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Hanauer Anzeiger

27. Dezember.

Vermischte Nachrichten.

Ein neues Mittel zur Behandlung der Tuber­kulose empfiehlt Dr. S. Köllner neuer »ingâ in einem Wiener Fachblatt. Dasselbe nennt sich Guajacetin und steht dem in letzter Zeit vielfach gerühmten Gunfi col, einem ge­reinigten Kreosot-Präparat, nahe. Während aber die meisten Kreosotverbindungen, in größeren Mengen verabfolgt, eine gewisse Giftwirkung entfalten, soll das Guajacetin vollkommen ungiftig sein und ohne jede Störung vertragen werden. Dr. Köllner hat das Mittel bei einer Anzahl von Lungen­kranken zur Anwendung gebracht und, abgesehen von einem Todesfall, der aber nicht auf Rechnung des Mittels zu setzen ist, einen recht befriedigenden Erfolg zu verzeichnen gehabt. Besonders günstig wirkte es, neben einer bedeutenden Stei­gerung des Appetits, auf den Abfall des Fiebers und der Nachtschweiße ein. In einigen Fällen war das Resultat ge­radezu glänzend, in keinem einzigen trat eine Verschlimmerung des Leidens ein. Jedenfalls scheinen die mit dem Guajncetin erzielten Erfolge recht befriedigende zu sein und eine Nach­prüfung des Mittels von anderer Seite zu rechtfertigen; ob die übertriebenen Erwartungen, welche der Wiener Arzt nach viermonatiger Erfahrung an dasselbe knüpft, berechtigt sind, bleibt abzuwarten, und ob das neue Mittel, wie er annimmt, der Heilstättenbehandlung Konkurrenz machen wird, scheint vor der Hand ebenfalls recht zweifelhaft.

Eine Spukgeschichte aus Tirol. Aus Brixen chreibt man derNeuen Freien Presse"; Das drei Viertel­stunden von Brixen idillisch am Eingänge in das Schalderser- thal, inmitten eines Haines von Edelkastanien gelegene, als Sommerfrische namentlich von Wienern stark besuchte Dörf­chen Vahrn ist seit längerer Zeit in heller Aufregung. Das ganze Gespräch dreht sich um das Eine: Im Gasthausezum Waldsacker" spukt es! Vor vielen Jahren war der ehemalige, nunmehr verstorbene Besitzer in Konkurs gerathen, wobei mehrere Gläubiger arg zu Schaden gekommen sein sollen. Seit dieser Zeit ist es im Hause bei Nacht nicht mehr ge­heuer. Viele Jahre hindurch war angeblich Ruhe. (Einge­weihte behaupten zwar, daß einzelne Dienstboten ihr Schweigen nur durch reichliche Trinkgelder erkaufen ließen). Auch den heurigen Sommer über war nichts zu spüren. Vor Wochen wurde es jedoch anders. Auf Gängen und Stiegen der ver­schiedenen Stockwerke, besonders in der Nähe der Mädchen­kammer und oberhalb des Schlafzimmers der Wirthsleute auf Nr. 13 hörte man es zu wiederholten Malen furchtbar rumoren. Heftiges Pochen an Thüren und Schränken, herzzerbrechendes Wimmern und Stöhnen, lautes Weinen und Schluchzen, jämmerliche Töne und erschütternde Klage, laute erfüllten das Haus. Tie Frau Wirthin sperrt abends eigenhändig alle Thüren und verwahrt die Schlüssel selbst. Umsonst. Auf einmal ist es da. Geheimnißvoll und uner­klärlich wie er begonnen, endet auch der Spuk. Weil sich der Wirth wie auch die beiden Knechte nicht ent­schließen konnten, der Sache auf den Grund zu gehen,

so erbot sich ein beherzter Zimmermann, über Rächt zu Budapest, 27. Dezbr. Ein von der Unabhängigkeits­bleiben. Aber auch ihn befiel das Grausen, und feier- partri einberufenes Volksmeeting gegen Hie Zollunion und die

lich erklärte er am nächsten Morgen, nicht um zehn Gulden wieder dort zu bleiben. Dies sei eineschiachel G'schicht." Den übrigens harmlosen Geist (nur einmal machte er sich beim Eiskasten, wo die Spirituosen aufbewahrt werden, stark bemerkbar) hat noch Niemand gesehen, weil sich von den HauSinsassen Niemand getraut, das Zimmer oder richtiger das Bett zu verlassen, um nachzusehen. Da die Ge­schichte immer toller wurde, entschlossen sich die Wirthsleute endlich nnd schickten nach Brixen um zwei Kapuziner. Diese segneten nach dem Essen das Haus ein und übernachteten dort. Dies geschah am 9. Dezember. Seither soll der ^Spuk bedeutend nachgelassen haben. Die gegenwärtigen, wohlsituirten Besitzer haben das Anwesen erst Heuer um den Preis von 45 000 fl. gekauft. Sie sind fest entschlossen, den Verkäufer gerichtlich zu belangen, weil er ihnen vom Vorhandensein eines so unheimlichen Spukes keine Mittheilung machte, und werden sich schwerlich von ihrem Vorhaben abbriugen lassen. Inzwischen florirt das Geschäft wunderbar, den ganzen Tag ist das Haus von Neugierigen besucht, die mit geheimem Gruseln sich die Spukgeschichte in allen Einzelheiten erzählen lassen und sich unermüdlich in guten Vorschlägen und Bannungsplänen überbieten.

Drahtnachrichten desHan. Anz."

Berlin, 27. Dezbr. Nach Meldungen aus Schillings­fürst fand dort gestern die feierliche Beisetzung der Leiche der Fürstin Hohenlohe statt. Nach der Einsegnung der Leiche in der Schloßkupelle setzte sich der Trauerzug, in welchem sich Fürst Hohenlohe mit den Angehörigen der Familie, darunter der Fürst Hohenlohe-Langenburg und zahlreiche her­vorragende Persönlichkeiten befanden, in Bewegung nach dem Ortsfriedhofe, wo in der fürstlichen Familiengruft die feierliche Beisetzung erfolgte.

Berlin, 27. Dezbr. Wie dieWelt am Montag" zu berichten weiß, bereitet Dr. Karl Peters eine neue Expe­dition nach Afrika vor. Sein Ziel sei das Betschuanen- Land im Innern Südafrikas. Die Ausrüstung der Expe­dition geschehe im Auftrage einer englischen Gesellschaft. Dr. Ulrich Jahn, Mitbegründer des Vereins für Völkerkunde, be­gleitet Herrn Peters auf seiner Reise.

Prag, 27. Dezbr. Die Feiertage sind ruhig verlaufen. Der Patrouillendienst war verdoppelt. Die Gasthäuser mußten bereits um 11 Uhr schließen.

Budapest, 27. Dezbr. Zwei Delegirte der ungarischen Slowaken, welche in diesen Tagen in Prag weilten, um dort mit den tschechische Führern zu konferiren, erhielten die Weisung, die slowakische Aktion gegen Ungarn im nächsten Jahre zu beginnen. Die Jungtschechen würden die Bewegung materiell unterstütze.

Budapest, 27. Dezbr. Ein von der Unabhängigkeits-

Provisoriums- Vorlage konnte nicht abgehalten werden, weil die massenhaft erschienenen Sozialdemokraten eine drohende Haltung gegen die Einberufer an nahmen. Für Donnerstag wurde ein neues Meeting angesagt.

Rom, 27. Dezbr. Der preußische Gesandte t< beim Vatikan hat, wie verlautet, gestern dem Papste ein Schreiben Kaiser Wilhelms überreicht, in welchem der Kaiser dem Papste zusichert, daß die gegenwärtigen Operationen Deutschlands in China auch dem Schutze und den Interessen der Katholiken und katholischen Missionen gelten.

Paris, 27. Dezbr. Die Regierungspresse äußert sich optimlstisch über die Vorgänge in Ostasien und erklärt jede Verwicklung für ausgeschlossen. Der Marineminister wird einen Kredit von 200 Millionen zur Verstärkung der Kriegs­flotte fordern.

Madrid, 27. Dezbr. Jmparcial sagt, daß infolge der letzten Note Spaniens an Woodford die Nothwendigkeit für Spanien, seine Flotte zu vermehren, um einen event. Kon­flikt mit den Vereinigten Staaten ruhig entgegen sehen zu können, ernstlich ins Auge gefaßt werden müsse.

London, 27. Dezbr. Wie in diplomatischen Kreisen versichert wird, wurde ein Schutz- und Trutzbündniß

zwischen England und Japan bereits abge­schlossen. Auch sollen die Verhandlungen Englands mit

der Regierung in Washington behufs Abschlusses eines Ver­trages wegen gegenseitigen Schutzes der Interessen in Ost­asten zwischen England und Nordamerika ein günstiges Re­sultat versprechen.

Petersburg, 27. Dezbr. Eine Regierungsnote betont, daß Rußland keineswegs die Annexion von Port Arthur be- abstchtige, sondern den Vertrag mit China, welcher nur die Ueberwinterung gestatte, treu beobachten werde. Sobald Wladiwostock eisfrei geworden, wird die russische Flotte Port Arthur räumen.

Athen, 27. Dezbr. Der griechische Bevollmächtigte in Konstantinopel erhielt Befehl, gegen die Verschleppung der christlichen Alterthümer von Thessalien nach der Türkei bei der Pforte Protest zu erheben.

Kanea, 27. Dezbr. Die Ermordung griechischer Bauern, welche Lebensmittel nach der Stadt brachten, durch Mace- donier hat bei den Insurgenten große Erbitterung hervor­gerufen. Dieselben beschlossen, wieder aktiv vorzugehen, wes­halb die Admirale und fremden Kommandanten umfassende Maßregeln trafen, um die Küstenstädte vor Ueberfällen durch die Insurgenten zu schützen.

Tokio, 27. Dezbr. Die Regierung hat das Abge­ordnetenhaus wegen dessen für die -Regierung ungünstigen Zusammensetzung aufgelöst.

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