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9k auswärtige Wisenten mit dem betreffenden Beaufschlag.

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für Stadt- und Lasche kreis Hanau 10 4* ^gespaltene GarmoDt» zeile oder deren Nan», für Auswärts 16 4

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die Zeile 20 ^, D, Auswärts 30 ^.

Die einzelne Mmmer kostet 19 *

Amtliches Grgsn für Htsöt- und LanöKreis Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Rr. 126

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Donnerstag den 2. Juni

1898

Amtliches.

Slctdtk^er-s ^anatt.

AMMtmachuu-erl des Oberbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Die diesjährige Heu- und Grummeternte auf den

in

Dörnigheimer Gemarkung am Wasserthurm liegenden, der Stadt Hanan gehörenden Wiesenflächen soll:

Montag den 6. Juni 1898, nachmittags *M Uhr,

an Ort und Stelle, unter den vor der Versteigerung bekannt gegebenen Bedingungen, meistbietend versteigert werden.

Hanau den 1. Juni 1898.

8257

Wasserwerks Direktion

Zur Charakteristik der Sozialdemokratie und deren Ansichten über Bauern und klein eGewerbe- treibende stelltDas Berl. Bl." folgende. Lesefrüchte zu­sammen: 1) DerVorwärts", das Zentralorgan der sozial- demokratischen Partei, schrieb am 6. Dez. 1891 (Nr. 286); Uns kann es nicht in den Sinn kommen, den Privateigen-

thumsbistrebungen der Bauern auf Grund und Boden irgend­wie förderlich zu sein. Die Ernte gehört nicht der/

Liebknecht hat ferner die denkwürdigen Worte, 1 f f

mit einem Mann wie Krupp genügt eine kurze Unter- Bericht.

Nischen Depeschenboote brachten bisher keinen amtlichen

redung von zwei Minuten unter vier Augen", £»Hveiv, ^. ^jum. yiuq oen erjien gier not liegen Den

bezüglich der Aufhebung des gesummten Privateigenthums an Privat-Nachrichten über das Gefecht bei Santiago de Kuba Kapital und Grundbesitz zu Gunsten der Gesammtheit, durch begann das amerikanische Geschwader am letzten Dienstag Expropriation der Größeren, ausgesprochen. Die Kleineren/ mit 14 Schiffen, darunter einige armirte Hilfskreuzer, das meinte man, würden sich bis dahin schon selbst expropriirt > Gefecht, indem sie versuchten gewaltsam in den Hafen einzu-

hrben, d. b. sie würden vom Großkapital aufgesaugt sein. , bringen. Sie wurden jedoch mit dem Feuer aus den Bat-

-------- I terien Morro, Socapapa, Cayo, Smith und Puntagorda Bombardement von Santiago de Kuba. > empfangen. Dir amerikanische Flotte gab 70 Schüsse aus

die Batterie Morro ab. Cervera machte eine Vorwärtsbe-

Madrid, 2. Juni. Nach den ersten hier vorliegenden

Die amerikanische Flotte, welche bisher den Hafen von Santiago bewachte, um das Entschlüpfen der dort vermutheten Schiffe des Admirals Cervera zu verhindern, ist nunmehr zu einer kriegerischen Aktion vorgeschritten, deren Bedeutung und Erfolg allerdings nicht erheblich zu sein scheinen. Es liegen hierüber folgende Meldungen vor:

Madrid, 1. Juni. Dewtys Geschwader wollte die Einfahrt bei Santiago erzwingen, wurde aber durch die Landbatterien und den spanischen KreuzerChristobal Colon",

wegung gegen Certa-Colon und beantwortete das Feuer der amerikanischen Schiffe. Der Kampf dauerte über ^4 Stunde.

Ein Hilfskreuzer der amerikanischen Flotte wurde gezwungen sich mit Havarien zurückzuziehen. Der Feind wurde zurück­geschlagen. Die spanischen erlitten keinen Schaden.

Madrid, 2. Juni. Die Nachrichten aus Santiago de Kuba, nach welchen sich die Amerikaner zurückziehen mußten, haben hier große Freude erregt. Die Begeisterung ist unbe­schreiblich. Eine Militärkapelle spielte patriotische Lieder.

dessen Kapitän getödtet wurde, zurückgeschlagen. Nach bem, my 1 |pteile prtrrolitche Lieber.

Rückzug der Amerikaner, denen ein Kreuzer schwer beschä- ,, Madrid, 2. Juur. Nach einem Telegramm aus Lan- : bigt wurde, kehrteChristobal Colon" ohne Havarien in den i^0 öm D-cenitag drei ameritanii^e Kriegsschiffe

Hafen zurück.

Newyork, 1. Juni. Ein Telegramm aus Havanna

schwere Havarie erlitten. Zwei Schiffe sind in Brand ge­rathen.

Bauern, sondern allen Menschen; privates Eigenthum an von heute meldet: In Havanna wurde folgender amtlicher

Grund und Boden ist Niemand zuzubilligen." 2) Die Bericht über den Kampf bei Santiago veröffentlicht: Die Sächsische Arbeiierztg." schrieb im Mai 1890:Wir er- amentanische Flotte, bestehend aus den SchiffenIowa", klären nicht bloß den großen Gutshöfen, sondern auch demMassachusetts",Brocklyn",Texas",New-Orleans", kleinsten Bauernhaus den Krieg." 3) GenosseMarblchead",Minneapslis" und anderen Kreuzern und Fischer sagte auf dem sozialdemokratischen Parteitag in Bres-^ sechs kleineren Schiffen nahmen am 31. Mai auf der West- lau im Oktober 1895:Die Sozialdemokratie kann den feite des Ausgangs des Hafens von Santiago Ausstellung. ^^ emgetroffeu. Bauer erst gewinnen, wenn er von seinem Eigenthum los-Die ersten fünf Schiffe eröffneten das Feuer. Der spanische gelöst und bankerott gemacht ist." 4) DieSchlesischeKreuzerColon" ankerte bei Portagorda und konnte vom Arbeiierztg." schrieb im Juli 1890:Wir werden immer See aus gesehen werden. Die Batterien der Forts von und überall bestrebt sein, den Untergang des Klein- Mccco, Sccapa und Portagorda undColon" erwiderten gewerbes zu beschleunigen." 5) Der Socialdemokrat Engels schrieb im Mai 1890 :Wenn aber das Kapital die kleinen Handwerker und Kaufleute ver­nichtet, so ihm es ein gutes Werk." * *

das amerikanische Feuer. Die amerikanischen Schiffe gaben

70 Schöffe ab, meist schwere Geschosse, ohne jedoch irgend Schaden anzurichten. Das Bombardement dauerte 90 Mi­nuten. Die Amerikaner zogen sich zurück. Einer ihrer Hilfskreuzer wurde beschädigt. Zwei Granaten sah man am Heck derIowa" explodiern. Am Bord eines anderen

Newyork, 2. Juni.Evenning Journal" meldet aus Haiti von gestern früh 10 Uhr, daß das amerikanische Ge­schwader wieder vor Santiago ein getroffen sei. Man er­wartet stündlich einen neuen Angriff.

Washington, 2. Juni. Von Admiral Schley sind

immer noch keine Nachrichten über die Schlacht von San-

Wahlbewegung

Die Politik der Sammlung findet in den sog. führenden Centrumsblättern, derGermania" und derKöln. Volks-Ztg.", immer noch nicht 'diejenige Beurtheilung, die Gerechtigkeit und Ehrlichkeit fordern müssen. DieGer­mania" ist gegenüber einer Aufforderung, wenigstens die antisozialdemokratische Tendenz der Politik der Sammlung durch eine offene Erklärung zu unterstützen, verstummt. Jn- bezug auf eine Sammlung lediglich wirthschaftspolitischer Natur behauptet sie, daß auf dem Boden einer solchen Politik jeder Centrumsabzeordnete und jeder Centrumskandidat stehe. Trotzdem lehnt sie es ab, in solchen Wahlkreisen, in denen ein Centrumskandidat ernstlich nicht in Frage kommen kann, für die Kandidaten anderer Parteien, die auf dem gleichen Loden wirthschaftspolitischer Sammlung stehen, ein- zutreten. Das heißt also mit anderen Worten: In den-

DieZukunft" schreibt unter dem 23. Oktober 1897,

Blatt Nr. 4, in dem Au'sotz:Aussichten der Sozialdemo- Schlachtschiffes brach Feuer aus. Mehrere Geschosse fielen kratie", Seite 175; Wie dieDeutsche Wochenzeitung" in innerhalb des Hafens in der Nähe der spanischen Kriegs- den Niederlanden mittheilt, soll Liebknecht anfangs Februar schiffe nieder. In Santiago herrscht großer Enthusiasmus, (oder Ende Januar) 1897 in Drift gesagt haben: ! Ein anderes Telegremm aus Port-au-Prirce besagt: DiV

Die deutsche Armee kann geschlagen werden, denn das 1 spanischen Batterien unterhielten 20 Minuten lang ein Hef- Kriegsglück wcchjelt; dann ist die Zeit der Sozialdemokratie tiges Feuer, das hierauf nachließ. Die Amerikaner konzen-| gekommen. Der Kampf um die' Macht kann anfänglich träten nunmehr ein heftiges Feuer gegen das Fort Don _ -------- --------- -------- ^.....-

möglicherweise unblutig, später aber wird, muß er blutig Mono, das vollständig zerstört wurden. Das Feuer der innigen Kreisen, in denen das Centrum einen eigenen Kandi- roer£)en " ! Amerikaner hörte vier Uhr nachmittags auf. Die amerika- baten durchzubringen hoffen kann, sollen die Centrumswähler

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Gine Pfingstsahrt an den Neckar.

(Nachdr. verb.) Hanau, 31. Mai.

Die Schuhe geflickt und den Beutel gespickt, Grüß Gott, du wirthliches Doch!

singt Julius Wolff in einem seiner herrlichen Rattenfänger- lieber und bezeichnet damit die unerläßlichen Vorbereitungen zu einer fröhlichen Reise. Wenn hätte auch die freun einte Miene des Feiertagshimmels nicht verführt, den Wanderstab in die Hand zu nehmen und ein paar Tage zu irgend einer Stelle auf der Erde zu pilgern, die uns die nüchternen ^n teresskn des alltäglichen Lebens vergessen macht? Unser Vaterland ist ja so reich an herrlichen Plätzen, man kann planlos nach irgend einer Himmelsrichtung toanbern, und es wird nicht lange dauern, bis man eintn On gefunden hat, tt° man lütten bauen möchte. Nur des Rattenfängers Mahnung darf man nicht überhören, denn wenn sich auch das Land fast überall seine Naturschönhenen bewahrt hat, so ist doch die Zeit verschwunden, wo man barfuß undmr leerem Beutel 'weit kommen könnte. Dieser Ror^endrgkeü muß man sich eben fügen und man thut is lächelnd und ohne Groll, wie man alles Unvermeidliche über sich er- Wxt läßt. . , ,

Ein Stückchen müssen wir uns schon tu den Ersenbahn- Zug einsperren, denn diesmal wollen wir etwas weuer: über dw Grenzen unserer engeren Umgebung hinaus. Eben be= »kgt sich der Zug langsam aus der Bahnhofshalle mit ihrem Mannigfachen Lärm heraus und erst langsam, dann schneller fliegen die Häuser an uns vorüber, bis wir schließlichh» ien taufrischen Wald einfahren, der uns mit semem snsch n Erun einen freundlichen Morgengruß zuwmkt. Die Morgen-

sonne spiegelt sich in den Millionen Thautröpfchen die noch an Blättern und Halmen hangen und wo das dichte Laub­dach eine kleine Lücke läßt, da lacht gutmüthig der blaue Himmel durch und verspricht uns, was wir uns wünschen: seine Gunst. Zuweilen fährt ein Hase erschrocken auf oder ein Reh grast furchtlos in der Nähe und sieht mit großen, neugierigen Augen den langen Zug vorbeisausen. Die Zeit wird einem nicht lang bei der Fahrt, dafür sorgen schon die wechselnden Bilder, die in langer Reihe au dem behaglich Schauenden vorüber fliegen. Kaum bleibt uns Zeit unsere Mitreisenden flüchtig zu mustern und wir erschrecken fast, als wir bei einer Biegung schon die Höhen des Odenwalds er­blicken. Nicht lange, so mäßigt sich die Geschwindigkeit des Zuges und er hält in der Heidelberger Bahnhofshalle, wo er eine vielköpfige Menge Vergnügungsreisender jeden Alters und jeder Nation aus speit.

Nun heißt es, schnell hinauf zum Schloß, ehe der lär­mende Schwärm der Reisenden alle die heimlichen Winkel und Plätze überflutet, deren Schönheiten man so gerne un­gestört genießt. Es ist gottlob noch frühe und ehe sich der schwerfällige Troß der Ausflügler gestärkt und zum Ausstieg bereitet hat, kann man schon ein Stündchen dort oben ver­träumt haben.

Zwischen den alten, schiefergedeckten Häusern geht es empor und man läßt die alte, merkwürdige Stadt mehr und mehr unter sich liegen, bleibt wohl zuweilen auch stehen und wirst einen freudetrunkenen Blick hinab in das segiNsreiche Neckar that.

Wir stehen oben unter den großblätterigen Bäumen, dre die wohlgepflegten Kieswege beschatten, und unser erster Gang gilt dem Denkmal des fröhlichen, lieber- und minnefrohen Dichters, dessen Leyer nicht müde ward, das Lob seines herr­lichen Neckarthales zu singen. Das eherne Bild schrint Leben zu gewinnen, wie ein paar weiche Sonnenstrahlen zitternd

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über die Statue hingleitm und es ist, als ob sich der Mund des todten Dichters noch einmal öffne, um dem herrlichen Lande zu seinen Füßen ein jubelnden Gruß hinabzusenden.

Und drüben, an dem epheuumrankten Gemäuer der alten Schloßruine klettert die Morgen'onne empor, höher und höher und vertreibt das geheimnißvolle Dunkel, das die Thürme umsponnen hielt. Bleicher und bleicher werden die Traum- gestalten, die die alten, verfallenen Räume bevölkert hatten und im klaren Tageslichte liegen die Reste vergangener Zeiten, verrauschter Herrlichkeiten vor uns. Drunten im Thale schäumt der ungefüge Neckar in dem Bell, das seinen wilden Freiheitsdrang einengt und von den Thürmen der alten Stadt lösen sich weiche, lockende Klänge, die Heraufschweben bis zu den Höhen des Schlosses und in den Lüften allmäh­lich verhallen. Das ist ein Feiertagsmorgen auf dem Heidel­berger Schloß.

suche;

Es hilft nichts, daß ich meine Feder zu tyrannistren ver- ; es gibt doch ein paar Verse . . .

Und hätte ich Augen wer weiß wie viel Und stünde ich ewig da oben.

Ich fände nicht Anfang, ich fände nicht Ziel lind würde nicht fertig mit loben.

Und trank' ich von all dieser Herrlichkeit Ein Schlückchen bescheiden und schüchtern, Ich wäre betrunken für ewige Zeit Und würde im Leben nicht nüchtern.

O sagenumwobenes Neckarthal, Wie soll ich dein Lob noch verkünden? Jn's Unermeßliche steigt schon die Zahl Der Neckarlieder und -Sünden.

Und doch wogt im Busen die Welle mir wild, Mich drängt'«, sie in Reime zu fassen Und wenn noch ein Lied meinen Lipven entquillt. Verzeih mir, ich kann's just nicht lassen.

Es war wie ein Blick ins Märchengebiet Als ich auf dem Schlöffe gestanden;