Einzelbild herunterladen
 

A^te ] 0

^aww'r Avzk""^

24 vt-rli

Wien, 23. April. Kaiser Franz Joseph stattete heute Vormittag dem italienischen Botschafter anläßlich des gestrigen Attentats auf König Humbert einen Besuch ab.

Wien, 23. April. Der Spezial - Korrespondent des Neuen Wiener Tageblatts" meldet aus Larissa, daß das gestrige Gefecht bei Mati, an welchem der Kronprinz theil­nahm, mit einem brillanten Zwischenfall endete, der das Schicksal des Tages entschied. Eine Massen-Attake der tür­kischen Kavallerie wurde von der griechischen Artillerie zurück­geworfen. Das Feuer derselben hatte auf die Türken eine geradezu mörderliche Wirkung, sovaß sie das Gefecht plötzlich abbrachen. Hierauf erhielten die Griechen bedeutende Ver­stärkungen.

Wien, 23. April. In der Nâbe der Station Wolfra­mitzkirchen erlitt der Sonderzug Kaiser Wilhelms infolge eines Maschinen-Defekts eine ^stündige Verspätung. Ein Unfall ereignete sich dabei nicht. Zwei Reservemaschinen be­förderten den Zug weiter nach Dresden.

Rom, 23. April. Das Königspaar begab sich heute in' die Kirche del Sudario, um Gott für die Errettung des Königs zu danken. Auf dem Wege dortbin wurden sie über­all von der jubelnden Volksmenge begrüßt.

London, 23. April. Nach den hier eingelaufenen Kriegsdepeschen rückt Edhem Pascha auf Larissa vor. Seine strategischen Pläne haben sich glänzend bewährt. Alle Spitzen der türkischen Kolonnen kamen genau in einer Linie an und das linke und rechte Centrum wurden gleichmäßig vorgeschoben. Der Kampf dauert auf allen Punkten fort.

Konstantinopel, 23. Aptil. Infolge des Ausbleibens der Nachrichten von Larissa und des Verbots an die Zeitungen, Drahtnachrichten vom Kriegsschauplatz zu veröffentlichen, ist die Stimmung hier sehr gedrückt und die Siegessreude ver­dorben.

Athen, 23. April. Heute fand ein Ministerrath statt. Abends wird der König nach Larissa abreisen. Im Epirus rücken die Griechen fortgesetzt vor. Die Kanonenboote fuhren in die Luros ein, um die griechischen Truppen zu unter­stützen. Nach Meldungen aus Larissa dauern die Kämpfe um Damassi mit wechselndem Erfolge fort.

Athen, 23. April. 8000 Türken haben sich an die Küste begeben, da Edbem Pascha befürchtet, die Griechen könnten sich an das Land begeben und ihn im Rücken an­greifen.

Athen, 23. April Nach Meldungen vom Kriegs schauplatz ist Katharina bombardirt worden. Sämmtliche öffentliche Gebäude wurden zerstört.

Athen, 23. April. Aus amtlicher Quelle erfahren wir, daß in Thessalien an der Küsie von Rav.ni und Bo- gasi griechische Streitkräfte in türksches Gebiet eingedrungen sind und gegen Damast vorrücken. Alle Angriffe der feind­lichen Armeen wurden zurückgedrängt. Bei Mati finden seit gestern heftige Kämpfe statt. Die türkischen Angriffe wurden auch hier zurückgeschlagen. Die Griechen sollen sich nach Nezero zurückzietren und zwar auf den festen Punkt Deroli. Im Epirus ging die griechische Armee ebenfalls vor und überschritt den Avarhos-Fluß. Das Fort Jmvret ist genommen worden, ebenso Philipprade und mehrere Dörfer. Die Griechen haben auch Saiara eingenommen, wobei drei Kanonen, eine große Anzahl Gewehre, sowie Munition und Lebensmittel in ihre Hände fielen. Die griechische Armee rückt schnell weiter rach Norden vor.

Larissa 23. April. Die Nachricht von dem Vormarsch ! der Türken nach Turnoro hat hier eine unbeschreibliche Panik hevorgerufen.

Larissa, 23. April. 400 griechische Freiwillige trafen hier ein, darunter 26 Engländer. Gritzorau wurde von den Griechen wieder erobert. Die Türken warten nach Li-

gare zurückgeschlagen. Man glaubt, daß sie den Rückzug antreten.

Korfu, 23. April. Die griechische Flotte hat das Dorf Jurto eingenommen.

Witterungsbericht.

Voraussichtliche Witterung: Unbeständiges und kühles Wetter und zumal im Süden noch zeitweise Niederschläge.

Volkswirtschaftlicher Theil.

Nr. Hanau, 23. April. (Lörsen-Wochenbe richt.) Die Böne hatte die vorige Woche in ruhiger, eher zuversichtlicher Stimmung geschlossen, da brachte der erste Osterfeirrlag eine neue Wendung in dir politischen Lage, durch den Ausbruch des offenen Krieges zwischen Griechen­land und der Türkei. Ueberraschen konnte dieses Ereigniß nicht, denn die wiederholten Pro -Rationen durch griechische Freischaaren, ließen es schon längst erstaunlich erscheinen, daß die Türken so lange Zurückhaltung üben konnten.

N.m folct die Aufmerksamkeit der Großmächte sowie der gesammten Geschäftswelt dem Gange des Krieges. Bis jetzt scheint der Vortheil auf dem entscheidenden Kampfplatze aus Seiten der Türken. Ueberhaupt gelten deren Aussichten als die besseren, schon aus dem Grunde, weil sie noch über starke Reserven verfügen können, während die Griechen schon jetzt ihre letzten Aufgebote heranziehen.

Am Tage vor Kriegsausbruch standen:

4 pCt. Griechen 24., gestern 21.10

1 pCt. Türken D. 18.05, 17.70

Daß die ganze Reihe der Märkte sich in gleicher rück gängiger Haltung bewegte, ist zu selbstverständlich als daß es weiterer Begründung bedürfte. Dennoch zeigt das bescheidene Maß der Rückschritte, daß die Börsen die Lage nicht zu tra­gisch auffassen und an eine Lokalifirung des Krieges glauben.

Anlagepapiere ersten Ranges sind überhaupt von der Be­wegung noch nicht berührt worden.

spätere Lieferung nach Bedarfsgegknden statt. Alles in allem entstand für Weizen für spätere Lieferungen mehr Nachfrage zu 34 Mk. gehobenen Preisen. Roggen fand bei Mühlen gute Verwendung; besonders schwimmende Lieferungen erziel­ten bessere Preise. Hafer in bessern Sorten blieb gefragt und fest und zog für Mailieferung um 1 Mk. an. Mais ziemlich unverändert. Nach privaten Ermittelungen notirten am 20. April cr. für 20 Ztr.: Weizen loco, Mk., für Mai 163,50-166,25 Mk., Roggen loco, Mk., für Mai 122,00-123.50 Mk., Gerste loco 100,00170,00 Mk., Hafei loco 127,00150,00 Mk., Mais (amerikani­scher) loco 84,0038,00 Mk.

Marktberichte.

Magdeburg, 23. April. Kornzucker exkl. von 92 pCt. -.. neue., Kornzucker exkl. 88 pCt. Rendement 9.509.60, neue Nach Produkte exkl. 75 pCt. Rendement 6.707.60. Ruhig. Brodraffinade I. 23, Brodraffinade IL 22.75, Raffinade mit Faß 22.5023.25, Gem. Melis I. mit Faß 22.. Stetig. Rohzucker I. Produkt Transito f. a. B. Hamburg per April 8.65, G. 8.72'/» Br., per Mai 8.70 G. 8.72'/» Br., per Juni 8.75 G. 8.80 Br., per Juli 8.82'/» G. 8.87'/» Br., per August 8.90 G. 8.92 Va Br. Stetig.

Wien, 23. April. Weizen Mai-Juni., Weizen Frühjahr 7.82. Roggen Moi - Juni., Roggen Frühjabr 6.45. Hafer Mai-Juni., Hafer Frühjahr 5.97. Mais Mai-Juni 3.78, Reps neuer 11.50.

Budapest, 23. April. Weizen Herbst 7.80. Hafer Herbst 5.62, Mais Sptbr. 3,50. Reps neu 10.80.

Frankfurter Kurse am

14. April

am 22. April

31/£ 0/3 Preuß. Konsols

104.05

104.05

3/o

98.10

98.10

Oesterr. Goldrente

104.70

104.30

Kreditaktien

2961/4

292^4

Staatsbahnaktien

29 l5/s

289®/4

4°/o Ungar. Goldrente

103.65

103.60

5°/o Italiener Rente

89.60

88.30

3% Portugieser

22.95

22.

Gotthardbahnaktien

154.

153.20

Disronto-Comm.-Anth.

193.90

191.50

Berliner Handelsgesellschaft

153.80

152.10

Laurahütte

153.50

152.50

Harpener Bergbau

172.25

170.05

Patent-Ertheilungen.

Nr. 92 535. Verfahren zur Darstellung von Brenz- catechinkohlensâurederivaten. Far bwerke, vorm.Meister, Lucius u. Brüning in Höchst a. M., vom 14. Mai 1896 ab. Kl. 12.

Nr. 92 536. Verfahren zur Darstellung von 1 p- Tolyl-2,3-dimethyl-4-dialkylamibopyrazolon; 2. Zus. z. Pat. 90 959. Farbwerke, vorm. Meister, Lucius u. Brüning in Höchst a. M., vom 19. Juni 1896 ab. Kl. 12.

Nc. 92 490. Direkt zeigender Widerstandsmesser mit inhomogenem Magnetfelds und Differentialgaloanometer- schaltung; Zusatz zum Patent 75 503. Hartmann u. Braun in Bockenheim-Frankfurt a. M., vom 8. Dezember 1896 ab. Kl. 21.

Nr. 92 564. Elektrischer Flüssigkeitskondensator mit Alu­miniumelektroden. CH. Pollak in Frankfurt a. M , Mainzer Landstr. 253, vom 14. Januar 1896 ab. Kl. 21.

Nr. 92 556. Maschine zum Schleifen von Bolzen, Lager­büchsen u. dgl. Erste Offenbacher Sp ezialfabrik für Schmirgel waaren-Fabrikation Meyer u. Schmidt in Offenbach a. M., vom 7. Oktober 1896 ab. Kl. 67.

Zu Geständnissen braucht man nämlich entweder Sturmzeheul, Blitze und Donner, ober matt verglühenden Abendsonnen­schein und einen brodelnden Theekessel und diese wichtigen Bedingungen sind leider eben nicht vorhanden. Auch muß ich fürchten auf Mangel an Verständniß für mein Gestând- niß zu stoßen und das wäre doch schmerzlich. Das Stuben­mädchen, dem ich vorhin schon einige zarte Andeutungen dar­über machte, hat nur bedenklich den Kopf geschüttelt und sich mit dem Zeigefinger kreuzweis über die Stirn gefahren und mir den Vergleich zwischen ihr und einem seekranken Ichneumon abgenöthigt. Das war vielleicht nicht sehr höflich, aber es kam von Herzen. So muß ich denn das ominöse Ge- ständniß in der verschwiegenen Tiefe meines Busens bewahren, oder was vielleicht ebenso gut ist in Verse kleiden. Wahrhaftig, das wäre am Ende noch die einfachste Art, um es los zu werden.

Seele, was bebest Du? Reget sich wieder die Last, Die Du vor langer Zeit Aufgebürdet Dir hast? Drückt Dich die ewige Schuld, Die Du im Rausche der Jugend, Schwach in der Tugend Begingst? Habe Geduld, Im Lause der Jahre Kommt auch die Schuld auf die Bahre. Aber ein milderndes Mittel Ist Deiner Reue Bekenntniß, Von Deinen Schulden zwei Drittel Tilget ein freies Geständniß. Höret drum was mich bedrückt: Ich hab' einst auf dunkeler Straßen Das Licht ausgeblasen Und als mich ein Wächter erblickt Die ganze Welt soll es wissen Es wieder anstecken müssen!

* Berliner Getrewemarkè- Bericht. Der. in der letzten Berichtswoche hervorgehobene Preisrückgang für Brot­getreide setzte sich in den ersten Tagen der neuen Berichts­woche auf dem Weltmärkte weiter fort: ausgeprägte Geschäfrs- unlust und billige Abgabe von Waare gelten als Ursache des geschilderten Preisrückganges. Es trat ein Umschwung in der Tendenz und eine mäßige Befestigung erst ein nach dem langen Preisfall, als ernstere Befürchtungen wegen eines griechisch türkischen Krieges und seiner möglichen Folgen sich allmählich Bahn brachen und man auch vor den Osterfest- togen möglichst verpflichtungslos und damit vor unerwarteten Uebrrraschungen geschützt sein wollte. An den Prooinzmârk ten machte kein weiterer Rückgang für Brotgetreide sich be merkbar, weil mit den vermehrten Faltarbeiten die Zufuhren abnahmen und infolge dessen die Nachfrage das Angebot besser aufnahm. An den großen Handelsplätzen senden in den letzten Taren gröbere Umsätze in Waaren auf prompte und

Nach diesem fürchterlichen Geständniß muß ich mich be­schämt zurückziehen. Aber halt! was ist das? Das ist ja wirklicher, wahrhaftiger Sonnenschein! Also doch! Dann waren ja meine Lamentationen ganz überflüssig. Nun aber schnell noch einmal die Leier her. Nun kann ich mich wieder zu einem liebenswürdigen Lächeln zwingen und mein Saiten­spiel zu einem lieblichen, nachträglichen Ostergesang stimmen.

Der Frühthau hängt an den Blüme­lein

Und glitzert und glänzet so hell Im lieblichen, goldenen Sonnenschein. Leis murmelt der Wiesenquell Und plaudert^von Liebe und Freude und Glück

Und netzet die dunkelen Veilchen, Ein Weilchen

Dann kehrt er zur Ruhe zurück.

Die Lüfte durchzittert ein bebender Klang

Und tönt in das lauschende Ohr

Und ziehet die Halden, die Fluren entlang,

Ein himmlischer Jubelchor.

Er singt von Erlösung und Liebe allein,

Sanft schwebt aus dem göttlichen Liede Der Friede

Und kehrt in die Seele mir ein.

Und wie ich so schweigend zum Himmel seh',

Im Herzen die göttliche Freude, Da tönet von waldiger Bcrgeshöh' Verschwommenes Glockengeläute Und rufet mir schmeichelnd und innig zu:

Komm'herzu derStätte derFrommen! Willkommen

Im Reiche der Gnade bist Du! . .

«

Die Blümelein duften, der Frühthau glänzt,

Still rauscht es im grünenden Haage, Schneeglöckchen haben die Halde be­kränzt

Zum heiligen Ostertage.

Allwcgen^ des göttlichen Wirkens Spur,

Die schlafenden Kräfte erwachen Und machen

Zum großen Altar die Natur.

Das sind meine Ostergefühle. Sie kommen zwar ein wenig verspätet, aber in diesem Jahre kommt ja alles zu spät, wie ich recht wohl beweisen könnte. Doch ein andermal. Mahlzeit!

Chico.

Humoristisches.

Gut insiruirt.Wie alt bist Du eigentlich, Willy?" 5 Jahre zu Hause, 6 in der Schule und 4, wenn der Straßenbahn-Konduktenr fragt."

Gebrauchs-Muster.

Nr. 72 431. Gummiluftschlauch für Fahrräder mit Trilot- gewebe Ein- oder Umlage. Johannes Busch in Gelnhausen, vom 15. März 1897 ab. B. 7995. Kl. 63.

Schiffsbericht.

Hamburg, 22. April. Dec DampferPolynesia" von der Hamburg-Amerika Linie ist gestern in Colon uns der DampferGothia" vorgestern in St. Thomas eingetroffen.

Bremers, 20. April. Der Dampfer des Norddeutschen LloydFriedrich der Große" ist vorgestern in New Dock ein­getroffen.

MNew-Nork, 22. April. Der DampferWesternland" von serRed Star Linie" ist von Antwerpen gestern hier ang' kommen.

ein

Dar-

gcsteiit neues Nähr

8

3 von den

I Höchster

I Farbwerken in

I Höchst a. M

mittel

Paientirt und Name

i

geschützt, h

Nutrose

I Nutrose

I Nutrose

I Kutrose

I Nutrose

Nutross

.>

ist der Eiweissstoff der frischen Kuhmilch, rein und frei von allen Beimengungen.

hat viel grösseren Nährwerth als das Fleisch.

ist leicht löslich, leichter und voll­kommener verdaulich als Fleisch, eignet sich zur Ernährung bei Erkrankungen des Magens und Darmes.

eignet sich zur kräftigen Er­nährung von Reconvalescenten. Bleichsüchtigen u. Scrophulosen. eignet sich besonders zur Er­nährung vor u. nach Operationen im Bereich des Magen-und Darm-

kanais.

8

kanals.

^s^ne» ist Kindern z. Kräftigung 3 ibesosicäers

em^fe^Ze ra°

Dieses in mediz. Fachorganen besprochene | vorzügliche Präparat ist in Probeschachteln | (â 10(7 gr.) zum Preise von 2 Mk. durch alle | Apotheken, sowie Droguen - und Colonial-1 waarenhandlungen zu beziehen.

5939

Man rauche nur den seit 1880 bewährten und wohl­schmeckenden Holland. Tabak, 10 Pfd. fco. 8 Mk., bei B Becker, in Seesen a. Harz. 4081