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20. Februar

Hanauer Anzeiger

Seite 3

keit bemerkbar. In fast allen von der Bahn berührten Ge­meinden herrscht bener eine Baulust, wie kaum je zuvor. Die Bausandsteine sind bequemer und btOijer erhältlich. Die Russensteinefabriken der Umgegend können den Bedarf kaum decken. Die 7 Feldöfen in Klein Welzheim bei Seligenstadt haben ihre Borräihe nahezu ausverkauft. Tie Bahn brachte Leben und Verkehr in eine verödete Gegend, die man früher vielfach nur zu bespötteln wußte. Bei der nächsten Volks­zählung im Jahre 1900 wird sich voraussichtlich eine bedeu­tende Bevölkerungszunahme im ehedem verlassenen Rodgau konstatiren lassen. Ein Rückgang der Bevölkerungsziffer dürfte hingegen für immer ausgeschlossen bleiben.

Volkswirthsch ast licher Theil.

Nr. Hana«, 19. Februar. (Börsen-Wochenbe- richt.) Vor acht Tagen schon hatte sich die Lage auf Kreta so gespannt gezeigt, daß das Einsckreiten der Großmächte jede Stunde erwartet werden konnte. Es erfolgte jedoch nicht so­fort, die Lage wurde immer kritischer und am letzten Montag war die Beklemmung in Geschäftskreisen eine so starke, daß die Börse mit Angstverkä^fen in eine kleine Panik getrieben wurde.

Am Abend desselben Tages noch kam endlich die Nach­richt von der Besetzung Kancas durch die Streitkräfte der Großmächte. Man athmete auf, eine rasche und kräftige Er­holung der Kurse trat ein und man glaubte das Schlimmste

in dieser schwierigen Frage nun überwunden zu haben.

Seitdem hat sich iie Sache für die Börsen wieder un­erfreulicher gestaltet. Bekanntlich weigern sich die Griechen

Solche Uebergangszeittn gehören bekanntermaßen zu ben, Hamburg, 15. Februar. Der DampferHungaria"

schwierigsten Zeiten für einen so weit verzweigten Verkehr, von der Hamburg Amerika Linie ist vorgestern in St. Thomas wie es thatsächlich der Getreideverkehr ist. Die obwaltenden eingetroffen.

Schwierigkeiten dürften sich aber um so erfolgreicher über-! Bremen, 17. Februar. Der Dampfer des Norddeutschen winden lassen, je leichter und schneller die noch schwebenden j LloydKaiser Wilhelm II." ist gestern in New-Aort einge- börsenrechtlichen Fragen einer nach allen Seiten hin befriedi- troffen.

genden Lösung entqegengeführt werden. Nach privaten Er-! London, 18. Februar. Der Union-DawvferMoor" Mittelungen stellte sich Weizen um etwa Vi Mk., Roggen um etwa iVs Mk. niedriger, während Hafer sehr wenig umge- setzt wurde, und es norirten am 16. Februar er. lolo bezw. für spätere Zeit 100 Pfd. von Weizen, für Mai 8,50 bis 8,55 Mk., Roggen 6,15 Mk., für Mai 6,15-6,18 Mk., Gersie nach Qualität 5,409 00 Mk., Hafer 6,65 bis 7,15 Mk., für Mai 6,50 Mk., Mais 4,75-4,95 Mk., für Mai 4,10-4,15 Mk.

ist ÜU! der Ausreise gestern in Kapstadt angekommen.

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Marktberichte

Berlin, 20. Febr. Die Kaiserin Friedrich kehrt Mitte März hierher zurück, um an der Centenarfeieier für Kaiser Wilhelm I. theilzunehmen.

Marktberichte. Berlin, 20. Febr. An dem gestrigen Diner beim

Hanau, 20. Februar. (Lebensmittelpreise.) Reichskanzler Fürsten Hohenlohe nahmen die Minister, Mit- Hülsenfrüchte; Bohnen 3035 Pfg., Erbsen 3035 Pfg.,' glieder des Bundesraths und andere hohe Reichs- und Staats- Linsen 4045 Pfg. das Doppelliter ; Geflügel: Tauben,, beamte mit ihren Damen theil.

das Pärchen 11,20 Mk.; ein alter Hahn 1,401,70! Berlin, 20. Febr. Prinz Heinrich von Preußen stattete Mk.; ein junger Hahn 1.70-2 Mk.; ein Nuhn 1,60 bis gestern dem Kardinal Dr. Kopp in Breslau einen halb- 2,20 Mk.; Fische? gewöhnliche Sorte 25-30 Pfg., bessere stündigen Besuch ab.

Sorten 4050 Pfg., Hecht 1,1,20 Mk., Beesem 60 Berlin 20. Febr. DieNallonalzellung behauptet, bis 70 Pfg., Barben 60 70 Pfg., Barsch 6070 Pfg. König Humbert und Rudini stimmten bisher durchaus mit Vs kg; Gemüse: Merrettig, die Stange 1520 Pfg.; dem Verhalten der anderen Festlandsmächte betreffend Kreta Blumenkohl das Stück 2540 Pfg.; Kopfsalat, das Stück. überein.

1618 Pfg.; Endivien, das Stück 1015 Psg.; Ober- Berlin, 20. Febr. Sowell die Kenntniß derBerl. Kohlrabi, das Stück 35 Pfg.; Unter-Kohlrabi, das Stück N. N." reicht, beruht die Legende des geplanten Zarenbe-

*

sich zurückzuziehen und es entsteht für die Mächte die Auf- 8-10 Pfg.; Wirsing, das Stück 1020 Pfg.: Weißkraut, suches in Friedrichsruh auf mißverstandenen oder entstellten

gäbe sie zum Rückzug zu veranlassen. Da aber jede That der Großmächte eine vorhergegangene Verständigung unter sechs Kabinetten zur Voraussetzung hat, so arbeitet der Appa­rat dervereinigten Staaten von Europa" fürerst viel zu langsam für die Besorgnisse der Geschäftswelt und es ist ein

lenchtend, daß dieses die Stimmung drückt.

Auch von anderer Seite ist eine Beunruhigung eingetre­ten, nämlich bezüglich der Werthe der Eisenindustrie. In Nordamerika ist einer der großen Ringe in diesem Fache zu­sammengebrochen und die Preise einiger Produkte der Stahl­industrie haben einen jähen Fall erlitten. Das hat zunächst auf englische Fachkreise gedrückt und auch die bisher vortreff liche Haltung der deutschen Hüttenindustrie einigem Zweifel ausgesetzt.

Frankfurter Kurse am

SVsVo Preuß. Konsols

3° 0 tf w

Oesterr. Goldrente

M

¥ 4°/o 5°/o 3°/o

Kreditaktien Staatsbahnaktien

Ungar. Goldrente Italiener Rente Portugieser

das Stück 15-25 Psg.; Rothkraut, das Stück 15-25 Pfg. Aeußerungen einer warmen Sympathie, welche die Zarin wie Sellerie, das Stück 1020 Pfg.; gelbe Rüben, das Bund der gesammte Darmstädter Hof und mit diesem die meisten 810 Pfg.; Braunkohl, die Portion 25-30 Pfg.; Rosen deutschen Höse für den Fürsten Bismarck empfinden.

- - - Wien, 20. Febr. Der Londoner Korrespondent der

kohl, die Portion 3040 Pfg.; Schwarzwurzel, die Portion

25-30 Pfg.; Spinat, die Portion 3040 Psg.; Schmalz-Neuen Freien Presse" hatte eine Unterredung mit dem

kraut, die Portion 1520 Pfg.; Kartoffel, 1012 Pfg.! früheren Minister Bryan und Sir Charles Dilke. Beide

das Doppelliter; Trauben, 1,20 Mk. das Vi kg; Obst: j drückten die Ueberzeugung aus, daß trotz der Ablehnung der

Aepfel, das Pfund 15-30 Pfg.; Birnen, das Pfund 20 von Deutschland befürworteten Blockade die Orientkrise fried-

bis 30 Pfg.; Nüsse, das Hundert 30 Pfg.; Jitronen, das > lich verlausen werde. Kreta werde die Autonomie erhalten Stück 810 Pfg.; Apfelstnen, das Stück "615 Pfg.;! und Griechenland zur Verwaltung übergeben werde. Lo»d Paradiesäpfel, das --tück 1215 Ptz.; Verschiedenes:! Salisbury werde zweifellos mit Oesterreich-Ungarn, Italien Butter das Pfund 1,101,15 Mk.; Käse, das Stück 45 und Rußland eine geeignete Form zur Lösung dieser Frage Psg.; Eier, das Stück 89 Pfg.; Gänseeier, das Stück finden.

1618 Pfg.; Zwiebel, das Doppelliter 1520 Pfg.;> Wien, 20. Februar. DieNeue Freie Presse" erhalt Welschkorn das Doppelliter 22-24 Psg.; Radieschen, das aus Nizza ein Telegramm, daß im dortigen HotelCap Bündel 5 Pfg.; Kastanien, das Vs kg 20 Pfg.; Weizen- Martin" eine Depesche eingelaufen sei, wonach der österreichische mehl, 1. Sorte 20 Pfg., 2. Sorte 18 Psg., 3. Sorte 16 Kaiser wegen der jüngsten Ereignisse im Orient seine Reese Psg., 4. Sorte 14 Pfg. Vs kg.; Stroh 2,402,80 um einige Tage verschoben habe.

- - Budapest 20. Febr. Franz Kossuth hat für heute im Abgeordnetenhause abermals eine Interpellation über Kreta

11. Februar am

18. Februar

104.35

104.

98.10

98.05

104.30

104.65

SOO3/»

3O6V4

310

298Vj

103.70

103.70

§9.70

89.

24.15

24.40

166.80

165.90

206.

205.40

t 161.80

162.20

168.

164.30

178.90

176.90

Getreideverkehr

Mt. und Heu 3,403,80 Mk. 50 kg.; Buchenholz,

der Meter 9,25 Mk.

Berlin, 19. Februar. Wellen Mai 171.50. Roggen Mai 124.50 angemeldet.

Rüböl loko 56.-, do. Mai 56.-. Hafer Mai 129.25, do. Sunij Rom, 20. Febr. Italien scheint nicht für eine Blockade .. Petroleum loko 22.20. Roggenmehl Mai 16.60. der griechischen Häfen einzutreten, denn offiziös wird das

Wien, 19. Februar. Weizen MauJum., Merzen Fruhiahr Q f Einverständnisses der Mächte über die

8.30. Roggen Moi-Juni., Roggen Frühjabr 7.01. Hafer Zustandekommen eenes Unverständnisses Der ^cacyie uoer Die Mai-Juni., Hafer Frühjahr 6.48. Mais Mai-Juni 4.22, Reps neuer 11.45.

Budapest, 19. Februar. Weizen Herbst 8.02. Hafer Herbst

6.10. Mais S ptbr. 3.88. Reps neu 11.15.

Magdeburg, 19. Februar. Kornzucker exkl. von 92 pCt.., ' neue., Kornzucker exkl. 88 pCt. Rendement 9.709.85, neue .v Nachprodukte exkl. 75 pCt. Rendement 7.357.90. Ruhig. Brodraffinade I. 23.25, Brodraffinade IL 23, G. Raffinade mit aefDent " ' ; ' _ , , ' Fast 2323.75, Gem. Melis I. mit Faß 22.25. Rnhig. Rohzucker § bpffipilt nfpn

ständen mußte eine Erholung in Stimmung und Meinung i. Produkt Transits f. a. B. Hamburg per Februar 9.15 G. 9.17'/, Paris, 20. Jcbr. Etwa 2000 Studenten beteiligten ausgeschlossen bleiben. Die Preise bröckklten von Tag zu Br., per März 9.12A G. 9.15 Br., per April 9.17'/- G. 9.20 Br., sich an der gestrigen Demonstration für Griechenland. Die Tag ab, denn Unsicherheit über die weitere Gestaltung der per Mai 9.25 G. 9.27'/- Br., per Juli 9.37'/- G. 9.42'/, Br. Polizei schritt nach dem ersten Rufe: Geschäftsgebahrung machte sich fühlbar. Es ist nicht zu ver- ---------

kennen, daß die deutschen Getreidemärkte z. Zt. sich im Ueber- ' Schiffsbericht,

gange vom bisher sübrenden Termingeschäft zum reinen V Effektiv-Handel und effektivem Lieferungsgeschäft befinden, abends, wohlbehalten in Baltimore angeksmmen.

Gotthardbahnaktien Diskonto-Comm.-Antb. Berliner Handelsgesells Laurahütte

Harpener Bergbau

hat

* Getreidemarkt Bericht. Der

sein mißliches Aussehen nach wie vor behalten; keine Spur von regem Leben macht sich bemerkbar. Unter diesen Um-

Blockade für unwahrscheinlich gehalten.

Paris, 20. Febr. Der Polizeipräfekt hat für nächsten Montag umfassende Maßregeln getroffen, damit die Abgeord­neten beim Ein- und Ausgang vom Kammergebäude durch den Pöbel nicht belästigt werden. Der Zutritt zum Pa­lais Bourbon wird in einer bestimmten Entfernung ab-

ken" ein.

,/

Nieder mit der Tür-

Schiffsbericht. Paris, 20. Febr. Hinsichtlich der Kammersitzung am

Der DampferAdria" ist am 14. Februar, 9 Uhr nächsten Montag, in welcher die Interpellation über die . Orientfrage zur Verhandlung gelangen soll, haben gestern die

KerLiner Kries.

(Stimmungsbild aus dem Reichstage.)

Berlin, 19. Febr.

Harmlosen Tribünenbesuchern, insbesondere solchen, die vielleicht zum ersten Male den Genuß hatten, die Vertreter des deutschen Volkes bei der Arbeit zu sehen, gab die gestrige Sitzung manches Räthsel zu rathen auf. Zunächst mußte die außerordentlich starke Frequenz des Hauses überraschen, die so wenig den bis zum Ueberdruß gehörten Klagen über die beständige Beschlußunfähigkeit entsprach und die durch die Schaugerichte auf der gestrigen Tagesordnung keine genügende Erklärung fand; noch befremdender aber mußte die stürmische Heiterkeit wirken, die mitten in den ernsten Ausführungen eines durchaus nicht witzigen Redners ausbrach. Diese Heiter­keit stand so wenig im Zusammenhang mit der weder frei­willig noch unfreiwillig komischen Rede, wie die Frequenz des Hauses im Zusammenhang mit der Tagesordnung stand.

Weder die Konvertirungsvsrlage noch die konservative Interpellation über die Organisation des Handwerks haben die Bänke auf beiden Seiten und in der Mitte des Hauses so dicht gefüllt. Das Wort, das dieses Wunder gewirkt hat, das heißt: Margarine. Die Margarineanträge des Centrums, der Konservativen rc. sollten hente endlich zur Berathung ge­langen. Die Erwartung dieses Ereignisses hat sämmtliche Parteien des Hauses in so große Erregung versetzt, daß sie aus allen Gauen des Vaterlandes die Kampfgenossen schon mehrere Tage vorher herbeitelegraphirten.

Das Zauberwort Margarine erklärte das Räthsel der starken Frequenz des Hauses; ein anderes Zauberwort er­weckte die stürmische Heiterkeit des Hauses, die ganz plötzlich mitten iu der Rede des freisinnigen Abgeordneten Benoit ent­stand. Dieses Zauberwort hieß: Ahlwardt. Seitdem Herr Ahlwardt wieder im Lande ist, darf der Reichstag auch

auf frohe Tage hoffen. Diese Empfindung herrscht aus allen Seiten des Hauses ohne Unterschied der Parteien; sie kam zum stürmischen Ausbruch, als Herr Ahlwardt vorgestern zum ersten Male im Saale erschien und dem Präsidenten treu herzig die Hand schüttelte; sie machte sich gestern sofort wieder geltend, als der Abg. Richter zum ersten Male in der De­batte das Zauberwort Ahlwardt aussprach. Herr Ahlwardt schien eine Zeit lang zu schwanken, ob er dem Hause seinen Dank für diesen heiteren Empfang lieber durch Reden oder

Schweigen ausdrücken solle.

Erst während der Rede

des freisinnigen Abgeordneten Benot faßte er seinen Entschluß. Er erhob sich von seinem Platze, den er sich vielleicht in der Absicht, vom Feinde zu lernen, auf der hintersten Bank der Freisinnigen ausgesucht hat, und

schob sich freisinnigen lich Halt, und zum Ahlwardt Volkspartei

langsamen Schrittes vorwärts. Bei einigen Bänken machte er längere Zeit nachdenk­offenbar zum größten Aerger der Freisinnigen Gaudium der Rechten, die in Herrn schon einen Hospitanten der Freisinnigen zu sehen hoffte. Dann aber ging er

mit kühnem Entschluß stolz erhobenen Hauptes durch die Reihen der ihm höflich ausweichenden Volksvertreter hin- durch die Treppe zum Präsidententische hinauf. Diesmal reichte er Herrn v. Buol nicht mehr die Hand; seine Mel­dung zum Wort brachte er beim Schriftführer an. Mit

wachsender Heiterkeit hatte das Haus seine Wanderung ver­folgt; als man sicher war, daß es eine Ahlwardt'sche

Rede geben würde, brach froher Jubel los. Hoch er­hobenen Hauptls setzte nun Ahlwardt seine Wanderung

fort und begab sich nach dem Bundesrathstisch, den

Gras Posadowsky, der dort allein saß, sofort zuvorkommend räumte. An den Platz des Reichskanzlers gelehnt, an der Stelle, wo sonst mit Vorliebe Fürst Hohenlohe steht, stand nun Herr Ahlwardt, in stolzer, selbstbewußter Haltung, mit

hoheitsvollen Blicken aus das Gewimmel unter ihm schauend. In Diesen Augenblicken erreichte die Fröhlichkeit des Hauses ihren Höhepunkt. Bestürzt und hilflos sah der Abgeordnete Benoit, der von diesen Vorgängen nichts gemerkt hatte, um sich;, seine Stimme verhallte in dem Lärm; es blieb ihm nichts übrig, als eine Pause in seinem Vortrag zu machen. Diese Pause benutzte ein menschenfreundlicher Abgeordneter, Herrn Benoit etwas in's Ohr zu flüstern, worauf dieser sichtlich getröstet und gestärkt weiter zu reden versuchte. Aber trotz des be­ständigen Läutens des Präsidenten war es unmöglich, Herrn Benoit Gehör zu verschaffen.

Der Lärm legte sich erst wieder, als Herr Ahlwardt selbst endlich das Wort erhielt. Energisches Zischen, das Herr Ahlwardt fälschlich auf sich bezog, brachte die Störer zum Schweigen; Niemand wollte ein Wort seiner Rede verlieren, und jedermann erwartete ein Fest. Aber die Erwartung ging nicht in Erfüllung. Herr Ahlwardt war offenbar nicht vor- bereitct gewesen, schon gestern zu sprechen, und Herr von Buol war trotz des vorgestrigen Händedrucks so grausam, zu ver­langen, daß der Redner sich an die Tagesordnung halte. So mußte er das Beste, was er zu sagen hatte, für eine spätere Feit aufheben und konnte sich zum Schluß nur noch die eine Pointe leisten, daß das germanische Haus von dem Ungeziefer des Judenthums gereinigt werden müsse.

Der Abgeordnete Richter, der selbst Herrn Ahlwardt ernst nimmt, war Pedant genug, für diese Aeußerung, die der Präsident überhört hatte, den Ordnungsruf zu verlangen, ^derr von Buol erfüllte den Wunsch natürlich. Herr Ahl­wardt beantwortete aber ebenso natürlich diesen Ordnungs­ruf mit der neuen Verhöhnung, daß er das Ungeziefer für seinen Vergleich um Entschuldigur g bat.