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Freitag den 4. März
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1898
Amtliches.
^anöRrew ^anau. Bekauntmachungen des Königlichen Landrathsamtes. Landwirtschaftlicher Kreisverein Hanau.
Nächste Versammlung Samstag den 5. März, nachmittags 2 Uhr, im Gasthaus zum „goldenen Löwen" in Hanau.
Tagesordnung:
1. Geschäftliche Mittheilungen.
2. Wahl von 2 Delegirten zum Vereinsausschuß der Land- wirthschastskammer.
3. Besprechung des Gesetzes vom 19. August 1897, betr. die Verpflichtung der Gemeinden zur Bullrnhaltung.
4. Beschaffung von Saatprodukten.
Der vorgesehene Vortrag des Herrn Pros. Dr. Dietrich aus Marburg über die Anwendung künstlicher Düngemittel kann wegen Erkrankung des Herrn Referenten nicht stattfinden.
Der Vorstand.
Die Herren Bürgermeister des Kreises werden ersucht, obige Bekanntmachung des landwirthschastlichen Kreisvereins in ihren Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt z« machen. Hanau am 28. Februar 1898.
Der Königliche Landrath
v. Schenck.
Dicnstnachrichtcn aus dem Kreise.
Verloren: Ein Kinderpuppenwagen (in den Stadtgraben gerollt). Mitte Februar d. I. ein Siegelring mit dunklem Stein und den Buchstaben K. D.
Entlaufen: Ein großer schwarz und weißer Hund (russischer Windhund) m. Geschl.
Gefunden: Ein Zahngrbiß vom Unterkiefer (S Zähne). Hanau am 4. März 1898.
^taöt^rei^ ^anau.i
OMrwtmachuugeu des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Ich bringe hierdurch in Erinnerung, daß nach der Ordnung für die Erhebung einer Gemeindesteuer bei dem Erwerbe von Grundstücken im Bezirke der Stadt Hanau jebev Eigenthumserwerb eines im Stadtbezirke be- legenen Grundstücks innerhalb 4 Wochen nach dem Erwerbe dem Stadtrath anzuzeigen ist. Die Unterlassung der Anzeige zieht eine Strafe von 3—30 Mk. nach sich.
Hanau am 3. März 1898.
Der Oberbürgermeister
Dr. Gebeschus. 3190
Bekanntmachung.
Bei der am 25. Februar ds. Js. stattgefundenen Wahl der Stadtverordneten für die I. Wahlabtheilung haben insgesammt 49 Wähler von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Die absolute Stimmenmehrheit und zugleich die meisten Stimmen haben folgende Herren erhalten, welche somit gewählt sind:
1. Fabrikant Fritz Canthal,
2. „ Christ. Hamm,
3. „ Dr. Wilh. Heraeus,
4. „ Karl Kehl jun.,
5. „ Rudolf Küstner,
6. Kaufmann Heinrich Ott,
7. Fabrikant Willy Rodde,
8. Bauunternehmer Friedrich Rumpf,
9. Kaufmann Wilbelm Schröter,
10. Fabrikant Karl Spatz,
11. „ Julius Steinheuer,
12. Weinhändler Anton Waltz.
Gemäß § 29 Abs. 2 der Städteordnung für die Provinz Hessen Nassau vom 4. August 1897 kann von jedem Stimmberechtigten innerhalb zweier Wochen nach Bekanntmachung des Wahlergebnisses bei dem Stadtrathe Einspruch gegen das stattgehabte Wahlverfahren erhoben werden.
Hanau am 1. März 1898.
Der Stadtrath.
Dr. Gebeschus. 3225
Am Freitag den 4. März d. Js., nachmittags von 5 Uhr ab, findet tm oberen Sitzungssaale des Neustädter
Rathhauses, Zimmer Nr. 9, öffentliche Sitzung des ®e= werbegerichts statt, in welcher Partheien etwaige Streitig
leiten, Klagen rc. zur Schlichtung anbringen können. Hanau am 3. März 1898.
Der Vorsitzende des Gewerbegerichts
Dr. Gebeschus.
3224
Bekanntmachung.
Die Stichwahl für die noch zu wählenden 11 Stadverord- veten für die III. Wablabtheilung findet statt in der Zeit vom Montag den 7. März bis einschl. Donnerstag den 10. März ds. Js., täglich von vormittags 10 Uhr bis mittags 1 Uhr und nachmittags von 4—7 Uhr; die Wähler, deren Name mit den Buchstaben A.—K. beginnt, wählen im unteren Saale, Wähler, deren Name mit den Buchstaben L.—Z. beginnt, wählen im oberen Saale des Neustädter Rathhauses. Die Wahl kann nur auf 11 von den in unserer Bekanntmachung vom 15. Februar er. genannten 22 Herren, deren
Namen nachstehend nochmals aufzeführt werden, werde«:
1. Baader, Friedrich, Bierbrauereibesitzer,
2. Aukamm, August, Goldarbeiter,
3. Craß, Karl, Goldarbeiter,
4. Hock, Adam, Kaufmann,
5. Kiefer, Friedrich, Privatier,
6. Glaser, Karl, Kettexiabrikant,
7. Hoch, Gustav, Schriftsteller,
8. Daßbach, Matthias, Cigarrenmacher,
9. Hoffmann, August, Möbelhäudler,
10. Koburger, Peter, Kurzwaarenhändler,
11. Jost, Heinrich jun., Kouftran»,
12. Würfle, Wilhelm, Schreiner,
13. Büttenklepper, August, Goldarbeiter,
14. Gräbener, Konrad, Cigarrenmacher,
15. Fall, Philipp, Metzgermeister,
16. Hüther, Albert, Schreiner,
17. Körner, Fridrich, Hofschreinermeister,
18. Meyer, Johann Dietrich, Hastwirch,
19. Lucht, Karl, Dachdecker»» ifler,
20. Bier, Jakob, Rentner,
21. Ohl, Karl E. sen., Spenglermeister,
22. Bailly, Jean, Kaufmann.
gerichtet
Wir laden die Stimmberechtigten zur Theilnahme an der Wahl hierdurch ein.
Hanau am 3. März 1898.
Der Wahlvorstand. Dr. Gebeschus.
3226
Preußischer Landtag
Abgeordnetenhaus.
(Sitzung vom 3. März.)
lun g zu dienen, durch die Umstände gerechtfertigt seien. Die Vorlage habe eine hohe agrarpolitische und kulturelle Bedeutung; auch in Westfalen beginne schon diese Nationalstätenfrage zu en,stehen. Abg. m , „ . . t _ . . ., , . . .. , . , „ Seer (natl.) tritt den Ausführungen des Abg. Herrmann entgegen.
Das Abgeordnetenhaus berieth heute m zweiter Lesung den Ge- Abg. Ehlers (frs. Ver) nimmt für sich und seine Freunde in An- setzentwurf wegen Ubaudernug des Gesetzes vom 26 April ISt'O, be= sprnch, ein starkes Nationalgefühl zu hegen, will aber keine .Hurrah- trestenr die Veforderung deutfchcr Anfledelungen '" den nolnit , sondern eine ruhige Germanisirungsarbeit, und die leiste die
o^ Vorlage nicht. Abg. Sattler (natl) entgegnet dem Vorredner,
der H-onds von (0 auf 00 Millionen erhöht werde»; die Budget- ^tz der Patriotismus als ein stetig brennendes Feuer wirken müsse,
kommisslon beaiitragr unveraiiderte Annah» e, Abg. sreg (natlib.) u„b daß die Freisinnigen, wenn sie ihre Polenfreundlichkeit ablegten, E"ft.äusutz' wonach in Ausnahmefalltn auch die Bildung größerer moeit mehr Berührungspunkie mit den anderen Parteien gewinnen Neftguler iuJuHm ^u toll Jbg. M otty (Pole) erklärt rm Namen würden. Daß der H. K. T.-Vcrcin jemals freudale Bestrebungen f?wcr Lauesleute, daß diese ihren bereits am 20. Jamlar ochvbenen , fördere, brauchten sie nicht zu befürchten. ~ Protest gegen die Vorlage anirecht erhielten und ,ich auch bei der -
zweiten Berathung nicht betheiligen würden. Die polnischen Abgeordneten verlassen den Saal. Abg. v. Tiedemann (freikons ) führt aus, daß seine Freunde für die Vorlage und den Antrag Sieg stimmen würden, und hebt hervor, daß die Ausführungen, welche bei der ersten Lesung der Vizepräsident des Staats- nlinisteriums v. Miguel gemacht, in der Proviiiz Posen Anklang und
Wiederhall gefunden hätten. Die Polen hätten auf dem Wege der Genossenschaftsbildung einen Mittel- und Bürgerstand geschaffen, der ..... uwl. w luvt„ „, „^ ..... ..... ^IUB1UUII uu™
den Deutschen zum aroßten Theil verorangt habe, und sie roykot- Mißbrauch getrieben werde, so auch bei dieser Institution; die bureau- tirten alle deunchen Handwerker und Kaufleute lim w ertreulichcr frotischeVerwaltung derselben habe zudem vielfach unpraktischesVerfahren sei der Entschluß der Regierung, auch durch andere Mittel als durch ! im Gefolge. Man tolle lieber auf diesem Gebiete Privalunternehmungen diese Vorlage dem ^emsästhum zu Hilfe zu kommen, durch ^o.ks-,,örtern und für die indusirielleEntwickelnug desOstens sorgen. DerFinanz» bibliothcken x. Abg. Herrmann (Etr. fup«t den Umstand, datz minister erwidert, daß so wichtige nationale Aufgaben nicht der Prioat- die Polen sich rührten, geradc aur da. JüihebelnngSgtfeQ Rsruck. da-? ' ipkkulalion überlassen bleiben dürften. Die Zentralgenoffenschafts- dem Völker-, Staats- und Naturrccht wiederspreche. Es mn,,e Alles . •• • ^handle die polnischen Kreditgenossenschaften vollkommen pari- vermieden werden, die bereits bedenkliche konfessionelle Spannung zu tätifet), soweit diese nicht der politischen Agitation dienten Die vermehren. Abg. Graf zu Limburg-Stirum (kons) kann diese, hohen Kosten, welche die Ansiedelungskowmission aufwende, erklärten Behauptungen nicht zugrben; sonst wurde seine Parrn gegen die — - - - • - - - -------------- ----- ' .......
, Vorlage sein. Von den Deutschen verlange man Nachsicht gegen die polnische Minderheit; die Polen aber benutzten alle Rechte, die sie als preußische und deutsche Staatsbürger hätten, dazu, ihren natio- len Sondetbestrebungen politischen Ausdruck zu geben Deshalb sei das Ai siedelungsgesetz nichts Anderes als eine berechtigte Maßregel der Abwehr. Die jetzige Kolonisationswelse werde einen tüchtigen deutschen Bauernstand schaffen, ohne die Polen aus dem Lande zu verdrängen; denn es sei noch reichlich Platz. Da die polnische Geistlichkeit ihren ganzen Einfluß auf die polnische Propaganda konzen- trire, sei es schwierig, deutsche Katholiken dort anzusiedeln. Das müsse das Centrum ewsehen; um eine Feindseligkeit gegen den Katholizismus handle es sich durchaus nicht. Redner will nicht an der
Loyalität der polnischen Abgeordneten zweifeln; aber die nationale Strömung, welche auf Gründung eines selbstständigen polnischen Staates hindrängc, werde über ihre Köpfe hinweggehen. Abg. -Jaeckel (freist Volksv.) meint, daß durch solche Vorlagen, ebenso ! wie durch das Vorgehen des H. K. T-Vereins, das Polenttmm nur gestärkt werde. Die deutsche Geschäftswelt trage dabei den Schaden, und die Deutschen hätten es selbst abgelehnt, im Gewerbegericht zu Posen einen Sitz einzunchmen. Zudem habe das Ansiedelungsgesetz auch wenig wirtschaftliche Erfolge. Abg. Sieg (natlib) stellt als sorgfältiger Beobachter der Ansiedelungen fest, daß das Gesetz bereits segensreiche Wirkungen habe, und bestreiket, daß die Protestanten irgendwie bevorzugt würden. Die Polen hier im Landtage seien nur die Wandschirme, hinter denen die eigentlichen Agitatoren stünden. Redner fordert, daß dem nächsten Landtage ein Gesetz vorgelegt werde, worin 10—20 Millionen lediglich zur Förderung des deutschen Handwerkes, des Mittelstandes, der Aerzte rc. ausgeworfen würden.
Vizepräsident des Staotsministerinms, Finanzminister b. Miguel führt aus, daß die Staatsregierung nicht Gegnerin ihrer polnischen Unterthanen sei, aber nicht die Aufgaben unterlassen dürfe, die die eigene Sicherheit des preußischen Staates garantirten Die Offensive der Polen sei von der Neigung beseelt, einen Staat im Staate zu bilden, sich für bestimmte Ereignisse vorzubereiten gegen die Sicherheit des Staates. Die Regierung habe bisher geschwankt, und dadurch sei großer Schaden entstanden. Kleinliche Polizeimaßregeln gegen die Polen nützten nichts; man müsse positiv für das Dcutschthum eintreten. Herr Jaeckel befürworte die Politik des Urterduckens, wie sie vor Gründung des Deutschen Reiches getrieben wurde. Sähen die Polen sich gegenüber einer klaren, festen, deutschen Politik, so würden sie versöhnlicher werden. Hegten wir nicht das Vertrauen, daß nur wirkliche Kultur den preußischen Staat stärke, so dürsten wir die Polen nicht Deutsch lehren. Die Regierung sei überzeugt. daß es mit dieser Vorlage allein nicht gethan sei. Zweckmäßige Maßnahmen z«r Hebung des deutschen Bürgerstandes in den Städten würden an der Geldfrage nicht scheitern. Für solche wichtigen Aufgaben müßten bedeutende Opfer gebracht werden. Das Ser.trum, das am Bürgerlichen Gesetzbuche mitgearbeitet habe und für die Flotte eintrete, müsse doch zugeben, daß hier eine Frage unserer eigenen Nationalität vorhanden sei. Man solle sich hüten, Be- i strebungen zu unterstützen, die gegen den preußischen Staat gerichtet seien. Die Haltung der Freisinnigen werde nur bewirken, daß sie den polnischen Kandidaten unterliegen würden; das sei schlechte Frak- tionspolitik. Wir müßten unseren schweren nationalen Mangel, die Zersplitterung, ablegen
Abg. Stephan-Beuthen (Ctr.) vermißt den Beweis, daß das Ansiedelungsgesetz wirkliche Erfolge habe; es werde damit lediglich Gefühlspolitik getrieben, und außerdem gehe es auf Protestantisirnng der Provinz hinaus. Redner bestreitet, daß die deutschen Katholiken einen Kampf um die deutsche Predigt führen müßten Auf eine Bemerkung des Redner erwidert Landwirthschaftsminister Fryr v. Hammerstein, daß er bis zur dritten Lesung statistisches Material über die Vertheilung des Grundbesitzes auf die polnische und auf die deutsche Nationalität in Westpreußen und Posen beizubringen hoffe. Abg v. Puttkamer-Plauth (kons.- führt aus, daß seinen Freunden die Polen nicht unsymvatbisch seien, wohl aber Deutsche wie der Abg. Jaeckel. Da die Stadt Posen solche Stadtverordnete habe, sei es kein Wunder, daß sie immer mehr polonisirt werde. Die katholischen Kirchenoberen sollten dafür sorgen, natioraldeutsche Geistliche anzu- stellen, dann würden auch mehr Katholiken angesiedelt werden können. Abg. Mun ckel (’frs Volksv.) volemisirt gegen die Vertreter der Vorlage und gegen den H. K. T.-Verein. Der Finanzminister betont, daß die Aufgaben des Vereins, dem deutschen Element zur Samm-
, „ , . Der Finanzminister verwahrt fiel dem Abg. Ehlers gegenüber dagegen, daß er jedem Deutschen, der der Vorlage abholt sei, Nationalgefühl abgesprochen haben solle; er habe nur bedauert, daß es uns Deutschen durch kleinliche Sonder- rücksichten so häufig verdunkelt werde. Die Diskussion wird geschlossen und die Vorlage, sowie der Antrag Sieg gegen die Stimmen des Centrums und der beiden freisinnigen Partei-n angenommen
Es folgt die zweite Berathung des Etats der An sied - lungskommission für Westpreußen und Posen. Abg.
Rickert (freif. Ver.) tadelt es, daß mit dem Schlagwort national
sich daraus, daß die angekauften verkommenen Güter in möglichst hohen Kniturstand versetzt wurden. Abg v. Staudy (kons) widerspricht als Mitglied der AnsiedelungStommission dem Urtheil des Abg Rickert über dieselbe. Der Etat wird bewilligt und die Denkschrift über die Ausführung des Ausiedelungsgesetzes für 1897 durch Kenntnißnahmc für erledigt erklärt.
Nächste Sitzung Freitag 12 Uhr- Antrag Fetisch, betreffend Befähigungsnachweis im Baugewerbe.
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London, 2. März. Der Union - Dampfer „Goth ist auf der Ausreise vorgestern in Kapstadt eingetroffen.