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Anträge auf Baarmhlung des Kapitalbetrages nicht einae- von der Ueberlassung einer im Privateigentum des Beamten dem Bahnhöfe anwesend. Die beiderseitigen Begrüßungen gangen, so daß es einer Kündigung nach den M 1 und 12 stehenden, seiner Verfügung unterliegenden Oertlichkeit zur waren ungemein herzlich. Ein Berliner Student hielt an des Konvertirungsgesetzes vom 8. März 1897 überhaupt Abhaltung der Versammlung. Denn damit fördert er ohne die fremden Gäste eine Ansprache in französischer Sprache, nicht bedarf. ' jeden gesetzlichen Zwang freiwillig deren Abhaltung unb auf welche italienische Studenten erwiderten. Unter zahl-

Brieflich kingegangenen Nachrichten zufolge gedenkt der unterläßt es nicht bloß, wie die Berufungsschrift unzutreffend reichen Sympathie-Kundgebungen fuhren die Italiener in ihre Geheime Medizinalrath Professor Df. tH» Koch in ausführt, Privatverhältnisse zur Verhinderung der Ver- Hotels.

diesen Tagen in Bombay einzutreffen, um sich an den Ar,' sammlung zu benutzen. Der Angeschuldigte will die Hergabe beiten der deutschen Kommission zur Erfor sch u ng seines Waldes fürnebensächlich" gehalten haben; aber er der Pest zu betheiligen und deren Leitung zu übernehmen.: mußte wissen, daß er durch Ueberlassung eiws tauglichen Die übrigen Mitglieder bitfer Kommission sind unter Füh- Platzes für die Versammlung die sozialdemokratische Agitation rung des Geheimraths Professor Dr. Gaffky-Gießen bereits; thatsächlich förderte, und daß dies mit seiner Amtspflicht un= am 8. März in Bombay angekommen. Es gelang denselben, vereinbar war. Ob sich, wie der Angeschuldigte meint, die eine verbältnißmäßig günstig gelegene Arbeitsstätte za sichern, der Zusammenberufung nachgekommenen Personen sonst viel-

Beklin, 14. April. Der Eingang des Vereinsgesetzes im preußischen Abgeordnetenhause wird, wie diePost" hört, schm dieser Tage erwartet, sodaß die Vorlage noch während

so daß sie alsbald mit ihrer Thätigkeit beginnen konnten.

leicht zu einer Versammlung nach N. N. begeben haben

der Ferien den Abgeordneten zugestellt werden und die erste Lesung unmittelbar nach Ostern slatlfinden kann.

Berlin, 14. April. Der verantwortliche Redakteur des Berl. Tagebl.", Dr. Ernst Gruettesien ist heute vom Amts-

zeucht I. wegen Beleidigung des Verlegers Karl Sedlatzek

In der sozialdemokratischenNeuen Zeit" hatte der Abg. würden, kommt nicht in Betracht, weil er ihnen darum gleich- j vom deutschenGeneral-Anzeiger knecht einen AufsatzAcht Tage in Holland" ver- wohl nicht die Theilnahme an einer sozialdemokratischen Ver-, verurtheilt worden. Die Beleidy

Liebknecht einen AufsatzAcht Tage in Holland , , öffentliche in dem er seine Eindrücke über die dortigen Ar- j sammlung dadurch hätte erleichtern sollen, daß er seinen Grund beiterverhältnisse veröffentlicht. Liebknecht findet sieent fund Boden zur Verfügung stellte. Hielt der Angeschuldigte zückend im Vergleich mit den deutschen; die holländischen Ar-! eine geheime Agitation für schädlicher als eine die Möglich- beiter wohnen besser, essen besser, bekommen höhere Löhne keit der Widerlegung durch Gegenrede darbietende öffentliche, als die deutschen." Dr. Schönlank, auch ein sozialdemokra-! so durfte er doch auch die letztere Form der sozialdemokrati- tischer Reichstagsabgeordneter, sah sich darauf veranlaßt, in - schen Agitation nicht begünstigen.....

derLeipziger Volkszeitung" auf Grund des durch Umfragen Bei der Abmessung der Strafe war zu erwägen, daß in

" zu 100 Mk. Geldstrafe

Die Beleidigung wurde gefunden in einem Artikel desBerl. Tagebl.", welchcr sich mit dem Be­leidigungsprozeß des Freiherrn v. Mirbach im Januar be-

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u. s. w. gelieferten Materials den Nachweis zu liefern, daß, der Ausbreitung der sozialdemokratischen Gesinnung unter der die Darstellung Liebknechts den Thatsachen geradezu wider- - ländlichen Bevölkerung eine große Gefahr für Staat und spricht und die holländischen Arbeiter nicht, wie Liebknecht I

meint, sich in günstigerer Lage befinden, als die deutschen, sondern in weit schlechterer. Von besonderem Interesse sind aber die folgenden Bemerkungen Schönlanks:Deutschland wäre nicht der mit England wetteifernde Industriestaat auf hoher Stufenleiter, wenn die holländischen Zustände bei uns die Regel bildeten. Eine großgewerbliche Volkswirthschaft,

die sich so normal-kapitalistisch entwickelt wie gerade die

Gesellschaft liegt. Jede Begünstigung dieser Ausbreitung von

Seiten eines Beamten muß daher auf das Strengste geahndet

werden

II

PsMLfche und nnpsMifche Nachrichten.

(Depeschen-BureauHerold.")

Berlin, 14. April. Der Kaiser ist durch seine Reise

nach Wien verhindert, an den Beisetzungs-Feierlichkeiten in

deutsche, bedingt ein höheres Existenzmindestmaß der arbeiten- j Schwerin theilzunehmen. Er hat deshalb den Prinzen Fried I dm Klasse. Die lange durch unsere Partei gelaufene, auchi rich Leopold mit seiner Vertretung betraut. Dieser wird am im ersten Theile des Erfurter Programmes noch aufbewahrte 21. d. Mts., vormittags sich nach Ludwigslust begeben. Ansicht von der sich stetig verschärfenden Verelendung ist nicht, <

schäftigte. In der Begründung des Urtheils heißt es, es sei zu mißbilligen, daß die anständig? Presse derartige Artikel veröffentliche, worin kein anständiger Ton zu finden sei. Ein so verrohender Ton dürfe nicht einreißen.

Ratibor, 14. April. Der frühere Gemeindevorsteher Sekulla in Zubom, der wegen Erpressung eines Geständnisses unter Anwendung von Gewaltmaßregeln zu einem Jahr Zuchthaus verurtheilt worden war, ist auf sein Gnadengesuch hin zu einem Monat Festungshaft verurtheilt.

Essen a. S. R., 14. April. Heute Vormittag fand auf dec Zeche Oberhausen eine Explosion schlagender Wetter statt. Zehn Bergleute wurden dabei getödtet.

Stettin, 14. April. Heute Mittag 12 Uhr fand hier der Stapellauf des neuen Kreuzers statt. Pünz Ludwig von Bayern hielt die Taufrede. Prinzessin Marie taufte den Kreuzer auf den Namen Herta.

Graz, 14. April. Der 82jährige Graf Ernst Hügel, I Gemahl der kürzlich verstorbenen Fürstin Amalie Teck, hat sich

mehr zu halten . . . Die Niveau der Volksmasse hat sich mit der modernen Entwicklung etwas gehoben!" Schön­lank hat damit über eine grundlegende Lehre von Karl Marx den Stab gebrochen.

Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts.

Berlin, 14. April. Der Kaiser empfing heute Vor- hkute in seiner Wohnung angeblich wegen eines Lettens kr- ' ' schossen.

; mittag eine Deputation aus Helgoland.

Berlin, 14. April. Das Staatsministerium trat heute

Paris, 14. April. Der frühere Abgeordnete Vlanteau

Nachmittag um 2 Uhr unter dem Vorsitz des Herrn von; erklärte, Arton habe ihm 1888 das Anerbieten gemacht, gegen

.vqumuicu. eine Summe Geldes günstig für die Panama Aktion zu

-cu der Anfang nächsten Monats' stimmen. Der Abgeordnete habe indeß erklärt, er werde das P i ohnehin thun, worauf Arton das Geld für sich behielt.

i Bötticher zu einer Sitzung zusammen.

Berlin, 14. April. y .

stattfindenden Hochzeit des Prinzen Albrecht von Schaumburg

Lippe mit der Prinzessin Elsa von Württemberg in Stuttgart

Jn einem Erkenntniß des Disziplinarsenats des Ober- _rr________ ,_____.,,. __________________o ________^___

verwaltungsgerichtâ vom 29. Januar d. J. ist Folgendes hat auch der König von Griechenland Einladung erhalten, i

ausge prochen; ^welche aber von demselben mit Bedauern abgelehnt wurde.

Ein Beamter, zumal ein Polizeiverwalter, verletzt die J" '1 1' ^-------' ^ ^c

Berlin, 14. April. Der General Feldmarschall Graf

Pflichten seines Amtes und zeigt sich zugleich des Vertrauens,, Blumenthal ist an einer Erkältung erkrankt und muß das das sein Beruf erfordert, unwürdig, wenn er Bestrebungen Zimmer hüten. Er beabsichtigt Ende des Monats eine Reise, einer politischen Partei, welche die Grundlagen der bestehen- wahrscheinlich nach Italien, anzutreten.

Baris, 14. April. Der Matin versichert, daß bezüglich der Reise des Präsidenten Faure nach Petersburg noch keine ofsiziellen Verhandlungen stattgesunden haben, andererseits sei die Reise des Präsidenten Faure, welcher von dem Minister­präsidenten und dem Minister des Aeußeren begleitet sein wird, nicht vor den Parlamentsferien im Monat August möglich.

London, 14. April. Der Athener Korrespondent der

den Rechts- und Staatsordnung grundsätzlich bekämpft, be-i Berltn, 14. April. Das Armee-Verordnungsblatt' _

wußt unterstützt oder fördert. Die sozialdemokratische Partei,. bringt einen Armeebefehl des Kaisers, welcher für den in i Times meldet seinem Blatte, daß dort Jedermann den Krieg welche notorisch die Grundlagen der bestehenden Rechts- und Cannes verstorbenen Großherzog von Mecklenburg Schwerin für unausbleiblich hält. , 9teue Banden von Freischärlern Staatsordnung grundsätzlich bekämpft utid, wofern sie die i Trauer anordnet, und zwar haben sämmtliche Offiziere der hätten die Grenze überschritten. Die finanziellen Schwierig- ~ - - - - - .feiten Griechenlands erforderten den Krieg. Die griechische

Armee werde bald zwischen Hungersnoth und Krieg zu

Macht zur Verwirklichung ihrer Ziele hätte, bis zu deren Er-1 Armee drei Tage Trauer anzulegen. Bei denjenigen Regi- reichung auf gesetzmäßigem Wege schwerlich warten würde, ist: menteru, deren Chef der Verstorbene war, währt die Trauer

bemüht, Anhänger bei der ihr noch fern stehenden ländlichen Bevölkerung zu gewinnen, indem sie bei derselben Unzufrie­denheit mit ihrer Lage zu erregen und dadurch den sozial­demokratischen Ideen Eingang zu verschaffen sucht.

Diesem Zwecke dienen die Versammlungen, welche die sozialdemokratischen Agitatoren auf dem Lande veranstalten. Daraus folgt, daß es einem Beamten nicht gestattet ist, der­artige Versammlungen irgend wie zu unterstützen oder zu fördern. Das gilt zwar nicht von der vorgängigen Ge­nehmigung, die nach Maßgabe des Gesetzes nur unter be­stimmten Voraussetzungen versagt werden darf, wenn diese nach dem Ermessen des Beamien nicht vorliegen, wohl aber

acht Tage. Die im Großherzogthum Mecklenburg- Schwerin garnisonirenden Offiziere haben sich der Trauer des Mecklen­burg fchwerinischen Contingents in Form und Zeitdauer an- zufchließen.

Berlin, 14. April. DemLokalanzeiger" zufolge unter;

1 nahm Fürst Bismarck heute frühzeitig einen Spaziergang im Park. Professor Schwenninger ist wieder aus Berlin in Friedrichsruh angekommen und wird die Osterfeiertage daselbst

; verleben.

Berlin, 14. April. Heute Nachmittag kurz vor 4 Uhr sind 330 italienische Studenten aus Köln hier eingetroffen.

Zu ihrem Empfang waren zahlreiche Berliner Studenten auf i

wählen haben.

, Athen, 14. April. Die Kammer wurde heute zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen.

Athen, 14. April. Von der Grenze wird gemeldet, daß der größte Theil der irregulären Banden, welche auf tür­kisches Gebiet eingedrungen sind, wieder auf griechischen Boden zurückgekehrt sind.

Konstantinopel, 14. April. An der Grenze dauern die Kämpfe fort. Die türkischen Zeitungen bringen hierüber nichts, weil infolge der ersten Veröffentlichung eine große Aufregung in der Bevölkerung entstand.

Konstantinopel, 14. April. Hier zirkulirt das Ge-

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wärts nicht aufzuhalten! Wenn das letztere der Fall war, so gestaltete sich jedenfalls der 15. November 1631 zu einem Freudentage für sie, kam doch an diesem Tage Gustav Adolf in eigener Person nach Hanau und speiste im Schloß mit dem Grafen zu Mittag.

Als jedoch fast genau ein Jahr später, am 16. Novem­ber 1632, der große Schwedenkönig auf Lützens blutigem Felde im Schoße des Sieges gefallen, wendete sich gar bald das Glück der schwedischen Waffen. Bernhard von Weimar wurde durch die unglückliche Schlacht bei Nördlingen genöthigt, sich nach dem Rheine zurückzuziehen, und ernannte am 15. September 1634 den General Jakob Ramsay zum Komman­danten von Hanau, mit dem ausdrücklichen Befehl, die Stadt unter allen Umständen zu halten. Im Verein mit dem tapferen Grafen Johann Jakob, der für seinen vor der dro­henden Kriegsgefahr nach Holland geflüchteten Bruder Philipp Moritz die Regierung übernommen hatte, unternahm Ramsay zunächst mehrere glückliche Streifzüg?, um die Festung ge­nügend mit Proviant zu versehen, da die Einwohnerzahl durch das hereingeflüchtete Landvolk weit über das Doppelte vermehrt worden war. Als aber im September 1635 die Befürchtungen der Hanauer sich bewahrheiteten und die Stadt von einem kaiserlichen Heere unter General Lamboy einge­schlossen wurde, trat trotzdem bald Mangel an Lebensmitteln ein, der sich schließlich zur schrecklichen Hungersnoth steigerte. Auch die Lage unserer Glocke, die doch weder Speise noch Trank bedurfte, war damals wenig beneidenswerth; oenu in­folge ihres hohen Sitzes, war sie auf allen Seiten frei den Geschossen der Feinde ausgesetzt. Jedoch treu harrte sie aus auf ihrem gefährlichen Beobachtungsposten und ward dafür auch der Freude theilhaftig, am 12. Juni 1636 als erste auf den Höhen im Norden, die Schaaren der Hessen zu er­blicken, die Landgraf Wilhelm V., der Schwager des Grafen, von der verzweifelten Lage der Stadt durch geheime Boten

unterrichtet, zum Entsatz der Belagerten herbeigeführt hatte. Mit geipanntester Aufmerksamkeit beobachtete sie am anderen Morgen die vor der Stadt sich entwickelnde Schlacht; immer leichter und leichter wurde ihr dabei ums Herz; denn un­aufhaltsam trieben die wackeren Hessen Lamboys Schaaren zurück, und als schließlich gegen Mittag Landgraf Wilhelm in Hanau einzog, stimmte auch sie mit markiger Stimme ein in das Jubelgeschrei der dankbaren Einwohnerschaft, um seit­dem an jedem 13. Juni, dem zur Erinnerung an jenen glor­reichen Tag noch heute gefeierten Lamboy feste, ein Freuden­geläut ertönen zu lassen.

Mit dem westfälischen Frieden im Jahre 1648 begannen für unsere Glocke friedlichere Zeiten, doch brachten auch sie ihr manchen schweren Kummer. So hatte sie z. B. am 28. März 1736 eine sehr traurige Pflicht zu erfüllen, näm­lich im Vereine mit ihren Schwestern in der Altstadt, die Todtenklage zu halten über Johann Reinhard, den letzten der Grafen von Hanau. Doch wie innig auch ihr Schmerz und ihr Mitgefühl war, so konnte sie doch nicht umhin, beim Einzug des neuen Herrn freudig zu ertönen, ging doch der erledigte Grafensi^ an Landgraf Wilhelm VIII. und somit an jenes Haus Hessen-Cassel über, dessen sie von der Be- fceiung Hanaus durch Wilhelm V. her noch dankbar ge­dachte. Und sie hatte recht, unsere Glocke, so vertrauensooll dem neuen Regimente entgegenzuschauen; denn viel wurde unter ihm für das Wohl der Stadt gethan. Leider brach kurz nach Wilhelms Tode der siebenjährige Krieg aus, an dem Hessen auf der Seite Friedrichs des Großen theilnahm, und während dessen ganzer Dauer Hanau sozusagen eine Verpflegungsstation für französische Truppen wurde. Wie frei ward es den Bürgern zu Muth, als am 15. Februar 1763 das Geläute unsrer Glocke ihnen verkündete, daß wieder Friede sei, und unentwegt machten sie sich an die bittere Arbeit, die schweren Schäden, die der Krieg ihrem Wohl­

stände zugefügt, wieder auszubessern. In ihren Bemühungen wurden sie eifrig unterstützt von ihrem derzeitigen Herrn, dem weifen und kunstsinnigen Erbprinzen Wilhelm, dessen Name in dem von ihm angelegten, herrlichen Wilhetmsbade noch heute fortlebt.

Drei Jahrzehnte waren so im tiefsten Frieden ins Land gegangen, Zeiten heiterer Ruhe für unsere Glocke, Zeiten reichsten Segens und Gedeihens für die Stadt. Da brach in Frankreich die große Revolution aus und riß auch Hanau wiever in den Krieg; denn im Anschluß an die Monarchen Oesterreichs und Preußens stellte der Landgraf von Hessen ein Heer, um den wankenden Königsthron im Westen zu stützen. Dies sollte jedoch nicht gelingen. Nach der Kanonade von Valmy sahen sich die Alliirten genöthigt, den Rückzug aus Frankreich anzutreten, und nun ergossen sich die Schaaren der französischen Freiheitskämpfer unter Custine über die Rheinlande. Auch den Main auswärts machten sie ihre ver­heerenden ^Züge, und gar manchmal bangte die Glocke um Hanaus Sicherheit, wenn sie die feindlichen Vedetten in der Umaegend umherftreifen sah. Allein diesmal ging die Gefahr glücklich für die Stadt vorüber, und es war der Glocke ver­gönnt, das neue Jahrhundert im tiefsten Frieden anzutreten. Leider währte dieser Friede nicht lange, denn bereits 1806, nach der für Preußen so unglücklichen Schlacht bei Jena, wurde Hanau trotz feiner Neutralität von französischen Truppen besetzt und hatte nun bls zum Jahre 1813 eine unerhörte Gewaltherrschaft zu erdulden. In diesem Jahre wurde Napoleons Macht in der ewig denkwürvigen Völkerschlacht bei Leipzig ge­brochen, und in eiliger Flucht suchte er mit dem Reste seines Heeres den Rhein zu erreichen. Jedoch so leichten Kaufes sollte er dessen Ufer nicht betreten, denn vor den Thoren unserer Stadt er­wartete ihn General Graf Wrede mit 30 000 Mann Bayern und Oesterreichern, um seinen Rückzug nach Frankreich zu vereiteln. Aber noch einmal ermannte sich der verwundete