31. August
Hanauer Anzeigen
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Buchthal, Verkäufer zu Essen, Armverlchung : Aron Goldberg zu Essen, Fußverstauchung; Fritz Minor, Lehrling zu Düsseldorf, Heizer Thiem zu Vohwinkel. Außerdem haben stch nachträglich noch als leicht verletzt gemeldet: Hilfsran- girmeister Strepath zu Langenberg, Lederwalker Friedrich Kilian zu Wülfrath, Arbeiter Karl Gastner zu Dornap, Monteur Wilhelm Richt zu Essen.
Zur Untersuchung des Eisenbahnunglücks bei Vohwinkel hat sich der vortragende Rath im Reichseifenbahnamt, Geh. Regierungsrath Semler, an Ort und Stelle begeben. Bisher verlautet, das Unglück-sei durch voi zeitig gegebenes Einfahrtssignal für den von Steele kommenden Personenzug verursacht worden.
Aus Stadt- und Landkreis Hanau.
Die diesjährigen Kaisermanöver
sind nach der Ziffer der dabei auftretenden Truppen die größten in Deutschland, und überbaupt wurden sie nur von den russischen Manövern des Jahres 1890 in Wolhynien übertroffen. Die Manöoeranlage steht eine Ostarmee und eine Westarmee vor; erstere steht unter dem Befehl des Prinzen Leopold von Bayern, letztere wird vom General der Kavallerie Grafen Haeseler kommandirt. Die Stäbe beider Oberbefehlshaber find mit hinreichenden Organen für die Leitung versehen. Beide Parteien sind ungefähr gleich stark; daraus kann man schließen, daß die Entscheidung voraus- sich'lich durch supponirte Truppen herbeigeführt wird. Die Ostarmee besteht aus dem 1. und 2. bayerischen Armeekorps; eine aus Regimentern beider Armeekorps zusammengestellte Kavalleriedivision ist ihr zugetheilt. Die Ostarmee zählt in ungleichen Verbänden 72 Bataillone, 50 Eskadrons und 54 Batterien, sowie 13 Kompagnien technischer Truppen; die Westarmee 71 Bataillone, 65 Eskadrons, 57 Batterien und 8 Kompagnien technischer Truppen. Bei der Ostarmee ist eine Luftschifferabtheilung, bei der Westarmee sind deren zwei. Außerdem haben die Ostarmee und die Westarmee ein Radfahrerdetachement (2. Korps und 11. Korps) sormirt, und ferner gehört zur Oftarmee das Detachement Jäger zu Pferde. Die Westarmee ist aus dem 8. und 11. Armeekorps zusammengestellt und hat ebenfalls eine Kavalleriediviston. Ob der Kaiser selbst an einem Tage führen wird, ist unbekannt, aber wahrscheinlich. Die sämmtlichen Armeekorps sind nicht gleichmäßig sormirt, Das 2. bayerische und 11. Korps zählen je 3 Divisionen. Beim 2. bayerischen Korps hat die 5. Division (Landau) überdies noch 3 Brigaden; beim 1. bayerischen die 2. Division deren ebenfalls 3. Auf Seite der Westarmee gehört zum 11. Armeekorps die 25. (großherzoglich hessische) Division, welche 5 Jnfanterieregimenter zählt, und ferner die 4 Bataillone starke 83. Infanterie- brigade, die jedoch während der Kaisermanöver zum 8. Armeekorps übertritt. Das 8. Armeekorps hat wieder die über- schießende 80^ Jnfanteriebrigade. Zur Kavalleriediviston der Westarmee hat das 14. Armeekorps die 28. Kavalleriebrigade abgegeben, zur Kavalleriediviston der Ostarmee sind die 3. und 5. Cheoauxlegers aus Dieuze und Saargemünd herangezogen (wie ja auch die bayerische Besatzungsbrigade von Metz, 4. und 8. Infanterie regiment, im Verband des 2. bayerischen Armeekorps auftritt) ; außerdem werden dieser Kavallerie- division rie 1. und 2. schweren Reiter des 1. bayerischen Armeekorps zugetheilt. Jede Kavalleriedivision erhält zwei reitende Batterien und 1 Radfahrerdetachem ent von 1 Offizier und 60 Pionieren. Aus dieser Uebersicht erhellt, daß auf jeder Seite etwa die Truppenverbände für 3 normale Armeekorps vorhanden sind. Wenn man sich nicht entschließt, aus den überschießenden Theilen besondere Verbände zusammenzu- setzen, so wird die Dreitheilung der Armeekorps (2. bayerisches und 11. Korps) sowie die Dreitheilung der Divisionen (2., 5. bayerische, 16. und 21.) und Brigaden (49.) namentlich bei den Marschmanövern (durch den Spessart) und der Ge- fechtscntwickelung zu lehrreichen Vergleichen mit der Zweitheilung Anhalt bieten. An Divisionskavallerie ist die Ostarmee wesentlich schwächer als die Westarmee (4 zu 7 Regimentern), während das Verhältniß der Kavallerie zur Infanterie das kriegsmäßige bei der Ostarmee nur unwesentlich, bei der Westarmee bedeutend übersteigt; dort um 2, hier um 17 Eskadrons. Dies ist kein unwesentlicher Vortheil für die Westarmee. Die Ausgangspunkte der Armeekorps sind folgende: Ostarmee: 2. bayerisches Ko:ps Würzburg, 1. bayerisches Korps Nürnberg ; Westarmee: 8 Korps Coblenz, 11. Korps Homburg. Die Parade des 8. Korps ist am 30. August bei Coblenz, des 11. am 4. September bei Homburg, des 2. bayerischen am 1. September bei Biebelried (Würzburg), des 1. bayerischen am 2. September bei Nürnberg. Aus diesen Standpunkten rücken die Korps mit Kriegsmärschen in das eigentliche Manövergelände ab. Das Gelände stellt an Führer und Truppen keine gewöhnlichen Anforderungen, ist aber für die Westarmee wesentlich günstiger als für die Ostarmee, auch hinsichtlich der Unterkunft und Verpflegung der Truppen. Es trägt im Allgemeinen einen hügelartigen Charakter mit stark gewölbten Hängen und ist durch viele Längs- und Querthäler durchsetzt. Von Hanau aus verâsten sich die Eisenbahnen radienartig nach * allen Richtungen in den Raum der Westarmee, von Würzburg aus in den Raum (Basis) der Ostarmee. Sobald die Ostarmee aber aus das nördliche Mainufer übergetreten ist, werden ihre rückwärtigen Verbindungen wesentlich schlechter als die der Westarmee. Sie hat alsdann nur die eine doppelgeleisige Bahn Aschaffenburg—Gmünd—Würzburg und die eingeleisige Gmünd—Schweinfurt. Die Bahnen und rückwärtigen Verbindungen geben den Verlauf der Uebungen an die Hand. Sie werden sich in dem R a u m H a n a u, A s ch a f f e n b u r g, Gelnhausen abspielen. Gelnhausen ist der wichtige Spessartpaß. Durch ihn führen die Kommuni
kationen und die doppelgeleisige Bahn von Hanau nach Bebra (Cassel). In der Gegend von Gelnhausen wird das Gelände besonders schwierig. Die Höhen sind bedeutend, große Wand- flächen behindem Uebersicht und Bewegung. Die andere Operationslinie führt durch das Mainthal. Dadurch erhält Aschaffenburg Bedeutung, auch als Mainübergangs- punlt. Bekanntlich spielten sich in dem Raume dieOperatio- nen der Mainarmee 1866 gegen das 8. deutsche Bundeskorps ab. Die Ostarmer (Boyern) wird demgemäß auf preußischem Gebiet (Hessen-Nassau) auftreten, ein Fall, der noch nicht dagiwesin ist, und sie wird voraussichtlich eine analoge Aufgabe lösen sollen wie die Mainarmee 1866. Viel wird es hierbei auf die Marschleistungen ankommen, und wie verlautet, hat General Graf Haeseler deshalb schon im Sommer die ibm für die Manöver unterstellten Armeekorps (8. und 11.) darauf hingewiesen. Die Ostarmee wird derWestarmee nördlich desMains und am Main entgegentreten, zuerst voraussichtlich siegreich sein und zum Schluß zurückgeworfen werden. Aschaffenburg würde ihr Einschiffungpunkt zum Rücktransport der Truppen sein, Hanau dagegen für die Westarmee. An die Leistungsfähigkeit der Bahnen werden hohe Anforderungen gestellt. Für die Ostarmce ist sämmtliches entbehrliches Be- trubsmaterial nach Unterfranken geschafft, für die Westarmee in den Raum Frankfurt—Hanau. Auf beiden Seiten sind die Bahn-, Post- und Telegraphenbeamten vermehrt. Die Bedingungen für eine schnelle Berichterstattung liegen aber auf Seite her Ostarmee wesentlich ungünstiger ols bei der Westarmee. Am 6. September werden die beiderseitigen Vortruppen in Bei ührung treten, die eigentlichen Manöver nehmen den 7., 8. und 9. September in Anspruch. Es kann aber auch vielleicht schon am 6. zu Zusammenstößen vorgeschobener Truppen kommen, entweder bei Gelnhausen oder Aschaffenburg oder an beiden Punkten. Hieraus ergeben sich auch die Ausmarschräume der beiderseitigen Armeen: Ost arme e bei und südlich Gelnhausen, Westarmee westlich Hanau. Das Hauptquartier und die Manöverleitung sind in Homburg.
* Preissteigerungen. Neben dem Brod sind auch andere Lebensmittel, welche namentlich in unsern mittleren Familien bedeutende Konsum-Artikel bilden, im Preise gestiegen. Heringe, welche infolge ihrer Billigkeit in den letzten Jahren so zu jagen ein hervorragendes Volksnahrungsmrttel geworden sind, kosten in diesem Jahre den doppelten Preis gegen die Vorjahre. Den Grund kafür findet man in den ungünstigen Fangergebnissen, so hat z. B. die holländische Heringsfischerer ca. 80 000 und die schottische sogar 400 000 Tonnen, im Ganzen ca. 500 000 Tonnen, Minderfangertrag jetzt aufzuweisen. Ebenfalls sind Schmalz und Rüböl um 8 Mk. die 100 Pfund gestiegen; ersteres ist auf die Steigung der Mais-, überhaupt Getreidepreise zurückzusühren, während die Steigerung des letzten Artikels in dem schlechten Ausfall der Rapsernten, namentlich in Ostindien, zu suchen ist. Diesen Preissteigerungen im Großhandel dürsten bald höhere Detailpreise folgen.
* Zur Jagdsaison. Wichtig für unsere Nimrode ist eine Bestimmung der preußischen Eiseubahnverwaltung, die sie im Hinblick auf die Beförderung von frisch geschossenem Wild vor Jahresfrist getroffen hat urttr jetzt zur Erinn eiung bringt. Nach dieser Bestimmung muß das von den Jägern nach. Beendigung der Jagd gleich mitgenommene Wild an den Gepäckabferttgurgsstellen unter Erlegung der vollen Gepäckfracht — ohne Anrechnung von Freigewicht! — zur Beförderung abgegeben werden. Es wird also nicht als „Reisegepäck" angesehen. Indessen ist es den Jägern gestattet, einzelne unauffällig in Jagdtaschen rc. zu tragende Stücke Kleinwild mit in die Wagenabtheile hineinzunehmen, wenn erstens die Stücke so verpackt oder die Schußstellen so verbunden sind, daß ein Aussickern des Blutes nicht möglich wird, und zweitens die übrigen Mitreisenden durch die Wildstücke nicht belästigt werden.
* Zum Kapitel höherer Brodpreise. Die in Cassel erscheinende „Allg. Ztg." veröffentlicht folgende Zuschrift: Die Notiz, daß die Casseler Bäckerinnung per Sep tember die Brodpreise pro Kilo um 2 Pfg. erhöhen will, muß allgemein befremden. Wenn auch der Weizen um 4—5 Mk. per 100 Kilo theurer geworden ist und infolge dessen eine geringe Verkleinerung der Semmeln und Weißbrödchen gerechtfertigt wurde, so muß hier öffentlich fest gestellt werden, daß der Roggen die Aufwärtsbewegung im Preise nicht mitgemacht hat. Der Doppelzentner wird in Cassel nicht theurer als 13 bis 13*/, Mk. bezahlt. Um so mehr muß diese Vertheuerung festgenagelt werden, als die Bäcker doch noch von alten Abschlüssen backen. Aus früheren Preisrückgängen des Getreides ist es Schreiber dieses deutlich erinnerlich, daß die Brotpreise nicht konform zurückgingen unter der Motivi- rung: Ja, wir haben noch das viele alte theuere Mehl. Demnach müßte eigentlich jetzt noch viel von dem billigen Weizenmehl vorhanden sein, von Roggen gar nicht zu reden.
* Spielabend im „Bürgerverein". Nächsten Samstag findet zu Gunsten der durch Unwetter Geschâdig- t e n Deutschlands ein allgemeiner Spielabend (Scat) im „Bürgerverein" statt. Der vor einigen Jahren aus gleicher Veranlassung arrangirte E cat lieferte ein sehr günstiges Resultat, und darf im Interesse des guten Zweckes wohl auch jetzt eine recht rege Betheiligung erwartet werden.
* Kirchweihfest. In der hiesigen kathol. Gemeinde wurde am vergangenen Sonntag die Erinnerung an den Tag, an welchem vor 47 Jahren die hiesige katholische Kirche durch den seligen Bischof Christoph Florentius Kött von Fulda die kirchliche Weihe erhalten hat, festlich begangen, morgens durch Festgottesdienst und Festpredigt und abends durch eine Festversammlung im „Deutschen Haus". In der genannten Ver
sammlung, zu welcher sich die Mitglieder der hiesigen katholischen Vereine sehr zahlreich eingesunden hatten, gab der Seelsorger der Gemeinde, Herr Pfarrer Wiegand, in einer treffenden Ansprache dem Gefühl der Freude Ausdruck und wies auf die Bedeutung des Tages für die hiesige katholische Gemeinde hin. Der Gemüthlichkeit und dem Frohsinn wurde Rechnung getragen durch gemeinschaftliche Chorlieder iowie durch die trefflichen gefänglichen Leistungen des Früul. Bruder und der Herren Klais, Blum und Scherer; namentlich verfitzten das Duett: „Der Künstler auf dem L-reuer- amt", sowie die komischen Soliszenen des Herrn H. Blum die Anwesenden in die hriterste Stimmung, welcher Herr Kaplan Weber mit einem Hoch auf den Geist der Eintracht und des Frohsinns Worte verlieh. Daß unter den Klängen einer stattlichen Kapelle auch die Kunst des Tanzbeinschwingens nicht vergessen wurde, wollen wir nicht unerwähnt lassen.
* Eduard Strauß Konzerte. Auch in diesem Jahre berührt der als vorzüglicher Interpret der Kompositionen seines Vaters und seiner Brüder bekannte und selbst als Komponist hervorragende kaiserlich und königlich österreichische Hosballmusik-Direktor Eduard Strauß auf seiner Konzertreise Frankfurt. Die am 3. und 4. Sey. abends von 8 bis Vail Uhr stattfindenden Konzerte können diesmal nicht im Zoologischen Garten abgehalten werden, weil dort der im Umbau begriffene große Saal bis dahin noch nicht wieder benutzbar ist; die Verwaltung des Gartens hat deshalb den großen Saal im Saalbau für die beiden Abende gemiethet und dort wird der beliebte Walzer-König diesmal seine Kunst ausüben. Die Konzerte finden wie immer bei Restauration statt; es werden dazu Plätze in den Logen, im Saal und auf den Gallerten ausgegeben.
* Stadttheater. Von Donner st agden 16. Sept, ab werden Abonnements-Erneuerungen (mit genauer Platzangabe) sowie Neu-Anmeldungen schriftlich (Karte genügend) und m ün dli ch im Theaterbüreau entgegengenommen. Ein genaues Personal- und Novi'.äten-Verzeichniß für die Spielzeit 1897/98 wird demnächst ausgegeben. Folgende neue Stücke sind bereits erworben: Annas Traum, Lustspiel von L'Arronge. — Das Bild des Lignorelli, Schauspiel von Jaffe. Komtesse Guckerl, Lustspiel von Schönthan und Koppel-Ellfeld. — GebildeteMenschen, Vollsstück von Leon. — Der kleine Lord, Lustspiel von Hodgson Burnet. — Die goldene Eva, Lustspiel von Schönthan und Koppel-Ellfeld. — Satisfaktion, Schauspiel von Alex von Roberts. — Am T a g e d es Gerich ts, Volksschauspiel von Rosegger.
* Wiener Konzertgesellschaft. Dem rührigen Restaurateur im „D e u t s ch e n H a u s", Herrn Ulsamer, ist es gelungen, für Mittwoch den 1. und Donnerstag den 2. September ein kleines Künstleroölkchen zu gewinnen, welches für die genannten Tage einige sehr anregende und heitere Stunden verspricht. Deklamation und Gesang wechseln ab und gipfeln in dem Worte: Humor! Wir wünschen sowohl den Künstlern als auch Herrn Ulsamer das Beste, das heißt: einen zahlreichen Besuch. Näheres durch Plakate und Inserate.
* Konzertgarten Bürgerbräu. Im „Bürgerbräu" konzertirt heute Abend die Kapelle des 3. Bataillons Jnf.-Rgts. v. Wittich (3. Hess.) Nr. 83 aus Arolsen, z.. Zt. hier einquartirt. Das für den Abend aufgestellte vorzügliche Programm lautet wie folgt: „Alte Kameraden",, Marsch von Teike. Ouvertüre zur Oper: „Die Hugenotten" von Meyerbeer. „Altniederländisches Dankgebet" von Kremser. „Liebestraum", Walzer von Czibulka. Fantasie aus der Oper: „Rienzi" von Wagner. Konzert für Piston (Hoboist Probst) von Paudert. „Fackeltanz" von Meyerbeer. „Jubel- Polka" von Waldteufel. Potpourri aus dem Ballet „Cop- pelia" von Delibes. Ouvertüre zur Oper: „Das ehrene Pferd" von Auber. „Wer uns getraut", Lied von Strauß. „Erzherzog Friedrichs-Fanfare" für Heroldstromprten von Frieoemann.
R. Touristisches. Der Spessart-Touristenverein unternahm am vergangenen Sonntag seine 8. programmmäßige Tour: Bieber, Bayernschanze, Partenstein. Trotz dem sehr trüben Wetter am Morgen, verließen sich die zahlreichen Theil- nehmer auf ihren guten Stern und mit Recht, denn nachmittags wurden sie mit schönem Wetter und klarem Fernblick belohnt. Uebrigens gehören die Mitglieder des Spessart- Touristenvereins nicht zu den gar zu Aengstlichen, welche bei dem Anblick einer trüben Wolke sofort eine Tour aufgeben. Die Abfahrt erfolgte 7 Uhr 34 Min. morgens Ostbahnhof, Ankunft in Lochborn 9 Uhr 55 Min. Sofort begann der Aufstieg, an dem Schachthaus des Biederer Bergbaues vorüber, bei starkem Aufstieg über den Hengstberg (516 Meter), durch Flörsbach (bekannt durch die Holzkohlenhändler bei unseren Hanauer Goldschmieden), längs der Flörsbacher Höhe (531 Meter), welche ebenfalls einen strammen Aufstieg wieder erforderte, nach Lohrhaupten. Hier wurde ein Imbiß eingenommen. In diesem Pfarrwesen amtirt Herr Pfarrer Zehner, ein Hanauer, Sohn des hiesigen Herrn Lehrer Zehner. Von Lohrhaupten war vorgesehen, die Bayerische Schanze zu besichtigen, indem die Herrmannskoppe, wie auch in den Führern noch steht, verwachsen sein soll. Durch freundliche Unterstützung des Försters in Lohrhaupten wurde man aufmerksam gemacht, daß die Herrmannskoppe vollständig abgeholzt sei,) worauf der Aufstieg nach dieser (566 Meter) unternommen wurde. Der Fernblick, der von dieser Koppe aus gewährt wird, ist großartig; der vereinigten Wegweiserkommission wäre sehr zu empfehlen, aus dieser Koppe eine Schutzhütte zu errichten, von welcher man den herrlichen Rundblick in Ruhe genießen könnte. Man sieht nordöstlich in die Rhön, Milseburg, Kreuzberg rc. (das Dammersfeld wird durch die Wasserkuppe verdeckt), nördlich den Beilstein bei Villbach, westlich