechten Seite ein solcher mit 4 Fenstern in der Front.

Das 3 m hohe II. Geschoß hatte 7 gekuppelte Fenster mit ungleich breiten ^wischenpfeilern. Das hohe Dach zeigte, dem innern Dochverband entsprechend, 3 Dachgaubenreihen, uvten und oben je 7 und in der Mitte 6 Gauben.

Wien, 3. Novbr. Wie aus Gmunden gemeldet wird, e t ist das Befinden der Großherzogin von Toscana besorgniß-

Die landesvaterliche Fürsorge hat nun noch neben der erregend.

religiösen eine hervorragend nationale Bedeutung. Noch kurz^

- . ~ I Paris, 3. Novbr.

vor der Reise waren im Vatikan zweideutige Aeußerungen sind gestern 12 Mann über den französischen Anspruch auf ein Protektorat über die Ein englisches Schiff Katholiken und katholischen Anstalten des Orients gefallen, f^ft selben konnte einen Anspruch, den ein mächtiges Reich, das seine eigenen g-genstände. Unterthanen selbst zu schützen in der Lage ist, nicht anerkenmn

kann. Die Vorgänge in Haifa und Jerusalem enthalten die; wirksamste praktische Bethätigung des deutschen Schutzrechtes, durch die sich alle Vertheidiger des französischen Protektorats-! Anspruchs beschäme fühlen müssen.

Möge der versöhnliche, wahrhaft christliche Geist, der aus allen Kundgebungen unseres Kaisers an den heiligen Sichten

Paris, 3. Novbr.

SK

Zu ebener Erde befand sich die große Rathhausballe, welche zu Marktzwecken eingerichtet war. Mächtige, stark armirte Unterzüge von Eichenholz trugen die Decken und Zwischenwände der oberen Stockwerke.

Die beiden Giebelseiten, sowie die Rückfront des Rathhauses, welche bei Belagerung der Stadt und bei eintretender FeuerS- gefahr am meisten den äußeren Beschädigungen ausgesetzt waren, bestehen aus starken Mauern, eine seltene Anordnuna, welche aber für die Bauart des Mittelalters sehr charak­teristisch ist.

Der heutige Zustand des Rathhauses, insbesondere die Fatzade am Marktplatz läßt deutlich einen Umbau konstatiren, welcher wohl im Jahre 1742 stattgefunden hat. Diesem Um­bau fielen in erster Linie die beiden Erker zum Opfer; dann wurde die Auskragung des II. Obergeschosses beseitigt und an Stelle der alten 7 Fenstertheilung die heute noch be­stehenden gleichmäßigen 9 Fenster eingebaut. sichtbare, roth angestrichene Eichenholz der beiden Fachwerks frontwände wurde, wie die ganze Front, mit einem Kalk- wörtelputz versehen. In dieser Weise wurden im vorigen Jahrhundert, der damals herrschenden Siylrichtung fol end, leider viele schöne und werthvolle Fachwerkhäuser des Mittel- alters verunstaltet. Das frühere Portal über der Freitreppe, welches auf dem Heldmann'schen Plan eine reiche Früh- renaissarcearchitektur, wie alle übrigen Theile des Rathhauses zeigte, ist durch die jetzt noch bestehende einfache Thürunnah- mung mit Jahreszahl 1742 ersetzt worden, und auf beiden Seiten derselben stellte man je eine ovale Fensteröffnung her.

Das jetzt freigelegte Holzwerk der Obergeschosse zeigt noch deutliche Spuren des ersten Bauzustandes, und außerdem be­kunden mancherlei Merkmale daran eine sehr mangelhafte und

Das vordem

technisch unvollkommene Bauaibeit während dieses Umbaues.

Zu dem jetzt geplanten Umbau dürfte als Hauptgesichts­punkt eine Wiederherstellung im Sinne des ersten

Bei einem Sturm in der Nordsee von einem Fischerboot umgekommen. ist gesunken. Die ganze Mann- gerettet werden, ebenso alle Werth-

In Domr wurde ein Franzose als der Spionage verdächtig festgenommen.

London, 3. Noobr.Standard" bestätigt die Ver­muthung, daß die Rüstungen gegen Rußland gerichtet seien. Dieselben kämen nicht unerwartet in Anbetracht der 'zunehmen­den Spannung im Norden Chinas. Es sei wahrscheinlich, daß Rußland Nintschwang besetzt habe.

Bauzustandes zweifellos ins Auge zu fassen sein, weil diese interessante Rathhausanlage und seine werth- vollen Architekturtheile aus der 1. Hälfte des XVI. Jahr­hunderts von großem kunstgeschichtlich und lokalhistorischem Werth sind. Es dürfte als ein nicht leicht wieder gut zu machen er Febler auzuiehrn sein, wenn man diesem, mit der Hanauer Geschichte aufs engste verknüpftem Bau ein anderes Aeußere geben wollte, wie er es in seiner Blüthezeit hatte.

Zu tiefem Zweck ist eine pietätvolle und möglichst ge­treue Wiederherstellung der beiden Erker, der Balkonkonsolen über dem Erdgeschoß, der Fachwandauskragung des 2. Stock­werkes, eine Ergänzung der Dachgauben und der eisernen Wetterfahnen auf den seitlichen Giebelspitzen zu empfehlen. Ferner irt eine Ergänzung der beschädigten Hausteine in den Seitengiebeln und der Rückfront, sowie die Erneuerung des weißen Putzes und des früheren sarbigm Anstriches des Holz- werkes und der Hausteine anzurathen. Von letzterem sind noch deutliche Spuren vorhanden.

AlS 2. Gesichtspunkt soll für die Wiederherstellung eine Anwendung der Frührenaiffancesormen maßgebend sein, von welchen in der Altstadt uns in der Nähe des RathhauseS noch werthvolle Beispiele erhalten sind. Letztgenannte Häuser b( festigen zu der Annahme, daß dieselben entweder direkt durch den Rathhausbaumeister oder unter seinem Einfluß er­baut worden sind.

Die durch den alten Putz beschädigten Fachwerkshölzer lasten sich ohne viel Mühe durch Abhobeln und einiges Er­gänzen wieder in Stand setzen.

Die Herstellung der beiden Erker und das Anbringen der Kopfbüge unter der ersten Geschoßauskragung bereiten keine technischen Schwierigkeiten.

Etwas schwieriger dagegen ist die Wiederherstellung der Geschoßauskragung des 2. Stockwerkes; dazu dürfte ich noch den Vorschlag empfehlen, wonach man an Stelle der jetzigen